Die verlorenen Pakete

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Diebstahl Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich am laufenden Band Sachen aus dem Unternehmen, bei dem ich arbeite, klaue. Ich arbeite bei dem Unternehmen mit den bekannten drei Buchstaben, das Pakete zustellt, direkt im Lager für Fundsachen. Dort werden alle möglichen Sachen hingebracht, wenn der Empfänger sowie Absender nicht zu ermitteln sind. So etwas passiert, wenn das Label vollständig zerstört oder zumindest soweit entfernt oder unleserlich ist, dass man es nicht mehr zuordnen kann. Mein Job ist es, mir Pakete und Waren an meinen Schreibtisch bringen zu lassen und diese im System zu prüfen. Je weniger ich an Erkennungsmöglichkeiten eingebe, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ware dem Absender oder Empfänger, auf Nachfragen dieser, zugeordnet werden kann. Nach einer gewissen Frist von knapp acht Wochen, wird die Ware entsprechend zur Verschrottung freigegeben.


Allerdings kann ich schon vorher im System eine Kennzeichnung für bestimmte Waren vornehmen - wenn diese Waren dann verschrottet werden dürfen, bekomme ich eine Meldung. Ich sehe dann auch, wo diese Waren sich gerade befinden. Laut interner Richtlinien kann die Ware entweder verschrottet oder durch einen Mitarbeiter mitgenommen werden. Da nur ich bei uns den Einblick und die Möglichkeiten habe, genau das so zu sehen, da ich auch die Verschrottung selbst als Fahrauftrag weitergebe, kann ich mir die Waren selbst bringen lassen und sie dann mit nach Hause nehmen. Von Fernsehern und Beamern über Spielekonsolen und Notebooks sowie vollständige PCs, Uhren und Schmuck ist alles dabei - und das nehme ich mir täglich ganz normal mit nach Hause. Es gibt Tage, an denen ist mein Kofferraum gerammelt voll. Alles, was ich an Elektronik besitze, habe ich auf diese Art erlangt. Was ich doppelt habe, verkaufe ich im Internet mit sehr guten Gewinnen, bei denen ich meistens sogar mehr verdiene, als bei meinem normalen Job. Das mache ich jetzt seit gut sechs Jahren und finanziell gesehen könnte ich wohl jederzeit damit aufhören und in Rente gehen, da ich nur von diesem Geld leben könnte. Deshalb beichte ich, dass ich zwar nicht den Absender bzw. Empfänger beklaue, aber doch mein Unternehmen bestehle, da dieses den Schaden bei versicherten Paketen ersetzen muss. Und genau das liegt mir in der Magengrube.

Beichthaus.com Beichte #00033827 vom 26.08.2014 um 23:01:10 Uhr (20 Kommentare).

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Mäuse im Imbiss

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Engherzigkeit Boshaftigkeit Ernährung Tod Tiere

Ich arbeite 1-2 Mal wöchentlich bei einem Imbiss. Die Arbeit macht Spaß, die Kollegen sind nett und ich gehe gerne dorthin. Kurz, nachdem ich dort angefangen habe, sind mir jedoch schon ein bis zwei Mäuse wöchentlich aufgefallen, die durch die stets offene Tür reingerannt sind und sich unter dem Tresen versteckt haben. Auch nachts haben sie sich immer wieder ein Loch genagt, durch das sie reingekommen sind. Dass dies absolut unhygienisch ist und verhindert werden muss, steht außer Frage. Doch anstatt einfach ein ordentliches Brett oder Metall vor das Loch zu machen, hat mein Chef Klebstoff, der wohl extra für so etwas gedacht - und in Deutschland verboten - ist, davor gekippt, sodass mehrere Mäuse am nächsten Morgen darauf festgeklebt haben und von Vögeln totgepickt wurden. Zum Glück blieb mir der Anblick erspart. Mir wurde nur erzählt, wie lustig das gewesen wäre. Am nächsten Tag kam schon die Anzeige, da viele Bewohner sich wohl gemeinsam beim Veterinäramt beschwert haben. Jetzt stehen viele Behördengänge an und der Chef ist angepisst. Er ist ansonsten wirklich ein wahnsinnig lieber Mensch, aber darüber freue ich mich insgeheim wie sonst was! Tierquäler sind für mich das Letzte.

Beichthaus.com Beichte #00033820 vom 26.08.2014 um 01:10:23 Uhr (8 Kommentare).

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Webcams im Sonnenstudio

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Verrat Morallosigkeit Fischach

Ich möchte beichten, dass ich das Geheimnis eines guten Freundes an eine Bekannte verraten habe. Deshalb sitzt er jetzt im Knast. Aber mal von Anfang an: Mein Freund ist Wartungstechniker für Bestrahlungsgeräte. Er wartet also Geräte in Sonnenstudios und so weiter. Nebenbei macht er auch die Netzwerktechnik für die meisten von ihm betreuten Sonnenstudios. Er baute Webcams in den Solarien ein, welche die Aufnahmen per WLAN direkt an einen seiner Server übertrugen. Diese Filme bzw. Streams hat er gegen Geld auf diversen Seiten kostenpflichtig bereitgestellt und hat damit im Laufe von fünf Jahren, nach seinen Aussagen, mehr als 500.000 Euro verdient. Mir tut es für alle, die da gefilmt wurden, sehr leid. Meiner Bekannten sagte ich es, da sie selbst gerne in Sonnenstudios geht und ich vermeiden wollte, dass sie gefilmt wird - allerdings ging sie damit dann zur Polizei, die natürlich auch mich befragt hat, woraufhin das Ganze rauskam. Ich selbst habe weder irgendetwas installiert, angeguckt oder gar finanziell davon profitiert. Erfahren habe ich es aber auch erst kurz bevor ich es meiner Bekannten erzählt habe. Trotzdem habe ich einen guten Freund verraten und das tut mir sehr leid.

Beichthaus.com Beichte #00033813 vom 25.08.2014 um 00:22:44 Uhr in Fischach (11 Kommentare).

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Die Regeln auf der Toilette

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Unreinlichkeit Faulheit Ekel Familie

Früher, als ich jünger war - also etwa zwischen meinem 8. und 11. Lebensjahr, hatte ich eine ganz doofe Angewohnheit. Wenn ich während des Spielens oder Filme Ansehens in meinem Zimmer ein dringendes Bedürfnis verspürte, bin ich natürlich schnell auf die Toilette gerannt. Allerdings hatte ich keine Lust darauf, etwas zu verpassen, oder wollte direkt weiterspielen, sodass ich einfach nur schnell mein Geschäft erledigt habe. Bei Harndrang ohne Abwischen mit Klopapier, ohne Runterspülen, ohne den Klodeckel herunterzumachen, ohne die Hände zu waschen und meist auch noch ohne alle Türen wieder zu schließen. Ich war einfach zu faul dafür. Und zu ungeduldig. Ich wollte einfach nur ganz schnell wieder in mein Zimmer, und nachts sah es meist genauso aus. Zumal meine Eltern ihr Zimmer direkt neben dem Bad hatten, da wollte ich sie durch die Klospülung doch nicht wecken. Heute finde ich dieses Verhalten richtig eklig. Und es tut mir auch echt leid, da meine Mutter natürlich das Klo zu putzen hatte. Und der Urin, der dann dementsprechend lange darin stand, machte das Putzen nicht einfacher.

Langsam entdecke ich, dass mein jüngerer Bruder dieselben Verhaltensweisen an den Tag legt. Schnell auf den Porzellanthron rennen und direkt nach dem Geschäft wieder ins Zimmer verschwinden. Wenn ich ihn dabei erwische, könnte ich ihm manchmal in der Luft zerreißen. Leider erwische ich mich auch oft dabei, wie ich an der Badezimmertür stehe, wenn er gerade drauf ist und ihn ermahne: "Runterspülen, Klodeckel runter, Hände waschen, Tür zu." Dann fühle ich mich schlecht, schließlich war ich doch selbst mal so doof. So jung und naiv, dass es Wichtigeres gibt, als sich an diese - ich nenne sie mal "Kloregeln" - zu halten. Hauptsache schnell muss es gehen. Nur ich hatte nie jemand Älteres, der mich darauf aufmerksam gemacht hat. Ich habe irgendwann selbst eingesehen, dass es einfach total eklig ist. Dabei ist es doch gut, wenn ich ihn immer wieder daran erinnere, oder? Es hat ja auch etwas mit Hygiene zu tun. Tut mir leid kleiner Bruder, aber bitte bessere dich und ändere dein Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00033810 vom 24.08.2014 um 17:38:31 Uhr (8 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Liebe im Internet

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Engherzigkeit Begehrlichkeit Falschheit Internet

Ich (w) habe vor einigen Wochen einen jungen Mann kennengelernt. Er ist zwei Jahre älter als ich und in meinen Augen der perfekte Mann für mich. Wir beide haben in fast jeder Hinsicht dieselbe Denkweise, wir lieben beide die verrücktesten Dinge und haben denselben Humor. Also kurz gesagt, theoretisch würden wir das perfekte Paar abgeben. Aber ja, eben nur theoretisch. Denn: Ich habe ihn über das Internet kennengelernt. Er lebt etwa 500 Kilometer von mir entfernt und es bricht mir das Herz, dass ich ihn wohl nie sehen werde. Dazu kommt noch, dass er eine andere Frau sehr mag. Er redet ab und zu von ihr und hat mir schon einiges über sie erzählt. Gott sei Dank wird zwischen den beiden, aus bestimmten Gründen, nie etwas Festes entstehen. Und der dritte Grund, warum ich nur "theoretisch" schreibe, ist, dass er Depressionen hat. An sich merkt man es kaum, aber gerade das ist es, was mich beschäftigt. Obwohl ich ihn nur online kenne, nur von Fotos und nur durch unsere Chats, habe ich ihn in den letzten Wochen sehr ins Herz geschlossen. Ich möchte doch nur, dass es ihm gut geht.


Wenn er eine schlimmere depressive Phase hat, kann er es auch beim Schreiben nicht mehr verstecken und ich fühle mich einfach nur schlecht. Ich leide quasi mit ihm. In den letzten Tagen haben wir öfter darüber geredet und wir sind endlich an dem Punkt angekommen, an dem er sich entschieden hat, eine Therapie zu machen. Ich habe ihm gesagt, dass ich, auch wenn es nur beschränkt möglich ist, während dieser Zeit hinter ihm stehen werde. Ich werde ihn unterstützen, wo es nur geht. Was ich nun beichten möchte, ist: Ich habe mich in einen Mann "verliebt", den ich nur online kenne. Ich gebe ihm leere Versprechungen, dass ich ihn unterstützen werde, obwohl ich nicht weiß, wie ich das machen sollte. Ich vernachlässige mein gesamtes soziales Umfeld, weil ich nur noch vor dem PC sitze und mit ihm schreibe. Ich mache mir Hoffnungen und Gedanken, dass er die Liebe meines Lebens sein könnte. Irgendwie fühle ich mich wie ein 13-jähriges Mädchen, das einen hübschen Sänger vergöttert. Außerdem möchte ich beichten, dass ich seine Probleme und Sorgen zu den Meinen mache. Ständig denke ich darüber nach, was man doch für eine Lösung zu dem und dem Problem finden könnte, obwohl es mich zum einen nichts angeht und es sich zum Anderen für mich ohnehin nicht lohnt.


Ich befürchte, dass ich für ihn nicht mehr als eine Internetbekanntschaft bin und ich stelle mein ganzes Leben auf den Kopf - wegen dieses Kerls. Das Schlimmste an dem Ganzen ist eigentlich, dass ein anderer junger Mann alles dafür tut, mich zu bekommen. Er ist an sich ja ganz nett und so, aber ich empfinde nichts für ihn. Ihn kenne ich persönlich und ab und an treffen wir uns auch. Das Problem ist allerdings, dass ich das Bild von meinem Internetfreund auf diesen Mann projiziere. Ich rede mir ein, dass Typ Zwei doch genauso ist wie Typ Eins, nur um es irgendwie zu schaffen, glücklich zu werden. Denn nach mehreren Fehlschlägen in Sachen Beziehung wünsche ich mir doch nichts mehr als das. Demnach kommt noch dazu, dass ich einem eigentlich netten jungen Mann das Herz brechen werde, nur weil ich nicht bekommen kann, was ich will. Ich bin selbst enttäuscht von mir, da ich nie so gewesen bin und es auch weiterhin nicht hätte vorkommen sollen. Für meine Naivität, Falschheit und Dummheit bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00033802 vom 22.08.2014 um 21:52:53 Uhr (16 Kommentare).

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