Der ausgesetzte Hund im Regen

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Engherzigkeit Lügen Tiere Rheine

Der ausgesetzte Hund im Regen
Diesen Sommer gab es bei uns übermäßigen Regen, eine richtige Sintflut, und wegen des aktuellen Sturmes musste ich sofort wieder daran denken. Da ich genau Schulschluss hatte, als dieser starke Regen anfing, setzte ich mich in ein Café, um beim Warten auf den Bus nicht total nass zu werden. Ich schaute aus dem Fenster, um mir die Zeit zu vertreiben, aber mittlerweile war niemand mehr draußen unterwegs, es fuhren auch kaum noch Autos. Dann kam plötzlich ein Mann vorbei, der einen kleinen weißen Hund dabei hatte. Er warf die Leine des Hundes über einen Mülleimer und verschwand irgendwo. Und der Hund saß da, war nach wenigen Sekunden total durchnässt und zitterte am ganzen Körper. Ich saß da fünf Minuten, beobachtete den Hund und wartete darauf, dass der Mann wiederkam. Als er nicht kam, und der Hund schon echt schlimm aussah und voll mit Dreck und Blättern war, ging ich raus und nahm ihn einfach mit. Ich stellte mich dann noch zehn Minuten lang unter ein Dach, um auf den Besitzer zu warten, aber es kam einfach niemand. Und ich nahm das kleine Hündchen schließlich mit nach Hause, wo ich es sauber machte und trocknete. Meine Eltern waren erst nicht begeistert und meinten, ich sollte Plakate aufhängen, damit sich der Besitzer melden kann. Ich erstellte dann eine Kleinanzeige im Internet, hing aber keine Plakate oder Ähnliches auf, da ich den Hund inzwischen total ins Herz geschlossen hatte.

Ich ging mit ihm zum Tierarzt, spielte mit ihm und schenkte ihn die Sachen meines verstorbenen Hundes. Als sich nach einer Woche dann niemand auf die Anzeige meldete, löschte ich sie sofort wieder. Ich sagte es etwas später meinen Eltern, versprach, dass ich weiterhin nach dem Besitzer suchen würde, und dass auch die (nicht vorhandenen) Plakate noch nichts gebracht hätten, ich aber das liebe Kerlchen auch nicht ins Tierheim bringen will. Heute bin ich fest davon überzeugt, dass jemand den Hund einfach loswerden wollte. Wer sonst setzt einen Hund bei Unwetter draußen aus? Als ich heute mit meinem Freund und meinem Hund im besagten Café saß, musste ich wieder zu diesem Mülleimer blicken und mir stiegen Tränen in die Augen. Ich glaube nicht, dass es falsch war, diesen Hund zu "klauen", aber ich habe auf jeden Fall meine Eltern dreist belogen, und das gehört sich nicht.

Beichthaus.com Beichte #00032355 vom 05.12.2013 um 22:02:37 Uhr in 48431 Rheine (17 Kommentare).

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Die gefühlsinkontinente Kundin

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Rache Maßlosigkeit Boshaftigkeit Internet Münster

Ich möchte beichten, dass ich auf einem bekannten Online-Marktplatz kleinliche und penetrante Rache an einer unausstehlichen Kundin geübt habe. Grund war eine missglückte Transaktion. Es handelte sich bei der Ware um einen Download-Code für ein Spiel einer bekannten japanischen Spieleschmiede, den ich innerhalb einer Aktion "Kauf eins, bekomm einen Code gratis!" erhalten habe, oder vielmehr hätte - denn es stellte sich heraus, dass ich die Teilnahmebedingungen missverstanden hatte und deshalb den Code nicht erhalten würde. Intensives Lesen der AGB und auch Stundenlanges telefonieren halfen nicht, die Kundin würde ihre Ware also nicht bekommen. Mir war dies sehr peinlich. Ich entschuldigte mich bei ihr, überwies ihr das Geld zurück, suchte ihr noch einige ähnliche Angebote heraus und hielt die Sache damit für geklärt. Die Dame hingegen ließ es sich nicht nehmen, mir daraufhin verbal ins Gesicht zu explodieren. Dabei verhielt sie sich so lächerlich und aggressiv, dass mir die Worte fehlten, und forderte zuletzt, dass ich ihr als Entschädigung den vollen Kaufbetrag für ein Originalspiel auszahle, mit der Argumentation, dass ich ihre Tochter sehr geschädigt hätte, da sie nun länger auf ihr neues Spiel warten musste. Ich konnte mich gerade noch zurückhalten, ihr eine Erstattung der Therapiekosten ihrer Tochter anzubieten, welche aus dem Trauma resultierten, das Kind der Kundin zu sein. Dass es noch tonnenweise Angebote gleichen Inhalts gab, scherte die Dame anscheinend auch nicht. Kurz und diplomatisch legte ich ihr dar, dass sie über den Betrag hinaus, den sie ja bereits wieder erhalten hatte, keinen müden Heller von mir sehen würde, und dass sie sich bitte trollen soll, nachdem wir den Kauf storniert hätten. Nachdem das gelaufen war, beließ ich es erleichtert dabei und hatte diese Angelegenheit bald vergessen.


Monate später stolperte ich noch einmal über eine Nachricht dieser Kundin. Ohne lange nachzudenken oder meine Tätigkeit sonst großartig zu unterbrechen, meldete ich sie wegen "Ungebührliche Forderungen, die über den Kaufvertrag hinausgehen". Bei der Gelegenheit wies ich sie dann noch kurz und höflich darauf hin, sich die Regeln zur Kommunikation zwischen Käufer und Verkäufer vielleicht noch einmal durchzulesen. Die postwendende Antwort ihrerseits ignorierte ich dann geflissentlich und bewahrte sie in meinem Postfach auf, und lächelte, wann immer ich sie dort liegen sah. Nun, wieder einige Monate später, sah ich mir die Nachricht doch noch etwas genauer an, mit der Absicht, auf ihr falsches Betragen zu reagieren. Ich würde ihr mithilfe eines anderen Kontos etwas abkaufen, um im Anschluss dann dämliche Forderungen an sie zu stellen und bei Nichterfüllen beleidigt abziehen oder ihr drohen, die blütenreine Weste zu versauen. Ich möchte beichten, dass es mir eine kindliche Freude bereitet, die sprichwörtliche Extra-Meile zu gehen, um diesen gefühlsinkontinenten Menschen zu ärgern, weil sie sich so schön aufregt. Ich beichte außerdem, dass ich meine Integrität dafür über Bord werfe und wohl auch meine Mitgliedschaft bei besagtem Portal gefährde.

Beichthaus.com Beichte #00032352 vom 05.12.2013 um 13:05:13 Uhr in 48161 Münster (Adolf-Risse-Weg) (10 Kommentare).

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Stinkende Kunden

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Ekel Unreinlichkeit Engherzigkeit Arbeit Diepholz

Stinkende Kunden
Ich (m/22) arbeite in einem Büro, in dem wir täglich Kunden empfangen. Man muss sich unser Büro ungefähr so vorstellen, dass es einen Eingangsbereich gibt, in dem man dann in einen der drei Büroräume weitergehen kann. Mein Büro ist ungefähr 20 Quadratmeter groß. Wir empfangen pro Tag und pro Büro ungefähr 25 Leute. Was ich beichten möchte? Mir geht es tierisch gegen den Strich, dass sich manchmal Leute unter das Volk mischen, die so abartig stinken, dass ich Würgeanfälle bekomme. Manchmal riecht es so, als hätten sie das ganze Jahr lang noch keine Seife gesehen. Merken diese Leute eigentlich gar nichts mehr? Inzwischen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den Leuten zu zeigen, dass sie stinken. Ja, ich weiß, dass sich das nicht so gehört, und dass der Kunde König ist, aber irgendwer muss den Leuten doch beibringen, dass ihr Körpergeruch einfach nur abartig ist. Wenn so eine Person dann tatsächlich in mein Büro kommt, halte ich mir demonstrativ die Hand vor die Nase und mache das Fenster auf. Leider hat es bisher noch nichts gebracht, aber ich gebe mein Bestes, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Beichthaus.com Beichte #00032346 vom 04.12.2013 um 12:15:46 Uhr in 49356 Diepholz (16 Kommentare).

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Schimmlige Äpfel in der Psychiatrie

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Dummheit Verschwendung Unreinlichkeit Ekel

Mit 13 Jahren wurde ich in die Jugendpsychiatrie eingeliefert. Dort ging es mir nicht sonderlich gut - die Zustände waren zwar nicht unerträglich, aber auch nicht sehr schön. Ich fühlte mich äußerst unwohl und nahm irgendwann stetig ab. Weil ich sowieso schon recht dünn war und ich nach wenigen Wochen immer noch nicht zunahm, kamen die Ärzte irgendwann auf die Idee, etwas dagegen zu tun. Also wurden mir "Rationen" zugeteilt, also festgelegte Mahlzeiten, die eine bestimmte Kalorienzahl enthielten und die ich essen musste. Wirklich begeistert war ich natürlich nicht, und weil man nicht daran dachte, auf mich aufzupassen und mich teilweise alleine essen ließ, begann ich, einige Nahrungsmittel auszusortieren und in der ganzen Klinik zu verstecken. Den Saft kippte ich mitsamt einem Toast in den Blumentopf, den Apfel versteckte ich unter dem Sofa, die Gurken im Schrank, das Brot hinter dem Fernseher und so weiter - ich packte es wirklich überall hin, wo ich hinkam und wo es nicht sofort auffallen würde.


Auch wenn es echt knappe Momente gab, wo man mich fast erwischt hätte. Meine Mitpatienten haben das natürlich mitgekriegt und fanden das immer recht lustig, aber den Ärzten und Betreuern wäre es wohl etwas anders gegangen, hätten sie mich jemals auf frischer Tat ertappt. Zwar änderte sich mein Gewicht nicht, aber da dies nicht der Grund war, wieso ich eingeliefert wurde, und sich mein Zustand irgendwann besserte, wurde ich schließlich entlassen. Einige Zeit zuvor hatte es angefangen, in den Räumen unangenehm zu riechen und niemand wusste, woher dieser mysteriöse Geruch eigentlich kam. Kurz nach meiner Entlassung nahm ich übrigens wieder zu und meine Situation verbesserte sich erheblich, nachdem ich eine ambulante Therapie annahm. Heute geht es mir wieder gut und ich halte Normalgewicht - die Erinnerung bleibt aber trotzdem. Ich möchte mich hiermit bei dem Klinikpersonal entschuldigen, die sich zwar nicht immer gut verhalten haben, aber diesbezüglich nur ihren Job gemacht haben, sowie bei den Mitpatienten, die den Mief ertragen mussten und eventuell in absoluter Ahnungslosigkeit in einen schönen Schimmelapfelbrei gegriffen haben. Und allen voran möchte ich mich bei der Person entschuldigen, die den ganzen Gammel irgendwann mal aufsammeln durfte. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00032335 vom 03.12.2013 um 13:33:33 Uhr (7 Kommentare).

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Der Schrecken am Rastplatz

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Engherzigkeit Morallosigkeit Last Night

Vor mehreren Jahren - in meiner Teenagerzeit - habe ich etwas recht Lustiges, aber auch gemeines gemacht. Damals lief gerade der Film Blair Witch Projekt im Kino und mit einem Kumpel kam ich auf die Idee, das an unseren Mitmenschen zu testen. Es ist natürlich schwierig, jemanden nachts in den Wald zu locken, um ihn mit komischen Geräuschen zu konfrontieren, deshalb könnte man fast meinen, dass die Idee von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Allerdings fiel meinem Kumpel dann ein, dass bei uns in der Gegend ein kleiner Autobahnrastplatz ist - also einer von der Art, an dem man nur anhält, um zu pinkeln. Und die meisten Männer stellen sich dafür an den Zaun, der den Rastplatz vom Wald abtrennt. Also haben wir uns einen Kassettenrekorder mit einer ordentlichen Lautstärke besorgt - und haben uns hinter dem Zaun postiert. Es war ein bisschen wie Angeln - mit Bier und viel Spaß. Wenn es dann so weit war, haben wir im passenden Moment aggressives Hundegebell oder eine Kettensäge laufen lassen. Viele der Zaunpinkler haben sich dabei dermaßen erschrocken, dass sie sich selbst angepinkelt haben, nur um dann mit notdürftig hochgezogener Hose davonzurasen. Ich muss sagen, dass wir bei dem, was wir da abgespielt haben, teilweise selbst ein komisches Gefühl bekamen. Wenn ich daran zurückdenke, muss ich immer noch lachen, aber inzwischen bedenke ich auch die Folgen, die es hätte haben können. Viele der älteren Herren hätten schließlich auch einen Herzinfarkt oder Ähnliches bekommen können. Ich wundere mich immer noch, dass niemand die Polizei gerufen hat. Aber wahrscheinlich war die Geschichte den Leuten einfach zu peinlich.

Beichthaus.com Beichte #00032333 vom 02.12.2013 um 23:40:06 Uhr (6 Kommentare).

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