Die Gummipuppe auf dem Dach

8

anhören

Morallosigkeit Waghalsigkeit Polizei

Als vor über zehn Jahren der Film Signs im Kino lief, bin ich mit ein paar Kumpels auf eine lustige Idee gekommen. In dem Film gibt es eine Szene, in der der Außerirdische auf dem Dach steht und man nur seine Silhouette sieht. Wir haben uns also eine Gummipuppe besorgt, sie ein bisschen verkleidet und schwarz angemalt, zusätzlich noch mit Dachlatten verstärkt. Nachdem wir nach einer langen Suche endlich eine geeignete Stelle gefunden hatten, montierten wir unsere Figur mit dem Mond im Rücken und starteten unseren Versuch. Sozusagen nach dem Prinzip "Jugend forscht", denn wir haben aus einem Gebüsch heraus die Reaktionen der Fußgänger beobachtet. Einige haben es nicht gemerkt, andere haben die Straßenseite gewechselt und einer ist sogar weggelaufen. Irgendwann ist dann allerdings die Polizei gekommen - sie wurde gerufen, weil sich angeblich ein Kind vom Dach stürzen wollte. Inzwischen tut es mir leid, dass die Polizei wegen so etwas Unnötigem rausfahren musste, die haben ja genug zu tun.

Beichthaus.com Beichte #00032853 vom 11.03.2014 um 21:02:13 Uhr (8 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die Alte im Wald

9

anhören

Peinlichkeit Waghalsigkeit Last Night

Ich (w) möchte etwas beichten, das mir sehr peinlich ist. Halloween letzten Jahres habe ich zusammen mit einer guten Freundin verbracht. Wir haben uns, zusammen mit etwas Alkohol und ein paar Horrorfilmen, einen gemütlichen Abend bei ihr zu Hause gemacht. Gegen Mitternacht kamen wir dann auf die Idee, einen kleinen Spaziergang zu machen. Nebenbei sollte ich vielleicht erwähnen, dass meine Freundin in der Nähe eines Waldes wohnt. Nicht weit von diesem Wald entfernt befindet sich auch ein Pflegeheim für behinderte Menschen. Da wir etwas angetrunken waren und kurz vorher einen Horrorfilm gesehen hatten, der auch in einem Wald spielte, fanden wir den Gedanken an einen Waldspaziergang recht reizend. Als wir uns dann allerdings im Wald befanden, kriegten wir es ganz schön mit der Angst zu tun, weil meine Freundin und ich hinter uns eine Gestalt rumlaufen sahen, die recht merkwürdig aussah und uns komische Sachen zurief. Die Person kam direkt auf uns zu und wir fingen laut an zu schreien und rannten weg. Am nächsten Tag haben wir beide dann erfahren, dass am besagten Abend eine geistig behinderte Frau aus dem Pflegeheim "ausgebrochen" war und sich im Wald verlaufen hatte. Hiermit möchte ich also beichten, dass meine Freundin und ich schreiend vor einer geistig behinderten Frau weggelaufen sind, wobei wir die Arme bestimmt sehr erschreckt haben, obwohl sie nur unsere Hilfe wollte. Zum Glück wurde diese Frau aber am nächsten Morgen kerngesund und wohlauf geborgen.

Beichthaus.com Beichte #00032840 vom 08.03.2014 um 14:26:35 Uhr (9 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Den Trickbetrügern auf der Spur

26

anhören

Diebstahl Vandalismus Gewalt Morallosigkeit Arbeit

Ich arbeite bei einer Sicherheitsfirma und habe leider zunehmend Zweifel an meinem Beruf. Die Sache ist folgende: Vor etwa zwei Jahren hatten wir sehr wenig zu tun, als uns ein Detektiv aufgesucht hat. Seine Aufgabe bestand darin, dass er Trickbetrüger aufgespürt hat - eben die typischen Sachen, wenn wieder irgendwer eine angebliche Rechnung bekommen hat, gefälschte Abmahnungen und so weiter. Viele der Trickbetrüger konnte er jedoch nicht richtig überführen, die Beweislast hätte vor Gericht nicht ausgereicht oder es war oft auch ein zu geringer Streitwert. Einige seiner Kunden hatten wohl einen gewissen Hang zur Selbstjustiz. Wir wurden dann losgeschickt, um einigen der Trickbetrüger die Wohnungen zu verwüsten, dass machen wir mittlerweile auch immer noch. Teilweise zahlen die Kunden enorme Summen, besonders wohlhabende Leute sind oft extrem beleidigt, wenn jemand sie um vermeintlich kleine Beträge betrügt.


Durch die Arbeit des Detektivs wissen wir vorher über die Leute gut Bescheid und schicken dann meistens eine hübsche Kollegin vor. Denn egal, wie gerissen diese Betrüger sind, ihr männlicher Trieb wird ihnen dann doch meist zum Verhängnis. Sie ist sozusagen unser Trojanisches Pferd. Danach geht es in die Wohnung, demjenigen wird klar gemacht, dass wir recht viel über ihn wissen und das Kopfkino bringt die Leute dann meistens dazu, alle belastenden Unterlagen rauszurücken. Wir haben noch nie jemanden grob angefasst oder gar zusammengeschlagen, ein paar kaputte Schränke in der Wohnung und die Leute fürchten sich zu Tode. Dazu wohl auch der Schock, denn die Leute haben viele belastende Dinge einfach so auf dem Wohnzimmertisch rumliegen, was mir völlig unverständlich ist. Sobald wir die Unterlagen haben und sehen, dass es sich wirklich um den Betrüger handelt, wird die Wohnung verwüstet und die Trickbetrüger müssen dabei zuschauen. Wir sind dabei sehr kreativ, der PC wird allerdings grundsätzlich mitgenommen, im Badezimmer wird gerne eine Überschwemmung angerichtet. Bei richtig üblen Betrügern haben wir auch schon mal die Toilette rausgerissen. Wichtige Unterlagen und Bankkarten oder auch Personalausweise werden mitgenommen oder, wenn möglich, im Kamin verbrannt. Zum Schluss machen wir ein Foto von den Leuten, wie sie vor ihrer verwüsteten Wohnung stehen, die Kunden wollen das in der Regel als Beweis.


Woran ich Zweifel habe, ist, dass wir zunehmend auch Bargeld mitnehmen. Darauf gekommen sind wir so gesehen nicht einmal selbst, denn viele versuchen den Schaden in ihrer Wohnung zu minimieren und fangen dann an uns zu bestechen. Besonders der PC scheint vielen sehr heilig zu sein, sodass sie dafür mehrere Tausend Euro anbieten. Da wir auf solchen PCs auch schon ganz schön widerlichen Dreck gefunden haben, ist auch klar warum. Die Angst, dass so eine Festplatte vielleicht auch mal zur Polizei geht, dürfte sehr hoch sein. Heute haben wir wieder einen Job in Bremen, der Typ ist hässlich und alleinstehend, meine Kollegin wird sich wohl passend zu den steigenden Temperaturen etwas knapper anziehen. Später zerkratzt sie dem Typen mit einem Nagel dann wieder die halbe Wohnung. Da er in einem Wohnblock lebt, sind die Nachbarn ein Problem, daher sind Spraydosen und Kratzer die bessere Lösung als ein Baseballschläger. Ich rechne so mit fünfhundert Euro Bonus pro Teammitglied. Hängt davon ab, ob er Streit mit seinem Vermieter wegen zerkratzter Fensterscheiben haben möchte. Ich weiß, dass vieles was ich tue, nicht richtig ist, aber mein Job macht mir manchmal schon Spaß.

Beichthaus.com Beichte #00032837 vom 07.03.2014 um 15:02:50 Uhr (26 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die Flucht der Rabenmutter

20

anhören

Hass Zorn Engherzigkeit Verzweiflung Familie

Ich (w) bin heute 29 und wuchs anfangs noch ganz behütet auf, meine Eltern trennten sich allerdings, als ich zehn war und mit Erziehung, Scheidung, Arbeit, Haushalt usw. war meine Mutter dann scheinbar heillos überfordert, obwohl sie auch Hilfe von unseren Verwandten bekommen hätte. Sie erwähnte öfters meinem kleinen Bruder und mir gegenüber, dass sie alles satthätte und irgendwann ihre Sachen packt, um ganz weit wegzugehen. Ich hielt das für eine leere Drohung, schließlich sagte sie auch ständig, irgendwann gibt sie uns ins Heim, weil sie uns nicht mehr erträgt, tat es aber nicht. Dann, an einem Tag im Herbst 1998 kam sie von der Arbeit nicht mehr nach Hause. Mein Bruder und ich warteten in der Wohnstube und ich werde nie vergessen, wie wir aus dem Fenster sahen, hinaus auf den Hof und wie wir jederzeit mit dem Erscheinen unserer Mutter rechneten. Es wurde immer später, sie kam und kam nicht, auf der Arbeit konnte sie nicht mehr sein, wir hatten da schon angerufen und niemand nahm den Hörer ab. Vielleicht war ihr etwas passiert? Oder hatten wir nur vergessen, dass sie noch etwas anderes vorhatte? Wir überlegten, was wir nun tun sollten und setzten uns eine Frist, aber als unsere Mutter nach elf Uhr abends noch nicht zu Hause war, klingelten wir doch bei unserem Nachbarn und erklärten ihm die Situation.


Um das Ganze abzukürzen: Meine Mutter kam nie wieder, sie hatte damals ohne unser Wissen schon vorher ihre Arbeit gekündigt, ein paar Sachen gepackt und ist ins Ausland gegangen. Wir haben an diesem Tag umsonst gewartet. Später bekam mein Vater einen Brief von ihr, in dem sie lapidar mitteilte, er könne das Sorgerecht für uns haben, sie würde ihm auch regelmäßig Unterhalt für uns überweisen. Das war alles. Zum Glück kamen wir danach bei unserem Lieblingsonkel und seiner Familie unter, bei denen wir noch eine schöne Kindheit verlebten und die uns halfen, die Sache mit unserer Mutter zu verarbeiten, auch zu unserem Vater hielten wir engen Kontakt. Da dieser jedoch die Woche über viel arbeiten musste, beschlossen wir eben, dass wir bei unserem Onkel erst einmal besser aufgehoben sind, weil dort rund um die Uhr jemand für uns da war. Wir können beide voneinander behaupten, ganz anständige junge Menschen geworden zu sein, die im Berufsleben stehen und mittlerweile selbst Eltern sind. Aber dass unsere Mutter einfach so abgehauen ist und uns im Stich gelassen hat, ist trotzdem nicht spurlos an uns vorübergegangen.


Mein Bruder redet nicht mehr darüber, aber mich hat das viele Jahre lang richtig gequält. Ich weiß, ich sollte dankbar sein, dass es mir jetzt dennoch so gut geht, verzeihen und Frieden schließen, aber innerlich spüre ich manchmal eine tiefe Ohnmacht und große Angst vorm Verlassen werden und einer unbeschreiblichen Einsamkeit. Vor ein paar Wochen war es dann so weit, womit ich nicht mehr gerechnet habe: Meine Mutter meldete sich urplötzlich! Sie hatte meinen neuen Nachnamen in Erfahrung gebracht, kontaktierte mich über ein bekanntes soziales Netzwerk und das hat mich erst einmal umgehauen. Sie bot mir tatsächlich an, sich mit mir zu treffen und sich auszusprechen, als ob nichts gewesen wäre. Ich war so geschockt, dass ich ihr nur schrieb, sie sei für mich seit diesem Tag im Herbst '98 gestorben und blockierte sie. Bei meinem Bruder hatte sie sich natürlich auch gemeldet, mit haargenau derselben Nachricht und er ließ nicht nur den Kontakt zu - er traf sich tatsächlich auch mit ihr und berichtete mir nach dem Treffen, unsere Mutter sei wieder in Deutschland, sie wäre damals überfordert gewesen, hätte aber die letzten Jahre genutzt, um viel nachzudenken und es täte ihr alles so leid. In mir sind seitdem wieder sind viele alte Wunden aufgebrochen und dennoch akzeptiere ich, dass mein Bruder bereit ist, unserer Mutter zu verzeihen.


Ich hingegen kann das einfach nicht, ich kann ihr nicht die Hand reichen und alles einfach so vergeben, nicht nach mehr als 15 Jahren, in denen sie uns im Stich gelassen hat. Ich war fast mit dem Thema durch und nun taucht diese Frau wieder auf der Bildfläche auf und verursacht erneut so viel Schmerz. Ich hasse sie immer noch sehr, obwohl ich eigentlich nur Mitleid mit ihr haben müsste und ihr nie so viel Raum geben dürfte, mein Leben zu bestimmen. Aber ich bin einfach zu schwach, um zu vergeben und ein Stück weit die Vergangenheit ruhen zu lassen, es tut mir selbst leid, dass ich so unreflektiert denke, fühle und handele.

Beichthaus.com Beichte #00032835 vom 07.03.2014 um 01:33:07 Uhr (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Liebe Grüße, Ihre Mörder

13

anhören

Morallosigkeit Schamlosigkeit Engherzigkeit Kinder Nachbarn

Ich (w) wohne in einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt sechs Parteien. Im Alter von zehn Jahren haben meine beste Freundin, die direkt über mir wohnte, und ich uns einen Streich für ihren unausstehlichen Nachbarn ausgedacht. Er war ein alter, unfreundlicher Mann, der noch nie etwas von Höflichkeit verstand, zudem ist seine Ehefrau damals eine ziemliche Furie gewesen. Oft hat sie sich mit Nachbarn über ihren gemieteten Parkplatz gestritten. Die beiden fuhren einen kleinen Campingwagen, obwohl sie schon Mitte 60 waren, sie waren nun wirklich nicht für die Natur geschaffen. Trotzdem bestanden sie darauf, diesen Parkplatz für ihren Wagen freizuhalten, nicht einmal für einen 5-minütigen Besuch durfte man diesen belegen, ohne einen Zettel mit der Aufschrift "Gemieteter Parkplatz, Abschleppung droht!" unter dem Scheibenwischer zu kassieren. Schrecklich! Jedenfalls haben wir beide, geblendet von den Krimi-Fällen, in denen die Täter Buchstaben aus einer Zeitung für ihre Drohung ausschneiden, aus diesen besagten Schnipseln eine "Vorwarnung" gebastelt. "Wir werden Sie töten!! Liebe Grüße, Ihre Mörder." - Naja, immerhin kannten wir in unserem zarten Alter schon die Regeln des Anstands und der Höflichkeit, im Gegensatz zu dem alten Ehepaar.


Diese "grausame" Nachricht legten wir ihm auf die Fensterbank seines Schlafzimmers. Wochenlang waren wir gespannt auf seine Reaktion, doch langsam geriet alles in den Hintergrund, bis es verjährte. Meine jetzt ehemalige beste Freundin und ich hatten keinen Kontakt mehr zueinander und die Aktion war auch schon längst vergessen. Vor ungefähr vier Jahren hörte ich dann einen Krankenwagen vor unserem Haus. Ich sah, wie sie den alten Mann in den Krankenwagen brachten, doch es war zu spät: Er starb an einem Herzinfarkt. Die frischgebackene Witwe kam einige Zeit kaum aus der Wohnung. Verständlich. Vor circa zwei Jahren aber bewegte sie sich wieder häufiger aus ihrer Wohnung, auch einen Wellensittich legte sie sich zu. Jeden Morgen höre ich ihn fröhlich zwitschern. Sie ist inzwischen gebrechlich und kann kaum alleine laufen, weswegen ich ihr im Treppenhaus oft helfe, ihr die Tür aufhalte und sie freundlich grüße. Sie bedankt sich immer aufrichtig und macht mir Komplimente, ich sei ein gebildetes und bildschönes Mädchen. Hiermit beichte ich, dass ich mich jedes Mal aufs Neue schlecht fühle, wenn ich auch nur ihren Vogel zwitschern höre. Die "Furie" ist eine nette, alte, wenn auch verwirrte Frau. Ich schätze, sie hat damals nur das Ego ihres Mannes streicheln wollen. Der Parkplatz ist jetzt übrigens immer leer, der Wagen ist verkauft.

Beichthaus.com Beichte #00032832 vom 06.03.2014 um 19:21:46 Uhr (13 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000