Zerstörte Freundschaft durchs Wichteln

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Verzweiflung Verrat Schule Weihnachten Horgen

Als ich noch in die Sekundarschule ging, war während der Adventszeit das traditionelle Wichteln angesagt. Ich weiß nicht, wie das heutzutage ist, aber bei uns wurden die Namen aller Schüler der gleichen Altersstufe auf einen Zettel geschrieben, in einen Topf gesteckt und dann zog man einen heraus. Man musste bis zu den Weihnachtsferien drei Mal etwas geschenkt haben. Wie ich das hasste! Ich hatte genug Stress mit den Weihnachtsgeschenken. An einem dieser Dezembertage beichtete mir mein bester Freund und Klassenkamerad, er sei schrecklich in eine Parallelschülerin verliebt. Eine der attraktivsten und angesagtesten Mädchen unserer Schule. Mir war das sowieso aufgefallen. Ich sah oft, wie er diesem Mädchen dahinglotzte. Naja, mein bester Freund verliebte sich schnell und war nicht der Beste mit Mädchen, er hatte auch noch nie eine Freundin gehabt. Er war so der tollpatschige Kerl, dafür aber voller Energie und Optimismus, was mir auch so gut an ihm gefiel. Als Balance war ich der etwas ernstere Typ, der beliebt war und bei Mädchen Erfolg hatte.


Deshalb fragte er mich oft nach Ratschlägen. Doch dieses Mal schien er völlig ausgetickt zu sein! Er bombardierte mich mit SMS-Nachrichten, wie er seiner "Geliebten das Herz erobern" soll und sprach mit mir in der Schule über nichts anders. Es nervte echt, aber mehr als das tat er mir richtig leid. Er litt darunter sehr, seine Noten wurden durch seine trübe Stimmung schlecht. Und nun kam noch diese Wichtelveranstaltung dazu. Ironischerweise hatte ich die Angebetete meines Freundes ausgelost. Ich wollte natürlich meinem Freund sofort helfen und den Zettel mit ihm tauschen. Gleichzeitig dachte ich darüber nach, dass es doch keine gute Idee ist. Er würde seinem Schwarm handgefertigte, zeitaufwendige Geschenke aller Art geben und sich so noch mehr Hoffnungen machen. Ja, das würde er, dafür kannte ich ihn zu gut. Also sagte ich nichts. Da beim Wichtel die spätere Auflösung freiwillig war, musste ich mir keine Sorgen machen. Ich hatte kein Bock, Geschenke zu besorgen, doch gentlemanlike schenkte ich der Verliebten meines besten Freundes einen pinken Füller, ein Plüschtier sowie einen Kinogutschein.


Das Mädchen freute sich über jedes einzelne Geschenk, mein Freund beobachtete offensichtlich ihre Reaktionen. Fälschlicherweise glaubt er aber, ihr Wichtel sei bestimmt ein Mädchen und deshalb kriege sie so "Mädchenzeug." Nach den Weihnachtsferien verriet ich meinem Freund nicht, wessen Wichtel ich war. Also log ich und sagte ihm, mein Wichtel sei ein Junge aus unserer Klasse gewesen. Diesen hatte ich zuvor in meine Geschichte eingeweiht. Doch leider kam es trotzdem heraus: Seine Angebetete wollte es unbedingt wissen, ihre Freundinnen hegten Vermutungen, Weibertratsch, und so weiter. Und als ich mit dem Verdacht dran war, hatte ich keinen Bock auf noch mehr Getratsche und gab es zu. Die Reaktion meines besten Freundes war erschreckend: Er meinte, ich hätte ihn nicht helfen wollen und dem Mädchen absichtlich tolle Geschenke gegeben. Zuerst dachte ich, das sei seine impulsive Reaktion und dann würde er schon verstehen, wieso ich geschwiegen habe. Aber nichts, dieser Kerl sprach über Wochen hinweg nicht mit mir. Dann waren es Monate.


Ich hatte schließlich genug von seiner Unreife und beschloss, diese Freundschaft aufs Eis zu legen. Als wir beide die Sekundarschule beendeten, waren wir immer noch keine Freunde. Und auch heute nicht mehr. Es tut mir leid, wenn mein Freund einen falschen Eindruck von meiner Geste hatte. Leider ist diese Freundschaft dadurch in die Brüche gegangen und vermutlich bleibt es so, denn bis heute sind drei Jahre vergangen und mein (ehemaliger?) bester Freund verweigert jeden Kontaktversuch. Und dies wegen eines Mädchens. Ach Gott! Ich wünsche mir nur, dass er bald reifen wird. Für ihn selbst. Vielleicht habe auch ich falsch gehandelt, und deshalb tut es mir aufrichtig leid, denn ich vermisse ihn und seine Lebensfreude.

Beichthaus.com Beichte #00035077 vom 12.02.2015 um 23:53:48 Uhr in 8810 Horgen (5 Kommentare).

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Hobbyrassisten, Aluhutträger und Wahnwichtel

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Verzweiflung Zorn Dummheit Internet Gesellschaft

Ich möchte beichten, dass ich in letzter Zeit durch das Lesen der Kommentarspalte diverser Medien in einem bekannten Online-Netzwerk einfach einen unglaublichen Hass auf die Menschheit bzw. zumindest auf die deutsche Bevölkerung entwickelt habe. Scheinbar besteht diese nämlich nur noch aus Aluhutträgern, Wahnwichteln, Pegidas, Verschwörungstheoretikern, Putinfreunden, Lynchjustizbefürwortern mit erschreckenden Gewaltfantasien, Xenophoben, Antisemiten, Hobbyrassisten, Gut- und Schlechtmenschen, realitätsfremden Hippies, Lügenpresse-Schreiern, radikalen Tierschützern und linken Autonomen. Gibt es denn wirklich niemanden mehr da draußen, der sich ernsthaft mit dem aktuellen Weltgeschehen beschäftigt und in der Lage ist, sich eine eigene, differenzierte Meinung zu bilden, ohne gleich in irgendeine radikale Ecke abzudriften?


Da wird nur noch irgendein Stuss aus Videos und unseriösen Internetseiten nachgeplappert, der Holocaust relativiert, Angehörige einer Religion über einen Kamm geschoren, der Totschlag an einem - möglicherweise - Pädophilen als Heldentat gesehen, Zahlen und Fakten einfach ignoriert bzw. als Lügenpresse abgetan, wenn sie einem nicht ins Konzept passen, und Putin als der große Befreier der zivilisierten Welt gefeiert. Was ist denn so schwer daran, sich mit der Flüchtlingsproblematik ohne dumpfen und unbegründeten Hass auseinanderzusetzen, zu akzeptieren, dass wir glücklicherweise in einem Rechtsstaat leben und somit auch der schlimmste Straftäter immer noch gewisse Menschenrechte hat und in der Ukrainekrise mal beide Seiten der Medaille zu beleuchten? Letztendlich bereue ich, dass ich damit wahrscheinlich einem großen Teil der Bevölkerung Unrecht tue, da sich in den Kommentarspalten ziemlich sicher sowieso nur solche Individuen rumtreiben und der Rest Deutschlands in der Lage ist, zu denken - zumindest hoffe ich das.

Beichthaus.com Beichte #00035060 vom 10.02.2015 um 09:03:29 Uhr (25 Kommentare).

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“Folge

Mein Weg aus dem Drogensumpf

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Trunksucht Drogen Verzweiflung Feigheit Schmalkalden

Ich (m/31) versuche seit knapp zwei Jahren mein Leben umzukrempeln. Bis vor knapp drei Jahren war ich noch das exakte Gegenteil von dem, was ich heute bin. Ich war so ziemlich jedes Wochenende damit beschäftigt, mir die Birne wegzusaufen, mir einen Dübel nach dem […]
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Beichthaus.com Beichte #00035053 vom 09.02.2015 um 08:21:16 Uhr in Schmalkalden (16 Kommentare).

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Eine Falle für den besoffenen Hausmeister

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Rache Gewalt Zorn Nachbarn

Ich (w/18) bin so unfassbar froh, dass ich nicht mehr in dieser Baracke wohne. Einer Sache, an der ich Schuld bin, muss ich mich aber entledigen. In diesem großen Vorstadtbunker hatten wir einen Hausmeister, der eigentlich der Menschheit erspart bleiben sollte. Dieser […]
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Beichthaus.com Beichte #00035017 vom 04.02.2015 um 20:40:10 Uhr (6 Kommentare).

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Der Mülltonnen-Pinkler

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Unreinlichkeit Ekel Zwang

Ich (m/23) muss hier jetzt auch mal was loswerden. Ich habe nämlich einen seltsamen Tick. Ich pinkele gerne gegen Mülltonnen. Keine Ahnung, wieso ich das gerne mache, zumal so etwas eigentlich gar nicht meine Art ist. Ich hasse die ganzen ungenierten Wildpinkler, die sich an jede Häuserecke stellen. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, in ein Waschbecken zu pinkeln, wie viele es hier beichten. Aber Mülltonnen anzupinkeln macht mir Spaß. Ich mache das gar nicht so oft und auch nicht gezielt, aber wenn die Situation es anbietet, kann ich einfach nicht widerstehen.

Beichthaus.com Beichte #00034993 vom 01.02.2015 um 12:43:03 Uhr (6 Kommentare).

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