Früher war alles besser

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Hass Dummheit Politik Familie Baden-Baden

Ich hasse es wenn z.B. mein Vater wieder einmal damit anfängt, darüber zu reden wie es mit Deutschland doch bergab gehe und das wir in zehn Jahren alle die Kleider für Chinesen nähen. Es regt mich aber auch bei anderen, meist älteren Leuten auf, die erzählen wie […]
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Beichthaus.com Beichte #00030170 vom 15.08.2012 um 10:13:07 Uhr in 76530 Baden-Baden (Luisenstraße) (31 Kommentare).

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Restaurant Trinkgeld

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Geiz Peinlichkeit Restaurant Familie Feldatal

Ich vermeide es schon seit Jahren mit meinen Eltern ins Restaurant zu gehen. Sie verdienen eigentlich ganz gut, und uns fehlt es an nichts, trotzdem kann sich meine Mutter nicht überwinden im Ansatz eine anständige Summe Trinkgeld für die Bedienung rauszurücken. Ein Beispiel: Letzten Monat hatte mein Vater Geburtstag, somit gingen meine Eltern, mein Bruder und ich also in eine örtliche Pizzeria. Dort angekommen bestellten wir also etwas zu trinken, dann zu essen und anschließend noch ein Dessert. Die Rechnung belief sich bei 68,60 Euro. Da ich weiß, wie gerne meine Mutter auch dem besten Service, das Trinkgeld verweigert und ich der Meinung war, dass es durchaus angemessen wäre zumindest auf 70 Euro aufzurunden, sagte ich dies meiner Mutter prompt, doch sie bestand darauf den exakten Betrag zu zahlen. Das war mir in dem Moment so sehr peinlich, dass ich mich also dazu entschlossen hatte selber den Betrag zu zahlen, unter dem Vorwand ich wolle auch einmal meiner Familie etwas zurückgeben. Weil es dann eh schon egal war, gab ich der Bedienung 75 Euro und meinte es passt schon, während meine Mutter auf der Toilette war. Mein Vater hat sich nur einen abgelacht und versprochen nichts zu erzählen. Heute sollen wir wieder ins Restaurant, doch während ich diese Zeilen schreibe überlege ich mir schon die nächste Ausrede, ich schwanke momentan zwischen Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Beichthaus.com Beichte #00030157 vom 08.08.2012 um 15:01:56 Uhr in Feldatal (41 Kommentare).

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“Folge

Mein Kumpel, meine Freundin und die Magersucht

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Lügen Verzweiflung Gesundheit Partnerschaft

Ich (m/27) beichte, dass ich vor meiner Freundin (w/22) verheimliche, dass ich magersüchtig bin. Sie war lange Zeit mit einem Kumpel von mir zusammen, der ebenfalls eine ziemlich schwere Essstörung hatte und vor 3 Jahren verstorben ist. Ich lernte ihn damals in einer privaten Klinik kennen. Erst ein ganzes Jahr später lernte ich während eines größeren Events auch seine Freundin kennen und war sofort begeistert. Sie war unglaublich fürsorglich, merkte fast instinktiv wann ihrem Freund eine Situation (zu langes Stehen, Temperaturen, etc.) zu viel wurden und konnte ihm so helfen, wenn er es brauchte. Ihre Handtasche war ein wahres Notfall-Arsenal an Traubenzucker und Müsliriegel und sie war lange Zeit die einzige, die meinen Kumpel zum Essen bewegen konnte. Und das will was heissen! Ohne sie wäre er ganz sicher mindestens 2 Jahre früher gestorben. Niemand erwähnte damals ihr gegenüber, dass ich ihn aus der Klinik kannte (wer redet da schon freiwillig drüber) und da es mir zu der Zeit gesundheitlich gut ging, merkte man mir auch nichts an.
Ein Jahr nach der Beerdigung meines Kumpels liefen wir uns wieder über den Weg und begannen uns zu treffen. Mir ging es richtig gut. Ich hatte seit der Beerdigung von meinem Kumpel keinen Rückfall mehr gehabt und ich war zwar dünn, aber noch im normalen Bereich. Ich gehöre übrigens wie viele Männer zu den atypischen Anorektikern, die keine Körperdysmorphie haben.


Man merkte, wie ihre letzte Beziehung sie mitgenommen hatte. Sie hatte schlimme Alpträume und machte sich noch immer Vorwürfe. Aber in dem Moment war ich schon so in sie verschossen, dass ich ihr einfach verheimlichte, dass ich selber magersüchtig bin und wir wurden schnell ein Paar. Ich redete mir ein, dass ich einfach nie wieder einen Rückfall haben werde und dass sie es nie zu erfahren braucht. Um auch keinen Verdacht erwecken zu lassen, brach ich all meine Therapien komplett ab und wechselte sämtliche Ärzte, die meine Vorgeschichte kannten.
Wir waren jetzt 2 Jahre glücklich zusammen. Sie hat es nie über sich gebracht das Notfall-Arsenal in ihrer Handtasche aufzugeben, aus Sorge ich würde irgendwann unterwegs unbedingt was zu Essen brauchen. Sie schläft kaum eine Nacht durch, da jedes kleines Geräusch sie sofort aufwachen lässt. Eine alte Gewohnheit, da mein Kumpel sich gerne mal Nachts weg schlich, um zu trainieren und dabei regelmäßig zusammenbrach.


Vor 3 Wochen wurde ich nun von meiner Firma entlassen und seitdem geht es mit meinem Gewicht nur bergab. Seit gestern bin ich zum ersten Mal seit Jahren wieder untergewichtig und das obwohl ich mich mühsam dazu zwinge etwas zu Essen, wenn ich bei ihr bin. Ich habe panische Angst davor, dass sie es herausfindet, denn entweder sie wird durchschauen, dass ich sie die ganze Zeit angelogen habe und mich verlassen oder ich werde ihr als weitere Lüge erzählen müssen, dass ich erst in den letzten Monaten eine Essstörung entwickelt habe und dann wird sie sich erst recht die Schuld für alles geben. Dabei verfolgt mich das schon seit fast 10 Jahren.


An alle Leser da draußen: Seid verdammt noch mal vernünftig genug, damit ihr nie so endet wie ich oder mein Kumpel! Mein Kumpel ist mit 28 an Herzversagen gestorben, bei einem Gewicht von 42 kg auf 1.80m. Seine Zähne, Nägel und Haare waren total kaputt. Seine Knochen haben Tag und Nacht weh getan und er konnte gegen Ende kaum länger als 15 Minuten aufrecht stehen ohne umzukippen. Momentan geht es mir verglichen mit ihm noch verdammt gut, aber es ist sowieso nur noch eine Frage der Zeit bis die ganze Sache auffliegt, ich wieder alleine bin und mich nichts mehr daran hindert mich endlich wieder abzumagern.

Beichthaus.com Beichte #00030149 vom 06.08.2012 um 22:56:31 Uhr (32 Kommentare).

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Die Fahrausweise bitte...

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Geiz Betrug Lügen Bahn & Co. Urlaub Griechenland

Vor vielen Jahren habe ich in den Ferien meine Verwandten in Griechenland besucht. In der Mittagshitze, wenn alle schliefen, nahm ich gerne den Bus und fuhr aus der Stadt hinaus zu den Badestränden. Einmal hatte ich kein Busticket gelöst, so guckte ich vor jeder nahenden Station aus dem Fenster, um wartende Kontrolleure auszumachen, welche als solche recht gut zu erkennen waren. In einer solchen Situation kann man rasch und unauffällig noch den Bus verlassen. An besagtem Tag war ich nur noch eine Station vor meinem Ziel entfernt, als ich bei nahender Haltestelle tatsächlich so einen Wicht dort stehen sah und sofort auf den Knopf drückte, um rechtzeitig aus dem Bus zu kommen. Leider war ich die einzige Person, die hier aussteigen wollte und der Chauffeur hatte wohl rechtzeitig die Sachlage erkannt und ließ mich nicht raus, wohl aber den Kontrolleur beim Vordereingang rein. Als dieser sich zu mir durchgearbeitet hatte, konnte ich keine Erklärung abgeben, außer dass ich kein Geld habe und auch die Strafe von 70 Euro nicht bezahlen könne. Außer mir hatte er auch noch eine andere Frau erwischt. Uns beiden drohte er an, uns zur nächsten Polizeistation zu schleppen. Er bewachte uns wie ein Kerkermeister, bis der Bus die Endstation erreicht hatte, und dort musste der Fahrer sämtliche anderen Fahrgäste aussteigen lassen. Ich nahm da all meinen Mut zusammen und drängte zum Ausgang, der Kontrolleur riss mich an meiner Handtasche zurück, und ich rief so laut ich konnte: lasst mich sofort da raus, oder ich mache mir in die Hose! Die Leute waren entsetzt wegen des Aufruhrs und riefen dem Mann zu, er solle dieses Mädchen in Ruhe lassen. Es gelang mir mich loszureissen und ich lief was die Beine hergaben so weit wie möglich weg und versteckte mich bei den Felsen am Strand. Ich habe mir tatsächlich fast in die Hosen gemacht vor Angst, die Polizei würde mich suchen kommen und verhaften und ich habe noch ein paar Stunden dort gesessen. Nach Hause gefahren bin ich dann per Anhalter. Ich beichte, dass ich schwarz gefahren bin und mir das alles angetan habe, nur weil ich mir den Ticketpreis sparen wollte.

Beichthaus.com Beichte #00030148 vom 06.08.2012 um 17:32:18 Uhr in Griechenland (Athen) (13 Kommentare).

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“Beichte

Jeder ist seines Glückes Schmied

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Ungerechtigkeit Zwietracht Schule

Als ich noch in der Grundschule war, war in unserer Klasse ein Junge ausländischer Herkunft. Er war wohl erst kürzlich nach Deutschland gezogen und konnte die Sprache so irgendwie reden. Er war jedoch sehr arm. Um mal ein Beispiel zu nennen, er trug ein T-Shirt etwa eine Woche, dann kam das andere. Ebenso hatten seine Klamotten die besten Tage hinter sich, sie waren verwaschen und ausgeleiert, jedoch immer sauber und anständig. Auch hat er sich nie bei Schulausflügen, welche extra Geld kosten beteiligt und nie irgend einen Luxus z.B. Essen in der Cafeteria oder Snacks am Automaten gegönnt, weil er es sich nicht leisten konnte. Hinzu kommt noch, dass er ziemlich pummelig war und zu allem Übel sehr schüchtern und dementsprechend keine Freunde hatte. Schlimmer noch, er wurde regelmäßig verarscht, seine Sachen (Schuhe, Turnsäckchen, Bücher, Stifte, Lineal) wurden von Mitschülern oft geklaut, versteckt, kaputt gemacht oder er wurde auch mal erpresst. Als Gruppenarbeiten in der Schule angesagt waren, wollte niemand mit ihm zusammenarbeiten.


Er saß alleine in der letzten Ecke des Raumes und alle anderen an Gruppentischen. In den Pausen durfte er bei keinem der Gesellschaftsspiele oder Sportspiele mitspielen. Alle Tage wieder stand er im Mittelpunkt des allseits beliebten Schubskreises. Wenn er denn mal krank war, hat natürlich niemand seine Arbeitsblätter mitgenommen ebenso wollte ihn auch kaum einer die Hefteinträge auch vor Ort abschreiben lassen. Kaum zu glauben, wie grausam Kinder sein können und das in der Grundschule in einer ländlichen bayerisch konservativen Provinz. Heute würde man sagen, er wurde gemobbt, doch es war viel mehr als nur das.
Als er dann irgendwann weggezogen ist, glaubten die meisten Leute, vor allen Dingen seine Peiniger und diejenigen, die nichts dagegen getan haben, ebenso wenig die Lehrer Belegschaft oder der Werte Herr Rektor, vermutlich, aus diesem kleinen Wicht würde nichts werden, er ist ein hoffnungsloser Fall. Irgendwie schien diese Passivität mancher Lehrer sogar dahingegend umzuschlagen, dass ein paar sadistische Lehrer den armen auch damit aufzogen, dass er einen unaussprechlichen Namen Osteuropäischer Herkunft hat, sowie aus einem Land kam, wo der Krieg herrschte. Zum Beispiel wurde er vor der Klasse von einer älteren Lehrerin gefragt, wo er denn herkomme. Jugoslawien war die Antwort. Die Frau entgegnete mit Spott, dass es dieses Land seit 1991 nicht mehr gäbe und, dass dort "unten" sowieso nur Proleten und Kriegsverbrecher wohnen, welche sich gegenseitig die Köpfe einschlügen. Die Lehrerin und auch andere Lehrer stellten ihn auch bloß, indem sie immer wieder vor der Klasse sich nach den Jobs seiner Eltern erkundigten, welche um es hier mal absichtlich abwertend auszudrücken minderwertig waren. Seine Mutter arbeitete als Altenpflegerin und sein Vater für so ziemlich alles was der Arbeitsmarkt hergab. Das Geld reichte so eben zum Leben, jedoch mit den oben genannten Abstrichen.


Diese Liste könnte sich noch länger so fortführen lassen, aber um es auf den Punkt zu bringen, ihm wurde absolut nichts geschenkt, es wurde vielmehr versucht ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zu nehmen. Heute, knapp 20 Jahre später hat er ein Master Diplom in Betriebswirtschaft/Management und ist mit knapp 30 Jahren ziemlich weit oben an der Karriereleiter, er ist einer der Geschäftsführer einer Maschinenbau GmbH mit fast 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten. In diesen vielen Jahren kämpfte er sich auch vom einfachen Büroarbeiter über den Posten des Abteilungsleiters und des Personalleiters hoch zu dem oben erwähnten. Natürlich war es eine Genugtuung als er mit dem Posten des Personalleiters, später als Geschäftsführer viele Bewerber persönlich interviewt und auch mal der eine oder andere bekannte "Kamerad" dabei war, diesen wurde dann auf der höchsten professionellen Ebene eine Absage erteilt. Er sprach die Bewerber nie darauf an, aber ihre Blicke verrieten, dass sie peinlich gerührt seien und obwohl sich ausnahmslos jeder absichtlich unwissend stellte, wussten doch beide, dass dies nicht so ist.
Nun wie kommt es dazu, dass ich die Geschichte mit all den Details so ausschweifend erzähle? Ganz einfach, ich bin dieser Mensch. Danke fürs Lesen und an alle Menschen da draußen in der weiten weiten Welt, egal wie schwer das Leben ist, oder egal wie aussichtslos manche Situationen erscheinen, man muss sich einen Weg durchs Leben bahnen. Das was mich angetrieben hat durch die Jahre, war der Wunsch nach einem besseren Leben und nichts desto trotz ausgleichender Gerechtigkeit durch, wenn ihr so wollt eine höhere Instanz wie des vielfach zitierten Schicksals. Kopf Hoch und ab ins kalte Wasser, jeder ist seines Glückes Schmied.

Beichthaus.com Beichte #00030138 vom 03.08.2012 um 10:02:36 Uhr (79 Kommentare).

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