Die Lügen meines Lebens

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Lügen Falschheit Feigheit Verzweiflung Pausin

Ich beichte hiermit die größte Lüge meines Lebens. Das ganze hat eine umfassende Vorgeschichte, welche mich und meine Persönlichkeit stark beeinträchtigt hat. Mir wurde bereits mit 11 Jahren ein IQ von 153 Punkten attestiert. Alles begann daraufhin mit einem Schulwechsel auf eine Hochbegabtenschule, wo ich das erste Mal in meinem Leben mit gleichartigen Leuten zu tun hatte, dort auch das erste Mal wirkliche, wahre Freunde gefunden habe. Ich bezeichne diesen Abschnitt als den wohl glücklichsten meines Lebens, damals lief alles rund.
Die Firma meines Vaters wurde um diese Zeit übernommen und viele Mitarbeiter mussten um ihren Job bangen, weswegen er sich nach anderen Angeboten umsah. Schlussendlich bekam er ein Angebot eines Headhunters in einer anderen Stadt für eine konkurrierende Firma zu arbeiten. Mein älterer Bruder, der ein sehr umfassendes Freundesnetzwerk hatte, sträubte sich hart gegen die Entscheidung umzuziehen, ich war zu dieser Zeit noch sehr neugierig und dementsprechend eher neutral eingestellt, die Folgen konnte ich ja nicht absehen.
Wir zogen also um, in ein riesengroßes Haus, hatten zwei neue Autos und zunächst schien alles eine gute Wendung zu nehmen. Mein Vater musste geschäftlich sehr oft ins Ausland, war also nicht allzu präsent. Das es meiner Mutter schlecht ging, wurde mir das erste Mal so richtig bewusst, als diese während eines Besuches plötzlich in Tränen ausbrach. Mir hat das damals das Herz gebrochen. Ich hatte nie irgendwelche Probleme mit der Schule, meinen Bruder hat das Ganze aber extrem runtergezogen, er wurde zunehmend verschlossener, aggressiver und musste letztlich ein Schuljahr wiederholen. An sich ist das ja nicht schlimm, ich jedoch hatte zwei Klassen übersprungen und war somit in einem Jahrgang über meinem zwei Jahre älteren Bruder. Er hat es nie ausgesprochen, aber ich glaube, dass ihn das ziemlich mitnimmt.


Dann bekam ich den größten Schock meines Lebens: Durch einen Zufall war ich im Arbeitszimmer meines Vaters, dass er sonst immer hermetisch verriegelte und fand auf seinem Computer Bilder und Nachrichten einer fremden Frau. Er betrog regelmäßig meiner Mutter. Meine gesamte Welt brach damals zusammen. Könnt ihr euch vorstellen, wie das ist, wenn der eigene Vater die gesamte Familie ständig anlog? Welche seiner Geschäftsreisen waren real, welche bloß Vorwände? Damals habe ich verlernt, zu vertrauen. Das fiel mir sowieso schon schwer, da ich aufgrund meiner Hochbegabung extrem hohe Anforderungen an meine Mitmenschen hatte und diese ebenjene nur selten erfüllen konnten. Mein Bruder, meine Mutter und ich zogen also wieder zurück, in eine klitzekleine, heruntergekommene Wohnung. Wir lebten an der Armutsgrenze, unser zuvor von Markenkleidung und Ähnlichem bestimmtes Leben war vorbei.


Von diesem Punkt an begann der Bruch mit mir selbst. Ich begann, in der Fantasie gefangen, all diese Statussymbole hätten mir damals die Freunde beschafft, wie ein Berserker zu lügen. Aufgrund meiner Familienverhältnisse und der finanziellen Situation, wollte ich keine Freunde nach Hause nehmen, da mir dies unangenehm war. Ich verlor den Respekt für meine Mutter, die immer alles für uns getan hat, da sie uns das Leben, welches mein Vater uns ermöglichte, nicht bieten konnte. Auf meiner Schule lernte ich trotzdem ein Mädchen kennen. Sie stammte aus sehr, sehr gutem Hause, sah unglaublich aus. Und trotzdem hatte sie Interesse an mir. Ich hatte so furchtbare Angst sie zu verlieren. Also erfand ich gänzlich neue Familienverhältnisse und erfand die unglaublichsten Geschichten, um sie im Glauben zu lassen, dass ich ihr das Wasser reichen könne. Was mir dabei völlig aus den Augen verschwand war, dass sie mich und nicht Geld liebte. Sie war ein so vollkommenes, reines Wesen. Ich habe ihr Dinge erzählt, die ich getan hätte, die ich gesehen hätte. Alles gelogen und erfunden. Und nun liegt dieser Engel neben mir, unwissend, dass all diese Dinge nicht stimmen. Ich habe es tatsächlich geschafft, seit 6 Jahren dieses Lügenkonstrukt aufrecht zu erhalten. Ich habe eine unendliche Furcht davor, was geschieht, wenn sie alles herausfindet.

Ich gehe seit längerem zum Psychiater, der mir sagt, dass ich eventuell eine Persönlichkeitsstörung entwickelt habe. Nicht einmal mit ihm kann ich ehrlich reden. Ich habe das Mädchen geheiratet, aber bringe es nicht mehr übers Herz, diesem wunderbaren Geschöpf in die Augen zu sehen und all die Lügen die ich erzählt habe, all die Dinge, die mich so aussehen lassen, wie eine andere Person jeden Tag hochgewirbelt zu sehen. Es tut mir unendlich Leid. Es tat gut, darüber zu schreiben. Ich bitte um Absolution. Ich muss versuchen, alles zu klären.

Beichthaus.com Beichte #00029706 vom 11.01.2012 um 15:21:37 Uhr in Pausin (34 Kommentare).

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Der Schulschönling

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Begehrlichkeit Sex Zwietracht Dating

Als ich (w/28) noch zur Schule ging, habe ich den Fehler gemacht, mir meine Freunde nur nach dem Aussehen und dem Coolness-Faktor auszusuchen. So bin ich irgendwann auch einmal an den ultimativen Schulschönling geraten. Er war super sportlich und sein Äußeres war wirklich der Hammer. Fast alle Mädchen ab der siebten Klasse aufwärts schmachteten ihn an. Es gab sogar eine Art Mädchen-Prozession, die ihm die meiste Zeit hinterherrannte und ihn beobachtete, oder sich in der Pause vor seinem Klassenzimmer postierte, um immer mal verstohlene Blicke hineinzuwerfen und zu kichern. Mir gefiel er natürlich auch sehr gut, ich hätte das aber nie offen zugegeben. Irgendwann fragte er mich nach einem Date, und wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag im Schwimmbad. Ich merkte jedoch schon im Bad, dass er ziemlich scharf auf mich war und er bedrängte mich regelrecht, dass er mich noch nach Hause bringen konnte. Seine Komplimente und sein Charme waren nicht von schlechten Eltern, also dachte ich, dass das ja eigentlich keine so schlechte Idee wäre. Bei mir zu Hause dann bat er darum noch mit reinzukommen, und machte dann auch keinen Hehl mehr daraus, dass er mit mir schlafen wollte. Das ging mir zwar eigentlich etwas zu weit, aber ich hätte ja immerhin Petting mit ihm haben können, so dachte ich es mir zumindest.


Wir waren jedoch kaum in meinem Zimmer angekommen, da riss er mir schon regelrecht die Klamotten vom Leib, und ich hatte den Verdacht er wollte meine Mandeln ablecken, als er mich küsste. Dann fummelte er ungeduldig seine Hose herunter, begrapschte meine Brüste und drang ohne zu fragen in mich ein. Er zappelte reichliche zehn Sekunden lang, ungefähr so wie ein Kaninchen dass sich im Elektrozaun verheddert hat, anschließend grunzte er laut auf und lag schließlich still ins Kissen sabbernd neben mir. Danach sagte er, dass es ihm Leid tue und noch nie passiert sei, dass er so schnell gekommen wäre, aber ich sei einfach so geil. Er zog ihn heraus und sagte, ich solle ihn in den Mund nehmen, damit er wieder für die zweite Runde hart würde. Ich war zwar schon ziemlich abgeturnt, aber ich wollte ja wenigstens auch auf meine Kosten kommen und so tat ich es. Er hielt ungefähr eine halbe Minute lang durch, dann grunzte er wieder laut auf und sein Samen landete komplett in meinem Mund, natürlich auch wieder ohne zu fragen. Spätestens jetzt war ich wirklich sauer. Nach ein paar lahmen Entschuldigungen seinerseits ging er nach Hause. Ein paar Wochen später bekam ich mit, dass er herumerzählte, was ich für eine Schlampe sei, dass ich es gleich beim ersten Date mit Jedem tun würde. Ich wäre aber dennoch ziemlich schlecht im Bett und könne nur halbwegs gut blasen. Diese Unverschämtheit wollte ich mir nicht bieten lassen und so suchte ich mir einen Haufen Mädels zusammen, mit denen er dieselbe, oder eine ähnliche Nummer abgezogen hatte, wie mit mir. Es waren tatsächlich eine Menge und einige machten sich sogar noch Hoffnungen auf ihn. Die, die sich auch an ihm rächen wollten und ich schrieben am Rechner ihre sexuellen Erfahrungen mit ihm auf, und druckten sie anonym aus. Wir verteilten anschließend die meisten dieser, in jeglicher Hinsicht kurzen Berichte über ihn und sein mangelndes Stehvermögen in der ganzen Schule, beziehungsweise an noch zwei anderen Schulen in unserer Stadt. Ab da wurde für ihn Date-technisch die Luft echt dünn. Mittlerweile ist er in dritter Ehe verheiratet und über seine jetzige Frau wird gemunkelt, dass sie ihm mit einem seiner Freunde fremd geht.

Beichthaus.com Beichte #00029704 vom 11.01.2012 um 10:32:24 Uhr (25 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die Kappe des Parfümfläschchens

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Masturbation Dummheit Waghalsigkeit Unfall Intim

Ich möchte eine für mich total peinliche, halb verdrängte Geschichte beichten, die schon einige Jahre her ist. Mit so 12/13 habe ich ab und an bei meiner besten Freundin übernachtet, die etwas mehr als ein Jahr älter war. Unser Einschlafritual bestand darin, von den Jungen oder Rockstars oder Sportlern zu schwärmen, die wir toll fanden, und uns dabei unter der Decke selbst zu streicheln. Manchmal machten wir es auch gegenseitig. Meine Freundin hatte dabei des Öfteren einen Höhepunkt, aber bei mir klappte das irgendwie nicht so recht. Natürlich wollte sie mir damit helfen und zeigte mir verschiedene Techniken. Das Einzige, worauf wir nicht zurückgriffen, war, es uns mit dem Mund zu machen, denn das war uns dann doch noch zu ekelig. Nachdem ich mit ihr einige Male kurz davor gewesen war, packte mich die Lust, es auch mal alleine auszuprobieren. Meine Freundin hatte mir den Tipp gegeben, dass sie den schnellsten und intensivsten Höhepunkt von ihrem Duschkopf bekam, also probierte ich es damit. Meine ersten dahingehenden Versuche waren auch sehr viel versprechend, aber irgendetwas fehlte. Ich experimentierte etwas herum, und stellte fest, dass es sich toll anfühlte, wenn ich mir einen länglichen Gegenstand einführte, nämlich die Kappe eines etwas extravagant geformten Parfümfläschchens meiner Mutter. Ich beschloss, den Duschkopf und die Kappe zu kombinieren und siehe da, es klappte. Leider sogar so gut, dass mir die Beine wegknickten, ich mir den Kopf an der Duscharmatur stieß, und vor Schmerz und Lust mit immer noch eingeführter Parfümflaschenkappe ohnmächtig wurde. Durch ganz viel Glück im Unglück fand mich die Freundin meines einige Jahre älteren Bruders, die zwar ziemlich über mein Missgeschick und meine anschließenden etwas hilflosen Erklärungsversuche lachte, aber nie etwas weitertratschte. Dafür bekam ich zu meinem vierzehnten Geburtstag von ihr einen Masturbationsratgeber für Frauen, der mir seitdem gute Dienste geleistet und weitere Peinlichkeiten erspart hat.

Beichthaus.com Beichte #00029699 vom 09.01.2012 um 10:59:37 Uhr (22 Kommentare).

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Stalking Täter

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Boshaftigkeit Hass Vandalismus Ex

Ich beichte, dass ich jahrelang meine Ex-Freundin gestalkt habe. Obwohl es schon nach einem halben Jahr gründlichst zwischen uns kriselte, hielten wir es knappe zwei Jahre miteinander aus. Ich weiß nicht so recht wie es dazu kam, dass ich, nachdem sie sich von mir getrennt hatte, begann sie zu stalken. Es war ein eher schleichender Prozess. Direkt nach der Trennung war es erst einmal mein verletztes Ego, was mich dazu trieb, sie bei ihren Freunden madig zu machen. Ich erzählte herum, dass sie mir sowieso schon länger fremd gegangen sei, sie total beziehungsunfähig wäre und mich auch ständig belogen hätte. Das mit dem Fremdgehen bildete ich mir damals ein, weil ich nicht verstehen konnte, dass sie keine Lust darauf hatte, mit mir zu schlafen. Aus jetziger Sicht kann ich nur sagen, dass ich heutzutage auch nicht mehr mit jemandem schlafen wollen würde, mit dem ich mich die ganze Zeit über Nonsens herumstreite und der ständig schmollt. Belogen hat sie mich zwar, aber wohl nur aus dem Grund um zu verhindern, dass ich unbegründet eifersüchtig wurde. Aber zurück zum Stalking. Nach einiger Zeit verlor ich immer mehr den Kontakt zu ihr, da sie natürlich mitbekam, was ich über sie herumerzählte. Sie schrieb mir einige wütende SMS, die ich noch wütender beantwortete, dann herrschte erst einmal Funkstille. Aber es nagte wahnsinnig an mir, nicht zu wissen, was sie tat, mit wem sie sich traf und ob sie ähnliche Dinge über mich erzählte, wie ich über sie. Ich stellte also vorsichtig Kontakt zu ihrer besten Freundin her, mit der ich mich eigentlich immer ganz gut verstanden hatte, aber als diese merkte, dass es mir nur um Informationen über meine Ex ging, wurde sie recht einsilbig und wollte nach einiger Zeit nichts mehr mit mir zu tun haben. Ihr Freundeskreis reagierte bald auch nur noch abweisend auf mich, da ich es nicht lassen konnte, die Sprache auf sie zu bringen, wenn ich eine ihrer Freundinnen traf. Unterdessen erzählte ich munter weiter die abenteuerlichsten Geschichten über ihre angeblichen Lügen und Affären, denn ich wollte sichergehen, dass sie zum einen für die Trennung bitter bezahlte und zum anderen nicht so schnell einen neuen Freund finden würde. Tief in meinem Innersten hoffte ich nämlich auf eine seltsam naive Art, dass wir irgendwann doch noch wieder zusammenfinden würden. Mir war nicht so recht klar, dass ich sie mit meinen ausgeschmückten, beziehungsweise ausgedachten Gerüchten und Geschichten schon komplett von mir weggetrieben hatte.


Ich begann, als wirklich keiner ihrer Bekannten auch nur noch ein Wort mit mir wechseln wollte, sogar damit, ihre Eltern unter weit hergeholten Vorwänden anzurufen, was damit endete, dass mir ihr Vater mit der Polizei drohte. Aus "Rache" darüber fuhr ich ab da mehrmals täglich an ihrem Haus vorbei und notierte die Autokennzeichen von unbekannten Autos in der Einfahrt, sowie, ob ihr Fahrrad da stand und in ihrem Zimmer Licht brannte. Ich war dabei natürlich immer sehr vorsichtig, da ich nicht wollte, dass ihr Vater seine Drohung wahr machte. Es gelang mir sogar, zwei meiner Freunde, die mir die wilden Geschichten über sie ohne weitere Nachfragen glaubten, dazu anzustiften mich dabei zu vertreten, wenn ich verhindert war. Nach einer geraumen Zeit fiel uns ein Muster auf. Immer Montags, Dienstags und Donnerstags stand ein verhältnismäßig teurer Roadster einer deutschen Premiummarke in der Einfahrt. Wir nahmen diesen unter besondere Beobachtung und stellten fest, dass er einem jungen Mann gehörte, der neuerdings bei ihr öfter ein- und ausging. Natürlich stand für uns sofort fest, dass das wohl ihr neuer Freund sein musste. Die Tatsache, dass er einen teuren Sportwagen fuhr, war natürlich sofort Öl ins Feuer meiner Gerüchteküche. Ich erzählte so oft herum, dass sie mir mit ihm nur seines Geldes wegen schon lange während unserer Beziehung fremd gegangen war, bis ich es fast selber glaubte. Zu diesem Zeitpunkt jedoch waren wir schon ein knappes Jahr getrennt, daher zweifelten mittlerweile auch viele Leute meine Version der Geschichte an, die mir vorher relativ vorbehaltlos geglaubt hatten.



Ich fand schließlich heraus, wer der Besitzer des Roadsters war und wo er wohnte. Dann zerkratzte ich ihm bei Nacht und Nebel gründlich den Lack. Er fuhr eine Weile so herum, und ich war sogar etwas stolz auf mich, obwohl mir langsam dämmerte, das ich vielleicht nicht nur ein wenig zu weit ging. Mittlerweile hatte ich auch einen Plan der Bewegungsmuster meiner Ex erstellt, wann sie aus der Uni kam, zu ihrem Sportverein ging und dergleichen. Ich hatte sogar einen Plan, wann sie in der Regel bei ihrem neuen Freund übernachtete. Ich folgte ihr immer mal in größerem Abstand, wenn sie irgendwo hin ging. Insgeheim hoffte ich, dass sie mich vielleicht mal erkennen und ansprechen würde, aber das passierte nie. Mir kam auch nicht in den Sinn, dass ich ihr eventuell damit Angst machte. Eines Abends folgte ich ihr wieder einmal und war nur auf sie konzentriert, als mich an der dunkelsten Ecke des Weges zwei Männer packten, mir ohne Vorwarnung Pfefferspray ins Gesicht sprühten und mich zu Boden warfen. Erst dachte ich, sie wollten mein Handy oder mein Geld, aber dann erkannte ich den neuen Freund meiner Ex, wie er mich mit vor Wut verzerrtem Gesicht fragte, ob ich denn wirklich unbedingt einen Krieg wollte, den ich nicht gewinnen könne. Er war aus der Nähe wesentlich muskulöser gebaut, als ich ihm zunächst zugetraut hatte, und der Typ der noch mit bei ihm war, sah aus, als könnte er mich ohne Weiteres in Stücke reißen. Ihr Freund zählte alle Sachen auf, die ich ihm und ihr angetan hatte, inklusive des zerkratzten Lackes. Mein erster Impuls war, ihm anzudrohen, ich würde ihn anzeigen, doch er lachte mich aus und fragte, ob ich so dumm wäre zu glauben, dass mir die Polizei helfen würde, wenn er aussagte, dass ich der Ex seiner Freundin sei, und ihr nachts mit der Absicht sie aus Rache zu vergewaltigen gefolgt wäre. Außerdem hätte er die Sachbeschädigung und einige meiner sonstigen Stalking-Aktionen dokumentiert. Die Beweislast wäre erdrückend und ich solle wenigstens so tun, als ob ich vernünftig wäre. Er drohte mir damit, mich bei der nächsten Sachbeschädigung, Verfolgung, oder bei weiteren Geschichten direkt ohne Vorwarnung ins Krankenhaus zu bringen und meine Ex würde mich nachher wegen versuchter Vergewaltigung anzeigen. Ich solle mir überlegen, ob es das wert wäre, einer längst vergangenen, noch nicht einmal besonders glücklichen Beziehung nachzutrauern. Natürlich war ich zunächst stinkesauer und schmiedete Rachepläne, aber mir wurde relativ schnell klar, dass er wirklich nur mit dem Finger zu schnippen brauchte und ich säße auf der Anklagebank und hätte zumindest eine Menge zu erklären. Eine Woche nach der Aktion bekam ich außerdem eine einstweilige Verfügung zugestellt und noch einen privaten Brief von meiner Ex, in dem sie mir versicherte, dass sie mir nie fremd gegangen war und mir klarmachte, dass mein Verhalten ihr gegenüber nach der Trennung unfair, inakzeptabel und übertrieben war. Ihr hatte ich es wohl auch zu verdanken, dass ihr neuer Freund mir nicht gleich nach dem Zerkratzen seines Autolackes im Gegenzug die Gesichtszüge ruiniert hat, denn er ist Kampfsport-Trainer. Dieses Detail hatte ich ausgerechnet in meiner Recherche über ihn übersehen oder gar verdrängt. Ich begab mich in Therapie, denn wie es sich herausstellte, hatten sich so ziemlich alle meine früheren Freunde von mir abgewandt, außer einige wenige. Diese hätten mich jedoch vielleicht auch einmal zur Vernunft rufen können, anstelle mich noch anzufeuern und in meinen aus heutiger Sicht fanatischen Bemühungen zu unterstützen.

Beichthaus.com Beichte #00029691 vom 06.01.2012 um 14:23:55 Uhr (38 Kommentare).

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Ich bin eine Ja-Sagerin

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Ignoranz Dummheit Verzweiflung Tauberbischofsheim

Ich beichte, dass ich eine ganz fürchterliche Ja-Sagerin bin. Es ging los damit, dass ich in der Schule berühmt dafür war, irgendwelche unangenehmen Ämter und Aufgaben zu übernehmen die kein anderer wollte, weil ich nicht "nein" sagen konnte, wenn man mich darum bat, es zu machen. Auf diese Weise schaffte ich es immerhin bis zur stellvertretenden Schülersprecherin. Natürlich durfte ich immer alle Schulveranstaltungen im Alleingang organisieren, während sich die richtige Schülersprecherin im Ruhm sonnte, wenn alles glatt lief, oder es wahlweise auf mich schob, wenn etwas nicht funktionierte. Die Hausaufgaben der gesamten Klasse machte auch ich, da im Grunde genommen alle von mir abschrieben. Das selbe Verhalten legte ich beim Studium an den Tag, und so arbeitete ich bald mehr für meine Kommilitonen als für mich selbst. Blöderweise waren das aber nicht die einzigen Probleme, die ich wegen meiner ständigen Ja-Sagerei hatte. Jedes Wochenende machte sich ein anderer Typ an mich ran, auf Parties zu denen zu gehen ich keine Lust hatte. Meine Freundinnen, die mich einluden, wollte ich aber auch nicht enttäuschen. Natürlich landete ich mit vielen von den Typen die mich anmachten im Bett, weil ich eben nicht "nein" sagen konnte. Was da aber auch für ekelhafte Exemplare darunter waren.


Das Einzige, was positiv daran ist, ist die Tatsache, dass wenn der Ruf erst mal gründlich hin ist, man sich für Nichts mehr rechtfertigen muss. Jetzt, im Job geht es weiter damit, dass ich mir Arbeit ohne Ende aufhalse, weil alle schwierigen Projekte schön auf mich abgeschoben werden, und ich immer nur Ja und Amen zu allem Möglichen sage. Na gut, es hat auch wieder seine positiven Seiten. Ich arbeite locker zwölf bis dreizehn Stunden am Tag, da muss ich meinen Mann nicht so oft sehen. Ich hätte damals einfach "nein" sagen sollen, als er mir den Heiratsantrag gemacht hat. Eigentlich schon, als er mich das erste Mal küssen wollte. Ich wusste von Anfang an, dass er nicht der Richtige für mich ist. Er ist Monteur bei einer Heizungsfirma und hat rein intellektuell nicht gerade das Rad erfunden. Ich habe ihn auf einer Studentenparty kennengelernt, weil er der ältere Bruder einer Freundin ist. Älter heißt übrigens konkret zehn Jahre älter als ich. Er ist dick, hat ein nicht besonders hübsches Teddybärengesicht, sabbert beim Essen und beim Sex alles voll und hat einen Aussprachefehler. Allerdings hat er mir damals so lange und heftig den Hof gemacht, dass ich einfach nicht wiedermal nicht "nein" sagen konnte. Wenn er wüsste, dass ich ihm genau wegen dieser Schwäche schon zweimal mit einem meiner Kollegen fremdgegangen bin, der sich aber wiederum im Bett wesentlich besser und phantasievoller angestellt hat, würde er vermutlich die Welt nicht mehr verstehen. Meine Eltern liegen mir seit geraumer Zeit in den Ohren, wie es denn mit Enkelkindern aussieht. Ich habe auch dazu schon "ja" gesagt, aber bis jetzt hatte ich die super Ausrede, dass ich immer soviel arbeiten muss, damit mein Mann und ich unser Haus abbezahlen können. Er verdient nämlich bei weitem noch nicht einmal die Hälfte von dem, was ich im Monat nach Hause bringe. Das leuchtet meinen Eltern glücklicherweise ein. Ich sollte wegen meines Problems vielleicht wirklich mal zur Therapie, aber dafür hab ich wegen der vielen Arbeit keine Zeit.

Beichthaus.com Beichte #00029625 vom 16.12.2011 um 11:16:29 Uhr in Tauberbischofsheim (24 Kommentare).

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