Die Hipster müssen gehen!

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Zorn Vorurteile Arbeit Berlin

Ich führe seit mehr als zwei Jahrzehnten eine gut gehende Agentur. Ich bezahle meine durchweg jüngeren Mitarbeiter mehr als überdurchschnittlich, gebe gerne großzügige Prämien für hervorragende Leistung und habe auch nie Hierarchien in meinem Unternehmen zugelassen. Das spornt zum Arbeiten an und jeder gibt sein Bestes. Nun ist es aber so, dass in den letzten Jahren der Trend zum Holzfäller bei den jungen Männern aufgekommen ist. Ich stamme aus einer Generation, in der das Gesicht noch glatt rasiert sein musste und habe das auch immer so gehalten. Bei meinen Mitarbeitern habe ich mir nichts gedacht, als sie sich Bärte wachsen ließen. Es ist halt eine Modeerscheinung, so wie es davor schon viele gab und noch viele danach kommen werden. Nun habe ich aber einen Kunden von einer anderen Agentur abgeworben, der ein Budget hat, das alle Dimensionen sprengt. Er war mit seinem Beraterstab schon mehrmals bei uns und die Sache sieht an und für sich gut aus Bloß jedes Mal, wenn Mitarbeiter von mir bei ihm waren, wurde ich von den Leuten seines Beratungsunternehmens auf die Bärte meiner Mitarbeiter angesprochen, dass das nicht gut aussehen würde und deren Auftraggeber die Meinung vertritt, dass im Business die Gesichter glatt zu sein haben.

Ich habe ihnen erklärt, dass ich es auch so gelernt habe, aber die jungen Leute von heute halt jeden Trend mitmachen und dazu zählt auch, sich einen Bart wachsen zu lassen, um wie jeder andere auszusehen. Nun wurde mir unmissverständlich klargemacht, dass es keinen Auftrag geben würde, wenn ich weiterhin junge Holzfäller zu geschäftlichen Terminen schicken würde. Ich habe meinen Mitarbeitern die Situation erklärt und ersucht, für die nächsten zwei oder drei Monate Monate - bis der Abschluss unter Dach und Fach ist - sich ihre Bärte abzurasieren und auch eine entsprechende Prämie für jeden in Aussicht gestellt. Der Großteil war solidarisch und am nächsten Tag waren bei den meisten die Bärte ab. Einige wollten sich darauf jedoch nicht einlassen und meinten, ihre Bärte wären ihnen heilig. Ich kann diese Einstellung nicht verstehen. Für mehrere tausend Euro kann ich doch ein paar Wochen auf meinen Bart verzichten und alle wären zufrieden?! Der wächst doch wieder nach! Und ich kann nicht nur die rasierten Mitarbeiter zu Terminen schicken und ihnen die meiste Arbeit aufbürden und die bartragenden Kollegen haben den Vorteil davon.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, zum geschäftlichen Wohl meines Unternehmens, die Mitarbeiter, die sich nicht rasieren wollen, zu entlassen, oder auf den wahrscheinlich lukrativsten Auftrag meines Lebens zu verzichten. Ich denke, dass die Hipster gehen müssen . Ich habe meinen Standpunkt klar gemacht und auch versucht, ihren temporären Nachteil mit Geld aufzuwiegen. Scheinbar war das kein Argument. Ich beichte hiermit, dass ich mehrere Mitarbeiter ziehen lassen muss, weil sie für ein paar Wochen nicht auf ihre Gesichtsbehaarung verzichten können. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00039564 vom 04.04.2017 um 08:25:02 Uhr in 10117 Berlin (39 Kommentare).

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Den Falschen beschuldigt

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Boshaftigkeit Fremdgehen Falschheit Feigheit Lügen Berlin

Ich (w/20) war letztens mit meinen Freundinnen feiern. Der Abend war echt super, nur habe ich es mit dem Alkohol ein wenig übertrieben. Jedenfalls, als ich meine Freundinnen irgendwann nicht mehr wieder gefunden habe, hat mich so ein Typ angesprochen, und nachdem wir zunächst nur getanzt haben, wurde schnell mehr daraus. Ich sollte noch dazu sagen, dass ich eigentlich in einer glücklichen Beziehung bin. Jedenfalls ist es irgendwann dazu gekommen, dass ich mit dem Typen nach Hause gefahren bin und wir auch Sex hatten. Dummerweise hat meine Freundin gesehen, wie ich mit irgendeinem Typen die Disco verlassen habe, und hat das dann meinem Freund erzählt. Der war natürlich sauer und ich musste mich irgendwie raus reden. Also habe ich ihm erzählt, dass mir ein Junge aus meiner alten Schule etwas in den Drink getan und mich dann zu sich nach Hause gelockt hat. Mein Freund hat ihn daraufhin übel zusammengeschlagen und das nur, weil ich jemanden falsch beschuldigt habe. Ich habe echt ein schlechtes Gewissen und mache mir immer noch viele Vorwürfe deswegen.

Beichthaus.com Beichte #00031725 vom 10.08.2013 um 21:21:23 Uhr in 10117 Berlin (Friedrichstraße) (35 Kommentare).

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Ich hasse Berlin!

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Hass Vorurteile Engherzigkeit Gesellschaft Berlin

Ich hasse Berlin!
Seit Februar 2011 wohne ich aus beruflichen Gründen in Berlin. Der Job ist eigentlich ganz gut. Aber ich verachte inzwischen die arroganten Berliner, egal ob zugezogen oder gebürtig. Jeder Berliner hat grundsätzlich Recht und alle Wessis erstmal nicht. Fehler machen ausschließlich die anderen, daran gibt es in deren Augen keinen Zweifel. Ich habe viel mit Menschen zu tun, aber ich habe noch keine Ausnahme getroffen. Erschreckend! Auch haben die Berliner immer noch die Mauer in den Köpfen. Es gibt Kunden, die nicht bei mir kaufen würden, wenn ich Ossi wäre – und umgekehrt. Auch gibt es Exemplare, die gar nicht in den Ost- oder Westteil Berlins fahren oder gehen und sich einfach weigern. Da sind Leute dabei, die nicht verstehen, wieso man nach Pankow oder Charlottenburg zieht. Tja, aber die Berliner sind ja so multikulti, so weltoffen, so vorurteilsfrei. Hallo? Die Mauer ist seit 23 Jahren verschwunden!

Ich habe sogar Personen getroffen, die stolz darauf sind, damals für die Stasi gearbeitet zu haben. Oder zumindest deren Ehepartner. Unfassbar. Jedenfalls erklärt sich damit, warum so viele Berliner so gerne bei Ämtern, Obrigkeiten und Chefs petzen gehen. Wie oft ich schon den Kopf deswegen schütteln musste. Ich kann es nicht beziffern. Mein Hausmeister sagte mir als erstes nach meinem Einzug: Erwarte von den Berlinern nicht zu viel. Damals habe ich gedacht, was er wohl für ein frustrierter Mensch sein mag. Tja, er hat absolut Recht. Die Berliner sind meist nur Blender und Schaumschläger. Es wird viel geredet und versprochen, was man könne und machen werde. Ist es dann soweit und fordert die Taten der voluminösen Worte ein, platzen die Luftblasen schneller als man blinzeln kann. Erbärmlich. In meiner Heimat sagt man: In Westfalen gilt sein Wort. Dort habe ich schon teure Premiumprodukte per Handschlag verkauft und jedes einzelne wurde pünktlich bezahlt. In Berlin werden 10 bis 15 Prozent der Aufträge storniert. Soviel dazu.

Sie bilden sich tatsächlich ein, in der tollsten Stadt der Welt zu leben und blenden die offensichtlichen Probleme und Missstände, die in Berlin existieren, vollkommen aus. Die extrem hohe Arbeitslosenquote und die mit sich bringenden Probleme an Gewalt- und Aggressionspotential. Man kann ja nicht mal mehr tagsüber in Sicherheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, ohne von Betrunkenen, Asozialen, Obdachlosen, Bettlern und Jugendlichen angebettelt oder angepöbelt zu werden. Auch die Fußgängerbereiche rund um die Stationen und Bahnhöfe sind einfach nur furchtbar. Allein auf dem Weg vom S- und U-Bahnhof Friedrichstraße bis zur Nobel-Meile Unter den Linden wird man an guten Tagen von mindestens fünf Bettlern der Osteuropa-Mafia, von obdachlosen Verkäufern von Straßenmagazinen oder aufdringlichen Promotion-Teams, die sich einem frech in den Weg stellen, aufgehalten und belästigt. Durch diesen notwendigen Slalom-Lauf verlängert sich der Weg von 200 Metern ganz erheblich.

Von vielen Berlinern habe ich den Eindruck, dass sie entweder nur faul oder blöd sind. In vielen Fällen sind sie beides. Der Staat zahlt ja schön Hartz IV und man kann ja ganz gut leben. Deswegen ist in Berlin die Hartz IV-Quote auch doppelt so hoch, wie im Bundesdurchschnitt. Was man hier für asoziale Figuren trifft. In Hamburg ist das im Vergleich definitiv nicht so. Hinzu kommt, dass der Berliner Dialekt oder Slang auch noch unglaublich doof klingt und die Berliner eben dumm wirken lässt. Einigen von denen scheint es selbst auch schon aufgefallen zu sein, dass sie bemüht versuchen Hochdeutsch zu sprechen. Das ist traurig, aber wahr. Nur wenige schaffen es erfolgreich diesen Slang abzulegen.

Widerlich ist auch die extreme Verbreitung von Tattoos und Piercings bei jungen Leuten. Kaum einer, egal ob Männlein oder Weiblein, ist nicht zugehackt und gelöchtert. Weil es ja so cool und so schön ist. Habt ihr mal daran gedacht, dass der Mist im Alter einfach nur noch peinlich, billig und schäbig aussehen wird? Im Fitnessstudio bin ich als jemand, der keine Tätowierungen oder Piercings hat, ein absoluter Exot. Ach ja, ins Solarium gehe ich auch nicht. Hier scheint auch so selten die Sonne in Berlin. Trotzdem sieht man so viele Brathähnchen auf den Straßen.

Warum haben eigentlich alle jungen Männer bis 30 Jahre fast kahlrasierte Schädel. Soll das besonders männlich wirken? Blöd, dass viele einfach dumm aussehen mit Ihren noch sichtbareren Segelohren und Eierköpfen. Und warum müssen fast alle jungen Frauen bis 30 Jahre gefärbte Haare haben? Entweder ganz blond oder pechschwarz. Diese Färbungen sind übrigens die, bei denen man die Unnatürlichkeit sofort und schon aus der Ferne erkennen kann. Langweilig und billig. Auch der extrem verbreitete Tussi-Style mit langen, bunten und gemusterten Fingernägeln, hautengen Klamotten (auch bei Übergewicht!! Bäh!) und Schminke wie Kriegsbemalung ist doch einfach nur abstoßend und nicht sexy. Wie heißt es von offizieller Seite? Berlin arm, aber sexy! Wenigstens mit dem ersten Teil der Aussage hat der regierende (homosexuelle und Party-)Oberbürgermeister recht. Die Berliner lieben ihn. Obwohl er seit Beginn seiner Amtszeit 6.000 Polizisten eingespart hat und somit für die gefährlichen und gesetzlosen Zustände auf den Straßen unserer Hauptstadt verantwortlich ist. Unverständlich. Das zeigt einfach nur wie engstirnig und oberflächlich das Volk hier ist. Ich kann es als weltoffener und selbständig denkender Mensch nicht nachvollziehen.

Auch halten die Berliner nix von Pünktlichkeit. Weder privat noch beruflich. Dann beschweren sie sich aber noch, dass man bei ihrer 1,5-stündigen Verspätung keine Zeit mehr für sie hat. Vielleicht sollte ich lernen, dass sich jeder Berliner für den wichtigsten Menschen der Welt hält! (Ironie!) Die Straßen hier in Berlin sind allesamt, auch in den besten Gegenden, so schlecht, löchrig, wellig und ruiniert, dass ich manchmal Angst um mein sportliches und kultiges Auto habe. Vermutlich würde es deswegen in ein paar Jahren auseinander fallen. Außerdem ist es hier eine extrem gefährliche Unsitte, überall in zweiter Reihe zu parken. Die Leute sind einfach zu faul, sich eine Parklücke zu suchen oder zu blöd darein zu kommen. Ich vermute letzteres. Nervig ist das ständige Ausweichen und man muss eigentlich immer auf der linken Spur fahren, was natürlich die Staugefahr extrem erhöht. Wieder so ein eigenverschuldetes Ego-Problem der Berliner.

Was nutzen denn einem die hippen Clubs und Restaurants? Die obercoolen Veranstaltungen für die Prominenz und die, die sich in dessen Schatten ergötzen und scheinen möchten. Solche scheinheiligen Blender eben. Die Szene hier (beispielsweise in Kreuzberg oder Friedrichshain) ist ja so stolz auf ihren alternativen Anstrich. In manchen Clubs oder Konzert-Räumlichkeiten lässt sich der Ekel kaum beschreiben! Alles dreckig, vollgeschmiert und vollgesprayt, mit dämlichen Aufklebern zugepflastert, dass man die ursprüngliche Wandfarbe nur noch raten kann. Die sanitären Einrichtungen sind dann logischerweise nur noch gesundheitsgefährdend. Abartig. Ich weiß absolut nicht, was daran cool sein soll. Wohnen die regelmäßigen Besucher dieser Szene-Lokale auch zu Hause unter diesen Umständen? Das würde mancherorts in der Tat den desolaten Zustand der Gebäude erklären. Traurig.

ABER: Ich bin trotzdem glücklich! Ab April wohne ich wieder in meiner alten, westfälischen Heimat (kein Dorf), wo die Straßen sauber, sicherer und überwiegend im guten Zustand sind. Wo man sich auf die meisten Aussagen seiner Mitmenschen verlassen kann, wo man nur wenige Minuten fahren muss, um ins Grüne zu kommen. Und damit meine ich nicht diese Pseudostadtparks wie hier in Berlin, wo man hinter jedem Busch einen verendeten Junkie vermuten muss. Zwar gibt es dort weniger Clubs und Restaurants, in die man jedoch bedenkenlos reingehen kann. Meine Freude konnte ich gar nicht in Worte fassen, als mir mein zukünftiger Chef Ende Januar die Jobzusage gab und damit der Startschuss für meinen Wegzug aus Berlin fiel.

BERLIN: Einmal und nie wieder! Ich wünsche Dir alles erdenklich Schlechte. Du hast es Dir verdient! Hoffentlich erstickst Du in Deinem Dreck und Deinem Smog! Die Umzüge haben mich leider viel Geld gekostet. Aber egal. Ob John F. Kennedy heute immer noch sagen würde: Ich bin ein Berliner? Wohl kaum!

BERLIN. Ich hasse Dich!

Beichthaus.com Beichte #00029780 vom 06.02.2012 um 14:29:53 Uhr in 10117 Berlin (Friedrichstraße) (97 Kommentare).

Gebeichtet von Trigger77 aus Neuenkirchen
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Das gewonnene Kreuzworträtsel

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Betrug Lügen Internet Morallosigkeit Auto & Co. Berlin

Ich habe mit einer Freundin zusammen ein Kreuzworträtsel mit Hilfe vom Internet gelöst. Das Unfassbare daran ist, dass wir einen Audi TTS Coupé gewonnen haben. Jetzt haben wir beide ein schlechtes Gewissen, weil wir es nicht ehrlich verdient haben wie die Menschen, die das Rätsel selber gelöst haben. Trotzdem würden wir uns freuen, wenn ihr beim nächsten TTS, den ihr seht, keine Lackkratzer zieht.

Beichthaus.com Beichte #00029235 vom 06.08.2011 um 21:10:36 Uhr in 10117 Berlin (Hinter dem Gießhaus 14) (20 Kommentare).

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Bewerbungsgespräch mit Nachgeschmack

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Peinlichkeit Fetisch Arbeit Chef Internet Berlin

Ich (w/31) hatte heute ein Bewerbungsgespräch in einer großen international bekannten Werbeagentur. Ich war total happy dort überhaupt eingeladen zu werden. Was mir signalisierte, dass man mein Portfolio als Grafikdesignerin scheinbar für gut befunden hat. Der zuständige Creative Director lobte im Gespräch meine Arbeiten, insbesondere einige, die ich in einer bekannten Online-Community für Kreative ausgestellt habe. Meine Kreativität in Bezug auf die Wahl meines Usernamens stimmte ihn auch sehr positiv. Ich habe den Job! Ab Anfang nächsten Monats fange ich dort an. Später zu Hause dachte ich über die Worte des Creative Directors nochmal nach und wunderte mich doch etwas, dass er im Gespräch meinen eigentlich gar nicht so kreativen Usernamen so hervorgehoben hatte. Ich erschrak als ich meinen Usernamen bei Google eingab. Ich hatte mich vor einigen Jahren mal zusammen mit meinem Ex-Freund in einer Latex Fetish Community angemeldet, wo man auf den etwas freizügigen Bildern zwar mein Gesicht nicht sehen konnte, dafür aber meine schönen langen blonden Haare. Das ist mir jetzt so peinlich, aber was soll ich tun? Es gibt kein Zurück mehr.

Beichthaus.com Beichte #00027998 vom 20.07.2010 um 21:43:49 Uhr in 10117 Berlin (30 Kommentare).

Gebeichtet von errr
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