Es geht doch auch ohne Arbeit!

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Lügen Stolz Ungerechtigkeit

Ich (m/32) habe mir vor sechs Jahren gedacht, ein Studium ist heute absolut notwendig, um einen guten Job zu bekommen. Ich hatte zwar eine Ausbildung aber keine Studienberechtigung. Also habe ich das Fachabi gemacht und dann BWL studiert. Jetzt suche ich schon seit einem Jahr einen Job im Rhein-Main-Gebiet. Nach über 100 Bewerbungen und einigen, leider erfolglosen, Vorstellungsgesprächen zweifele ich auch langsam an mir. Fakt ist: Ich will arbeiten, etwas aufbauen, gestalten, meine Fähigkeiten einsetzen, auf eigenen Beinen stehen, eine Familie gründen, mir etwas gönnen können. Wieso ist es heutzutage so schwer, einen Fuß in ein Unternehmen zu bekommen?


Ich beichte, dass ich mittlerweile keinen Bock mehr habe, mich noch weiter zu bewerben. Ich habe seit 2014 einen fünfstelligen Betrag in Aktien investiert und diesen gut vermehrt. Wieso arbeiten, wenn es auch ohne geht?! Ich weiß, ziemlich asoziale Einstellung, aber immerhin brauche ich kein Hartz IV und liege dem Staat auf der Tasche. Ist auch ziemlich schwer, meiner Familie und Freunden zu erklären, was ich momentan mache. Alle anderen arbeiten Vollzeit oder studieren und ich sitze in meiner Wohnung und kaufe und verkaufe unregelmäßig Aktien, Fonds, Optionen und Ähnliches. Ich lese mir Wirtschaftsmagazine durch. Ansonsten mache ich nur das, was mir gefällt. Gehe raus, mache Sport, gehe mittags essen. Irgendwie gefällt mir das alles aber nicht. Ich möchte auch Teil der Arbeitswelt sein. Wertschätzung erfahren, eigene Ideen umsetzen, neue Leute kennenlernen, ein Netzwerk aufbauen. Es fehlt mir einfach, gebraucht zu werden.

Beichthaus.com Beichte #00036100 vom 06.07.2015 um 14:39:18 Uhr (17 Kommentare).

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Der Dritte Weltkrieg

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Ignoranz Gesellschaft Politik

Hiermit möchte ich beichten, dass ich ernsthaft Angst davor habe, dass der Konflikt zwischen Russland und der NATO in absehbarer Zeit den Dritten Weltkrieg auslöst. Beichtenswert ist an der Beichte nur, dass mir viele Menschen unterstellen würden, lediglich schwer an Paranoia zu leiden, da ihrer Meinung nach niemand so wahnsinnig sein kann, einen Atomkrieg anzuzetteln. Da bin ich mir aber mittlerweile nicht mehr so sicher. Es ärgert mich sehr, dass die NATO in Osteuropa stark aufrüstet und direkt vor Russlands Grenzen große Militärmanöver durchführt. Ich verstehe nicht, warum es in den 1980er Jahren eine riesige Friedensbewegung gab, die gegen amerikanische Raketen auf deutschem Boden protestiert hat, und es heute allen egal zu sein scheint, dass alle bilateralen Verträge zwischen Russland und den USA, die eine nukleare Katastrophe für die Menschheit verhindern sollten, inzwischen gekündigt sind und beide Seiten wieder fleißig um die Wette rüsten und sich gegenseitig bis aufs Blut provozieren.


Bevor jetzt der Vorwurf kommt, ich wäre bestimmt auch so ein Putin-Troll: Ich halte die Ukraine-Krise für einen Stellvertreterkrieg, der auf dem Rücken der in der Ukraine lebenden Bevölkerung ausgetragen wird und in dem es einzig und allein knallhart um geostrategische, wirtschaftliche und militärische Interessen geht. Von daher erübrigt sich die Schuldfrage, weil ich der Meinung bin, dass sich weder die NATO noch Russland gegenseitig irgendetwas schenken, sondern beiderseits die Eskalation immer weiter vorantreiben. Sind die Menschen von heute wirklich so blind, dass sie nicht sehen, dass der Kalte Krieg schon längst zurückgekehrt ist? Gäbe es heute eine Friedensbewegung wie in den 80ern, stünde ich in der ersten Reihe, um mich dafür einzusetzen, dass Deutschland massiv abrüstet, aus der NATO austritt und auch alle Waffenexporte strikt verboten werden.

Beichthaus.com Beichte #00036093 vom 04.07.2015 um 23:46:58 Uhr (22 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Warum haben Frauen Vorrang?

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Zorn Ungerechtigkeit Vorurteile Gesellschaft

Ich beichte, dass ich gerne auf gesellschaftlich aufgezwungene Normen scheiße, die mich stören oder benachteiligen. Vor allem dieser "ladys first"-Kram geht mit total auf den Sack. In einer Welt, in der von Gleichberechtigung gesprochen wird, sehe ich es nicht mehr ein, wenn Frauen - wenn es von Nutzen ist - plötzlich doch wieder das schwache Geschlecht sein wollen. Erst die alten Bräuche und die Frauenbenachteiligungen bemängeln, wenn es aber Vorteile gibt, dann doch wieder das schwache Geschlecht sein wollen. Scheinheilig, oder nicht? Beim Date zahlen und den ganzen Scheiß darf gerne immer noch der Mann machen. Es nervt mich auch, dass sich nie einer traut, das zu sagen! Aber es ist einfach eine unausgesprochene Wahrheit. Ich bin übrigens seit fast zwei Jahren glücklich vergeben und das auch nicht zum ersten Mal - das für den Schlag von Menschen, der meint, hier den wahren Grund meines Zorns zu sehen.

Beichthaus.com Beichte #00036083 vom 03.07.2015 um 19:36:19 Uhr (18 Kommentare).

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Die Bilanz von fünf Jahren Saufen

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Trunksucht Maßlosigkeit Diebstahl Last Night

Seit knapp fünf Jahren gehe ich mindestens zwei Mal im Monat mit Kumpels in die Düsseldorfer Altstadt, um mich am Wochenende sinnlos zu besaufen. Das allein wäre schon eine Beichte wert, jedoch denke ich, dass es vielleicht an der Zeit wäre, eine Fünf-Jahres-Bilanz bezüglich meiner regelmäßigen Besuche an der "längsten Theke der Welt" zu ziehen:
In den ganzen fünf Jahren habe ich in der Altstadt weder die Frau meines Lebens kennengelernt noch neue Freunde hinzugewonnen. Stattdessen habe ich es aber geschafft, mir insgesamt drei Mal das Handy und zwei Mal den Geldbeutel klauen zu lassen, da die Düsseldorfer Altstadt das Eldorado aller Taschendiebe zu sein scheint. Darüber hinaus habe ich es geschafft, mich drei Mal so abzuschießen, dass ich mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet bin. Warum meine Krankenversicherung alle drei Fahrten mit dem RTW übernommen hat, ist mir ein Rätsel. Zu meinen Alkohol-Abstürzen kommen noch zwei Platzwunden am Kinn und an der Augenbraue, die ich mir zugezogen habe, indem ich einmal im Suff einfach umgefallen bzw. ein anderes Mal gegen das Schild einer Bushaltestelle gerannt bin.


Da ich in den letzten Jahren eine ziemlich hohe Toleranz aufgebaut habe, sind Totalabstürze mittlerweile eine ziemliche Seltenheit geworden, allerdings nur, was die körperlichen Symptome betrifft. Früher war es noch so, dass ich, wenn ich zu viel getrunken hatte, irgendwann einfach kotzte, danach konnte ich eh keinen Blödsinn mehr anstellen, weil ich zu gar nichts mehr zu gebrauchen war. Mittlerweile ist es dagegen so, dass ich auch mit drei Promille noch ohne Probleme laufen kann und mich am nächsten Morgen auch noch an alles erinnern kann, allerdings benehme ich mich im Suff wie ein richtig asoziales Schwein. Das fängt schon damit an, dass meine Kumpels und ich bei warmem Wetter lieber draußen chillen, anstatt in einen Club zu gehen, weil man dadurch Geld spart und man, so scheint es, leichter mit Leuten ins Gespräch kommt, wenn man nicht durch laute Musik gestört wird. Leider ist mir viel zu spät aufgefallen, dass ab einer gewissen Uhrzeit nur noch drei Arten von Leuten auf der Straße saufen: Halbstarke Minderjährige, die noch nicht in den Club dürfen und schon längst zu Hause sein müssten, Kriminelle, die entweder dein Portemonnaie abziehen wollen oder dir Drogen verkaufen wollen, und Straßenpenner. Die einzige Frage, die sich stellt, ist, zu welcher Gruppe meine Freunde und ich gehören.


Wenn wir nicht saufen, machen wir meistens irgendeinen kriminellen Blödsinn. Zu unseren größten "Heldentaten" gehören unter anderem Vandalismus, kleinere Diebstähle, sexuelle Belästigung, Zechprellerei, Landfriedensbruch und so weiter. Wenn ich auf die fünf Jahre zurückschaue, muss ich sagen, dass sich das alles nicht gelohnt hat. Es hat mich nur viel Geld, viel Zeit und viele Synapsen meines Gehirns gekostet und meine Leber macht das wahrscheinlich auch nicht ewig mit. Wenn ich darüber nachdenke, dass das Schlimmste, was mir bei meinen "Abenteuern" passiert ist, eine Platzwunde war, muss ich sagen, dass ich noch verdammt viel Glück hatte. Ich habe mich oft nicht nur asozial, sondern im höchsten Maße verantwortungslos verhalten, sodass es fast ein Wunder ist, dass mir noch nie etwas richtig Krasses passiert ist wie z.B. ein Aufenthalt auf der Intensivstation samt Magenauspumpen, eingeschlagene Zähne oder Stress mit der Polizei. Ich war mehrmals in Situationen, in denen ich kurz davor war, in eine üble Schlägerei zu geraten oder den Abend in Handschellen zu beenden.


Ich habe den Eindruck, dass ich mit jedem weiteren Abend nicht nur noch mehr Zeit und Geld und Energie verschwende, sondern russisches Roulette spiele, weil ich beim Trinken immer ans absolute Maximum dessen gehe, was ich gerade noch so eben vertrage, ohne zu kotzen, und weil es theoretisch schon der nächste Düsseldorf-Abend sein kann, an dem ich mein Leben zerstöre. Des Weiteren habe ich festgestellt, dass mir die Altstadtabende immer weniger Spaß machen, weil es immer auf dasselbe hinausläuft: Saufen und Mist bauen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Altstadt-Karriere als asozialer Säufer und Kleinkrimineller hiermit zu beenden und mich mehr den Freunden zu widmen, mit denen nicht jeden Abend die Gefahr besteht, dass man entweder im Krankenhaus oder bei der Polizei endet. Des Weiteren habe ich beschlossen, meinen Alkoholkonsum signifikant zu reduzieren, weil ich mich bald selbst nicht mehr ausstehen kann, wenn ich so weitermache und im nüchternen Zustand trotzdem weiterhin vorgebe, ein anständiger, umgänglicher, verantwortungsbewusster, ausgeglichener und gebildeter Mensch zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00036082 vom 03.07.2015 um 18:05:53 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Einseitige Liebe

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Verzweiflung Ignoranz

Ich muss etwas loswerden, das mir heute noch leidtut. Vor ungefähr vier Jahren lernte ich über das Internet, über ein gemeinsames Hobby, einen jungen Mann kennen. Wir chatteten, unterhielten uns, tauschten irgendwann Nummern und dann besuchte ich ihn irgendwann auch. Alles lief total super und easy, bis er mir etwas später, als ich schon wieder abgereist war, dann beichtete, dass von ihm aus Gefühle im Spiel seien und er mehr wollte. Ich weiß nicht, ob ich es wirklich einfach nicht gemerkt habe, oder vielleicht nicht merken konnte, weil das von mir aus eben nicht der Fall war - dabei habe ich eigentlich immer ein ganz sicheres Bauchgefühl bei solchen Angelegenheiten und war sehr verwirrt. Ich sagte ihm ehrlich, wie es war, dennoch blieben wir in Kontakt und auch Freunde. Er schrieb mir damals, dass das nicht einfach für ihn sein würde, aber ich war sicher, dass wir das irgendwie hinbekämen, zumal ich ihn eben so gern hatte.

Das Ganze gipfelte irgendwie darin, dass wir zusammen eine richtig große Reise in eine Metropole an der U.S. Ostküste starteten, knapp ein Jahr später, nachdem sich die Angelegenheit mit den unerwiderten Gefühlen für mich schon so gut wie erledigt hatte. Wir haben weiterhin jeden Tag in Kontakt gestanden und das wurde eben nicht mehr angesprochen oder zum Problem gemacht. Ich muss gestehen, dass ich eher rational als romantisch veranlagt bin und mich generell mit Gefühlen sehr schwertue, mir aber, wenn sie denn da sind, auch sicher bin. Als wir dann von der Reise, auf der ebenfalls wirklich nichts gelaufen ist oder angedeutet wurde, wieder in der Heimat waren, schrieb er mir, dass er so nicht weitermachen könne und dass es besser wäre, wenn der Kontakt abgebrochen würde. Das war damals absolut ein Schlag gegen den Kopf, ich habe es dann aber so gesehen, dass es tatsächlich nicht gut ist, wenn ihn das so mitnimmt. Und so wurde sich dann über das Handy praktisch ein "Lebewohl" gewünscht.

Heute sitze ich hier immer noch wie abgefuckt, muss die ganze Zeit daran denken und habe ein superschlechtes Gewissen, warum ich damals nicht irgendwas gemerkt habe und ob das eigentlich wirklich die Freundschaft war, für die ich sie hielt, bis es zum Kontaktabbruch kam. Offenbar nicht, und ich habe es wirklich einfach nicht gewusst. Ich denke noch immer absolut unromantisch an diesen jungen Mann, vermisse ihn aber dennoch, auch nach 2,5 Jahren, tierisch. Ich glaube, manchmal sollen Dinge einfach nicht sein, und doch macht es mich wütend, dass die Welt es zulässt, dass sich zwei Leute mit so unterschiedlichen Absichten so gut verstehen können. Ich bin mittlerweile lange in eine andere Stadt gezogen, habe andere Telefonnummern und Mailadressen und weiß, dass er im Ausland ist, da eine Internetsuche nach seinem Namen dies ergeben hat. Manchmal wünsche ich mir einfach den Kontakt zurück, habe aber dann wieder die Angst, dass es erneut so ausgeht. Ich wollte nie, dass er verletzt wird. Vielleicht gibt es ja eine Gedankenübertragung und er liest diese Beichte irgendwann. M. aus B., es tut mir leid, dass alles so gekommen ist und ich hoffe, dass du hier oder in der Ferne das Glück findest, das du verdienst.

Beichthaus.com Beichte #00036072 vom 01.07.2015 um 22:49:12 Uhr (5 Kommentare).

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