Alle schauen, niemand hilft

11

anhören

Engherzigkeit Ekel Hochmut Gesellschaft Last Night Bremen Hauptbahnhof Gleis 5

Letzes Wochenende, Samstagabend. Ich hatte Feierabend und wollte so schnell wie möglich nach Hause und musste dafür den Zug vom Hauptbahnhof Bremen nehmen. Schnell bin ich zur Straßenbahnhaltestelle gerannt, um meine S-Bahn zu kriegen, die mich zum Hauptbahnhof fährt. Die S-Bahn fuhr pünktlich ab und ich erreichte den Bahnhof, doch mein Zug war leider schon weg und am Gleis standen keine weiteren Menschen, außer einem heruntergekommenen Penner, der mit einem Stoffbeutel und seinem letzten Hab und Gut sowie ein paar Bierflaschen auf der Bank vor sich hin döste. Der nächste Zug würde erst in 45 Minuten kommen. Nach einer Weile kamen ein paar Menschen zum Gleis hinzu und somit war ich nicht mehr ganz alleine, doch alle standen viele Meter entfernt. Ich war somit immer noch die, die am nächsten in der Nähe des Mannes saß. Plötzlich kam eine Gruppe von Teenagern ausländischer Herkunft, einen kannte ich sogar, er arbeitet im Erdgeschoss meiner Arbeit und war eigentlich auch immer ziemlich nett. Auf einmal fingen diese besagten Jungs an, leicht auf den schlafenden Mann einzuschlagen. Es war zunächst nur ein grobes Anstupsen, was immer heftiger wurde. Ich drehte mich um, um nach Hilfe zu suchen, doch alle anderen Passanten schauten weg. Die Jungs fingen an, die Tasche und seine Kleidung, auf der er schlief, durch die Gegend zu schmeißen und aufs Gleis zu werfen. Außerdem wurde der Mann die ganze Zeit von den Jungs beleidigt. Der Mann versuchte aufzustehen, doch er schien so betrunken zu sein, dass er kaum etwas mitbekam. Ich rief die Polizei an, dazwischen wollte ich als zierliche Frau dann doch nicht gehen. Ich hatte selbst Angst genug, dass mir was passiert. Bevor die Polizei kam, traf jedoch die Bahnhofssecurity ein und zog die Jungs beiseite. Immer noch half dem Mann aber keiner auf und ich verkroch mich ans andere Ende des Gleises. Ich weiß nicht, warum ich dem Mann nicht hoch geholfen habe, Gefahr von den Männern bestand immerhin keine mehr. Ich habe mich aber in dem Moment wohl zu sehr geekelt, einem so scheußlich aussehenden Mann zu helfen und ich habe mich einfach für was Besseres gehalten.


Heute nach meiner Frühschicht habe ich den Mann erneut gesehen, wieder am Bahnhof, wieder am Gleis, dieses Mal aber richtig schick und attraktiv angezogen. Hätte er nicht eine Wunde an der Augenbraue gehabt, hätte ich ihn vermutlich nicht wiedererkannt. Daher möchte ich nun beichten, weil mir das Ganze so unangenehm ist und mir nicht mehr aus dem Kopf geht, wieso ich so egoistisch war und ihm nicht geholfen habe.

Beichthaus.com Beichte #00030539 vom 04.12.2012 um 19:09:17 Uhr in Bremen Hauptbahnhof Gleis 5 (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Angriff mit unbemannten Drohnen

17

anhören

Dummheit Boshaftigkeit Nachbarn Bremen

Vor vier Wochen habe ich mir für 40 Euro ein hübsches Spielzeug gekauft: einen kleinen, ferngelenkten, batteriebetriebenen Hubschrauber, etwa 20 Zentimeter lang. Das Ding bleibt acht Minuten in der Luft und ein Freund hat mir den Sender der Fernbedienung verstärkt, so dass ich es noch in 50 Meter Entfernung steuern kann. Neulich saß abends, als es schon dunkel war, unsere Nachbarin, eine ältere Dame, noch in ihrem Wintergarten. Ich habe meinen Hubschrauber zu ihr rüberfliegen lassen und vor den Glasscheiben des Wintergartens langsam hin und her bewegt. Sie hat laut geschrien und ist zu den anderen Nachbarn gerannt. Das Ding war aber auch furchterregend, mit seinen rot und blau blinkenden LED-Lämpchen. Mich hat sie am nächsten Tag gefragt, ob ich das auch in der Zeitung gelesen hätte, dass die Amerikaner in Afghanistan solche Drohnen verwenden, so unbemannte Flugzeuge, mit denen sie aus der Luft die Taliban umbringen, und die Bundeswehr hätte die auch schon, und gestern sei eine in ihrem Garten gewesen. Es tut mir jetzt ein wenig leid, dass ich die alte Dame so erschreckt habe.

Beichthaus.com Beichte #00030451 vom 13.11.2012 um 22:49:27 Uhr in Bremen (Ludwig-Roselius Allee) (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Desinteresse

20

Ignoranz Falschheit Hass Bremen

Seit einigen Monaten befinde ich (m) mich in einer Umschulung, weil ich in meinem alten Beruf nicht mehr arbeiten konnte (hatte vor zwei Jahren einen Autounfall). Ich sitze also den ganzen Tag mit anderen Leuten zusammen und mit den meisten Leuten verstehe ich mich, […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00030240 vom 02.09.2012 um 14:17:37 Uhr in 28199 Bremen (Neuenlander Straße) (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Heiße Mädels aus der Region

25

anhören

Habgier Betrug Lügen Telefon Arbeit Bremen

Vielleicht kennt jemand noch diese 0190 Werbespots die vor über zehn Jahren dauerhaft im TV gelaufen sind. Ich hatte damals beruflich ein bisschen meinen Anteil daran die Männer abzuzocken die dort anrufen. Mit zwanzig habe ich nämlich bei einer 0190 Dating-Line gearbeitet. Den Männern wurde dabei erzählt, dass heiße Mädels aus ihrer Region einen Telefonflirt und vielleicht mehr mit ihnen suchen. Ich war dann sozusagen das heiße Mädel aus der Region, nur das diese Region irgendwie ganz Deutschland umfasst hat und ich immer einen anderen Heimatort hatte. Von der Zentrale wurde mir vorher mitgeteilt welchen Ort ich angeben soll.

Der Rest war dann sehr einfach, man hat die Typen in Kategorien eingeordnet und es ging darum sie lange an der Leitung zu halten. Viele davon waren einfach extrem naiv, andere kamen so rüber, als ob sie seit Jahren keine Frau mehr gesehen haben. Einer hat mich auch mal vier Stunden über sein gesamtes Leben vollgequatscht. Ich habe das damals fünf Jahre gemacht und es wurde richtig gut bezahlt. Allerdings bin ich dann schwanger geworden. Die Firma hat dann gesagt, dass ich unbedingt vermeiden muss, dass man Kindergeschrei im Hintergrund hört. Ich wäre dann ja kein heißes Mädel aus der Region mehr, sondern eine Mutti mit dickem Hintern, die jemanden sucht der ihren Balg durchfüttert. Ich habe dann gekündigt. Meine Beichte ist also das ich paarungswillige Männer am Telefon verarscht habe. Einige sind bei einem einzigen Anruf um 200 Euro ärmer geworden, dafür hätten sie auch gleich zu einer Gewerblichen fahren können. Was mir auch Leid tut ist das ich einen so gut bezahlten Beruf gekündigt habe weil ich in meiner Schwangerschaft ein bisschen empfindlich war was solche Sprüche angeht.

Beichthaus.com Beichte #00030092 vom 14.07.2012 um 22:24:42 Uhr in Bremen (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“Folge

Der kleine Bruder meines Freundes

23

Wollust Masturbation Schamlosigkeit Bremen

Ich (w/18) muss ein Geständnis bezüglich meines Freundes machen. Wir sind seit einigen Monaten zusammen und sind eigentlich ganz zufrieden. Wir wohnen beide noch bei unsern Eltern und gehen noch zu Schule. Er wohnt bei seiner allein erziehenden Mutter und dort treffen […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00030036 vom 08.06.2012 um 11:46:01 Uhr in 28327 Bremen (Kurt-Huber-Straße) (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge