Ich arbeite lieber mit Dicken!

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Vorurteile Engherzigkeit Arbeit Bremen

Ich (w/37) arbeite in einer Klinik für Essstörungen. Dort "trainiert" man die Menschen darin, wie man z.B. gesund kocht oder Sport treibt. Jetzt zu meiner Beichte: Ich arbeite lieber mit Menschen zusammen die sehr "stark" sind, als mit sehr dünnen Frauen oder Männern. Ich lasse mich für Gruppen eintragen, in denen mehr starke Menschen sind, als sehr dünne Menschen etc. Meine Kollegen bekommen das zwar mit, aber mein Chef hat nichts dagegen, weil ich mich genauso fürsorglich um die "Leichten" kümmere, wie um die "Schweren". Das ist wie bei einer Mutter, die zwei Kinder hat - sie liebt beide, doch sie hat ein Lieblingskind. Ich finde der wesentliche Unterschied zwischen diesen zwei Parteien ist folgender: Die schweren Menschen finden sich selbst nicht schön und sind meist freiwillig gekommen und tun was dafür. Sie hören zu, fragen nach Tipps und für das Gefühl, wenn sie abnehmen, kämpfen sie und freuen sich und kämpfen noch viel mehr.


Die sehr leichten Leute finden sich selbst so am Schönsten, wie sie gerade sind. Die sind zu einem großen Teil nicht freiwillig gekommen und tun alles, um unsere Arbeit zu erschweren. Oder treten einfach in den Hungerstreik, falls sie mit etwas nicht zufrieden sind. Das ist eine heikle Situation, denn wir haben sehr viele Pro-Ana Männer und Frauen, bei denen der Zustand sehr kritisch ist. Wir müssen Essen in sie hinein bekommen - egal was, sonst - man muss es so sagen - sehen sie sich die Radieschen von unten an! Da tut und macht man, verspricht Haus und Hof, nur damit sie die Hälfte eines normalen Pfannkuchen essen. Natürlich gibt es auch viele dünne Patienten, die lieb sind und sich bemühen, aber die Schweren sind einfach freundlicher und höflicher. Natürlich gibt es auch dort Zeitgenossen, die nicht so nett sind, aber deutlich weniger als bei den Dürren. Ich bitte um Absolution, da ich lieber mit schweren Leuten zusammenarbeite als mit Leichten.

Beichthaus.com Beichte #00034800 vom 06.01.2015 um 23:57:57 Uhr in 28779 Bremen (Am Wall) (4 Kommentare).

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Den Trickbetrügern auf der Spur

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Diebstahl Vandalismus Gewalt Morallosigkeit Arbeit

Ich arbeite bei einer Sicherheitsfirma und habe leider zunehmend Zweifel an meinem Beruf. Die Sache ist folgende: Vor etwa zwei Jahren hatten wir sehr wenig zu tun, als uns ein Detektiv aufgesucht hat. Seine Aufgabe bestand darin, dass er Trickbetrüger aufgespürt hat - eben die typischen Sachen, wenn wieder irgendwer eine angebliche Rechnung bekommen hat, gefälschte Abmahnungen und so weiter. Viele der Trickbetrüger konnte er jedoch nicht richtig überführen, die Beweislast hätte vor Gericht nicht ausgereicht oder es war oft auch ein zu geringer Streitwert. Einige seiner Kunden hatten wohl einen gewissen Hang zur Selbstjustiz. Wir wurden dann losgeschickt, um einigen der Trickbetrüger die Wohnungen zu verwüsten, dass machen wir mittlerweile auch immer noch. Teilweise zahlen die Kunden enorme Summen, besonders wohlhabende Leute sind oft extrem beleidigt, wenn jemand sie um vermeintlich kleine Beträge betrügt.


Durch die Arbeit des Detektivs wissen wir vorher über die Leute gut Bescheid und schicken dann meistens eine hübsche Kollegin vor. Denn egal, wie gerissen diese Betrüger sind, ihr männlicher Trieb wird ihnen dann doch meist zum Verhängnis. Sie ist sozusagen unser Trojanisches Pferd. Danach geht es in die Wohnung, demjenigen wird klar gemacht, dass wir recht viel über ihn wissen und das Kopfkino bringt die Leute dann meistens dazu, alle belastenden Unterlagen rauszurücken. Wir haben noch nie jemanden grob angefasst oder gar zusammengeschlagen, ein paar kaputte Schränke in der Wohnung und die Leute fürchten sich zu Tode. Dazu wohl auch der Schock, denn die Leute haben viele belastende Dinge einfach so auf dem Wohnzimmertisch rumliegen, was mir völlig unverständlich ist. Sobald wir die Unterlagen haben und sehen, dass es sich wirklich um den Betrüger handelt, wird die Wohnung verwüstet und die Trickbetrüger müssen dabei zuschauen. Wir sind dabei sehr kreativ, der PC wird allerdings grundsätzlich mitgenommen, im Badezimmer wird gerne eine Überschwemmung angerichtet. Bei richtig üblen Betrügern haben wir auch schon mal die Toilette rausgerissen. Wichtige Unterlagen und Bankkarten oder auch Personalausweise werden mitgenommen oder, wenn möglich, im Kamin verbrannt. Zum Schluss machen wir ein Foto von den Leuten, wie sie vor ihrer verwüsteten Wohnung stehen, die Kunden wollen das in der Regel als Beweis.


Woran ich Zweifel habe, ist, dass wir zunehmend auch Bargeld mitnehmen. Darauf gekommen sind wir so gesehen nicht einmal selbst, denn viele versuchen den Schaden in ihrer Wohnung zu minimieren und fangen dann an uns zu bestechen. Besonders der PC scheint vielen sehr heilig zu sein, sodass sie dafür mehrere Tausend Euro anbieten. Da wir auf solchen PCs auch schon ganz schön widerlichen Dreck gefunden haben, ist auch klar warum. Die Angst, dass so eine Festplatte vielleicht auch mal zur Polizei geht, dürfte sehr hoch sein. Heute haben wir wieder einen Job in Bremen, der Typ ist hässlich und alleinstehend, meine Kollegin wird sich wohl passend zu den steigenden Temperaturen etwas knapper anziehen. Später zerkratzt sie dem Typen mit einem Nagel dann wieder die halbe Wohnung. Da er in einem Wohnblock lebt, sind die Nachbarn ein Problem, daher sind Spraydosen und Kratzer die bessere Lösung als ein Baseballschläger. Ich rechne so mit fünfhundert Euro Bonus pro Teammitglied. Hängt davon ab, ob er Streit mit seinem Vermieter wegen zerkratzter Fensterscheiben haben möchte. Ich weiß, dass vieles was ich tue, nicht richtig ist, aber mein Job macht mir manchmal schon Spaß.

Beichthaus.com Beichte #00032837 vom 07.03.2014 um 15:02:50 Uhr (26 Kommentare).

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“Beichte

Die Wollmütze am Bahnhof

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Ekel Boshaftigkeit Vandalismus Unreinlichkeit Bahn & Co. Bremen

Vor ungefähr zehn Jahren war ich (m/28) mit ein paar Freunden am Wochenende in Bremen auf Sauftour. Nachdem wir zu Hause vorgeglüht hatten, sind wir mit dem Zug in die Stadt und haben erst mal einen schönen Burrito beim Mexikaner gegessen. Danach gingen wir feiern, wobei natürlich noch mehr Alkohol geflossen ist. Nach Hause sollte es auch mit dem Zug gehen. Auf dem Weg zum Zug im Bremer Hauptbahnhof merkte ich, dass diese Mischung aus Bier, Wodka und scharfem mexikanischem Essen, meiner Verdauung doch arg zugesetzt hatte und sich mit großem Druck Durchfall ankündigte. So kam es, dass ich eine der öffentlichen Toiletten des Bremer Hauptbahnhofes aufsuchte. Dort angekommen stand ich vor einem Drehkreuz, an dem man 50 Cent für die Toilettenbenutzung zahlen sollte. Ich bin der Auffassung, dass die Benutzung von Toiletten generell kostenlos sein muss. 50 Cent fürs Kacken finde ich einfach dreist von der Bahn. Die bereichern sich schon genug mit ihren überteuerten Fahrkarten. Also bin ich einfach über das Drehkreuz hinweg geklettert und habe mein Geschäft verrichtet. In meinem besoffenen Kopf war ich jedoch immer noch von der Benutzungsgebühr für die Toiletten angefressen, obwohl ich sie ja gar nicht bezahlt hatte. Als ich fertig war, fiel mir auf, dass jemand seine Wollmütze am Kleiderhaken in der Toilettenkabine vergessen hatte. So kam mir die großartige Idee, diese aus Rache an der Bahn mit ins Klo zu werfen, um Selbiges zu verstopfen. Der Plan ging auf: Beim Spülen stieg die ganze Brühe bis unter die Klobrille und blieb dort stehen. Gut gelaunt kam ich aus dem Bahnhofsklo und erzählte meinen Freunden von meiner Schandtat, welche mein Verhalten auch für sehr angebracht hielten. Ich habe also ein Bahnhofsklo zugeschissen und mit einer fremden Wollmütze absichtlich verstopft, weil die Bahn einfach dreist ist. Leidtut es mit nur für den Besitzer der Mütze und die arme Sau, die die Schweinerei wegmachen musste.

Beichthaus.com Beichte #00031255 vom 22.05.2013 um 15:45:05 Uhr in 28195 Bremen (Hauptbahnhof) (26 Kommentare).

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Keine Kinder mit meiner Freundin

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Falschheit Vorurteile Partnerschaft Kinder Bremen

Ich bin seit etwa eineinhalb Jahren mit einer wunderschönen Frau mit afrikanischen Wurzeln zusammen. Ihre Mutter stammt aus Nigeria, ihr Vater aus Deutschland. In der Zeit ist unsere Beziehung relativ ernst geworden und wir planen schon die gemeinsame Zukunft. Sie weiß, dass ich Kinder will, sie selbst will auch welche. Was sie nicht weiß, ist, dass ich keine Kinder mit ihr will. Ich liebe sie, ich bin im Allgemeinen auch nicht rassistisch und habe nichts gegen Menschen aus anderen Kulturkreisen. Aber ich will einfach selbst keine Kinder haben, die weit dunkler sein werden als ich, allein der Gedanke schreckt mich ab. Meine Beichte ist, dass ich zu feige bin, ihr dies zu sagen. Ich bin inzwischen sogar so weit, dass ich darüber nachdenke, mich sterilisieren zu lassen, da es leider keine Pille für den Mann gibt und ich sie nicht verlieren will, da ich sie liebe. Aber ich will einfach keine Kinder mit ihr.

Beichthaus.com Beichte #00030864 vom 09.03.2013 um 18:25:57 Uhr in Bremen (Bismarckstraße) (48 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Alle schauen, niemand hilft

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Engherzigkeit Ekel Hochmut Gesellschaft Last Night Bremen Hauptbahnhof Gleis 5

Letzes Wochenende, Samstagabend. Ich hatte Feierabend und wollte so schnell wie möglich nach Hause und musste dafür den Zug vom Hauptbahnhof Bremen nehmen. Schnell bin ich zur Straßenbahnhaltestelle gerannt, um meine S-Bahn zu kriegen, die mich zum Hauptbahnhof fährt. Die S-Bahn fuhr pünktlich ab und ich erreichte den Bahnhof, doch mein Zug war leider schon weg und am Gleis standen keine weiteren Menschen, außer einem heruntergekommenen Penner, der mit einem Stoffbeutel und seinem letzten Hab und Gut sowie ein paar Bierflaschen auf der Bank vor sich hin döste. Der nächste Zug würde erst in 45 Minuten kommen. Nach einer Weile kamen ein paar Menschen zum Gleis hinzu und somit war ich nicht mehr ganz alleine, doch alle standen viele Meter entfernt. Ich war somit immer noch die, die am nächsten in der Nähe des Mannes saß. Plötzlich kam eine Gruppe von Teenagern ausländischer Herkunft, einen kannte ich sogar, er arbeitet im Erdgeschoss meiner Arbeit und war eigentlich auch immer ziemlich nett. Auf einmal fingen diese besagten Jungs an, leicht auf den schlafenden Mann einzuschlagen. Es war zunächst nur ein grobes Anstupsen, was immer heftiger wurde. Ich drehte mich um, um nach Hilfe zu suchen, doch alle anderen Passanten schauten weg. Die Jungs fingen an, die Tasche und seine Kleidung, auf der er schlief, durch die Gegend zu schmeißen und aufs Gleis zu werfen. Außerdem wurde der Mann die ganze Zeit von den Jungs beleidigt. Der Mann versuchte aufzustehen, doch er schien so betrunken zu sein, dass er kaum etwas mitbekam. Ich rief die Polizei an, dazwischen wollte ich als zierliche Frau dann doch nicht gehen. Ich hatte selbst Angst genug, dass mir was passiert. Bevor die Polizei kam, traf jedoch die Bahnhofssecurity ein und zog die Jungs beiseite. Immer noch half dem Mann aber keiner auf und ich verkroch mich ans andere Ende des Gleises. Ich weiß nicht, warum ich dem Mann nicht hoch geholfen habe, Gefahr von den Männern bestand immerhin keine mehr. Ich habe mich aber in dem Moment wohl zu sehr geekelt, einem so scheußlich aussehenden Mann zu helfen und ich habe mich einfach für was Besseres gehalten.


Heute nach meiner Frühschicht habe ich den Mann erneut gesehen, wieder am Bahnhof, wieder am Gleis, dieses Mal aber richtig schick und attraktiv angezogen. Hätte er nicht eine Wunde an der Augenbraue gehabt, hätte ich ihn vermutlich nicht wiedererkannt. Daher möchte ich nun beichten, weil mir das Ganze so unangenehm ist und mir nicht mehr aus dem Kopf geht, wieso ich so egoistisch war und ihm nicht geholfen habe.

Beichthaus.com Beichte #00030539 vom 04.12.2012 um 19:09:17 Uhr in Bremen Hauptbahnhof Gleis 5 (11 Kommentare).

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