Leuchtet das Licht im Kühlschrank immer?

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Verschwendung Maßlosigkeit Arbeit

Leuchtet das Licht im Kühlschrank immer?
Ich war einmal - vor vielen Jahren, nach dem Studium - bei einem Hausgerätehersteller im Produktdesign tätig. Dort habe ich einen Kühlschrank entworfen, welcher weit über eine Million mal gebaut wurde. Nichts Besonderes, ein Allerweltsmodell in Großserienfertigung halt und so etwas macht man mehr oder weniger nebenbei, weil wichtigere Projekte zu teureren Geräten im Vordergrund stehen, die mehr Zeit benötigen. Die Technik bei dem Ganzen ist eigentlich immer dieselbe, nur das Design ändert sich. Und so geht es darum, um die Technik herum ein Gehäuse zu planen, welches bei dem Modell für mich alleine keine Woche gedauert hatte, wobei man hingegen bei hochwertigeren Modellen mehrere Monate gemeinsam mit Kollegen zubrachte. Nachdem alle internen Kontrollstufen und Tests durchlaufen wurden, kam die Freigabe: Die Fertigung lief an und das Gerät verkaufte sich hervorragend, was die Absatzzahlen zeigten.

Eines Tages flatterte jedoch ein Brief ins Haus. Die Produktion lief da schon seit längerer Zeit. Ein, der Schreibschrift nach älterer Mann, wollte testen, ob das Licht im Inneren des Schrankes bei geschlossener Tür wirklich ausging. Es hatte ihm keine Ruhe gelassen und er hatte seine Videokamera auf Aufnahme gestellt, sie in das Innere des Gerätes gelegt und so aufnehmen können, dass das Licht im Inneren bei geschlossener Tür weiterleuchtet. Zuerst konnten wir es gar nicht glauben und testeten es selbst. Und es stimmte, die Lampe leuchtete bei geschlossener Tür weiter und damals bei den Prüfdurchläufen war es keinem aufgefallen. Es handelte sich um Millimeter. Ein Kollege hatte gleich eine Lösung parat, in dem wir auf die Stelle, an welcher die Tür den Schalter betätigt, ein 4mm dickes Stück Kunststoff klebten.

Das reichte aus, um den Schalter zu betätigen und das Licht auszumachen. Wir änderten sofort das Gehäuseinnere geringfügig für die Fertigung, damit es für alle zukünftig hergestellten Geräte wieder stimmte, und ließen zusätzlich mehrere 100.000 Stück Kunststoffrechtecke mit einer selbstklebenden Fläche auf der Rückseite auf Verdacht herstellen, falls sich noch mehr Leute melden sollten, damit diese das selbst einfach nachrüsten konnten. Diese wurden in ein Kuvert verpackt, mit einer Anleitung dazu, wie vorzugehen ist, damit das Licht im Kühlschrank ausgeht. Jedes dieser Kunststoffteile kostete fast zwei Mark, was bei der Stückzahl auch ein schöner Brocken war. Wenn man bedenkt, dass damals das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und ein Fax das Highlight der Kommunikation war, dürfte es sich nicht wirklich herumgesprochen haben, dass die Geräte unbeabsichtigt ein Dauerlicht hatten und wir blieben auf den Kunststoffteilen sitzen.

Da die Technik von dem Gerät ziemlich langlebig und zuverlässig war, dürften heute noch einige Geräte herumstehen, welche immer leuchten, vorausgesetzt die Besitzer tauschen die Glühlampe aus, wenn sie defekt wird. Mittlerweile bin ich selbstständig und habe mit Küchengeräten, außer wenn ich daheim etwas koche, nichts mehr am Hut. Ich schreibe diese Zeilen, weil ich ein paar dieser Kuverts mit den Kunststoffrechtecken beim Entrümpeln gefunden habe. Ich möchte hiermit beichten, dass ich aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit bei der Planung vielen Menschen einen geringfügig höheren Stromverbrauch beschert habe, als notwendig wäre. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00037354 vom 07.01.2016 um 08:44:06 Uhr (13 Kommentare).

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Der Schmuck meiner Großtante

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Habgier Selbstsucht Schamlosigkeit Diebstahl

Eine angeheiratete Großtante von mir war gestorben. Zwei Schwägerinnen erbten den Schmuck. Wir hatten ein Familientreffen mit der ganzen Verwandtschaft, die ziemlich groß ist. Da die ganze Bagage sehr weltfremd ist und materielle Güter als profan ablehnt, haben diese Schwägerinnen den Schmuck herumgereicht und jede Frau durfte sich raussuchen, was ihr gefiel. Alles, was niemand wollte, sollte für einen guten Zweck gespendet werden. Es gab keine Stücke für Tausende von Euros, aber einige Goldkettchen und alte goldene Eheringe, für die sich niemand interessiert hat. Da überfiel mich die totale Gier und ich habe einiges eingesteckt und später verkauft. Mein Ehepartner würde ausflippen, wenn er es wüsste! Ich habe es sehr bereut, es war ein Scheißgefühl, als ich wieder zur Besinnung kam. Hinterher habe ich jahrelang großzügig gespendet.

Beichthaus.com Beichte #00037343 vom 05.01.2016 um 18:24:26 Uhr (7 Kommentare).

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“Beichte

Ungewolltes Elternglück

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Boshaftigkeit Morallosigkeit Waghalsigkeit München

Ich (m/28) habe ich wohl unzähligen Heranwachsenden und Paaren zum ungewollten Elternglück verholfen. Ich weiß nicht mehr genau warum, aber über den Zeitraum von zwei Jahren habe ich bei jedem Besuch im Supermarkt die Kodompackungen mit einer kleinen Nadel durchstochen. Aber immer schön von hinten, damit man es nicht sieht! Im Nachhinein möchte ich mich dafür entschuldigen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kinder ich dadurch in diese Welt gelassen habe. Verzeiht mir.

Beichthaus.com Beichte #00037340 vom 05.01.2016 um 08:38:54 Uhr in 80331 München (Hochfeldstraße) (26 Kommentare).

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Ich habe genug vom Ghetto!

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Engherzigkeit Selbstsucht Ignoranz Gesellschaft Studentenleben

Ich (m/22) bin halb-halb. Deutsch mit Migrationshintergrund. Ich habe einen guten Draht zur Familie, Kultur und Sprache. Außer meinem Namen und meiner original hellbraunen Haut erinnert nichts an meine Herkunft. Selbst mein Name ist so selten, dass er aus ganz anderen Kulturen vermutet wird. Ich beichte mehrere Sachen: Mir ist das Leben der Menschen aus den sozialen Brennpunkten Deutschlands völlig egal und auch deren Sorgen interessieren mich nicht. Sie können sie selbst lösen, sich selbst Hilfe suchen, denn es gibt genug. Wer wirklich Hilfe will, dem wird auch geholfen. Meine Familie ist hoffentlich auch bald raus hier, sobald ich ausgezogen bin. Außerdem beichte ich, dass ich meine Herkunft teilweise verrate. Ich bin nicht integriert, sondern assimiliert. Ich habe die kulturellen Eigenschaften meiner anderen Hälfte völlig aufgegeben, weil ich damit nichts mehr zu tun haben will und ich schäme mich nicht dafür.


Die Welt kann wunderschön sein, aber umso bitterer ist auch die Realität in den Ghettos. Meine Akademikerfamilie hat sich super in Deutschland angepasst und lebt hier ohne Sorgen. Leider hat es beruflich nicht so geklappt wie erhofft und leben in einem sozialen Brennpunkt einer Großstadt. Hier sieht es aus wie auf der Müllhalde und ist voller Unsicherheit, Elend und Perspektivlosigkeit. Die meisten jungen Menschen ohne Abschluss, Geld oder Zukunft wissen sich nur mit Sachbeschädigung, Abzockerei, Störungen und Belästigung zu beschäftigen. Ihr Leben ist ihnen völlig egal. Hauptsache sie spielen den harten Gangster. Daher kommt wohl mein Drang nach Karriere und Erfolg.


Ich studiere, bin dabei recht erfolgreich, habe Freunde, bin oft unterwegs und verdiene gut nebenbei. Eine nette Freundin dazu wäre super, aber wichtig ist nur, dass ich in ein paar Wochen in meine eigene Wohnung ziehen kann. Etwas teurer, aber gute Gegend. Ich stehe vor einer glorreichen Zukunft, während die Anderen jeden Tag Handys verkaufen müssen, um sich das nächste Mittagessen oder Bier leisten zu können. Ich habe genug von diesem Ghetto!

Beichthaus.com Beichte #00037307 vom 29.12.2015 um 23:20:36 Uhr (8 Kommentare).

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Mit Lego kann man reich werden!

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Habgier Falschheit Selbstsucht Geld

Vor einiger Zeit war ich bei meinem 7-jährigen Neffen zu Besuch. Er spielt gerne mit Lego und hat eine Menge davon. Jedes Mal, wenn ich zu Besuch bin, bauen wir gemeinsam die verrücktesten Sachen. Beim letzten Mal fielen mir eine Menge kleiner Lego-Säckchen auf, welche ungeöffnet in einer Kiste in seinem Zimmer lagen. Mein Neffe klärte mich darüber auf, dass sich in den Säckchen sogenannte Minifiguren befinden. Auf die Frage, warum er diese noch nicht geöffnet hatte, meinte er nur, dass die schon älter seien und er schon neuere Figuren hat und deswegen diese nie geöffnet hatte. Ich öffnete dann nach und nach die Säckchen und mein Neffe meinte immer nur, dass er die Figur schon kennt und die schon hat, und so weiter. Doch in einem Säckchen war eine Figur, die er nicht kannte. Der Beipackzettel machte auch mich neugierig, weil die Figur angeblich limitiert ist und weltweit nur 5000-mal existiert.


Eine kurze Recherche am Handy ergab, dass Sammler für diese Figur über 1.000 Euro bezahlen, weil sie so selten ist. Ich fragte meinen Neffen, ob ich die Figur haben kann, und er meinte nur: "Klar, die ist eh hässlich." Meiner Schwester erzählte ich nichts von der zweifelsohne wertvollen Figur, die mein Neffe da hatte. Schon am nächsten Tag stellte ich die Figur bei einem Verkaufsportal ein und gab als Preis 1.500 Euro ein. Ich dachte mir, dass die Leute eh handeln wollen und ich für die Figur wahrscheinlich nicht mehr als 400 Euro bekomme. Aber schon wenige Stunden, nachdem ich die Anzeige online hatte, meldete sich jemand, ob die Figur noch zu haben wäre. Er meinte, er könne am nächsten Morgen bei mir sein und ich solle die Figur bitte nicht anderweitig verkaufen, denn er zahle den Preis weil er Sammler ist und die Figur noch dazu eine gute Seriennummer habe und dadurch für ihn so wertvoll wäre.


Es meldeten sich dann noch eine ganze Menge Leute, die aber bei Weitem nicht so viel zahlen wollten. Am nächsten Morgen, pünktlich um 9 Uhr, läutete es an der Tür. Es stellte sich heraus, dass der Käufer für die Figur quer durchs Land gefahren ist. Er begutachtete die Figur kurz und blätterte dann, ohne zu handeln, 1.500 Euro auf den Tisch. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich fragte ihn noch, ob er mit mir und meiner Freundin frühstücken wolle, was er aber verneinte und sich dann auch schon wieder verabschiedete. Die ganze Verkaufsaktion dauerte keine drei Minuten. Ich habe meinem Neffen dann für knapp 200 Euro Lego-Sachen gekauft. Was der wirkliche Grund für das Geschenk war, habe ich meiner Schwester und meinem Neffen aber nicht verraten. Von den restlichen 1.300 Euro haben meine Freundin und ich einen tollen Kurzurlaub gemacht. Ich möchte hiermit beichten, dass ich aufgrund der Unwissenheit meines Neffen schnell und leicht zu Geld gekommen bin. Ich bitte um Vergebung für mein Verhalten.

Beichthaus.com Beichte #00037303 vom 29.12.2015 um 03:57:20 Uhr (22 Kommentare).

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