Mein affiger Nachbar

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Feigheit Stolz Ungerechtigkeit Nachbarn

Ich (m/mittleren Alters) gehe am Wochenende lieber arbeiten, als meinen Tag in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Das war viele Jahre lang nicht so, aber leider treibt mich mein Nachbar und langsam auch meine Frau mehr und mehr in den Wahnsinn. Ich komme aus eher bescheidenen Verhältnissen, habe mich aber als Geschäftsmann in meiner Branche etabliert, bin seit über 20 Jahren verheiratet, habe eine jugendliche Tochter und einen jugendlichen Sohn. Mit meinem finanziellen Erfolg kam auch ein größeres Haus in einer Stadt in Süddeutschland in einem Bezirk für ein gut situiertes Klientel. Die Menschen dort bleiben eher unter sich und damit konnte ich gut leben. Bis mein jetziger Nachbar seinen vermaledeiten Wohnsitz in das Haus nebenan verlegen musste. Weil es damit noch nicht genug war, brachte er gleich noch eine 15 Jahre jüngere Frau und einen verzogenen Sohn im Alter meines Sohnes mit. Leider haben sich unsere Frauen über die Zeit angefreundet. Und zwar so gut, dass wir uns nun jedes Wochenende entweder zum Brunch, der bei uns stattfindet, oder zum Abendessen in einem Restaurant verabreden. Wenn es ganz schlimm kommt, auch für beides. Üblicherweise ziehen sich die beiden Frauen dann zurück und ich werde mit meinem Nachbarn alleine gelassen. Leider haben wir überhaupt keine Gemeinsamkeiten, ausgenommen davon, dass es uns beiden finanziell gut geht. Der feine Herr ist zwar wohlhabend - er muss aber auch alles und jeden übertreffen. Der tolle Hecht weiß immer, was am Besten ist. Er fährt das "beste" Auto, trinkt den "besten" Wein, trägt Anzüge für mehrere Tausend Euro und sieht dabei aus wie ein drittklassiger Clown. Nach ein paar Gläsern Wein äußert er sich dann abfällig über die herumlungernde, faule und geschmacklose "Unterschicht".


Jetzt kommt der Teil, für den ich mich schäme: Ich fühle mich wegen meiner Wurzeln immer persönlich angegriffen. Ich will nie wieder abfällige, herabsetzende Blicke auf mir spüren. Also gebe ich mir große Mühe, diesem eingebildeten Lackaffen zu gefallen und in keiner Beziehung zurückzustehen. Ich trage jetzt beim Weggehen einen Anzug, der noch viel affiger aussieht. Ich habe meinen Fuhrpark um zwei Sportwagen erweitert. Ich kaufe meiner Frau jetzt regelmäßig Schmuck und habe das Taschengeld meiner Kinder versechsfacht, um an das Taschengeld seines Sprosses heranzukommen. Zum Brunch in unserem Haus werden seltene und ausgefallene Speisen dargeboten, die bei mir teilweise einen Würgereflex zur Folge haben. Trotzdem nehme ich mir davon reichlich und verzehre es mit dem Ausdruck eines wahren Genießers. Ein kühles Bier oder eine saftige Bratwurst mit Pommes habe ich schon lange nicht mehr aus der Nähe gesehen. Ich möchte beichten, dass ich mir zu viel aus der Meinung anderer mache und ein Leben führe, das ich nicht so führen will. Zum Abschluss möchte ich noch anmerken, dass unsere Familien in etwa zwei Monaten gemeinsam in den Skiurlaub fahren werden, ich aber in meinem ganzen Leben noch nie auf zwei Brettern einen steilen Abhang herunterbalancieren musste.

Beichthaus.com Beichte #00032156 vom 01.11.2013 um 14:39:09 Uhr (21 Kommentare).

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Ignoranz an Halloween

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Morallosigkeit Ignoranz Feigheit Kinder

Letztens half ich meiner Nachbarin, verpackte und recht schwere Möbel nach oben in ihre Wohnung zu transportieren, wobei just in dem Moment eine Schar maskierter Kinder bei uns unten an der Eingangstüre klingelten. Unter diesen Kindern war das Kind eines sehr guten Freundes - der natürlich ebenfalls dabei war. Ich habe ihm durch die Glasscheibe der Tür sogar noch freundlich zugewunken, doch nachdem ich wieder in der Wohnung war, habe ich das Läuten und Rufen einfach ignoriert. Ich hasse Halloween nämlich, weil das nicht unsere Kultur ist und von den Amis quasi adaptiert wurde. Ich möchte beichten, da es mir heute leidtut, dass ich ihn und seine Kinder einfach ignoriert habe. Über dieses Dilemma muss ich heute noch nachdenken.

Beichthaus.com Beichte #00032155 vom 01.11.2013 um 12:36:24 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Nervige Postboten

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Rache Boshaftigkeit Aggression Thurnau

Ich beichte, dass ich unsere Postboten ärgere und provoziere. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus, in welchem sich die Briefkästen im Hausflur befinden und somit von außen nicht zugänglich sind. Fast jeden Samstag um 8 Uhr morgens reißt mich das plötzliche und eindringliche Klingeln eines Postboten an der Haustür aus dem Schlaf. Ich bin dann von der Nachtschicht immer noch ganz kaputt und danach kann ich nicht wieder einschlafen - der Tag ist für mich also gelaufen. Es regt mich total auf, dass diese Trottel sich keinen Hausschlüssel organisieren und ich verstehe auch nicht, warum die immer bei mir klingeln. Nur, weil mein Klingelschild ganz oben ist. Um sie zurückzuärgern, warte ich erst eine Weile und drücke dann plötzlich so kurz auf den Türöffner, dass sie es nicht schaffen, in der kurzen Zeit die Tür aufzumachen. Sie klingeln dann erneut und ich wiederhole das Spiel. Ich bin immer voller Schadenfreude, wenn ich nach dem Türöffner-Geräusch ihr Rütteln an der Haustür höre. Das Spiel wiederholt sich manchmal mehrere Male, dann klingeln sie woanders. Tut mir leid, aber nach nicht einmal drei Stunden Schlaf bin ich leider etwas gereizt.

Beichthaus.com Beichte #00032151 vom 31.10.2013 um 12:28:59 Uhr in Thurnau (20 Kommentare).

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Angst vor dem banalen Leben

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Trägheit Faulheit Selbstsucht Dummheit Arbeit

Ich (m/25) möchte beichten, dass ich mich schon seit sechs Jahren erfolgreich vor jeglicher Arbeit gedrückt habe. Nach meinem Abitur, das ich mit einem Notendurchschnitt von 1,7 abgeschlossen habe, wusste ich nicht so wirklich, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Zum Bund musste ich damals nicht, da ich wohl nur eingeschränkt einsatzfähig war. Also habe ich fast ein Jahr lang vor dem Fernseher herumgelungert und bin abends saufen und gelegentlich auch kiffen gegangen. Als meine Eltern genug von meinem Selbstfindungstrip hatten, habe ich mich für ein Jurastudium an einer renommierten deutschen Uni weit weg von meinem Heimatort beworben und wurde auch angenommen. Meine Eltern spendierten mir über diesen Zeitraum großzügig eine kleine 3-Zimmer-Wohnung, in der ich die nächsten drei Jahre lang ein angenehmes und freies Leben führen konnte. Im sechsten Semester konnte ich mich allerdings nicht mehr vor der Zwischenprüfung drücken und wurde im Endeffekt zwangsexmatrikuliert.


Zerknirscht zog ich daraufhin wieder bei meinen Eltern ein, die mich auch erst ein paar Monate lang in Ruhe ließen, damit ich mich von dem erlittenen Misserfolg erholen konnte. Danach wurden sie aber immer drängender, dass ich mir doch endlich eine Ausbildung oder einen Job suchen solle. Jetzt bin ich seit fast zwei Jahren "arbeitssuchend" und werde von meinem Eltern und dem verdammten Arbeitsamt nur noch gegängelt und drangsaliert. Ich fühle mich aber einfach noch nicht bereit dafür, ins Berufsleben einzusteigen. Also gebe ich mir alle Mühe, dass ich noch eine Weile jobsuchend bleiben werde. Ich baue bei Bewerbungsschreiben mit Absicht subtile Fehler ein und werde ich doch einmal zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, gebe ich mir alle Mühe, dass es bei diesem einzigen Gespräch bleibt. Bei weiblichen Gesprächspartnern kratze ich mir während irgendeiner langweiligen Ausführung gerne am Sack herum. Ich nehme vor einem solchen Gespräch auch gerne Speisen mit Zwiebeln, Knoblauch oder Bohnen zu mir. Das damit geförderte Furzstaccato im Bewerbungsgespräch hatte bisher immer eine ablehnende Haltung zur Folge. Ich möchte beichten, dass ich meinen Eltern schon jahrelang auf der Tasche liege und Angst um mein bisheriges Leben habe, weil ich befürchte, dass ihnen irgendwann die Geduld mit mir reißt, und sie mich einfach vor die Tür setzen könnten, wo dann das einfache und banale Leben auf mich wartet.

Beichthaus.com Beichte #00032143 vom 30.10.2013 um 21:23:38 Uhr (32 Kommentare).

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“Folge

Wer hat meine Zigaretten geklaut?

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Rache Diebstahl Kollegen Chef Hamburg

Wer hat meine Zigaretten geklaut?
An meinem Arbeitsplatz gab es jemanden, der aus den Packungen anderer immer einzelne Zigaretten entwendet hat, um diese dann in seiner Raucherpause zu rauchen. Wir wussten lange nicht, wer diese Person ist und jeder Raucher fing an, seine Zigaretten nur noch bei sich zu tragen und nicht mehr auf den Tisch zu legen oder Ähnliches. Ich sah allerdings nicht ein, meine Zigaretten wegen eines einzigen unehrlichen Menschen immer bei mir führen zu müssen und überlegte mir eine Alternative. Als ich mir wieder eine Schachtel Zigaretten stopfte, verwendete ich anstatt des Tabaks eine Mischung, in der auch Pferdehaar enthalten war. In der Mittagspause standen wir dann im Raucherbereich und wollten genüsslich unsere Zigaretten rauchen, als die Person neben mir den ersten Zug nahm. Und sowie er genüsslich diesen Zug nahm, übergab er sich und spuckte, was das Zeug hielt. Es war im Übrigen mein Chef, aber seit diesem Tag muss niemand mehr seine Zigaretten bei sich haben.

Beichthaus.com Beichte #00032141 vom 30.10.2013 um 17:52:29 Uhr in Hamburg (9 Kommentare).

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