Der Stuhl in meiner Wohnung

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Diebstahl Habgier Nachbarn München

Ich habe den Stuhl vom Nachbarn geklaut. Mein Stuhl, der schon in der Wohnung inklusive war, ist kaputtgegangen, die Lehne ist durchgebrochen. Ich hatte Angst die Kaution zu verlieren und habe gehofft, dass ein Nachbar keinen Stuhl mehr braucht, da alle im Haus die gleiche Austattung haben. Vorgestern habe ich im Gang dann durch Zufall einen Stuhl gesehen, der gepasst hat, und ihn schnell in mein Zimmer geholt. Ich bekenne mich schuldig, habe ihn aber nicht zurückgebracht, da ich noch darauf warte, dass ihn wer vermisst und einen Zettel in den Gang hängt.

Beichthaus.com Beichte #00040087 vom 24.07.2017 um 05:15:29 Uhr in München (12 Kommentare).

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Von Ex-Frauen und der Privatinsolvenz

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Morallosigkeit Feigheit Verzweiflung München

Ich (m/30) habe vor einem Jahr einen Kollegen kennengelernt, der inzwischen für mich mein bester - bzw. eigentlich einziger richtiger - Freund ist. Wir haben uns sehr oft getroffen, zunächst als Lerngruppe und inzwischen sehen wir uns fast auch nach der Arbeit täglich. Ich bin wirklich froh, dass ich ihn getroffen habe, denn je älter man wird, desto schwieriger ist es, Freunde zu finden. Nun ist es so, dass man sich natürlich anfangs nicht unbedingt alles erzählt. Er weiß z. B. nicht, dass ich eine Tochter habe, die ich seit Jahren nicht gesehen habe, und hatte aber auch immer das Gefühl, dass bei ihm ebenfalls etwas nicht stimmt. Er wohnt allein in einer Wohnung, die er angeblich nur wegen der Arbeit hat, aber er ist eigentlich immer dort und weder seine Frau (bis auf ein Mal, sehr kurz) noch seine fünf Kinder habe ich bisher gesehen (er ist bereits 50).

Mir ist aber aufgefallen dass keine Klamotten von seiner Frau herumliegen, keine Zahnbürste, keine Schuhe. Gestern habe ich aus Versehen in einen Ordner hineingeschaut, von dem ich dachte, dass es ein Ordner mit Weiterbildungsstoff ist, und habe gesehen dass er Privatinsolvenz angemeldet hat. Außerdem habe ich am selben Tag in seinem Handy, als er mir etwas gezeigt hat, das Wort "Ex-Frau" gesehen. Ich weiß nun nicht, ob ich zugeben soll dass ich das gesehen habe, oder ob ich warten soll, bis er mich darauf anspricht. Ich beichte aber, dass ich irgendwie erleichtert bin, dass ich nicht der Einzige bin, der Geheimnisse hat und dass mein Leben nicht das Einzige ist, das kompliziert ist.

Beichthaus.com Beichte #00040022 vom 10.07.2017 um 23:06:21 Uhr in München (16 Kommentare).

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Meine beste Freundin depressiv

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Verzweiflung München

Meine beste Freundin ist depressiv. Ich lernte sie kennen, als es ihr eigentlich gut ging. Aufgrund eines Schulwechsels verlor sich unser Kontakt und zu jener Zeit entwickelte sich ihre Depression. Als ich von ihrem Klinikaufenthalt erfuhr, meldete ich mich wieder und versuchte einfach, für sie da zu sein, falls sie wen brauchte. Sie sagte mir, sie schätze an mir, dass ich sie an die Zeit vor ihrer Depressionen erinnere und darum möchte sie mit mir nicht oder möglichst wenig über ihre Probleme reden. Ihre psychische Instabilität belastet mich jedoch sehr. Sie ruft mich um vier Uhr nachts an und erzählt, dass sie sich jetzt vor den Zug wirft, ohne mir zu verraten, wo sie sich befindet. Sie zeigt mir ihre Wunden, obwohl sie weiß, dass ich das nicht sehen kann. Sie weiß von meiner essgestörten Vergangenheit und dennoch erzählt sie mir, wie viele Kalorien mein Essen hat oder wie lange sie nun gefastet hätte. Ich höre ihr wirklich gerne zu und ich möchte, dass es ihr besser geht. Aber je länger ich ihr zuhöre, desto mehr glaube ich nicht mehr daran, dass sie eines Tages glücklich wird. Und mir gehen echt die Worte aus, wenn ich sie trösten muss, da ich selber den Sinn des Lebens nicht mehr verstehe.

Ich habe langsam das Gefühl, selber die Freude am Leben zu verlieren und ihr von meinen Zweifel nichts erzählen zu können, da ich ja die Starke bin, die ihr immer Selbstmord ausredet. Aber langsam weiss ich selber nicht mehr weiter. Und jetzt fühle mich irgendwie scheisse, da Suizid plötzlich eine Alternative ist und ich Angst davor habe, ihr das nicht ausreden zu können. Jeden Abend muss ich mir Sorgen machen, ob sie sich jetzt nicht umbringt und wenn ja, dann muss ich mir die Schuld dafür geben. Gleichzeitig wäre die Angst weg, dass ihr jeden Augenblick etwas geschehen könnte und das Schlimmste ist, dass mit diese Gedanke sogar gefällt.

Beichthaus.com Beichte #00039958 vom 28.06.2017 um 19:58:18 Uhr in München (29 Kommentare).

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Ich habe Angst vor meiner dunklen Seite

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Feigheit Vorurteile Studentenleben Gesellschaft München

Ich bin zwanzig, weiblich und kann nicht zu mir stehen. Ich bin zur Hälfte eine Türkin, mein Vater ist Deutscher, meine Mutter logischerweise Türkin. Meine Famille ist nicht religiös, wir sind alle Atheisten, auch die Familie meiner Mutter, keiner trägt Kopftücher. Aufgrund der Herkunft meiner Mutter habe ich einen türkischen Namen, auch den Nachnamen habe ich von ihr, da meine Eltern nicht verheiratet sind und sie den Klang meines Namens auf diese Art besser fanden. Äußerlich sieht man es mir auch an, ich bin klein und zierlich, habe dunkelbraune Haare und dunkle Augen, auch meine Haut wird sehr schnell braun, jedoch meide ich die Sonne, damit ich blasser wirke. Leider bringt es nichts, trotz heller Haut werde ich häufig gefragt, ob ich deutsch spreche oder religiös wäre. Zwei Kommilitonen wollten wissen, ob ich hier geboren wurde und Asylbewerber fragen, wo ich herkommen würde.

Ich schäme mich für meine dunkle Seite und es tut mir leid. Mein Freund ist Franzose und wird immer auf seinen Akzent angesprochen, er nimmt es mit Humor, wofür ich ihn beneide. Mit ihm habe ich noch nicht darüber geredet, er lernt momentan für eine Klausur und ich will ihn nicht ablenken. Ich komme einfach nicht damit klar, dass ein Teil von mir immer mit dieser schlimmen Religion und den Kriminellen assoziiert wird.

Beichthaus.com Beichte #00039954 vom 27.06.2017 um 19:21:29 Uhr in München (38 Kommentare).

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Der Meister des schwarzen Humors

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Boshaftigkeit Morallosigkeit München

Ich (m/21) liebe schwarzen Humor, leider kommt der nicht bei jedem gut an. Ein Beispiel wäre wohl der Geburtstag meines Onkels vor zwei Wochen. Die Familie saß am gedeckten Tisch, während die zehnjährige Tochter meines Onkels mit weinerlicher Stimme erzählte, dass ihr Lieblingspferd auf dem Reiterhof gestorben sei. Meine zart besaitete Freundin, die auch schon Tränen in den Augen hatte, nahm sie in den Arm und tröstete sie. Ich wollte die Stimmung etwas auflockern, ging zu dem Mädchen hin und sagte: “Weißt du, ich freue mich schon auf den Urlaub, dort kann ich endlich wieder in ein gutes Stück Pferdefleisch beißen!“ So ziemlich jeder war empört, außer mein Opa, der sich vor Lachen kaum eingekriegt hat. Die Tochter bekam einen regelrechten Heulkrampf und rannte in ihr Zimmer. Nachdem mir ungefähr zehn Leute sagten, dass ich pietätlos sei und einen schlechten Humor hätte, überlegte ich zum ersten Mal, mein Verhalten zu ändern.

Auch mein großer Bruder (28) hat mir nochmal ins Gewissen geredet und als ich im Bus auf dem Weg zur Uni war, dachte ich mir: “So geht es nicht weiter, du musst endlich eine bessere Person werden!“. Meine Gedanken wurden von einem würgenden Jungen, vielleicht dreizehn, unterbrochen, der in seine Jacke kotzte und weinte, ich schaute ihn an, neben ihm saß wohl ein Kumpel von ihm, der breit grinste. Sofort waren die guten Vorsätze vergessen: Ich fing an, lauthals zu lachen. Der grinsende Junge machte es mir nach.

Meine unpassenden Scherze tun mir leid, obwohl ich viele Leute kenne, die über meine Bemerkungen lachen, sie aber trotzdem gemein finden. Manchmal gehe ich zu weit, denn als ich einen Zeitungsartikel über ein weggeworfenes Baby gelesen hatte, bekam ich einen Lachanfall. Mein Kumpel musste auch lachen, meinte dann aber, dass das asozial von mir sei. Aber immerhin stehe ich dazu, dass ich ein Arsch bin. Ich bin ein schlechter Mensch, das weiß ich. Sorry!

Beichthaus.com Beichte #00039939 vom 24.06.2017 um 13:07:50 Uhr in München (31 Kommentare).

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