Der beste Name für meinen Sohn

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Vorurteile Selbstsucht Engherzigkeit Kinder

Ich (m/32) möchte beichten, dass ich Vorurteile gegenüber Menschen arabischer Herkunft habe, obwohl ich eigentlich total gegen Vorurteile bin. Meine Frau und ich bekommen bald einen Sohn und sie möchte ihn Kaleb nennen, nach ihrem kürzlich verstorbenen Großvater, der jüdisch war. Ich finde den Namen eigentlich sehr schön und einzigartig, mal etwas anderes als Leon oder Lukas, aber das Problem ist, dass ich finde, dass er arabisch klingt. Ich möchte einfach nicht, dass die Leute später aufgrund des Namens denken, mein Kind sei arabisch. Hinzu kommt, dass ich westafrikanischer Herkunft bin (meine Eltern sind beide dort geboren) und unser Sohn somit dunkler sein wird, was diesen arabischen Eindruck verstärken könnte. Ich glaube zudem, dass man es in Deutschland mit arabischer Herkunft schwer hat, da muss man bei einem nicht-arabischen Kind nicht unbedingt dafür sorgen, dass es für arabisch gehalten wird.


Meine Frau findet das völlig blödsinnig und sagt, dass biblische Namen doch in Deutschland Tradition haben (Joseph, Jakob, Michael...) und gerade in letzter Zeit sogar besonders in Mode sind (Jonathan, Elias, Noah...), aber obwohl Kaleb genauso ein biblischer Name ist, wie die soeben genannten, gehört er für mich nicht in diese Kategorien und klingt einfach arabisch und nicht hebräisch. Ich beichte, dass ich mich zu sehr von meinem Umfeld und der Meinung anderer beeinflussen lasse und scheinbar (unterbewusste) Ressentiments gegenüber Menschen arabischer Herkunft habe. Es tut mir leid gegenüber meiner Frau, die ihren Großvater sehr geliebt hat und ihn mit dem Namen ehren will und auch gegenüber dem Großvater selbst, der immer sehr gut zu mir war.

Beichthaus.com Beichte #00037667 vom 22.02.2016 um 12:27:23 Uhr (25 Kommentare).

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Die Wahrheit über die USA

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Dummheit Maßlosigkeit Ungerechtigkeit Vorurteile Gesellschaft

Ich (m/24) verbringe gerade ein Jahr in den USA. Ich war nie ein großer Fan des amerikanischen Lifestyles, nichtsdestotrotz übte die amerikanische Kultur immer eine gewisse Faszination auf mich aus. Mir war klar, dass ich es einfach für mich selbst herausfinden muss, ob alles nur Bullshit ist, und all die Klischees wahr sind oder doch etwas dran ist, am amerikanischen Traum. Schließlich sind wir ja selbst in vielen Lebensbereichen stark amerikanisiert. Nur lebe ich seit knapp zehn Monaten im Süden der USA. Ich habe studiert und gearbeitet, in einer Familie gelebt und die Kirche besucht. Ich habe mich amerikanisch ernährt - ums Scheiße fressen kommt man hier schlicht nicht herum und ironischerweise habe ich in den USA abgenommen - Freundschaften geknüpft und Liebeleien gehabt. Meine Beichte ist: Es ist genauso, wie man es sich vorstellt und ich hätte es besser wissen müssen. Die meisten Menschen sind von den amerikanischen Idealen überzeugt. Negative Seiten des Systems werden mit persönlichem Versagen abgetan (He didn't try hard enough) und den Heldentod fürs Vaterland zu sterben, ist für die meisten Menschen, die ich getroffen habe, kein abwegiger Gedanke. Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass alles auf einer Lüge basiert.

Vielleicht muss man als Volk erst die absolute Katastrophe verursachen und scheitern, um all dem argwöhnisch gegenüberzustehen. Auch der religiöse Fanatismus hat mich unvorbereitet erwischt. Da darf man sich in der Kirche anhören, dass die 68er-Bewegung das Frauenbild versaut hat und dass man zu biblischen Werten zurückkehren müsse, die Frau gehöre an den Herd und habe folgsam zu sein. Homosexualität ist gegen den Willen Gottes und deshalb nicht duldbar, und sexuelle Aufklärung ermutigt die Jugend ja nur dazu, herumzuhuren. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass in dem Amerika, das ich kennengelernt habe, die meisten Frauen unter 20 schwanger werden. Und die Kinder dann mit den Eltern ohne den Erzeuger großziehen. Das kommt eigentlich in fast jeder Familie vor. Und das vor allem aufgrund nicht vorhandener Aufklärung. Da wundert es auch nicht, dass mit Einverständnis der Eltern die Prügelstrafe an Schulen - zumindest bis zur Middle School - noch zum Alltag gehört.

Auch die Medien sind erschütternd. Es ist reinste Propaganda ohne Maß und Blick für das große Ganze. Es wird vermittelt, dass es das Ziel aller Muslime sei, alle Christen zu töten. Das stände im Koran. Und das Schlimme ist: Es wird nicht hinterfragt, sondern geglaubt. Ich habe Menschen kennengelernt, die tatsächlich glauben, dass es das Ziel von über einer Milliarde Menschen auf diesen Planeten sei, sie umzubringen. Darauf, dass es sich dabei aber um Extremisten handelt und deren Beweggründe vielleicht auch im außenpolitischen Auftreten der USA in den letzten Jahrzehnten zu suchen sind, kommt keiner. Dagegen sieht unsere "Lügenpresse" doch auf einmal ganz vertretbar aus. Es sind gerade diese Dinge, die einem als Europäer selbstverständlich vorkommen, die einen hier so hart treffen. Man stellt schlicht fest: Die Amerikaner sind von Gleichberechtigung, Weltoffenheit und persönlicher Freiheit weitaus weiter entfernt, als wir guten alten Europäer. Auch und vor allem der allgegenwärtige Rassismus hat mir zu schaffen gemacht. Man kann sich hier mit Leuten anfreunden, die aufgeschlossen und nett wirken. Erst nach einiger Zeit, wenn sie sich sicher fühlen (denn ein Gespür für "political correctness" haben sie alle), darf man sich Sachen anhören wie "Rassentrennung war nicht das schlechteste Modell." Nicht umsonst gäbe es hier den Spruch "Don’t let the Sun rest on your black ass", was ziemlich offen angekündigt hat, was passiert, wenn sich ein Schwarzer noch nach Sonnenaufgang im falschen Landkreis sehen lässt.

Man bekommt dann auch in Ruhe erklärt, dass eine geladene Waffe im Kleiderschrank zum Selbstschutz eine durchaus gute Idee ist und dass Schwarze im Allgemeinen ungebildet, faul und von niederen Trieben gesteuert sind. Die Angst vor rassistisch motivierten Übergriffen ist hierbei übrigens eine ernst gemeinte, obwohl noch keiner selbst negative Erfahrungen gemacht hat, mit dem ich gesprochen habe. Aber man sieht es ja täglich. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass der KKK hier noch Ende der 70er Jahre vermummt durch die Städte zog - laut Aussage einer Lehrerin die hier aufwuchs. Verwundert hat mich auch, dass man hier ohne Weiteres eine versteckte Feuerwaffe tragen darf. Für das offene Tragen braucht man übrigens gar keine Genehmigung. Es sind aber nicht nur die Weißen, die hier Rassisten sind. Ich habe mich in meinem Leben noch nie unwohler gefühlt, als an dem Abend, an dem ich als einziger Weißer in einem schwarzen Club aufgetaucht bin, um ein Jazzkonzert zu hören - jaja, dummer Tourist. Ich war geduldet. Das war es aber auch. Ich bin dann auch schnell wieder gegangen. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich in der Filiale eines bekannten Fast-Food-Restaurants in einer hispanischen Gegend, in der wir nach einer durchzechten Nacht frühstücken wollten. Wir wurden angeschaut und behandelt wie Aliens.

Es gibt übrigens auch die tollen, intelligenten und aufgeschlossenen Amerikaner. Diese sind aber - hier im Süden - schwer zu finden. Und nichts hat mich hier härter getroffen als ein 7-jähriges Mädchen, das in einem "weißen" County aufwächst und Dinge wie: "What do you expect? He is black" von sich gibt. Der Brunnen wird hier schon von klein auf vergiftet. Und es gibt keine Chance für diese Kinder, aus diesen Denkmustern auszubrechen. Sie werden zu Rassisten erzogen. Und sie werden als Rassisten sterben. Erstaunlich ist übrigens auch, dass ich mit meinem bisschen Schulgeschichte in der Oberstufe oft mehr über amerikanische Geschichte weiß, als viele Amerikaner. Zudem habe ich mich noch selten in meinem Erwachsenenleben weniger frei gefühlt. Pinkeln in der Öffentlichkeit wird als "sexual offense" gehandelt und mit Gefängnis bestraft. Trunkenheit in der Öffentlichkeit ist eine Straftat und ratet mal, womit das bestraft wird. Selbiges gilt für alkoholisiertes Fahren, jeglichen Drogenbesitz und stark überhöhte Geschwindigkeit.

Eine ehemalige Freundin von mir muss im Sommer für drei Tage ins Gefängnis, weil sie einen Strafzettel nicht bezahlt hat. Dass sie während dieser Zeit für ihr Master-Studium ans College muss, interessierte den Richter nicht. Hier wird nicht resozialisiert. Gefängnisse sind privat und deren Auslastung ist staatlich garantiert. Meine Beichte? Vieles hiervon wusste ich schon im Voraus. Ich wollte es nur nicht wahrhaben. Ich wollte das schöne, saubere Hollywood-Amerika erleben. Diesen Traum gibt es aber nur in der Traumfabrik. Ich musste mir diese Lektion persönlich abholen. Ich habe das wohl irgendwie gebraucht, um für mich mit dem Thema Amerika abschließen zu können. Das Schöne ist, dass ich Deutschland mehr zu schätzen weiß als je zuvor. Man hat zwar, gerade wenn man die Nachrichten verfolgt, nicht das Gefühl, dass zu Hause allzu viel Vernunft regiert, aber im Vergleich zu dem, was ich hier erlebe, erscheint die Aussicht auf Zuhause einfach nur paradiesisch.

Beichthaus.com Beichte #00035743 vom 18.05.2015 um 22:10:33 Uhr (35 Kommentare).

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Renovierung auf Firmenkosten

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Betrug Maßlosigkeit Zivi & Bund Biblis

Als ich meinen Zivildienst in einem Jugendheim abgeleistet habe, musste ich mit einem weiteren Angestellten und der Firmenkarte in den Baumarkt. Wir sollten alles Mögliche für eine Flurrenovierung besorgen. Zu jenem Zeitpunkt lebte ich in einer recht heruntergekommenen Wohnung und wollte diese unbedingt neu renovieren. Da ich als Zivi umgerechnet nur 2,90 Euro die Stunde bekam, rückte dies in weite ferne, dachte ich jedenfalls. Im Baumarkt deckten wir uns mit den nötigen Dingen für das Jugendheim ein und beschlossen dann, für mich gleich Farbe, Mörtel, Pinsel, Teleskopstange und Planen mitzukaufen. Meine Beichte: Wir kauften für knapp 100 Euro auf Firmenkosten Materialien, um meine kleine Wohnung aufzuhübschen.

Beichthaus.com Beichte #00032103 vom 23.10.2013 um 11:39:55 Uhr in Biblis (5 Kommentare).

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Schuh-Scheiterhaufen

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Maßlosigkeit Wollust Partnerschaft

Ich beichte, dass ich mich mit Mitte 30 immer noch benehme wie ein Teenager, was Beziehungen angeht. Ich verknalle mich wahnsinnig oft in irgendwelche Männer, mit denen ich dann eine Beziehung eingehe, nur um sie für den nächsten Hübschen, in den ich mich ein halbes Jahr darauf verliebe, zu verlassen. Schrecklich. Ich hasse es, wenn Alltag einzieht und alles unaufregend und normal wird. Zur Zeit habe ich einen Neunzehnjährigen am Start, der mich aber allerdings auch schon wieder beginnt zu langweilen. Er hat einen wirklich tollen Körper, aber im Bett ist er nicht so der Bringer. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich eine Fitnessstudiokette besitze und dementsprechend mit sehr vielen gut aussehenden Menschen in Kontakt komme. Schlimm wird es immer, wenn ich dann wegen eines anderen Schluss mache. Da gab es schon Dramen beinah biblischen Ausmaßes. Zwei haben sich um mich geprügelt, einer hat meine teure Schuh- und Klamottensammlung auf einen Haufen gelegt und angezündet, und einer hat mein Auto zerkratzt. Verletzte Männer können auch ganz schön rachsüchtig sein. Ich hab sogar schon versucht, mal in Therapie zu gehen, aber selbst der Therapeut hat mir so gut gefallen, dass ich da lieber nicht nochmal aufgeschlagen bin. Sicher ist sicher. Naja, jedenfalls überlege ich jetzt in diesem Moment gerade, meinem Neunzehnjährigen den Laufpass zu geben. In einem meiner Studios hat ein neuer hübscher Sportstudent als Trainer angefangen, habe ich Freitag gemerkt.

Beichthaus.com Beichte #00029536 vom 21.11.2011 um 10:09:58 Uhr (27 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Lasik-Therapie

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Hochmut Stolz Gesundheit Duisburg

Ich weiß auch nicht, ob ich so langsam bescheuert werde oder größenwahnsinnig. Ich bin Augenarzt mit einer Gemeinschaftspraxis. Seit dem eine junge (eigentlich nicht so attraktive) Kollegin in der Kaffeepause mal gesagt hat, dass wir durch unsere Lasik-Therapie (Korrektur der Fehlsichtigkeit durch Laseranwendung) "Blinde zum Sehnen bringen", habe ich bei jeder, wirklich jeder Behandlung immer den biblischen Satz auf den Lippen: "Wahrlich ich sage Dir: Steh auf, Du kannst sehen! Du warst blind und ich habe Dich geheilt! Gehe hin und verkünde von diesem Wunder". Gott sei Dank habe ich Ihn noch nicht laut zu einem Patienten gesagt, aber das wird mir sicher in den nächsten Wochen passieren. Dieser Job ist eine (gutbezahlte) Knochenmühle und macht mich so langsam wahnsinnig. Hilfe!

Beichthaus.com Beichte #00028052 vom 11.08.2010 um 08:08:53 Uhr in Duisburg (33 Kommentare).

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