10456 Tony, der Rumäne

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Lügen Falschheit Last Night

Ich (m/21) möchte beichten, dass ich meine Discobekanntschaft vom letzten Wochenende voll verarscht habe. Es lief alles wie folgt ab: Als ich mit meinen Kumpels nach einer Geburtstagsparty noch einen Abstecher in die Disco machte, hatte ich schon ordentlich einen sitzen. Ein paar Drinks später war ich dann, wie so oft, auch schon in Stimmung für ein paar Späße und Dummheiten. Aus Spaß habe ich dann ein Mädel auf Englisch angequatscht und gefragt, ob sie tanzen will. Ich hätte nicht erwartet, dass sie drauf anspringt. Dann zerrte sie mich jedoch sofort auf die Tanzfläche und wagte ziemlich eindeutige Annäherungsversuche. Sie muss wohl davon angetan gewesen sein, dass ich offenbar kein deutschstämmiger Bürger bin, obwohl das natürlich überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Als es schon lange hell draußen war, haben wir zusammen den Tanztempel verlassen. Nun nahm das Übel seinen Lauf.

Sie fing an, Fragen zu stellen und wollte auch wissen, wo ich genau herkäme. Da ich noch total dicht war, fand ich es ziemlich amüsant, dass sie mich wirklich für einen Ausländer hielt. Ich erfand für mich eine neue Identität und kam nun also aus Rumänien. Jedoch war meine Geschichte nicht so ganz wasserdicht. So vergaß ich z. B. mir auch einen rumänischen Namen auszudenken, weil "Tony" für einen Rumänen nun wirklich ein nicht ganz passender Name ist. Hätte sie nur ein paar weitere Fragen bezüglich meiner Identität gestellt, wäre wahrscheinlich alles aufgeflogen. Sie war selbst aber auch wohl auch noch volltrunken und hat deshalb keinen weiteren Gedanken daran verschwendet. Wir unterhielten uns die ganze Zeit auf Englisch, obwohl ihre Kenntnisse ziemlich bescheiden waren. Um ihr das Ganze dann doch etwas zu erleichtern, erzählte ich ihr, dass ich doch ein paar Brocken Deutsch kann. Sie hatte mir angeboten, bei ihr zu übernachten und da ich keine andere Möglichkeit hatte, sagte ich zu. Der lange Fußmarsch wirkte ziemlich ausnüchternd und ich begriff so langsam erst, worauf ich mich da eigentlich eingelassen habe. Jedoch gab es kein Zurück mehr.

Man kennt das ja: Wenn man einmal nicht die Wahrheit sagt, dann verstrickt man sich meist nur noch mehr in einem Netz aus weiteren Lügen -ein Teufelskreis. Ich fing an, mir Gedanken zu machen, was ich diesem netten Mädchen da eigentlich antue und bekam ein schlechtes Gewissen. Man muss aber auch dazu sagen, dass sie trotz ihrer Verfassung eindeutig zu naiv und nicht besonders clever war. Nachdem sie auch noch 15 Euro fürs Taxi bezahlt hat (weil ich total blank war) und wir dann bei ihr angekommen sind, kann sich wohl jeder ausmalen, was jetzt eigentlich folgen sollte. Ihre Küsse hatten jedoch einen bitteren Nachgeschmack und ich fühlte mich dabei überhaupt nicht gut. Bevor wir beide also diese Nacht bereuen würden, habe ich ihr klargemacht, dass wir es lieber nicht tun sollten. Sie nahm es so hin und schlief auch recht zügig in meinen Armen ein. Ich lag noch eine ganze Weile wach, schaute diesem Mädchen beim Schlafen zu und versuchte die gesamte Situation erst einmal zu verarbeiten. Ich fragte mich, ob ich auch dort neben ihr liegen würde, wenn ich ihr von Anfang an die Wahrheit gesagt hätte und was wäre, wenn ich nun im Nachhinein damit rausrücken würde. Tausende Fragen schossen mir durch den Kopf. Ich beschloss, sie nicht mehr zu belügen, sondern lieber meinen Mund zu halten.

Diesem Vorsatz bin ich auch treu geblieben und habe mich dann später ohne große Worte von ihr verabschiedet. Sofort habe ich mich von ihrem fragenden Gesicht weggedreht und bin von dannen gezogen. Einen Tag später habe ich ihr eine Nachricht geschickt, worin ich ihr geschrieben habe, dass zwischen uns etwas schief gelaufen ist und sie gerne unter anderen Umständen getroffen hätte. Jedoch weiß sie damit immer noch nicht die Wahrheit. Also Steffi, falls du das hier liest: Es tut mir wirklich alles wahnsinnig leid, und als ich dir gesagt habe, dass ich dich mag, war das auf jeden Fall nicht gelogen. Trotzdem will und kann ich dich nicht wiedersehen. Auch wenn ich leider meine Lieblingsjacke, die du an diesem Morgen getragen hast, bei dir vergessen habe und diese nur zu gerne wieder haben würde. Für dich gebe ich sie aber gerne auf. See you in another life, sugar!

Beichthaus.com Beichte #00023994 vom 12.06.2008 um 14:18:36 Uhr (16 Kommentare).

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10457 ADHS in der Schule

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Verzweiflung

Ich möchte beichten, wie sehr ich einen meiner Lehrer hasse. Vor Jahren wurde an mir ADHS diagnostiziert, und seitdem das in meiner Schule rausgekommen ist, möchte er, dass ich Medikamente nehme, in psychologische Behandlung komme oder von der Schule gehe. Dabei weicht mein Verhalten nicht sehr von dem anderer Jungen meiner Klasse ab, bzw die meiste Zeit bin ich sogar ruhiger als diese. Daraus wird mir übrigens auch ein Strick gedreht. Ich wurde jahrelang "gemobbt", auch wenn ich dieses Wort nicht ausstehen kann. Das ist inzwischen nicht mehr so und ich habe auch Freunde in meiner Klasse gefunden, aber zwei Dinge sind noch geblieben: Man kann mich wahnsinnig schnell reizen und ich habe kaum Selbstvertrauen. Das bedeutet, dass ich mich meistens zurückhalte, einerseits da ich niemandem etwas tun möchte, obwohl es viele darauf anlegen, so wie sie sich über mich lustig machen, und weil ich einfach nicht gerne rede, ich bin viel lieber einfach nur da.

Wenn man mich nun reizt, kann es irgendwann passieren, dass mir der Kragen platzt, ich die Person anbrülle und weggehe. Da sich dieses Brüllen etwas schrill anhört, da ich zurzeit im Stimmbruch bin, legen es die Leute manchmal noch drauf an und ärgern mich weiter. Jemanden geschlagen habe ich noch nie deshalb, nur einmal gegen eine Wand, woraufhin meine Finger stark zu bluten begannen. Darauf wurde der Lehrer auf mich aufmerksam. Er hält mich für aggressiv und deutet mein ruhiges Verhalten als Anzeichen für psychische Störungen. Da nun noch das ADHS hinzukommt, hält er mich für einen potenziellen Amokläufer, obwohl ich wirklich niemandem wehtun möchte und ich mir nicht einmal vorstellen könnte, jemanden umzubringen. Außerdem hasse ich all die Leute, die die letzten drei Jahre für mich so schrecklich wie möglich gestaltet haben und meine Persönlichkeit dadurch so verändert haben, dass diese beschissene Situation entstehen konnte.

Beichthaus.com Beichte #00024550 vom 20.08.2008 um 22:21:13 Uhr (25 Kommentare).

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“Folge

10458 Der Autoverwerter und der Stasi-Spitzel

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Zwietracht Boshaftigkeit Maßlosigkeit Verschwendung Internet

Heute möchte ich um Absolution bitten. Und zwar ist vor etwa zwei Jahren im hohen Norden ein Kunde von einer Autowerkstatt betrogen worden und hat diesen Streit in eine sehr große deutschsprachige Internetseite verlegt, eigentlich wollte er nur um Rat bitten. Als ich auf den Beitrag stieß, dachte ich zuerst nichts besonderes, aber die Antworten der Werkstatt, genau genommen handelt es sich um eine Autoverwertung, glänzten nur noch so vor Lügen und Frechheiten, dass ich aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Naja, jedenfalls schien der Faden einige Male in der Versenkung zu verschwinden, doch ich ärgerte dann jedes Mal den Verwerter und seine Unterstützer, damit mir der Stoff zum Lachen nicht ausging. Fast zwei Jahre lang schrieben ich und andere Unbeteiligte an der Sache, weil es solchen Riesenspaß machte, zu sehen, wie sich diese Menschen regelmäßig freiwillig für uns zum Idioten machten. Dazu habe ich sie regelmäßig subtil beleidigt, aber auch mal etwas härter, weil sie subtile Anspielungen nicht verstehen. Mit seiner Intelligenz ist es offenbar nicht sehr weit her. Der Beitrag nahm mit der Zeit geradezu epische Ausmaße an, fast siebentausend Antworten, fünfhunderttausend Klicks und er wurde insgesamt dreihunderteinundvierzig Seiten lang. Man könnte ihn glatt als Buch drucken, ihn zu lesen dauert von Anfang bis Ende Tage.


Zurück zum Thema: in ihrer Paranoia stellte der Verwerter mit seinen Freunden ständig neue abstrakte Theorien auf, so meinten sie beispielsweise das alle, die nicht in ihrem Sinne schrieben, falsche Anmeldungen des Kunden waren. Darüber konnte man herzlich lachen, und manche machten sich sogar die Mühe, psychologische Profile des Autoverwerters und seiner Unterstützer zu erstellen und empfahl ihnen starke Medikamente, woraufhin sie erst explodierten und dann selbst so anfingen, wie Papageien. Und sie drohten Andauernd mit Klagen und erfanden Straftatbestände, die es gar nicht gibt. Als sich schließlich noch herausstellte, dass einer der Beteiligten auf Seiten der Autoverwertung ein ehemaliger Stasi-Agent war, gingen die Wogen noch viel höher. Es war einfach herrlich, da mitzuhalten. Eine regelrechte virtuelle Jagd.


Wir veranstalteten dann schließlich diesen Sommer sogar ein Grillfest in der Stadt, in der sich das abspielte, woraufhin uns der Verwerter die Polizei schickte, welche aber null Handhabe gegen uns hatte. Sie sagten uns lediglich, dass wir das Grundstück der Verwertung nicht betreten dürften. Hatten wir aber ohnehin nicht vor. Trotz Einladung kam leider der Verwerter selber nicht vorbei. Er hatte im Vorfeld versucht, durch gefälschte Beiträge in Foren, in denen er sich als Bürgermeister ausgab, das Grillfest zu verhindern, aber das machte uns nur noch wilder. Leider wurde die Diskussion vor drei Wochen für immer geschlossen. Jetzt habe ich für die Abende keine Beschäftigung mehr und muss mich wohl oder übel mit meiner Freundin abgeben. Schade. Lieber Autoverwerter und lieber Stasi-Spitzel, danke euch für die schöne Zeit.

Beichthaus.com Beichte #00028412 vom 17.12.2010 um 04:14:49 Uhr (16 Kommentare).

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10459 Ich hasse Spam-Mails

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Hass Internet

Ich hasse Mail-Spam. Und vor allem die Menschen dahinter. Alle paar Monate klaue ich meinem Arbeitgeber daher wertvolle Bildschirmarbeitszeit - und führe meinen stillen Kampf gegen die Spam-Flut in meinen Postfächern. Ich nehme mir dann jede überflüssige Mail einzeln […]
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Beichthaus.com Beichte #00036302 vom 04.08.2015 um 14:05:16 Uhr (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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10460 Meine heimlichen Extra-Kilos

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Peinlichkeit Eitelkeit Verschwendung Arbeit Erlangen

Ich arbeite in einem großen Klinikum. Dort bekommen wir die Arbeitskleidung gestellt. Alles ist mit Namen und Funktionsbezeichnung bedruckt. Leider habe ich im letzten Jahr etwas zugenommen. Nicht so viel, dass ich nicht mehr hinter das Steuer passe oder im Bus zwei Sitze benötige, aber dennoch wiege ich ein paar Kilos mehr als früher. Ich bin nicht fett - eher vollschlank mit weiblichen Kurven. Ich komme auch noch rein in die Klamotten, aber es sitzt eben alles etwas stramm. Meine Beichte: Ich habe auf eigene Kosten für 200 Euro neue weiße Berufskleidung bestellt, da es mir zu peinlich ist, mir in der zentralen Wäschekammer neue, größere Kittel geben zu lassen. Ich beichte, dass ich Geld für Dinge verschwende, auf die ich eigentlich kostenlos Anspruch hätte. Ich beichte, dass ich zugenommen habe und mir das peinlich ist.

Beichthaus.com Beichte #00037703 vom 25.02.2016 um 22:03:50 Uhr in 91054 Erlangen (22 Kommentare).

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