Höllenengel

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Waghalsigkeit Feigheit

Ich bin Mitte 30, glücklich verheiratet und Vater einer gerade schulpflichtig gewordenen Tochter. Ich sorge mit einem Laden für sehr spezielle Motorradteile für meine Familie und habe ein normales, fast spießiges Leben. Aber mein Leben sah mal anders aus. Und zwar gehörten Teile meiner Familie einmal einem Motorradklub an, waren also Biker. Und zwar keine harmlose oder unbekannte Bande, sondern ein mittlerweile von den Höllenengeln übernommen, ehemals großer und bekannter MC. Ich wuchs als Sohn eines Vollmitglieds auf und wurde mit 18 erst Prospect und dank Familienmitgliedschaft bereits ein halbes Jahr später aufgenommen. Immerhin hatte ich in der Jugend mehr Zeit beim Club verbracht als mancher Anhänger und Anwärter zusammen, und naja natürlich auch Protektion.


Der Club und meine Familie haben uns Kids alle durch die Schule und die Ausbildung gebracht und uns unterstützt. Wie es so bei verschworenen Gruppen ist, waren Kontakte nach außen freundlich, aber oberflächlich, es sei denn, man hätte damit irgendwelche Geschäfte anleiern können. So blieb ich auch in dem Blockunterricht entweder abends im Wohnheim oder traf mich mit Jungs eines nahen Chapters. Das änderte sich erst, als eine neue Mitschülerin - meine heutige Frau - im 2. Lehrjahr zum ersten Mal im Unterricht auftauchte und auch noch im Wohnheim neben mir wohnte. Schnell kamen wir zusammen. Aber ich habe schnell gemerkt, dass mein Umfeld nichts für sie war. Sie war willensstark genug, sich nicht gegen ihren Willen rein ziehen zu lassen. Was man bei der Sogwirkung, die der Club auf die Frauen seiner Mitglieder ausübte, bewundern muss. Ich muss sagen, so abenteuerlich es mit dem Club war, hat mich das zwar ziemlich lockere, aber dennoch gutbürgerliche Umfeld von ihr schon irgendwie angezogen. Ich wanderte ein bisschen zwischen zwei Welten. Sie kommt aus sehr guten Verhältnissen, was sich schon in der Berufswahl niederschlug. Ihre Eltern sind self-made-Millionäre und stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden, also keine neureichen Snobs. Ich hatte zwar nie Geldprobleme, aber die waren finanziell anders. Aber sie haben mich ohne Vorbehalte und sehr liebenswert bei sich in die Familie aufgenommen. Klar war mir aber immer, dass ich manche Sachen aus dem Club für immer vor ihrer Familie und ihr verbergen muss. Das zehrte schon am Gewissen. Wobei ich mich dabei auch noch in derselben Zeit mit anderen Clubmitgliedern verstritt, verbrachte ich weniger Zeit dort.


Jedenfalls kam der Gedanke an einen Ausstieg in mir zum Vorschein. Aber wie kommt man da sauber raus, wenn auch das Elternhaus und andere Verwandte dabei sind? Zu der Zeit, wo es zwischen meiner Süßen und mir ernst wurde, kamen Gerüchte auf, dass der bekannteste MC der Welt uns eine mehr oder weniger freundliche Übernahme, ein sogenanntes Patch-Over anbot. Dabei hört der übernommene Club auf zu existieren, und alle Member, die bereit sind zu wechseln, werden in den übernehmenden Club aufgenommen. Was das Ganze für mich aber noch interessanter machte, ist die Tatsache, dass jeder für sich selbst entscheiden musste, ob er wechseln wollte. Wenn nicht, war das zwar die einzige Möglichkeit, die Kutte quasi ohne Schandfleck loszuwerden, aber man durfte die Abzeichen auch nie mehr tragen. Wer das tat, wurde dafür nicht beschimpft und auch danach nicht belästigt, man kann es vielleicht mit einer ehrenhaften Entlassung beim Militär vergleichen.


Zu meiner großen Freude entschied meine gesamte Familie, auszuscheiden und die Kutte abzulegen. Wir waren als Club und Familie sicher nicht immer gesetzestreu, aber was uns da in Aussicht gestellt wurde, war einfach nicht mehr mit dem vereinbar, was wir unter einem Motorradclub verstanden. Da ging es nicht um fahren, feiern und nebenbei ein bisschen was dazuzuverdienen. Da geht es um Macht, Gebiete und viel Geld. Alle sind wir bei einer großen Party von unseren alten Mitgliedern und einer Delegation des anderen Clubs verabschiedet worden. Zurückblickend war es zwar traurig, aber richtig.
Die, die dabeigeblieben sind, sind inzwischen nur noch wenige, viele sind nachträglich ausgeschieden, einige sitzen im Gefängnis und einer wurde erstochen. Was nur bis heute keiner weiß, war, dass mir eben dieses Patch-Over wie gerufen kam und ich innerlich schon längere Zeit davor so mit dem Club abgeschlossen hatte, dass mich der Abschied nur gelangweilt hat. Zwar habe ich auch einen auf traurig gemacht, aber innerlich drüber gejubelt so sauber davonzukommen, ohne es lange erklären zu müssen oder als unter dem Pantoffel stehend bezeichnet zu werden.

Beichthaus.com Beichte #00030490 vom 24.11.2012 um 03:00:25 Uhr (22 Kommentare).

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Das Unglück der Ältesten

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Engherzigkeit Ungerechtigkeit Hass Familie

Ich (w) beichte, dass ich meine Eltern hasse. Ich bin religiös aufgewachsen und habe sehr wohl gelernt, Vater und Mutter zu ehren. Allerdings finde ich, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhen sollte und ich fühle mich nicht gerade geehrt. Ich habe zwei kleine Geschwister […]
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Beichthaus.com Beichte #00030478 vom 22.11.2012 um 06:49:44 Uhr (32 Kommentare).

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“Beichte

Essen gegen das Leid

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Dummheit Maßlosigkeit Völlerei Tiere München

Als meine beste Freundin für vier Wochen im Urlaub war, habe ich ihren Hund betreut. Er hat einen sehr empfindlichen Magen, neigt zu Depressionen und vor allem zu Übergewicht. In Anbetracht dessen hatte sie mich eindringlich gebeten, mich strikt an ihre Vorgaben in Bezug auf seine Essensrationen, die entsprechende Sorte und die spezielle Zubereitung des Futters, zu halten. All das habe ich gewissenhaft befolgt. Das Ergebnis: Als sie zurück kam, war der Hund fett und hatte tagelang Durchfall. Etwa alle dreißig Minuten wurde er unruhig und drängte darauf, Gassi zu gehen. Sobald die Tür geöffnet wurde, schoss er wie eine Kanonenkugel ins Freie und schiss sich die Seele aus dem Leib. Meine Freundin war ratlos. Und ich habe immer wieder beteuert, dass ich mir das Ganze nicht erklären könne. Ich erzählte ihr, dass ich mich exakt an seinen Fütterungsplan gehalten hatte. Und dass ich ihn täglich zwischen drei und fünf Stunden ausgeführt hatte, er also intensiv in Bewegung war. Außerdem wurde er alle zehn Sekunden gestreichelt. Immer wieder habe ich ihm deutlich gemacht, dass er ein guter Hund ist, dass er geliebt wird. Ich habe nicht gelogen. Beichten möchte ich, was ich verschwiegen habe: Alles, was ich gegessen habe, habe ich redlich mit ihm geteilt. Und dabei habe ich festgestellt, dass er Mozzarella liebt. Schinken und Wiener standen auch hoch im Kurs. Ich wollte weder seinen Magen ruinieren, noch meiner Freundin Stress bereiten. Nur immer, wenn ich mir etwas zubereitet hatte, sah er mich an. Mit diesem ganz besonderem Blick. Dieser Weltschmerz in seinen Augen. Diese Bedürftigkeit. Er brauchte Trost. Wollte einfach nicht ausgegrenzt werden. Wenn ich versucht habe, streng zu sein, schlich er völlig deprimiert in seine Ecke und bemühte sich, unbeteiligt auszusehen. Was ihm nicht gelang. Es hat mir jedes Mal das Herz gebrochen. Da wurde ich schwach. Und er immer dicker. Übrigens: Innerhalb einiger Tage nach ihrem Urlaub hatte sich der Stuhlgang des Hundes wie durch ein Wunder normalisiert. Inzwischen hat er auch wieder auf sein gesundes Normalgewicht abgespeckt. Beide sind glücklich. Nur mich drückt mein Gewissen.

Beichthaus.com Beichte #00030437 vom 08.11.2012 um 02:51:05 Uhr in 81547 München (Kurzstraße) (23 Kommentare).

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Die Bekehrungen meiner Religionslehrerin

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Hass Rache Hochmut Selbstverletzung Schule

Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass sich meine frühere Religionslehrerin das Leben genommen hat. Und so wie es aussieht, bin ich wohl nicht ganz unschuldig an dem, was geschehen ist. Als ich die 10. Klasse meines Gymnasiums besuchte, haben wir zum Halbjahreswechsel […]
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Beichthaus.com Beichte #00030423 vom 01.11.2012 um 23:18:03 Uhr (42 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Uringeruch im Handtuch

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Peinlichkeit Lügen Unreinlichkeit Wollust Partnerschaft Hamburg

Ich und meine Freundin waren zu Besuch bei meinen Eltern und in der Nacht konnten wir nicht die Finger voneinander lassen. Wenn ich meine Freundin richtig fingere, spritzt sie auch ziemlich viel ab. Da sie davon nicht so schnell genug kriegt, ging das Rumgefingere halt […]
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Beichthaus.com Beichte #00030410 vom 30.10.2012 um 20:01:15 Uhr in Hamburg (Willy-Brandt-Straße) (19 Kommentare).

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