Der Vorteil eines unfähigen Kassierers

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Engherzigkeit Habgier Selbstsucht Shopping Laupheim

An der Kasse unseres örtlichen Supermarkts sitzt seit etwa drei oder vier Wochen ein junger Mann, den ich von der Grundschule her kenne, er war damals in der Parallelklasse und ist schon in der Grundschule durchgefallen. Er wirkte sehr zurückgeblieben. Er war dann irgendwann nicht mehr da, weil er auf eine Hilfsschule musste. Meine Beichte ist, dass der Typ an der Kasse andauernd Fehler zu meinen Gunsten macht und ich einen Teufel tue, ehrlich zu sein. Letztens habe ich für sechs Euro ein Kissen gekauft. Er hat sechs Cent kassiert. Das ist so toll, hoffentlich bleibt der noch lange. Aber ich schätze, aufgrund der Fehler wird er leider bald nicht mehr da sein. Das hat sich alles schon herumgesprochen, viele andere sind auch froh, bei ihm oft so günstig einkaufen zu können.

Beichthaus.com Beichte #00036471 vom 27.08.2015 um 04:10:11 Uhr in Laupheim (13 Kommentare).

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Dreiste Kinder am Bahnhof

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Engherzigkeit Kinder Bahn & Co.

Vergangenen Sonntag fuhr ich (w/26) mit dem Zug zu meinen Eltern. Als wir dann an irgendeiner Haltestelle hielten, sah ich ein kleines Mädchen nah am Bahnsteig sitzen. Als sie mich sah, streckte sie mir ihre Zunge entgegen, sie war wohl auf etwas oder jemanden zornig und ließ es an mir aus. Ich sah kurz weg, denn so etwas regt mich auf. Da ich aber die Landschaft sehen wollte, drehte ich mich wieder in ihre Richtung. Sie machte mit ihrem Zeige- und Mittelfinger ein V, legte sie an den Mund und streckte die Zunge raus. Da habe ich mir gedacht "was du kannst, kann ich schon lange", ich sah sie ernst an und hob eiskalt meinen Arm und zeigte ihr den Stinkefinger. Witzigerweise versuchte sie diese Geste nachzumachen, scheiterte aber. Der Zug fuhr gerade wieder weiter und ich lachte amüsiert in mich hinein. Ich beichte eigentlich nur, dass ich mich wegen eines, wahrscheinlich, erst 5-jährigen Kindes zu so etwas hinreißen ließ. Denn als Erwachsene sollte man überlegter reagieren, oder auch gar nicht. Aber dann dachte ich mir, wenn so kleine Kinder anderen Menschen solche Gesten zeigen, wissen die sehr wohl, was sie machen.

Beichthaus.com Beichte #00036469 vom 26.08.2015 um 21:43:15 Uhr (8 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das Elend dieser Welt

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Verzweiflung Gesellschaft

Ich ertrage den Schmerz der Menschheit nicht. Jeden Tag müssen so viele Menschen so viel Leid ertragen, während ich hier sitze und mein Leben sinnlos an mir vorbeischreitet. Es gibt so viel Elend, dass ich es nicht mehr ertrage, daran zu denken. Wenn ich Obdachlose sehe, gucke ich sie nicht an, weil ich es nicht ertrage. Ich weiß nicht, wie ich helfen soll. Denn ich weiß, egal, was ich tue, es wird nicht reichen. Manchmal kaufe ich etwas zu Essen und Trinken und gebe es ihnen. Aber dann setze ich meinen Weg fort, so als wäre nichts passiert. Ich denke dann mindestens noch den restlichen Tag an diese Menschen. Am Schlimmsten ist es, wenn ich bedürftige Kinder sehe. Ich habe Flüchtlingskinder aus Syrien getroffen, es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, ihnen ein Lächeln zu schenken und doch tun wir so wenig. Ich heule fast jeden Tag, weil ich den Schmerz spüren kann. Man sieht es in ihren Augen, man hört es im Klang ihrer Stimmen.


Nach außen hin sehe ich stark aus, aber innen zerbreche ich. Es zerfrisst mich, dass unsere Gesellschaft so egoistisch, desinteressiert und blind ist. Und ich hasse mich dafür, dass ich nichts gegen all das tue. Sicher wird es hier nun Leute geben, die mich nicht ernst nehmen werden, es als Gesülze und mich als weltfremd abstempeln werden, aber es musste raus. Ich rede mit niemandem darüber, aber ich überlege, eine Therapie anzufangen. Jeden Tag schwirren so viele Dinge in meinem Kopf, ich weiß nicht, mit was ich anfangen und was ich zu Ende bringen soll. Ich hoffe, ich werde irgendwann die Kraft finden, um die Welt zu einem besseren, menschlicheren Ort zu machen.

Beichthaus.com Beichte #00036464 vom 26.08.2015 um 01:04:27 Uhr (19 Kommentare).

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Die besten Gerüche der Welt!

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Fetisch Manie

Meine (w/28) große Sünde sind meine Lieblingsgerüche. Da ist zum einen mein absoluter Lieblingsgeruch Chlor. Ich weiß, woher es kommt, ich bin eine riesige Wasserratte, seit meinem 10. Lebensjahr im Schwimmverein. Ich liebe Freibäder, ich liebe Hallenbäder - und das assoziiere ich mit Chlor. Ich bin eh sehr reinlich, aber speziell mein Bad putze ich täglich mit Chlorreiniger, damit ich diesen riechen kann, ich rieche auch manchmal so an der Flasche. Ich weiß, dass es ungesund ist. Aber ich kann nicht aufhören. Dann rieche ich sehr gerne Malerfarbe. Die habe ich zwar nicht im Haus, allerdings im Keller und hin und wieder schnüffele ich am Weiß für die Wände. Ein weiterer Geruch, den ich sehr mag, ist der Geruch einer Zahnarztpraxis. Auch hier verbinde ich es mit einer Kindheitserinnerung. Im Gegensatz zu vielen anderen war der Zahnarztbesuch ein nettes Erlebnis, es gab nie etwas und ich liebte meinen Zahnarzt richtig, er sah aus wie Papa Schlumpf mit seinem weißen Rauschebart, alle Kinder haben ihn gemocht und er war total lieb. Ich gehe nur zwei Mal im Jahr zum Zahnarzt, dann aber inhaliere ich den Geruch richtig.


Schuhgeschäfte liebe ich auch, dieser Ledergeruch, herrlich. So knapp einmal die Woche spaziere ich durch unser Schuhgeschäft, ich kaufe nicht jedes Mal etwas, meistens laufe ich nur ein paar Mal rum, rieche und gehe dann wieder. Und ganz doll liebe ich auch Kirchengeruch. Dieser Muff katholischer Kirchen oder Dome/Kathedralen, diese Mischung aus Weihrauch, alten Gemäuern, altem Holz. Obwohl ich gerne evangelisch bin, rieche ich das total gerne. Und dann liebe ich Landluft. Kuhstall, Schweinestall, Gülle - lecker. Ich atme dann auch ganz tief durch. Zum Glück lebe ich auf dem Land, und bei unserem Nachbarn bin ich auch oft auf dem Hof. Ich habe schon immer auf dem Land gewohnt, und als Kind war es ganz normal, doch als ich dann in der Stadt studiert habe, habe ich direkt die Landluft vermisst. Seither liebe ich sie. Obwohl ich mittlerweile wieder seit drei Jahren auf dem Land lebe, kann ich nicht genug davon bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00036461 vom 25.08.2015 um 22:47:21 Uhr (9 Kommentare).

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Die Zettel in der Uni-Bibliothek

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Waghalsigkeit Engherzigkeit Studentenleben

Die Zettel in der Uni-Bibliothek
In meiner Unibibliothek herrscht chronischer Platzmangel, weswegen viele Studenten ihre Plätze mit Büchern und ihren Sachen belegen und einen Zettel drauflegen, dass sie bald wieder kommen. Ich beichte, dass ich bei bestimmten Menschen die Zettel austausche. Statt einem "Bin in fünf Minuten wieder da"- Zettel, liegt dann ein "Bin kacken, weiß nicht, wie lange die Scheiße dauert"-Zettel oder "Brauche ungefähr zehn Minuten. Habe Durchfall, hoffe es läuft."-Zettel. Solche Zettel - mit Edding geschrieben, damit auch jeder Vorbeilaufende aufmerksam wird - lege ich mit Vorlieben auf Plätze von sehr aufgehübschten und extrem zurechtgemachten Frauen. Ich konnte bisweilen drei Reaktionen ausmachen.

Typ eins lässt den Zettel mit hochrotem Kopf verschwinden, packt zusammen und ist vom Winde verweht. Typ zwei regt sich wahnsinnig drüber auf und muss der ganzen Bibliothek mitteilen, dass dieser Zettel nicht von ihr stammt. Typ drei, der sympathischste Typ, fängt an zu lachen und zeigt den Zettel ihren Freundinnen. Der Grund, warum es bis jetzt Frauen trifft, ist, dass ich eine sehr weibliche Handschrift habe, bei Männern würde es sofort auffallen, dass der Zettel nicht von ihnen stammt. Ich hoffe, ich finde demnächst einen männlichen Komplizen, mit dem ich die Universitätsbibliothek in einen Ort des Gelächters oder der Scham verwandeln kann, je nachdem wie viel (fäkalen) Humor das "Opfer" hat. Irgendwie tut es mir leid, wenn ich Studenten von ihrem Platz verjage, durch meinen kindischen Scherz. Aber wenn sie keine Scherze über ihre Ausscheidungen vertragen.

Beichthaus.com Beichte #00036451 vom 24.08.2015 um 18:12:00 Uhr (16 Kommentare).

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