Überfall im Bahnhof

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Gewalt Waghalsigkeit Diebstahl Last Night Hauptbahnhof Zürich

Ich wurde vor einiger Zeit am Hauptbahnhof Zürich sehr spät abends von einem Typen mit vorgehaltenem Messer bedroht. Er wollte natürlich mein Geld. Es war ein wenig abseits, in einem Nebengang und kein Mensch war außer uns dort. Ich habe recht schnell gemerkt, dass der Kerl offensichtlich ein Abhängiger war. Er war körperlich nicht wirklich gut in Form. Zitterte (evtl. brauchte er den nächsten Schuss?) und auch sonst war er nicht gut drauf. Ich selber stehe wirklich gut im Futter, mache seit 20 Jahren Krafttraining und bin recht gut drauf.


Zuerst wollte ich Zeit schinden, weil ich dachte, dass eine Überwachungs-Kamera sicher alles im Blick hatte und gleich 2-3 Leute von der Bahnhofspolizei hier sein müssten. Doch nichts passierte und dem Typen ging alles natürlich nicht schnell genug. Da entschloss ich mich, mich nicht ausrauben zu lassen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So verstört wie er war und mir körperlich unterlegen, sollte das zu machen sein. Ich bat ihn, dass ich ihm einfach das Geld geben dürfe und die Brieftasche mit den Ausweisen behalten dürfe. Ich hielt ihm gleichzeitig die 2-3 Banknoten hin, die ich dabei hatte. Er war offenbar mit dem Vorgehen einverstanden, da er nach dem Geld griff. Bevor er es in den Händen hielt, habe ich es fallen lassen. Und mein Plan ging auf. Der Kerl war so benebelt, dass er mich vergaß und sich nach der Kohle bückte. Da ergriff ich meine Chance. Ich trat ihm voll auf die Hand mit dem Messer, worauf er dieses natürlich sofort los lies. Er war total erschrocken und wollte abhauen, was aber mein Stolz nicht zuließ. Ich packte ihn und warf ihn in meiner Wut Kopf voran in die Wand. Er brach blutend zusammen.


Es kam dann per Zufall ein Polizist in zivil (evtl. war er auch einfach nicht im Dienst) vorbei und wir riefen eine Ambulanz. Der Polizist brachte mich dann auf den Polizeiposten, wo ich zuerst mal zusammengeschissen wurde, weil ich "den Helden" spielen musste. Natürlich folgte das ganze Spiel mit Personalien usw. Ich wurde auch gefragt, ob ich eine Anzeige wegen Raub erstatten wollte. Hab ich nicht getan, in der Hoffnung, dass der Kerl als Gegenzug auf eine Anzeige wegen Körperverletzung verzichtet. Ich habe später unter vier Augen von einem Polizisten erfahren, dass er der Typ einen Riss im Schädel hatte und mehrere Wochen im Spital liegen musste.
Eine Anzeige hat er nicht erstattet. Die ganze Geschichte hat rechtlich für mich keine Konsequenzen. Aber ich selber fühle mich nicht sonderlich gut, da ich weiß, dass ich überreagiert habe. Ich hätte ihn mit den 30 Franken abhauen lassen können. Andererseits, wer weiß, wie es ihm im Spital ergangen ist? Eventuell (jaja, ich rede mir das gerne ein) kam er ja so weg von den Drogen. Und zudem: Wenn ich so jemandem die Macht über mich und die Situation lasse, würde ich mich auch nicht gut fühlen.

Beichthaus.com Beichte #00029450 vom 17.10.2011 um 10:13:34 Uhr in Hauptbahnhof Zürich (32 Kommentare).

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Eine Schraube locker

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Dummheit Falschheit Nachbarn Augsburg

Vor ein paar Jahren wohnten wir noch in einer Neubauwohnung. Als ich wieder mal duschte, merkte ich, dass meine vielen Haare den Ausguss verstopften. Normalerweise konnte ich mit einer dünnen Stange die Haarbündel aus dem Abfluss entfernen. Am Waschbecken ging das, aber bei der Dusche nicht. Also nahm ich kurzerhand einen Schraubenzieher, und drehte an der Mitte des Siebs am Ausguss. Aber es ging nicht auf, ich hörte nur etwas im Ausguss runterfallen. Ich war verwundert, machte mir aber keine weiteren Gedanken drüber. Nach 2 Tagen klingelte es auf einmal an der Tür und unsere Nachbarn standen vor uns. Sie fragten verwundert ob bei uns Wasser ausgelaufen sei, weil es bei ihnen die Decke runter tropft. Der Hausbesitzer kam, und die Klempner und sie schoben sich die Schuld zu, wer nun für die lockere Schraube am Ausguss verantwortlich war. Die Klempner sagte, sie haben bei dem Bau der Dusche keinerlei Fehler gemacht, der Hausbesitzer sagte, Herr X ist doch nicht so doof und lockert die Schraube! Die Renovierungskosten von 500 Euro blieben letztendlich an ihm hängen. Meinem Vater war das völlig Wurst, als ich es ihm Tage später beichtete.

Beichthaus.com Beichte #00029442 vom 14.10.2011 um 22:52:12 Uhr in Augsburg (14 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Kater in den Tod getragen

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Dummheit Mord Unfall Tiere Leibstadt

Ich habe vor kurzem einen Straßenkater kennengelernt. Er war noch relativ jung, sehr hübsch, ich denke nicht älter als 8 Monate und kam direkt auf mich zugelaufen als er mich und meinen Hund das erste Mal sah. Er hat sich sofort von mir streicheln lassen und ich hab ihn ziemlich schnell in mein Herz geschlossen. Seit nunmehr zwei Monaten kam ich mit meinem Hund alle 2 Tage an seinem Stammplatz vorbei, um ihn zu füttern und ein bisschen zu streicheln. Das Ganze ging soweit, dass er anfing uns hinterherzulaufen, jedoch immer nur circa 500 Meter, dann ging er wieder zurück zu seinem Platz und seinem eigenen Leben nach. Letzte Woche hatte er plötzlich ein vereitertes Auge und eine verschnupfte Nase, weshalb ich mich entschied ihn zu meinem Tierarzt mitzunehmen, damit er sich das Auge mal anguckt und es eventuell behandelt. Die Kosten wollte ich übernehmen. Der Tierarztbesuch war eh fällig, da mein Hund seine regulären Impfungen bekommen musste.


Eine Freundin, welche zwei Katzen hat, bot mir an, mir ihre Katzenbox zu leihen, damit ich den Kater transportieren kann, allerdings erst zur Abendzeit, da sie tagsüber arbeitet (ich arbeite nachts). Heute morgen habe ich den Kleinen dann wieder besucht, um ihm etwas zu fressen zu bringen. Danach lief er uns wieder hinterher und ich kam auf die dumme Idee, ihn ohne Transportbox zum Tierarzt zu bringen, um nicht extra bis zum Abend warten zu müssen. Der Arzt ist nur zwei Straßen von dort entfernt, der Weg dauert nicht länger als circa 8 Minuten. Er trottete uns also wie gewohnt hinterher, wollte aber auf halber Strecke, die zweite Hauptstraße nicht überqueren, weshalb ich ihn auf den Arm nahm und mit ihm zusammen die stark befahrene Straße passierte. Es gelang mir ihn sicher auf die andere Seite zu tragen, doch auf einmal bekam er Panik, zerkratzte mir den Arm und lief in einen kleinen Garten hinein. Ich versuchte ihn von dort wieder wegzuholen, aber er folgte mir nicht mehr weiter und ließ sich auch nicht mehr hoch nehmen.


Ich fand einen Karton in einem anderen Garten und versuchte ihn dort reinzusetzen, aber er vertraute mir nicht mehr und weigerte sich. Also rannte ich mit meinem Hund zum Tierarzt, um dort eine Transportbox zu holen, was aber leider vergebens war, da der Arzt auch keine hatte. Deshalb kaufte ich eine Dose Katzenfutter, um den Kater zu besänftigen und mit dem Futter nach Hause zu locken, stellte aber zu meinem Entsetzen fest, dass er nicht mehr im Garten war. Den Rest könnt Ihr euch bestimmt denken. Ich lief zurück Richtung Stammplatz und beim überqueren der ersten Hauptstraße sah ich dann auf einmal einen Katzenkörper auf der Fahrbahn liegen. Ich ging vollkommen schockiert auf die Stelle zu und erkannte sofort, dass er überfahren wurde. Ich bin dann total fertig nach Hause gelaufen um meinen Hund erstmal in Sicherheit zu bringen. Dort nahm ich mir zwei Plastiktüten und ging zur Unfallstelle zurück, um den toten Kater von der Straße zu holen. Es war unglaublich hart ihn aufzulesen, ins tote, schmerzverzerrte Gesicht zu blicken und ihn zu fühlen.


Ich hab ihn dann in einem Müllcontainer entsorgt. Das alles ist passiert, weil ich einfach gehandelt hatte, ohne richtig nachzudenken, obwohl ich mir der Risiken genau bewusst war. Ich war zu ungeduldig, um auf meine Freundin zu warten, wollte keine Zeit verlieren, wahrscheinlich aus Bequemlichkeit und falscher Selbstsicherheit heraus und das Schlimmste ist, dass ich ziemlich aggressiv wurde, als er mir den Arm zerkratzt hat, weshalb ich es vorzog beim Tierarzt um eine Transportbox zu fragen, anstatt den harten Weg zu gehen und bei dem Kater im Garten zu bleiben, damit ihm nichts passiert. Wahrscheinlich hätte er, wenn ich nur lange genug gewartet hätte, wieder Vertrauen zu mir gefasst und hätte sich wieder zu seinem Stammplatz zurück tragen lassen. Aber ich wollte nicht warten, weil mein Hund unruhig wurde und ich sauer war, wegen meinem Arm, also lies ich ihn der Bequemlichkeit und Engherzigkeit halber dort allein, obwohl es klar war, dass er, falls er alleine zurück läuft, sterben kann. Ich habe sehr lange nicht mehr geweint, aber nach diesem Erlebnis hab ich jede menge Tränen vergossen, gebetet und ich kann es mir einfach nicht verzeihen, dass er heute starb, weil er mir vertraut hat. Ich weiß, für viele von Euch ist es bestimmt nur eine Katze und Unfälle und Missgeschicke können passieren, aber er hat mir vertraut und ich habe ihn praktisch in den Tod getragen - das macht mich total fertig. Ich hoffe er und Gott verzeihen mir. Ich werde in Zukunft nie wieder einfach kopflos mit dem Leben eines Geschöpfes spielen. Es tut mir von ganzem Herzen Leid. ich kann es nie wieder gutmachen. Ich hasse meine eigene Ungeduld, Dummheit, meinen Zorn und meine Engherzigkeit, welche diesen Fehler erst ermöglicht haben. Es tut mir aufrichtig Leid, ich wollte nicht, dass das passiert.

Beichthaus.com Beichte #00029387 vom 25.09.2011 um 14:39:11 Uhr in Leibstadt (Bernaustrasse) (30 Kommentare).

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Internet zu langsam

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Selbstsucht Ignoranz Ungerechtigkeit Internet Urlaub Panama

Bin zur Zeit auf einer Weltreise. Übernachte immer in sehr günstigen Backpackers Unterkünften. Meistens gibt es kostenloses Wifi. Allerdings ist die Verbindung sehr langsam meist um die 0.5Mbit. Oft lasse ich mein Netbook 24 Stunden laufen und lade nonstop irgendwelche Podcasts herunter die ich mir dann am Abend anschaue. Alle Gäste beschweren sich bei den Hostels wegen dem Internet. Um eine Seite zu laden dauert es manchmal 2 Minuten, oder ist gar unmöglich. Es tut mir ja auch Leid, doch ich muss halt was zum gucken haben.

Beichthaus.com Beichte #00029371 vom 16.09.2011 um 18:43:22 Uhr in Panama (Changuinola) (12 Kommentare).

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“Beichte

Getränke umsonst

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Diebstahl Lügen Schamlosigkeit Last Night Darmstadt

Ich war mit einigen Freunden in einer bekannten örtlichen Großraumdisko, die Stimmung war mittelmäßig. Um richtig Stimmung aufkommen zu lassen, waren wir wohl alle noch zu nüchtern. Die Disko von der ich spreche, verwendet für die Bezahlung der Getränke, welche wahlweise an Automaten oder den Theken bezogen werden können, Plastik-Magnetkarten im Format von ec-Karten. Scherzhaft meinte ich zu einem meiner Freunde bevor es abends losging noch, dass es nicht verkehrt wäre eine verloren gegangene Plastikkarte zu finden. Der Abend neigte sich schon gegen Ende als ich, auf dem Weg zu den Porzellanschüsseln, aus den Augenwinkeln etwas Ungewöhnliches an einem der besagten Automaten feststellte. Als erfahrener Hase war mir aus dem Augenwinkel aufgefallen, dass im Display des Bierspenders nicht wie üblich ein fröhliches "Herzlich Willkommen" zu lesen war, sondern eine Reihe von aneinandergereihten Ziffern einen Geldbetrag anzeigten.


Clever wie Sherlock kombinierte ich, dass dies nur einen Grund haben konnte: Eine herrenlose Karte musste sich noch im Lesegerät des Automaten befinden. Zügigen Schrittes eilte ich zur Hilfe und rettete unbeobachtet das wertvolle Stück um im nächsten Moment zurück zu meinen Freunden zu spurten. Hier verkündete ich die frohe Botschaft und holte mir Unterstützung um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Getränke aus dem Kasten zu leiern. Nach dem dritten Getränk stand plötzlich eine wunderschöne Frau neben mir, sichtlich aufgelöst. Während ich weiterhin, leicht irritiert, Getränke aus der Alkoholmine förderte sprach die Dame auf uns ein, ob wir ihre Magnetkarte gesehen hätte, welche sie nur einige Momente vorher an diesem Automaten hatte liegen lassen.

Für einen kurzen Moment hin- und hergerissen zwischen Alkohol und der schönen Frau entschied ich mich dann, ihr ahnt es sicherlich, für den Alkohol und stritt ab ihre Karte gesehen zu haben. Trotzdem waren wir natürlich nicht unhöflich und gaben ihr noch den Tipp an der Infotheke nachzufragen, ob die Karte eventuell abgegeben worden sei, bzw. dort die Karte sperren zu lassen. Die Dame eilte hinfort, wir in die entgegengesetzte Richtung zum nächsten Automaten um von dort aus eine Tour durch den Laden zu starten, aus Angst an einem Automaten ertappt zu werden. Nach einigen weiteren Getränken war die Karte dann gesperrt, woraufhin wir diese entsorgten.


Fröhlich über unseren Schatz suchten wir einen Stehtisch direkt neben einer Tanzfläche gelegen auf, auf welchem wir unsere Flaschen positionierten. Fröhlich, noch am Lachen über diese Geschichte fiel mir dann auf, dass eben diese Frau wieder auf der Tanzfläche unterwegs war. In meinem Übermut trat ich vor sie und erkundigte mich besorgt um den Verbleib ihrer Karte. Sie schilderte mir daraufhin, dass sie noch in der Infotheke mit der Mitarbeiterin verfolgen konnte, wie verschiedene Getränke von der Karte gebucht wurden. Ich sprach ihr mein Beileid über die Unkosten aus und gesellte mich wieder zu meinen Freunden. Keine 2 Minuten später stand die nette Dame dann plötzlich zwischen uns und fragte mich, ob es Zufall sei, dass wir genau diese Getränke auf unserem Tisch hätten, die von ihrer Karte abgebucht worden seien. Kurzum, ich war etwas empört über diesen Verdacht und wir stritten alles ab, was sie uns zu glauben schien. Es kam zwischen ihr und mir zu einem sehr netten Gespräch, bis sie mit ihren Freunden die Disko verlassen wollte, nicht aber ohne meine Handynummer zu erfragen, welche ich ihr bereitwillig aushändigte. Ich möchte beichten, dass ich am nächsten Tag nicht nur mit einem ordentlichen Kater erwachte, sondern mich auch das schlechte Gewissen plagte. Anderseits sagte sie selbst, dass sie wohl genauso gehandelt hätte, wenn sie eine Karte gefunden hätte. Da sie sich nie bei mir meldete hatte ich auch keine Chance ihr meine Sünde zu beichten, weshalb ich es auf diesem Weg tue, in der Hoffnung um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00029368 vom 15.09.2011 um 17:04:47 Uhr in Darmstadt (26 Kommentare).

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