Mein Jahr in Brasilien

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Falschheit Lügen Selbstsucht Faulheit Urlaub Wittmund-Ardorf

Vor einigen Jahren war ich (m/24) in Brasilien, wo ich ein freiwilliges soziales Jahr in einer Schule absolviert habe. Hierfür musste ich mich bei einer Organisation bewerben und sehr viel Idealismus und soziales Engagement vorheucheln, um überhaupt eine Chance zu haben, genommen zu werden - was dann zum Glück auch geklappt hat. So wurden mir unter anderem die Reisekosten erstattet und monatliche Zuschüsse bezahlt, ohne die ich meinen Südamerika-Aufenthalt niemals hätte finanzieren können. Doch anstatt mich für die Kinder zu engagieren, habe ich bei der Arbeit nur das absolute Minimum gemacht und meine Freizeit hauptsächlich damit verbracht, fast jeden Abend harten Alkohol zu trinken, gelegentlich Gras zu rauchen und Disco-Schlampen zu vögeln. Ein paar Mal habe ich auch gekokst. Darüber hinaus habe ich mir weit mehr Urlaubstage genehmigt, als mir vertraglich zustanden, um mehr herumreisen zu können.


Wenn meine Arbeitgeber damals irgendwas von meiner Sauferei, meinem Drogenkonsum oder meiner Anwesenheitsmoral mitbekommen hätten, dann hätten sie mich wahrscheinlich noch am selben Tag ins Flugzeug gesetzt und sofort zurück nach Deutschland geschickt. In der Folge meiner Ausschweifungen habe ich während meines Aufenthalts kein einziges Projekt zu Ende geführt, dass ich im Rahmen meines FSJs durchführen sollte, stattdessen habe ich in vollen Zügen mein damaliges Partyleben genossen und in der Zeit, in der ich eigentlich hätte arbeiten sollen, den halben südamerikanischen Kontinent bereist. Auf der einen Seite bereue ich nichts, weil es die geilste Zeit meines Lebens war, auf der anderen Seite denke ich, dass ich die Organisation, die mich unter Dutzenden Bewerbern ausgesucht hat, schon ziemlich verarscht habe.

Beichthaus.com Beichte #00035669 vom 08.05.2015 um 15:51:07 Uhr in Wittmund-Ardorf (9 Kommentare).

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Toilette auf dem Grünstreifen

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Peinlichkeit Ekel Unreinlichkeit Wittmund-Funnix

Ich habe eine Beichte auf dem Herzen, die mir immer noch wahnsinnig peinlich ist. Ich war diesen Sommer mit meinem Freund auf einem Konzert. Da wir aber mit der Bahn angereist waren und das Konzert erst spät endete, mussten wir auf den nächsten Morgen warten, bis wieder ein Zug fuhr. Die ersten Stunden im Bahnhof verbrachten wir dösend, bis wir keine Lust mehr hatten rumzusitzen. Wir liefen also ein bisschen rum, bis ich merkte, dass ich mal dringend aufs Klo sollte. Die Toiletten im Bahnhof waren aber abgeschlossen und es war weit und breit keine Alternative in Sicht. Ich beschloss deshalb, es zu ignorieren, und wir liefen weiter. Wir spazierten über den Campus der angrenzenden Hochschule, als ich merkte, dass ich es wohl nicht mehr halten könnte, bis der Zug kam. Das eigentliche Problem dabei war nur, dass ich nicht nur pinkeln musste. Wir probierten auf dem Campus jede Tür, die wir finden konnten, doch trotz vieler brennender Lichter, war keine offen. Ich traute mich außerdem nicht, meinem Freund zu sagen, was Sache ist, er dachte, ich müsse nur pinkeln. Ich bekam dann irgendwann schreckliche Bauchschmerzen und wusste, dass es bald in die Hose gehen würde. Ich hätte heulen können, als ich die Taschentücher nahm und mich zu einem bewachsenen Grünstreifen bei einem Parkplatz begab. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, kein Gebüsch, Baum oder Sonstiges. Danach fühlte ich mich einerseits besser, andererseits habe ich mich unglaublich geschämt - was ich auch immer noch tue. Ich hatte einfach nur schreckliches Mitleid mit dem, der das da finden würde. Wäre unser Zug nicht erst einige Stunden später gekommen, hätte ich es nicht gemacht, aber ich hatte in diesem Moment einfach keine Wahl, ich hoffe, das kann jeder verstehen.

Beichthaus.com Beichte #00032298 vom 27.11.2013 um 02:03:06 Uhr in Wittmund-Funnix (11 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Der wohltätige Burgerverkäufer

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Betrug Waghalsigkeit Diebstahl Arbeit Restaurant Wittmund

Der wohltätige Burgerverkäufer
Vor circa einem Jahr habe ich für eine geraume Zeit in einer namhaften Fastfoodkette gearbeitet, um mit ein bisschen Geld fürs Studium zu verdienen. Dabei war es meine Aufgabe die Bestellungen am Tresen entgegenzunehmen und folglich selber vorzubereiten.
Mit fortschreitender Zeit begann ich die Filiale und die gesamte Fastfoodkette abgrundtief zu hassen. Nicht nur, dass die Burger gefühllos zusammengequetscht werden, um möglichst schnell den Nächsten bedienen zu können, nein, öfters sind die Dinger auch nicht ganz durch oder die Pommes Frites abgestanden, wenn länger kein Kunde da war. Von den Preisen müssen wir gar nicht erst sprechen.

Dies war besonders in der Nachtschicht der Fall. Da die Bezahlung außerdem miserabel war und der Chef ein rücksichtsloser, geldgeiler Mensch, begann ich bald schon die Menüs nach meinem Gutdünken etwas zu erweitern. Konkret heißt das: In die Getränke schüttete ich entgegen den Vorschriften möglichst wenig Eis, dafür umso mehr vom Getränk selbst. Bestellte jemand die mittlere Größe eines Menüs, gab es von mir die größte Cola und die größten Pommes Frites dazu. Bestellte jemand das Kindermenü mit dem billigen chinesischen Plastikspielzeug, enthielt die entsprechende Kinderpackung bei der Übergabe ein zweites Exemplar. Kaufte ein älterer Herr ein Menü zum Mitnehmen, wird er zu hause überrascht zwei Burger in der Tasche vorgefunden haben.

Auch bei Beschwerdefällen handelte ich etwas großzügiger, als es der Herr Chef wohl gerne gehabt hätte. Beschwerte sich eine Mutter mit ihrem Kind über einen lauwarmen Burger, gab es von mir zusätzlich kostenlos ein neues, heißes Exemplar. Selbstverständlich erforderte meine "Kampagne" die präzise Sichtung meines Umfelds, um nicht auf frischer Tat ertappt zu werden. Dementsprechend führte ich meine "Aktionen" meistens in der Nachtschicht oder an Zeiten aus, in denen maximal zwei oder drei Mitarbeiter anwesend waren. Teilweise ging meine Gutmenschlichkeit soweit, dass ich noch heute in der Gegend gefragt werde, "ob ich nicht der freundliche, junge Mann vom Schnellimbiss XYZ wäre". Ich beichte also, dass ich letztes Jahr bewusst für Umsatzeinbußen bei meinem Chef gesorgt habe.

Beichthaus.com Beichte #00029528 vom 17.11.2011 um 10:14:09 Uhr in Wittmund (48 Kommentare).

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Gelegenheit macht Diebe

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Diebstahl Trunksucht Schamlosigkeit Geld Wittmund

Ich (m/27) muss dringend etwas beichten, was mich total bewegt. Ich hatte vor 14 Tagen Besuch von einem entfernten Bekannten, der angetrunken zu mir kam und sich bei mir dann richtig zulaufen ließ. Ich hatte zwar auch etwas getrunken, war aber noch Herr meiner Sinne. Dann schlief er auf dem Sofa ein. Ich bin dann in den Flur zu seiner Jacke gegangen und habe in den Taschen geschnüffelt. Ich guckte in sein Portmonee und sah 1.500 Euro in 50-Euro-Scheinen. Damit es nicht auffiel, habe ich ihm davon einfach 150 Euro geklaut. Ich habe ihn in den letzten Tagen wieder gesehen, er scheint davon nichts gemerkt zu haben.

Beichthaus.com Beichte #00028893 vom 02.05.2011 um 23:08:42 Uhr in 26409 Wittmund (26 Kommentare).

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Nebenkostenabrechnung

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Fremdgehen Partnerschaft Wittmund

Ich (w/31) habe vor circa einem Jahr echt Mist gebaut. Ich bin in einer Beziehung und wir wohnen in einem kleinen 1-Familien-Haus zur Miete. Mein Freund hatte Spätschicht und unser Vermieter kam am späten Nachmittag persönlich zu uns, um unsere Nebenkostenabrechnung zu bringen. Ich muss dazu sagen, unser Vermieter ist auch erst um die 30. Jedenfalls saßen wir in der Stube und ich bot ihm etwas zu trinken an und er wollte ein Bier. Ich trank dann auch ein Bier. Er fragte mich, wie es mit meinem Freund so läuft und so weiter. Nachher hatten wir dann ein Sixpack Bier alle. Er setzte sich neben mich und legte den Arm um mich. Ich wollte es erst gar nicht, aber ich fühlte mich irgendwie dazu gedrängt, dass ich es dann doch zuließ. Aber es ging mir dabei echt scheiße. Jedenfalls ging wirklich alles von ihm aus. Wir küssten uns und auf einmal machte er meine Hose auf und dann passierte es auf dem Sofa.
Danach zog er sich einfach wieder an, als sei nichts geschehen und rauchte noch eine Zigarette und sagte dann, er fährt dann mal wieder los. Ich habe mich nur noch geschämt. Er nahm die Nebenkostenabrechnung, zerriss sie und sagte, wir brauchen die Nachzahlung von 221,27 Euro nicht zu bezahlen. Ich fühle mich heute noch wie eine Nutte. Und meinem Freund habe ich es bis heute nicht gebeichtet. Ich werde es ihm aber auch nicht erzählen.

Beichthaus.com Beichte #00028886 vom 30.04.2011 um 11:08:23 Uhr in 26409 Wittmund (40 Kommentare).

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