Das kaputte Auto-Radio

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Boshaftigkeit Familie Auto & Co. Ulm

Ich möchte beichten, dass ich der Freundin meines Bruders vor Jahren mal einen gemeinen Streich gespielt habe. Sie hat sich ein gebrauchtes Auto mit funktionierendem Radio gekauft, mit dem sie immer ziemlich laut zu uns, vor das Haus gefahren ist, mit der nervigen Musik von meinem Bruder, Tag für Tag.
Als sie das Auto mal wieder bei uns geparkt hatte und wieder zu meinem Bruder ins Zimmer verschwunden ist, bin ich zum Auto gegangen und habe die CDs herausgenommen. Da ich recht begabt im Malen und Abpausen bin und ohnehin eine recht ähnliche Schrift wie mein Bruder habe, hab ich leere Rohlinge genommen und diese beschriftet. Als sie am nächsten Morgen wieder los wollte, ging der CD-Player wohl nicht mehr. Sie hat anscheinend alle CDs ausprobiert, die ja zuvor noch funktioniert haben. Sie hat sich schließlich ein neues Radio einbauen lassen. Kurz davor konnte ich die CDs wieder zurückwechseln, sodass der neue CD-Player einwandfrei funktionierte. Dadurch entstanden die ersten Kosten für ihr neues, gebrauchtes Auto. Mittlerweile sind sie verlobt und ich habe sie echt gern. Deshalb möchte ich um Vergebung bitten.

Beichthaus.com Beichte #00030261 vom 12.09.2012 um 21:51:38 Uhr in 89073 Ulm (17 Kommentare).

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Sport-Sucht aus Liebeskummer

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Sucht Manie Sport

Ich (w/20) war im Frühling 2011, wenige Monate vor den Abiprüfungen, zum ersten Mal so richtig heftig verliebt in einen Kerl, der damals auch Abiturient war und außerdem Teil meines Freundeskreises. Er war sich meiner Gefühle bewusst, sie schmeichelten ihm und er machte mir endlos viele Hoffnungen. Ich bin nicht gerade die Mutigste, aber ich hatte mir felsenfest vorgenommen, dass ich ihn fragen würde, ob er sich etwas Ernsteres mit mir vorstellen könnte, sobald wir unser Abi in der Tasche hätten. Meine Aussichten erschienen mir realistisch. Doch einen knappen Monat, bevor es ernst wurde mit den Abschlussprüfungen, hatte er wie aus dem Nichts eine neue Freundin. Das hatte mir dermaßen den Boden unter den Füßen weggerissen, dass ich eine Weile lang völlig kopflos durch die Gegend wandelte, wegen Nichtigkeiten in Tränen ausbrach und meine Mitmenschen in den Wahnsinn trieb. Ich bestand mein Abi, harrte die Abi-Reise, auf der er mit dabei war, regelrecht aus und brach danach den Kontakt zu ihm ab. Darüber geredet habe ich nie mit ihm.


Ich war der Überzeugung, dass meine Figur der Grund ist, warum er mich nicht wollte. Seine Freundin (mit der er übrigens noch zusammen ist), war groß und schlank, ich hingegen klein und pummelig. Auf meine 163 cm wog ich 70 kg. Ich brauchte dringend eine Veränderung. Nach den Sommerferien begann ich ein Praktikum in einem Büro. Aber das interessierte mich gar nicht und die Arbeit war langweilig. Von meinem ersten Lohn leistete ich mir ein sehr teures Fitnesscenter-Abonnement mit allen drum und dran, Fitness, Aerobic, Wellness und Indoor-Cycling. Von dem Moment an bestand mein Leben nur noch aus Sport und Kalorien. Mindestens 5 Mal in der Woche befand ich mich im Center. Ich trainierte gezielt meine Ausdauer, ging regelmäßig in den Kraftraum und nahm mehrmals wöchentlich an Zumba-Kursen teil. Anstatt wie geplant meinen Praktikumslohn für mein Studium zu sparen, verprasste ich mein ganzes Geld in meine Sportausrüstung, die inzwischen ziemlich groß ist. Bald war mir das Center alleine nicht mehr genug, also ging ich draußen laufen, nahm an Mountainbiketouren in Gruppen teil und verabredete mich mit Leuten aus dem Center zum schwimmen. In meiner Manie verlor ich einige, gute Freunde von mir, die sich nicht mehr mit meinem neuen Lebensstil identifizieren konnten. Jetzt, gut ein Jahr später, komme ich langsam wieder zu mir. Inzwischen wiege ich noch 59 kg. Zwar fühle ich mich sehr viel wohler und sehe meine Figur nun nicht mehr als Problem an, aber dennoch bin ich geschockt, wenn ich überlege, wie sehr ich mich in den Sport reingesteigert habe. Manchmal scheint es mir so, als wäre mein Leben die letzten Monate nur so an mir vorbei gezogen und ich fühle mich ständig, als ob ich ein grundlegendes Problem, das ich mit mir selber habe, noch gar nie angegangen bin. Jedenfalls habe ich vor gut einem Monat diesen Jungen (ihn einen Mann zu nennen erscheint mir einfach nicht angebracht) zufälligerweise in der Stadt getroffen und er hat mich erst nicht erkannt, realisierte dann aber, dass es sich um mich handelt und hat ein wenig mit mir geplaudert. Ich hab mich ihm gegenüber bewusst desinteressiert und kurz angebunden gegeben, habe dennoch freundlich gelächelt und die Selbstbewusste gemimt und bin bald weitergezogen. Zuhause habe ich dann zum ersten Mal seit langem wieder stundenlang geweint. Einen Tag später habe ich von einem guten Freund, der mit ihm Fußball spielt, erfahren, dass er gesagt hätte, er fände es unglaublich, dass ich auf einmal so gut aussehe.
Ich möchte hiermit beichten, dass ich ohne diese Liebeskrankheit vermutlich niemals diese unglaubliche, vor allem auch körperliche Motivation zur Veränderung hätte aufbringen können, dass ich mich ein ganzes Jahr abgekrampft habe, nur für dieses winzig kleine Erfolgserlebnis und dass ich, obwohl es mir irgendwo lächerlich vorkommt, ihm auch sehr, sehr dankbar bin. Nächste Woche werde ich in eine andere Stadt ziehen, wo mein Studium beginnt. Das Fitness-Abo habe ich diesen Monat um ein weiteres Jahr verlängert.

Beichthaus.com Beichte #00030258 vom 09.09.2012 um 21:12:26 Uhr (37 Kommentare).

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Das kleine Ruderboot

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Vandalismus Dummheit Kinder

Vor längerer Zeit waren mein Bruder und ich (damals etwa 5 und 7 Jahre alt) in den Osterferien bei meiner Oma zu Besuch. An einem der Tage, haben wir einen kleinen Ausflug zum Main gemacht, um dort unterhalb eines Klosters Bärlauch zu sammeln. Meine Oma gab mir und meinem kleinen Bruder jeweils ein kleines Messer, damit wir ihr bei der Ernte helfen konnten, was wir anfangs auch brav gemacht haben. Mit der Zeit wurde uns allerdings langweilig und wir entfernten uns von unserer Großmutter, da wir es viel interessanter gefunden haben, Steine ins Wasser zu werfen. Zu der Zeit hatte der Main ein wenig Hochwasser, das heißt dass das Ufer relativ flach war. Ein bisschen weiter entfernt entdeckten wir nach kurzer Zeit ein kleines Ruderboot, dass mit einem Miniaturanker an einer Schnur an einem Baum festgelegte. Da ich zu dieser Zeit extrem fasziniert von Piraten war, habe ich meinen kleinen Bruder dazu beauftragt, den Anker mit einem der kleinen Messer von dem Seil zu trennen, damit wir ihn mit nach Hause nehmen konnten, um damit zu spielen. Kurz nachdem der Anker abgeschnitten war, ist mir aber aufgefallen, dass wir ihn niemals an unserer Großmutter hätten unbemerkt vorbeischmuggeln können, weswegen wir beschlossen, den Anker einfach zu versenken. Nun war das Boot, welches durch den Anker gesichert war, der Strömung gnadenlos ausgesetzt und trieb da vor sich hin, was uns zwei kleine Bengel köstlich amüsiert hat. Glücklicherweise war zu dieser Zeit (wie schon erwähnt) Hochwasser, weswegen sich das kleine Boot nach kurzer Zeit zwischen zwei Bäumen verkeilte und somit nicht weiter abtreiben konnte. Da nun kein Reiz mehr darin bestand, das Geschehen weiter zu beobachten, haben mein Bruder und ich uns wieder zurück zu unserer Oma begeben und nicht mehr auch nur ein einziges Wort über das vorhergehende Erlebnis verloren.
Heute weiß ich leider nicht, ob das Boot weiter flussabwärts getrieben ist, was mir teilweise noch ein schlechtes Gewissen verpasst, dass ich möglicherweise, in meiner kindlichen Dummheit, jemanden um sein kleines Liebhaberstück gebracht habe. Ich hoffe, dass der Besitzer sein kleines Boot wiedergefunden hat und dass mir diese Dummheit vergeben werden kann.

Beichthaus.com Beichte #00030257 vom 08.09.2012 um 18:19:52 Uhr (15 Kommentare).

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Der Jogger

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Feigheit Neugier Gesundheit

Ich bin 27 (w) und arbeite in einem eher kleinen Café, das an einen Park grenzt und deshalb bei den Joggern sehr beliebt ist. Seit nun fast 3 Jahren ist ein Jogger (ich schätze ihn auf etwa mein Alter oder etwas älter) bei uns Stammkunde. Anfangs joggte er etwa 3 mal die Woche, noch bevor wir überhaupt geöffnet haben. Wenn ich um halb 6 in den Laden kam und alles vorbereitete konnte ich ihn schon seine Runden joggen sehen. Und wenn ich den Laden um halb 7 schließlich aufschloss setzte er sich meistens erschöpft ins Café um zu frühstücken bevor er zur Arbeit musste. Gelegentlich haben wir etwas geplaudert, aber nie mehr als Smalltalk. Und gerade weil ich schon so ein bisschen eine Schwäche für ihn habe (er sieht ziemlich gut aus und ist wirklich lieb und charmant), habe ich es nie über mich gebracht ihn überhaupt nach seinem Namen zu fragen, geschweige denn mal zu flirten oder so.
Vor einem Jahr hat er dann angefangen täglich zu joggen und vor allem auch immer mehr Runden. Wenn ich morgens ankomme wirkt er meistens schon so erschöpft wie er es früher am Ende war und wenn er dann schließlich eine Stunde später ins Café kommt ist er blass und seine Hände zittern wenn er die Kaffeetasse hoch hält. Anfangs bestellte er auch immer 2 Teilchen (meistens Zimtschnecken), Kaffee (Milch und Zucker) und Saft, dann nach einer Weile wurde es ein Teilchen weniger, dann keins mehr, inzwischen bestellt er nur noch einen Kaffee schwarz und ein Glas Wasser. Dementsprechend sieht er auch aus. Er sieht immer noch gut aus, hat nun mal einfach ein wirklich hübsches Gesicht und schöne grau-grüne Augen, aber er ist nicht mehr breitschultrig und gut gebaut, sondern abgemagert und blass.


Ich biete ihm jeden Morgen Teilchen an, aber er verneint es immer sofort. Einmal als ich den Laden gerade erst aufgemacht hatte und außer ihm noch niemand da war meinte ich er könnte sich gerne ein Teilchen aufs Haus aussuchen, aber er verneinte auch wieder. Ich mache mir manchmal wirklich Sorgen wenn ich ihn total ausgezehrt und abgemagert hier rein kommen sehe. Inzwischen joggt er auch nicht mehr richtig, sondern ist auf eine Art Laufschritt ausgewichen und wird auch so immer langsamer. Jeden morgen nehme ich mir vor ihn darauf anzusprechen, bin aber einfach zu feige. Ich würde ihn am liebsten Fragen ob gesundheitlich etwas nicht stimmt bei ihm, ob er irgendeine komische Krankheit hat und ob ich was für ihn tun kann. Aber obwohl ich sonst mit anderen Kunden und Freunden fröhlich und extrovertiert bin, kriege ich es einfach nicht hin bei ihm über den Small Talk hinaus zu kommen.


Einmal habe ich ihn gefragt wie das Joggen war und er meinte nicht besonders gut und sagte dass er einfach nicht in Form sei, weil seine Zeiten immer länger werden und er immer früher aufstehen muss, um seine Runden noch zu schaffen, bevor er arbeiten geht. Das wäre der perfekte Moment gewesen meine Schnauze aufzumachen und ihn zu fragen was denn los sei. Das einzige was ich rausgebracht habe war: Das wird bestimmt wieder wenn Sie sich genug anstrengen.
Ich frag mich echt was er hat, ob es einfach zu viel Stress auf der Arbeit ist oder er eine körperliche Erkrankung hat. Ich mach mir echt Sorgen, er sieht so kaputt aus. Er hat eingefallene, knochige Wangen, dunkle Ringe unter den Augen, seine Joggingsachen sind ihm viel zu weit und die Hose hält auch nur weil er so einen Packgürtel benutzt. Seine Handgelenke sind dürrer als meine und dabei bin ich gut 30 cm kleiner als er und zierlich. Ja, ich sollte mich nicht ins Leben meiner Kunden einmischen - mache ich sonst auch nie - aber nicht zu wissen was mit ihm los ist und nur zuzusehen wie er immer schlimmer aussieht macht mich echt irre!

Beichthaus.com Beichte #00030242 vom 03.09.2012 um 09:47:44 Uhr (28 Kommentare).

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“Beichte

Chemotherapie

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Peinlichkeit Gesundheit

Hiermit möchte ich mich bei allen Mitmenschen bedanken, die sich in den letzten vier Monaten, während meiner Chemotherapie, um mich gekümmert haben.


Chef: Tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit nicht auf der Arbeit war. Ich werde ab dem 14. September wieder zur Verfügung stehen.

Mom: Tut mir Leid, dass ich die halbe Wohnung vollgekotzt habe und es nicht wegräumen konnte.

Bruder: Tut mir Leid, dass ich an Deinem Geburtstag Kopfschmerzen vorgespielt habe, nur um den ganzen Tag im Bett liegen zu dürfen und mich erholen zu können.

Schwestern: Tut mir Leid, dass ich wegen jeder Kleinigkeit die Klingel benutzt habe und zu faul war mich aus dem Bett zu bewegen. Ich weiß, die Eiswürfel, das Eis, euer Kaffee, ich hätte alles selbst holen können.

Es tut mir wirklich Leid. Da ich aber selbst in der Pflege tätig bin, möchte ich noch eins sagen: Ich habe etwas gelernt. Jedes einzelne Bedürfnis eines pflegebedürftigen Menschen zu respektieren. Ich sehe dies als zweite Chance und werde meine Arbeit mit mehr Liebe und Beachtung ausführen.

Beichthaus.com Beichte #00030191 vom 22.08.2012 um 01:38:28 Uhr (17 Kommentare).

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