Heimlicher Titanic-Fan

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Lügen Peinlichkeit Gesellschaft Köln

Heimlicher Titanic-Fan
Ich (m) mache mich jetzt bei meinen Geschlechtsgenossen unbeliebt. Denn ich beichte, dass ich ein bisschen Softie und bei Filmen nah am Wasser gebaut bin. Deshalb finde ich unter anderem den Film Titanic von 1997 ziemlich gut. Ich beichte zugleich, dass ich nie namentlich zugeben würde, dass ich Titanic toll finde und zugleich meinen Bruder komisch finde, weil er das Traumschiff und kitschige Verfilmungen einer bestimmten Autorin total gut findet. Ich handele so, weil ich nicht meine Männlichkeit verlieren und als Softie abgestempelt werden will. Zugleich will ich mit dem Ablehnen von kitschigen Verfilmungen meine Männlichkeit unter Beweis stellen. Denn als Mann gehört es sich irgendwie, bestimmte Filme, eben zum Beispiel Titanic, total schlecht zu finden, also dem Klischee zu entsprechen. Ich verhalte mich deshalb immer konform und behaupte bei Titanic immer, ich fände nur die Action toll. Meine Lieblingszene ist angeblich die, in der die Menschen von oben wie Ameisen auf die Schiffsschrauben fallen. Oder ich sage während des Films dauert so etwas wie "och Mann, jetzt stirb doch endlich!", oder "total erfundene Liebesschnulze in einer wahren Geschichte, na toll." Auch im Kino habe ich ihn boykottiert. Erst drei Jahre später habe ich ihn das erste Mal im Fernsehen gesehen. Ich war total gerührt und begeistert. Während der nächsten Nacht konnte ich vor emotionaler Aufgeregtheit gar nicht schlafen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich diesen Film mal so toll finden würde. Denn immerhin gilt er als absoluter Frauenfilm. Nicht nur die Action, die Technik und der historische Hintergrund packten mich, sondern auch die dramatische Liebesgeschichte und die unter die Haut gehende Irish-Folk-Musik. Wenn ich die Musik höre, muss ich komischerweise an die Jahre 1997/1998 und an meine Kindheit denken. Der Film ist jetzt einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe ihn schon zweimal ausgeliehen, ich habe Szenen auf dem Handy, den kompletten Soundtrack ebenfalls.


Auch bei dem Film Schindlers Liste habe ich total geheult. Als Kind ging es mir bei Dumbo, dem König der Löwen und bei E.T. ähnlich. Auch American Beauty, der für viele ebenfalls ein Frauenfilm ist, finde ich ganz in Ordnung. Überhaupt scheine ich ein kleiner Softie zu sein, da ich mich sehr pflege, ein Eau de Toilette benutze, das wahrscheinlich eher für Frauen gedacht ist, ich ein bisschen Kitsch in der Wohnung mag und mir jedes Jahr die Jahrestasse einer bestimmten Weihnachtsedition kaufe. Die lasse ich im Geschäft immer einpacken und behaupte dann, es sei ein Geschenk für meine Mutter. Geschlechtsgenossen, ich bitte um Absolution, denn ich gucke auch Action- und Horrorfilme und hasse Dirty Dancing!

Beichthaus.com Beichte #00030643 vom 03.01.2013 um 21:44:18 Uhr in Köln (Mohrenstraße) (48 Kommentare).

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Voller Lohn für die halbe Arbeit

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Betrug Ignoranz Arbeit Bergheim

Ich beichte, dass ich als Jugendlicher jedes Wochenende Werbeprospekte verteilt und dabei sehr oft ganze Straßen ausgelassen habe. Trotzdem habe ich den vollen Lohn abgegriffen. Ich hatte einen recht großen Verteilbezirk, mit dem ich bei ordnungsgemäßer Arbeit rund zwei Stunden beschäftigt war. Besonders, wenn es im Sommer sehr warm war, konnte es dann mal vorkommen, dass ich mir gedacht habe "ach komm, den Rest machst du morgen", obwohl eigentlich immer direkt alles an einem Tag verteilt werden sollte. Am nächsten Tag war ich dann aber auch zu faul, den Rest zu erledigen. Somit beließ ich es bei einem halb belieferten Bezirk und beruhigte mich damit, dass das ja mal vorkommen könne und wohl nicht so schlimm sein dürfte. Die nicht verteilten Prospekte habe ich dann in den Müll geschmissen. Unter dem Strich halbierte ich dadurch meine Arbeitszeit und konnte mich früher entspannt in die Sonne legen. Unerwartet haben sich dann einige Bewohner meines Bezirks bei der Firma beschwert. Normalerweise beschweren Menschen sich ja nur dann, wenn sie Werbung erhalten). Mit der Zeit ist dieses Arbeits-, beziehungsweise größtenteils "Nichtarbeitsverhalten" dann immer mehr zur Gewohnheit geworden und es war schließlich eine Seltenheit, wenn ich den kompletten Bezirk belieferte. So kam es dann eigentlich jede Woche vor, dass eine bestimmte Mitarbeiterin der Firma leicht genervt bei uns anrief, um mir oder meiner Mutter mitzuteilen, dass sich erneut jemand beschwert habe, dass er keine Prospekte erhalten hatte. Es wurde zwar immer angemahnt, dass ich die Arbeit bitte ordentlich erledigen solle, trotzdem habe ich dieses Verhalten über einen Zeitraum von zwei Jahren beibehalten, ohne dass es irgendeine Konsequenz nach sich zog. Mir wurde nicht gekündigt und immer der volle Lohn überwiesen. Dieses Verhalten der Firma hat mich irgendwie verblüfft. Erst durch meine Kündigung hatte sich der Job erledigt. Ich verbuche dies heute zum Teil unter der Rubrik Jugendsünde. Aber wenn man nicht mit Konsequenzen konfrontiert wird, ist es doch klar, dass man sich dann in dem Alter nicht an die Regeln hält. Die Firma hätte mich ja auch rauswerfen und dadurch meinem Treiben ein Ende setzen können. Haben sie aber nicht. Die waren wohl zu gutmütig und vertrauensvoll oder zu blöd. Es war aber auch ein kleiner Rachegedanke dabei, muss ich zugeben, weil die Firma die überzähligen Prospekte, die auch bei ehrlicher Arbeit anfielen und sich in der Garage stapelten, nie zurücknahm. Das war dann immer ein großer Aufwand, die selbst zu entsorgen. Ausgleichende Gerechtigkeit also.

Beichthaus.com Beichte #00030640 vom 02.01.2013 um 18:29:37 Uhr in Bergheim (13 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Fotos für das Restaurant

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Boshaftigkeit Rache Restaurant

Ich fotografiere sehr gerne mit meiner Spiegelreflexkamera und beherrsche das Hobby, laut Einschätzung vieler Bekannter, auch sehr gut. Meist fotografiere ich auf Geburtstagen und kleineren Events, wie Konzerten von befreundeten Musikern. Eines Tages sprach mich eine Bekannte an, ob ich nicht für ein Restaurant einige Fotos für deren Webseite machen könnte. Ich habe dann mit dem Restaurantbetreiber pauschal 80 bis 100 Euro für einen Abend lang Fotos machen ausgehandelt. Als Schüler hätte ich das Geld gut gebrauchen können, um mein Hobby weiterzufinanzieren. Als es dann soweit war, machte ich binnen vier Stunden rund 600 Fotos und führte sie nachher dem Betreiber vor.
Ich habe versucht, möglichst viele Motive zu finden und es waren auch sehr viele brauchbare Bilder dabei. Die meisten Fotos wurden mit ISO 100 geschossen, also nahezu rauschfrei, keine verwackelten Möchtegernfotos oder Ähnliches. Weil ich so lange warten musste, zeigte ich einige der Bilder bereits dem Barkeeper, welcher meiner Ansicht bezüglich der Brauchbarkeit der Fotos zustimmte. Als ich sie dem Betreiber zeigte, sagte dieser, dass zwar ein paar brauchbare Bilder dabei wären, aber ihm, bis auf fünf Ausnahmen, die alten Bilder von seiner Webseite besser gefielen, weil sie mehr vom Restaurant zeigen würden. Die alten Bilder sind an sich allerdings nur verrauschte Aufnahmen von Weingläsern; man erkannte nichts vom Restaurant, außer ein bis zwei Tische. Also richtig unprofessionell. Er bot mir zuerst 20 Euro an, anschließend 30. Letztendlich war es mir dann egal und ich nahm die 30 Euro unzufrieden entgegen. Noch am selben Abend schaute ich mir die vermeintlichen Testberichte des Restaurants im Internet an. Mir fiel sofort auf, dass mehrere Bewertungen den gleichen Wortlaut hatten und eindeutig vom selben Autor stammten. Aus diesem Grund meldete ich alle verdächtigen Bewertungen. Die Bewertungsseiten stimmten meinen Argumenten zu und löschten die Berichte. So fiel die Bewertung von 4.5 auf 2 Sterne runter, was für mich eine richtige Genugtuung war. Sollte einer der Berichte tatsächlich der Wahrheit entsprochen haben, so bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00030639 vom 02.01.2013 um 00:51:33 Uhr (15 Kommentare).

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Die verratene Affäre

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Fremdgehen Verrat Partnerschaft Schöfweg

Es begann damit, dass ich vor etwas mehr als einem Jahr einen Mann kennenlernte, der mir gleich auf Anhieb gefiel. Wir sahen uns auf einer Party und später am Abend haben wir auch gleich rumgemacht. Ich fand ihn wirklich toll und bis zu einem gewissen Grad beruhte das auch auf Gegenseitigkeit. Wir hatten zu Beginn der "Beziehung" lange keinen Sex, aber eines Abends ist es dann doch passiert. Wie es leider öfters bei Frauen vorkommt, verliebte ich mich, ließ mir aber nichts anmerken. Da er natürlich kein Idiot war, hat er das mit der Zeit trotzdem gemerkt. Unser Verhältnis war eigentlich ganz gut, aber ich merkte, dass er sich mal distanzierte und dann plötzlich wieder meine Nähe suchte. Blind vor Verliebtheit, ließ ich das zu, machte immer mit, wenn er wollte und sagte viel zu selten nein. Wir haben uns oft getroffen, immer wieder telefoniert uns er hatte mir immer süße SMS geschrieben.


Wir hatten gerade eine tolle Nacht hinter uns, als ich dann plötzlich durch Dritte mitbekommen habe, dass er jetzt eine Freundin hätte. Ich fiel aus allen Wolken. Vor Allem war er zum Zeitpunkt unserer letzten gemeinsamen Nacht bereits seit zwei Wochen mit ihr zusammen. Ich stellte ihn zur Rede, doch als Antwort bekam ich nur ein "bleib locker, von jetzt an lassen wir das Ganze." Ich ließ ihn also in Ruhe und habe auch von ihm nichts mehr gehört. Dann, ungefähr drei Monate später, sind wir uns im Einkaufszentrum begegnet. Bei seinem Anblick war ich wieder Feuer und Flamme, versuchte aber, relativ cool zu bleiben. Er hat mich dann lieb begrüßt und wir unterhielten uns ziemlich lange über Gott und die Welt. Am nächsten Tag rief er mich an und wollte sich mit mir treffen. Ich konnte es nicht fassen, war hin und her gerissen aber schlussendlich habe ich mich doch noch überreden lassen. Wir sind also wieder im Bett gelandet. Dummerweise fragte ich ihn erst danach, ob er noch mit der besagten Freundin zusammen sei - und das war er.


Mir wurde schlecht, ich habe mich richtig mies gefühlt. Da habe ich meine sieben Sachen gepackt und wollte gehen. Er hielt mich zurück und meinte, das wäre doch nur "just for fun". Mir war das alles zu viel und ich ging kommentarlos. Mein Gewissen hat mich daraufhin so sehr geplagt, es redete ständig auf mich ein. Ich fühlte mich einfach nur mies. Lange habe ich überlegt, ob ihn dazu bringen könnte, wenigstens ehrlich zu ihr zu sein und ihr alles zu beichten. Es ging mir nicht um mich, aber ich, anstelle seiner Freundin, hätte gerne gewusst, wer mein Partner wirklich ist. Würde sie ihm verzeihen, dann wäre ja wieder alles gut. Allerdings wollte er es ihr nicht sagen. Aber ich hatte dermaßen Gewissensbisse, dass ich das nicht einfach so ruhen lassen konnte. Ich erfuhr durch seinen Mitbewohner, wie seine Freundin heißt und wo ich sie finden könnte. Weiter habe ich erfahren, dass er seine Freundin schon seit längerer Zeit betrügt - also nicht nur mit mir. Er beteuere immer wieder, dass sie die Richtige sei aber da er immer notgeil ist, könne er es nicht lassen. Und da habe ich aus einer Kurzschlussreaktion heraus gehandelt. Da ich jetzt wusste, wo sie arbeitet, fuhr ich dorthin. Ich hatte Glück und sie war anwesend. Wir verabredeten uns am Nachmittag und ich habe ihr alles erzählt, von Anfang bis Ende. Sie hörte mir zu, ohne etwas zu sagen. Plötzlich brach sie in Tränen aus. Schlussendlich bedankte sie sich. Ich war ein bisschen verwirrt, und fragte ob alles okay sei. Sie holte tief Luft, und meinte, sie wäre froh darüber, das endlich mal zu erfahren, weil sie ihn schon häufiger damit konfrontiert hätte, weil sie bereits Verdacht geschöpft hatte. Plötzlich erzählte sie mir, sie sei Schwanger im dritten Monat. Mir fiel die Kinnlade herunter und ich fühlte, wie mein ganzes Blut in meinen Kopf schoss. Jetzt fühlte ich mich wie eine ehebrecherische Hure, die einen Mann, der Zuhause eine schwangere Freundin sitzen hat, vögelte. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich es ihr überhaupt hätte sagen sollen, auch wenn ich nicht die einzige war, mit der er in der Zeit Sex hatte. Denn nun habe ich ihre Welt zerstört, ihr die Vorstellung vom tollen und treuen Freund genommen, ihr die Wahrheit erzählt, welche sie vielleicht gar nicht wissen wollte, und das hätte ich vielleicht ihm überlassen müssen. Ich habe ihn bis jetzt nie mehr gesehen und ich weiß auch nicht, ob sie ihm vergeben hat oder nicht. Ich weiß selber nicht, warum ich damals so gehandelt habe und versuche, das auch meinem Gewissen beizubringen. Heute suche ich meine Männer umsichtiger aus.

Beichthaus.com Beichte #00030638 vom 01.01.2013 um 15:12:39 Uhr in Schöfweg (36 Kommentare).

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Heucheleien zu Feiertagen

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Zorn Schamlosigkeit Weihnachten Düsseldorf

Ich beichte, dass ich meinen Mitmenschen tierisch auf den Sack gehe, weil ich sie wegen ihrer ständigen Höflichkeitsfloskeln aufziehe. Jetzt an Weihnachten hat mir jeder, sobald ich auch nur zwei Worte mit ihm gewechselt habe, frohe Festtage gewünscht. Jedes Mal, wenn ich etwas eingekauft habe, wünschte mir die Kassiererin frohe Festtage, obwohl ich vorher nicht ein einziges Wort mit ihr gesprochen habe, sie mich nicht kennt, ich sie nicht kenne, und ich sie auch nie im Leben wiedersehen werde. Ob ich wirklich frohe Festtage habe, ist ihr in Wirklichkeit scheißegal. Ich habe also jedem, von dem ich mich verabschiedet habe, frohe Ostern gewünscht, und denjenigen, die ich besonders lieb gewonnen habe, schöne Pfingsttage. Wenn keine Feiertage anstehen, wünsche ich von Montag bis Mittwoch jedem ein schönes Wochenende und immer wieder mal streue ich wahllos ein und schönen Urlaub noch!€œ ein. Die meisten Menschen sind dann beleidigt, manche wollen sich ausschütten vor Lachen.
Wenn ich an die ersten Tage im neuen Jahr denke, wird mir allerdings schon schlecht, weil jeder hergelaufene Arsch mir ein glückliches neues Jahr wünscht, obwohl ich genau weiß, dass es ihn nicht die Bohne interessiert, ob das neue Jahr für mich gut oder schlecht wird. Ich bitte um Vergebung, aber ich kann ich anders, diese schmierige Heuchelei kotzt mich so an.

Beichthaus.com Beichte #00030631 vom 29.12.2012 um 17:59:40 Uhr in Düsseldorf (Ratinger Straße) (24 Kommentare).

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