Das bekiffte Versicherungsgespräch
Beichthaus.com Beichte #00027598 vom 08.03.2010 um 22:48:00 Uhr in Dresden (23 Kommentare).
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Ich also zur Türsprechanlage, und wer davor? Na klar, der Versicherungsmann.
Im ersten Schreck habe ich erstmal versucht ihn irgendwie abzuwimmeln, was aber nicht ging. Also musste ich ihn dann wohl oder übel reinlassen. Gegenüber der Türsprechanlage ist bei uns ein Spiegel, schönes Teil, in dem Moment aber eher gruselig was ich da sah. Leicht rote Augen in einem sich langsam ins weiß verfärbende Gesicht. Erstmal alles klar rücken und den guten Mann begrüßen. Als wir dann eine halbe Stunde in der Küche damit verbrachten triviale Daten abzufragen scheiterte ich glorreich am Geburtsdatum meiner Mutter, es wollte mir einfach nicht mehr einfallen, und ich hatte dazu noch die ganze Zeit massive Panik, dass er checken könnte wie ich immer dichter wurde. Also entschuldigte ich mich ersteinmal kurz bei ihm, ich glaube aus meinem Mund rieselte Staub, so trocken war der, und bin ersteinmal ab ins Bad.
Ehrlich, ich glaube, ich sah noch nie so dicht aus, wie in diesem Moment. Kalkweiß, dicke rote Augen und ein leicht wirrer Blick. Ich bin also wieder raus, nochmal fix in mein Zimmer, von meinen Freunden den Kommentar abgefasst "Alter, siehst du scheiße aus!" und wieder zum Versicherungsmann. Dieser hackte aber immer noch auf dem Geburtsdatum meiner Mutter rum, und mein Hirn wollte es immer noch nicht preisgeben. Es war eine schreckliche Zeit bis ich endlich das Türschloss hörte und meine Mutter kam. Ich bin nur noch aus der Küche mit einem "Meine Mutter kommt!" geflohen um mir direkt von ihr sagen zu lassen, ich soll doch die Wohnung erstmal zum spazieren gehen verlassen. Das habe ich dann auch gemacht.
Das war das peinlichste Erlebnis ever, und was es noch peinlicher macht, ist der Fakt, dass der gute Mann immer noch mein Versicherungsvertreter ist und mich jedes mal, wenn ich sein Büro betrete, angrinst. Danke, dass Sie trotzdem mein Auto versicherten, guter Mann.