Schnullerersatz mit Spätfolgen

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Manie Dummheit Selbstverletzung Dieburg

Ich kaue Nägel, seitdem ich damals als Kleinkind mit dem Daumenlutschen aufhörte. Es war für mich quasi ein Ersatz für den viel zu früh entrissenen Schnuller. Ich hab in diesem Alter auch noch keine beeinträchtigenden Erfahrungen gemacht. Mein Elternhaus und meine Umgebung waren immer kinderfreundlich und sorgenfrei. Ich bin (w/30) und kaue, zu meinem Leidwesen, immer noch meine Nägel. Teilweise bis aufs Blut. Die Bilder sind nicht schön, für mich aber normal. Alles an Hilfsmitteln und Heilmitteln (außer Hypnose) haben nicht geholfen. Ersatz fürs Kauen hat nicht lang gehalten. Tinkturen hab ich mit den Zähnen abgeschabt und direkt weiter genagt. Künstliche Nägel, egal ob zum selber Kleben oder gemachte Nägel haben so lange gehalten, bis meine laschen Nägel frei, biegbar und ungeschützt waren. Kaugummi Kauen hat irgendwann zu unschönen Kieferproblemen geführt. Wobei, bei den Acryl Nägeln war das Biegen ihr Tod.

Der letzte Ausweg, wenn alles nichts bringt ist für mich tatsächlich die Hypnose. Für mich ist das Kauen kein Akt der Langeweile oder Nervosität. Ich empfinde es nicht als Solche. Ich kaue, um klar denken zu können. Wahrscheinlich hat mein Körper, um diesen Akt der Selbstverletzung zu akzeptieren, das Kauen in meinen normalen körperlichen Rhythmus eingebracht. Mir ist bewusst, dass es falsch ist zu kauen. Dennoch fühle ich mich wohl und gut, wenn die störenden Nagelstücke, die vormals fast über die Kuppe wuchsen, weg sind. Lange Nägel konnte ich schließlich noch nie leiden.

Nicht nur, dass es gewisse körperliche Schönheitsideale gibt, die ich derzeit nicht erfülle, sondern auch, dass die Unmengen an Nägeln in meinem Magen sowie die Infektionsgefahr an meinen wunden Fingerkuppen gesundheitliche Folgeschäden mit sich bringen. Zudem schmirgle ich mir regelrecht meine verbleibenden, abgenagten Stümpfe für die Arbeit ab und zurecht, sodass sie wie sehr kurze aber schöne Nägel aussehen. Die Schmerzen der malträtierten Kuppen könnt ihr euch nicht vorstellen. Die Länge meiner abgekauten Nägel betrifft die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge, nur so als Maßstab. Nach dieser Zusammenfassung möchte ich also beichten, dass ich einfach nicht aufhören kann. Sobald ich zu viel abnage durchfließen mich brennende Schmerzen. Nach 1-3 Tagen ist alles wieder gut. Gott sei Dank habe ich gutes Heilfleisch. Nichtsdestotrotz tut es mir leid, dass sich Menschen in meiner Umgebung eventuell unwohl fühlen oder angeekelt sind, weil sie meine tollen Nägel sehen. Ich empfinde mein Problem zwar als störend, aber weniger als hässlich.

Beichthaus.com Beichte #00042015 vom 25.01.2020 um 02:04:28 Uhr in Dieburg (Johann-Sebastian-Bach-Straße) (0 Kommentare).

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Respekt: Der Junge mit dem Messer

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Falschheit Vorurteile Schule Mannheim

Ich (m/24) beichte nie ein Gerücht über mich aus der Welt geschafft zu haben. Als ich in die 5. Klasse auf die Realschule kam, wurde ich übel gemobbt und schikaniert und nichts hat dagegen geholfen. Jeden Tag wurde ich fertig gemacht bis aufs letzte. Als ich in der 7. Klasse war, hatte einer der Mobber wohl rum erzählt, ich hätte hinter der Sporthalle eine Neuntklässlerin mit dem Messer bedroht, damit sie meine Hausaufgaben macht. Das hat sich ziemlich schnell herum gesprochen und wenig später wurde durch Polizei und Schulleitung aufgeklärt, dass es nur ein Gerücht war. Die Schulleitung wollte das vor den anderen Schülern klarstellen, aber ich wollte das nicht. Der Grund dafür war einfach. Nachdem dieses Gerücht in der Welt war, hatten sie alle Angst davor von mir abgestochen zu werden, wenn sie gemein waren und ich hatte die letzten 2,5 Schuljahre meine Ruhe. Nie wieder hat einer von den anderen Schülern mit mir geredet oder mich auch nur falsch angeschaut, weil sie dachten ich wäre ein Psychopath.

Beichthaus.com Beichte #00041843 vom 17.05.2019 um 12:44:52 Uhr in Mannheim (7 Kommentare).

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“35.000

“Beichte

Mobbing: Startschuss in ein erfolgreiches Leben

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Stolz Ungerechtigkeit Schule Altötting

Ich habe jetzt einige Beichten gelesen, in denen es um Mobbing ging und um das weitere Leben der Mobber und der Mobbingopfer. Es war in allen Beichten so, dass Mobber nach der Schule, in der sie die Coolen waren, ein mieses Leben führten und die Mobbingopfer Karriere machten. Ich las auch jedes Mal die Kommentare unter den Beichten, in denen dann ständig von Karma geschrieben wurde. Nun will ich hier auch mal beichten. Meine Beichte ist, dass ich auch ein ehemaliger Mobber bin und außerdem der beste Beweis dafür, dass es kein Karma gibt.

Ich war einer von den Coolen. Ich habe geraucht und die Mitschüler, die nicht geraucht haben als Weicheier bezeichnet. Ich habe nur soviel gelernt, dass ich einen Notendurchschnitt von circa 3,0 hatte und die, die mehr gelernt haben als Streber bezeichnet. Ich gehörte zu einer elitären Clique in meiner Jahrgangsstufe, in die nur lässige Leute reinkamen, die so waren, wie die coolen Kids halt sind. Also, wie gesagt, wir rauchten, das ein oder andere Bier, ab und zu gekifft und bestenfalls mittelmäßige Noten. Fast jeder, der nicht in dieser Clique war, wurde mal blöd angeredet aber richtig gemobbt wurden nur die Sozialversager, die auch optisch etwas seltsam waren. Um genau zu sein, haben wir nur drei Mitschüler zu unseren Opfern erklärt. Alle drei hatten die Gemeinsamkeiten, dass sie zwar gute Noten hatten, aber zwischenmenschlich einfach minderbemittelt waren. Verstanden Witze nicht, kapierten oftmals Sarkasmus nicht, Zwei haben zwar nie gestunken aber hatten oft Frisuren. Wenn man das, was die auf dem Kopf hatten, Frisuren nennen kann, an denen man sah, dass sie sich nicht mal die Haare gekämmt hatten bevor sie in die Schule gingen. Einer hatte immer wieder Hochwasserhosen an und immer wieder versehentlich sein T-Shirt in seine Unterhose gesteckt. Also alles mögliche, was einfach nur lächerlich und schlampig wirkte. Einer wirkte eigentlich ganz ordentlich aber war halt einfach fett. Es war auch noch mehr, aber ist jetzt auch egal. Auf jejeden Fallhaben wir sie verarscht, geschubst, bespuckt und ein wenig verprügelt, Stifte kaputt gemacht etc..

Nachdem ich meinen Hauptschulabschluss geschafft habe, habe ich eine Ausbildung zum Elektriker gemacht. Danach ein paar Jahre gearbeitet, dann eine Weiterbildung zum Elektriker-Meister gemacht, noch ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt und mich dann selbstständig gemacht. Meine Firma läuft gut, ich habe genügend Elektriker eingestellt, sodass ich selbst kaum noch handwerklich arbeiten muss. Hauptsächlich sitze ich im Büro, wo mich eine Bürokauffrau unterstützt. Meine Arbeit besteht nun hauptsächlich aus Telefonaten und Treffen mit Kunden, erstellen von Kostenvoranschlägen, ein bisschen Buchführung, Bestellungen usw. Da ich in einer reichen Region Deutschlands lebe, in der es viele Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk, Einzelhandel Gastronomie usw. gibt, gibt es auch viele Menschen die hier leben und arbeiten. Immer mehr Leute kommen, um hier zu leben und zu arbeiten, deshalb wird ständig gebaut und wir haben immer Baustellen. Teilweise haben wir so viele Aufträge, dass Kunden Monate warten müssen, bis wir in ihren Häusern die Elektrik machen können. Ein Hoch auf den Handwerkermangel in Deutschland. Der ist der Grund dafür, dass ich wenig Konkurrenz habe. Nach Abzug aller Kosten bleiben mir circa 60.000 Euro im Jahr. Ich verdiene also mehr als so mancher Akademiker. Das sollte so manchem Studenten, der über Leute mit Hauptschulabschluss die Nase rümpft, mal zu denken geben. Ich habe eine hübsche Freundin, mit der ich schon zusammen war, seit ich noch in der Ausbildung zum Elektriker war. Also nein, sie ist nicht wegen meinem Geld mit mir zusammen und wir haben eine Tochter. Das Rauchen habe ich aufgehört, weil man ja doch mal vernünftig werden muss.

Und was ist aus den Mobbingopfern geworden? Einer hat einen Bachelor in BWL und damit verdient er wahrscheinlich weniger als ich und bei seiner unbeholfenen Art, die er, soweit ich weiß, immer noch hat, ist er wahrscheinlich immer noch Single. Einer hat Germanistik studiert. Bringt das wirklich Geld? Und der Dritte ist immer noch fett und sitzt bei Edeka an der Kasse. Also meine lieben ehemaligen Mobbingopfer, die sich hier im Beichthaus immer an dem Leid ehemaliger Mobber aufgeilen und ständig von Karma schreiben - ich bin jetzt 38 Jahre alt. Wo bleibt mein Karma? Ich finde euch so lächerlich. In der Schule wurdet ihr schikaniert, das habt ihr nie verarbeitet und jetzt? Jetzt hofft ihr, dass das Karma sich für euch an euren Mobbern rächt, nur weil ihr immer zu feige gewesen seid um euch zu wehren. Achja und schreibt ruhig abfällige Kommentare, in denen ihr mich als Proleten bezeichnet, weil ich auf der Hauptschule war. Ich bin mein eigener Chef und mache gutes Geld. Mehr als die ehemaligen Streber meiner Klasse, obwohl die ja jetzt zum elitären Kreis der Akademiker gehören. Also mir egal, viel Spaß noch weiterhin dabei, wenn ihr hofft, dass eure Mobber auf der Schnauze landen.

Beichthaus.com Beichte #00041804 vom 07.04.2019 um 21:37:24 Uhr in Altötting (84 Kommentare).

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Der waghalsige Überholer

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Ignoranz Unfall Auto & Co. Vechta

Ich bin vor ein paar Wochen nachdem ich einen Unfall live beobachten musste, weiter gefahren, statt anzuhalten. Das war eine Kurzschlussreaktion von mir, ich war wütend auf den Verunglückten und hatte irgendwie gedacht "geschieht dir recht". Er hätte mit seiner Fahrweise auch beinahe mich (kurz vorher) in einen Unfall verwickelt.

Die Situation war etwa so, leicht kurvige Landstraße ohne Begrenzung (also 100), Tanklastwagen ganz vorne (die fahren halt nur so 60 bis 70 maximal) und dahinter locker so 8 bis 10 Autos. Ich war etwa der 11. hinter mir noch 3 Autos. Überholen konnten die vorne offenbar nicht. Auf mal fängt der allerletzte (von ganz hinten) an zu Überholen (völlig verrückt, man konnte klar sehen, wie lang die Schlange ist). Wie es kommen musste, auf meiner Höhe etwa kommt Gegenverkehr und er muss einscheren. Der Abstand war bei der Geschwindigkeit so, wie man es kennt, also gering) gleichzeitig wurde die Kolone langsamer (da kam vorne so ein Mini-Dorf). Der war natürlich schon am nach rechts ziehen und ich dann natürlich voll in die Eisen. Das fehlten eher nur Millimeter statt Zentimeter.

In dem Moment (war ich zwar leicht Aggro, Pumpe ging etwas höher, hätte ja auch fast gekracht), hab aber noch gedacht "ok vielleicht Fahranfänger oder so und hat nicht verstanden, was er gerade gemacht hat". Niemals im Leben hätte ich damit gerechnet, das der nur ein paar Sekunden später (die 2/3 Wagen Gegenverkehr waren grade durch) sofort wieder ansetzt (sowas Wahnsinniges...) und dann kam halt, was kommen musste (und er auch so provoziert hat), es kam wieder Gegenverkehr aus einer Kurve und da es mitten in der Kurve war (Rechtskurve), hat er nach links ausgewichen auf ein Feld rauf.

Ich sah noch, wie er sich überschlagen hatte und alle Teile seines (ich glaube AMG, jedenfalls so ein aufgemotzter Benz) in der Gegend rumflogen. Und dann kam halt mein Fehler, weswegen ich hier jetzt beichte. Ich bin in dem Augenblick weiter gefahren. Ich hätte natürlich locker anhalten können, aber ich wollte es einfach nicht. In dem Augenblick stand es für mich wirklich völlig außer Frage, da jetzt anzuhalten. Wäre das eine einsame Landstraße gewesen, und ich der einzige weit und breit, wäre das was anderes gewesen. Aber in dem Augenblick dachte ich mir "dem Wixer, den sollen mal Andere helfen". Ich hoffe, von den anderen war zufällig auch jemand ausgebildeter Rettungssanitäter. Ich war ja leider weiter gefahren und hab nicht geholfen. Das muss natürlich keinen Unterschied machen, ob da jetzt sofort jemand dabei ist, der sich auskennt, aber (Situationsbedingt) kann das schon einen großen Unterschied für den Betroffenen machen, ob da jetzt die Leute nur ihr einfaches (meist fast vergessenes) Ersthilfe Wissen anwenden, oder eben direkt ein Sani da ist (bin kein "aktiver" Sani, aber hätte doch mehr wissen als der durchschnittliche Ersthelfer). Daher habe ich jetzt schon einige fast schlaflose Nächte hinter mir und es nagt an mir. Ich werde das nächste Mal, egal was vorher war, anhalten!

Beichthaus.com Beichte #00041776 vom 28.02.2019 um 20:09:17 Uhr in Vechta (22 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Kurze Gute-Nacht-Geschichten

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Falschheit Faulheit Kinder Allstedt

Wenn ich meinem vierjährigen Kind Gutenachtgeschichten vorlese, lasse ich immer mal wieder die ein oder andere Passage weg, damit ich schneller fertig bin. Mein Kind bemerkt es nicht, ist hinterher glücklich und ich spare viel Zeit. Somit ist uns beiden geholfen. Pädagogisch gesehen habe ich natürlich ein riesiges moralisches Problem, weswegen ich um Vergebung bitte.

Beichthaus.com Beichte #00041703 vom 04.01.2019 um 21:05:41 Uhr in Allstedt (13 Kommentare).

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