Jeder ist seines Glückes Schmied

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Ungerechtigkeit Zwietracht Schule

Als ich noch in der Grundschule war, war in unserer Klasse ein Junge ausländischer Herkunft. Er war wohl erst kürzlich nach Deutschland gezogen und konnte die Sprache so irgendwie reden. Er war jedoch sehr arm. Um mal ein Beispiel zu nennen, er trug ein T-Shirt etwa eine Woche, dann kam das andere. Ebenso hatten seine Klamotten die besten Tage hinter sich, sie waren verwaschen und ausgeleiert, jedoch immer sauber und anständig. Auch hat er sich nie bei Schulausflügen, welche extra Geld kosten beteiligt und nie irgend einen Luxus z.B. Essen in der Cafeteria oder Snacks am Automaten gegönnt, weil er es sich nicht leisten konnte. Hinzu kommt noch, dass er ziemlich pummelig war und zu allem Übel sehr schüchtern und dementsprechend keine Freunde hatte. Schlimmer noch, er wurde regelmäßig verarscht, seine Sachen (Schuhe, Turnsäckchen, Bücher, Stifte, Lineal) wurden von Mitschülern oft geklaut, versteckt, kaputt gemacht oder er wurde auch mal erpresst. Als Gruppenarbeiten in der Schule angesagt waren, wollte niemand mit ihm zusammenarbeiten.


Er saß alleine in der letzten Ecke des Raumes und alle anderen an Gruppentischen. In den Pausen durfte er bei keinem der Gesellschaftsspiele oder Sportspiele mitspielen. Alle Tage wieder stand er im Mittelpunkt des allseits beliebten Schubskreises. Wenn er denn mal krank war, hat natürlich niemand seine Arbeitsblätter mitgenommen ebenso wollte ihn auch kaum einer die Hefteinträge auch vor Ort abschreiben lassen. Kaum zu glauben, wie grausam Kinder sein können und das in der Grundschule in einer ländlichen bayerisch konservativen Provinz. Heute würde man sagen, er wurde gemobbt, doch es war viel mehr als nur das.
Als er dann irgendwann weggezogen ist, glaubten die meisten Leute, vor allen Dingen seine Peiniger und diejenigen, die nichts dagegen getan haben, ebenso wenig die Lehrer Belegschaft oder der Werte Herr Rektor, vermutlich, aus diesem kleinen Wicht würde nichts werden, er ist ein hoffnungsloser Fall. Irgendwie schien diese Passivität mancher Lehrer sogar dahingegend umzuschlagen, dass ein paar sadistische Lehrer den armen auch damit aufzogen, dass er einen unaussprechlichen Namen Osteuropäischer Herkunft hat, sowie aus einem Land kam, wo der Krieg herrschte. Zum Beispiel wurde er vor der Klasse von einer älteren Lehrerin gefragt, wo er denn herkomme. Jugoslawien war die Antwort. Die Frau entgegnete mit Spott, dass es dieses Land seit 1991 nicht mehr gäbe und, dass dort "unten" sowieso nur Proleten und Kriegsverbrecher wohnen, welche sich gegenseitig die Köpfe einschlügen. Die Lehrerin und auch andere Lehrer stellten ihn auch bloß, indem sie immer wieder vor der Klasse sich nach den Jobs seiner Eltern erkundigten, welche um es hier mal absichtlich abwertend auszudrücken minderwertig waren. Seine Mutter arbeitete als Altenpflegerin und sein Vater für so ziemlich alles was der Arbeitsmarkt hergab. Das Geld reichte so eben zum Leben, jedoch mit den oben genannten Abstrichen.


Diese Liste könnte sich noch länger so fortführen lassen, aber um es auf den Punkt zu bringen, ihm wurde absolut nichts geschenkt, es wurde vielmehr versucht ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zu nehmen. Heute, knapp 20 Jahre später hat er ein Master Diplom in Betriebswirtschaft/Management und ist mit knapp 30 Jahren ziemlich weit oben an der Karriereleiter, er ist einer der Geschäftsführer einer Maschinenbau GmbH mit fast 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten. In diesen vielen Jahren kämpfte er sich auch vom einfachen Büroarbeiter über den Posten des Abteilungsleiters und des Personalleiters hoch zu dem oben erwähnten. Natürlich war es eine Genugtuung als er mit dem Posten des Personalleiters, später als Geschäftsführer viele Bewerber persönlich interviewt und auch mal der eine oder andere bekannte "Kamerad" dabei war, diesen wurde dann auf der höchsten professionellen Ebene eine Absage erteilt. Er sprach die Bewerber nie darauf an, aber ihre Blicke verrieten, dass sie peinlich gerührt seien und obwohl sich ausnahmslos jeder absichtlich unwissend stellte, wussten doch beide, dass dies nicht so ist.
Nun wie kommt es dazu, dass ich die Geschichte mit all den Details so ausschweifend erzähle? Ganz einfach, ich bin dieser Mensch. Danke fürs Lesen und an alle Menschen da draußen in der weiten weiten Welt, egal wie schwer das Leben ist, oder egal wie aussichtslos manche Situationen erscheinen, man muss sich einen Weg durchs Leben bahnen. Das was mich angetrieben hat durch die Jahre, war der Wunsch nach einem besseren Leben und nichts desto trotz ausgleichender Gerechtigkeit durch, wenn ihr so wollt eine höhere Instanz wie des vielfach zitierten Schicksals. Kopf Hoch und ab ins kalte Wasser, jeder ist seines Glückes Schmied.

Beichthaus.com Beichte #00030138 vom 03.08.2012 um 10:02:36 Uhr (79 Kommentare).

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Papa zahlt Azubi

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Habgier Lügen Geld Familie

Ich möchte beichten, dass ich meinem Vater vorgelogen habe, meine erste eigene Wohnung würde knapp 350 Euro plus Nebenkosten kosten, obwohl ich exakt 180 Euro warm bezahlen muss. Er hat mir dreimal soviel Unterhalt wie bisher überwiesen. Dabei muss aber erwähnt werden, dass er mir Jahre lang das Taschengeld gestrichen hat, obwohl ich es wirklich gebraucht hätte. Ich bitte um Absolution, aber ich möchte unbedingt nächstes Jahr nach der Abschlussprüfung zwei Wochen in die USA und muss jetzt schon anfangen zu sparen. Einem Azubi fliegt schließlich das Geld auch nicht so in die Hand.

Beichthaus.com Beichte #00030135 vom 01.08.2012 um 21:12:57 Uhr (22 Kommentare).

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“Folge

Textmarker und Federbälle im Schlafzimmer

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Hass Falschheit Nachbarn Last Night Hameln

Ich (w/20) schlafe gerne bei offenem Fenster. Auch mein Nachbar teilt diese Angewohnheit mit mir. Das Problem ist, dass er einfach fürchterlich laut schnarcht und sein Schlafzimmer in der Nähe von meinem liegt. Da ich nicht mit geschlossenem Fenster schlafen möchte […]
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Beichthaus.com Beichte #00030133 vom 01.08.2012 um 00:28:55 Uhr in Hameln (19 Kommentare).

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Geschenkpapier für Bücher

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Verschwendung Peinlichkeit Shopping Kassel

Ich kaufe meine Bücher selten online, sondern in Bücherläden. Wenn ich mir ein Buch kaufe, was eindeutig unter dem Genre Erotik fällt, lass ich es in Geschenkpapier einpacken, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, dass dieses Buch für mich ist. Zuhause packe ich das Buch dann aus und bekomme ein schlechtes Gewissen, da sich die Verkäuferin extra die Mühe gemacht hat, dies in Geschenkpapier einzupacken.

Beichthaus.com Beichte #00030130 vom 02.08.2012 um 19:27:13 Uhr in 34117 Kassel (Obere Königsstraße) (11 Kommentare).

Gebeichtet von beicht123
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“Beichte

Mit der Riesen-Super-Soaker auf dem Minigolfplatz

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Boshaftigkeit Dummheit

Ich war vorgestern auf einer kleinen Party und wollte einem Kumpel einen Streich spielen, ging massiv daneben. Das ganze war auf einem Minigolfplatz, der den Eltern von einem Freund gehört, keine Nachbarn, ideale Lage für sowas. Ich habe mir eine Riesen-Super-Soaker genommen und wollte einen Kumpel nass spritzen. Das Klo mit nur zwei Kabinen für alle schien mir dafür der richtige Ort. Als derjenige in Richtung Klo verschwand wartete Ich kurz und stürmte den Klovorraum.


Eine Kabine war versperrt. Mit einer Münze war es kein Problem, das Schloss aufzusperren. Ich riss die Tür auf und drückte den Abzug meiner Super Soaker. Nach ein paar Sekunden der Schock. Ich traf nicht den Rücken meines Kumpels, sondern das Gesicht einer nichts ahnenden Frau. Ich starrte sie ungläubig an, sah voller Entsetzen, dass sie ihre Hosen heruntergezogen hatte und dann kam dieses schlimme Plumpsgeräusch, das mir zeigte, dass ich sie gerade bei einem wichtigen Geschäft gestört hatte. Nach einer Schrecksekunde sprang sie auf, mit einer Hand hielt sie sich die Hose hoch, in der anderen hielt sie die Klobürste, mit der sie auf mich einschlug. Obwohl es extrem unpassend war, bekam ich einen argen Lachflash. Während ich lachend an der Wand lehnte, ging sie in ihre Kabine zurück und machte weiter. Ich konnte ihr das Versehen noch erklären und als sie herauskam nahm sie es mir nicht mehr ganz so übel, aber ich weiß noch immer nicht, ob ich das Ganze für schrecklich oder witzig halten soll.

Beichthaus.com Beichte #00030127 vom 29.07.2012 um 15:05:02 Uhr (17 Kommentare).

Gebeichtet von böhse
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