Von Taubheit ermahnt

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Faulheit Selbstverletzung Trägheit Wien

Ich möchte beichten, dass ich mich momentan ziemlich asozial verhalte. Ich mache ein Studium und sollte mir dringend einen Nebenjob suchen. Bisher habe ich nur Absagen bekommen. Außerdem sollte ich für das Studium lernen, dabei zocke ich in den letzten Tagen nur am PC. Ich gehe kaum noch raus und ernähre mich von den Resten, die in der Küche noch vorzufinden sind. Gestern Abend habe ich das Fass wohl zum Überlaufen gebracht. Ich war den ganzen Tag schon so demotiviert, weil ich wieder einmal keine positiven Antworten auf meine Bewerbungen bekommen habe. Ich habe mir etwas Alkohol besorgt und wollte mich genüsslich betrinken. Hierzu habe ich es mir auf dem Sofa gemütlich gemacht, einen schönen Film eingeschaltet und dann losgetrunken. Ziemlich bald bin ich müde geworden und eingeschlafen. Das Dumme daran war eben, dass ich schon ziemlich betrunken war und ich den Kopf so blöd gelegen hatte, dass ich mir die ganze Zeit mit den Zähnen auf die Unterlippe gebissen haben muss. Jedenfalls ist da jetzt eine Fläche, zirka ein Quadratzentimeter, auf meiner Unterlippe taub. Es sind jetzt schon fast 12 Stunden vergangen, seitdem ich aus dieser blöden Position aufgewacht bin und immer noch ist die Lippe taub. Ich werde mich wohl auf längere Zeit mit diesem blöden Gefühl anfreunden müssen. Jedenfalls ist das mir eine Lehre gewesen. Eigentlich. Heute früh habe ich etwas fürs Studium gemacht und mich wieder beworben. Jetzt werde ich aber wieder zocken und abends vermutlich den Rest von gestern vernichten, wenn ich überhaupt warte, bis es dunkel wird. Irgendwie habe ich es schon aufgegeben, dass ich noch eine Jobzusage bekomme.

Beichthaus.com Beichte #00030353 vom 18.10.2012 um 10:37:53 Uhr in Wien (Landstraße) (14 Kommentare).

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Harter Dozent

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Faulheit Ignoranz Studentenleben

Ich (m/28) bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Uni und neben Forschung auch für die Ausbildung diverser Studenten zuständig. Ich leite eigentlich alles, von Großkursen bis hin zum kleinen Laborpraktikum mit nur 12 oder weniger Teilnehmern. Das macht mir sogar Spaß, auch wenn meine wissenschaftliche Arbeit dadurch zu kurz kommt und das Niveau vieler Studenten sich immer mehr Richtung Gosse entwickelt.
Vor einiger Zeit sollte ich einen ausländischen Studenten betreuen der das reguläre Laborpraktikum scheinbar verschlafen hat aber von meinem wirklich warmherzigen Chef eine zweite Chance bekommen hat. Ich stimmte also meine Arbeit der nächsten zwei Wochen auf diesen Studenten ab. Er erwies sich als nett, neugierig und nicht großartig mehr tollpatschig als alle Studenten seines Semesters. In der zweiten Praktikumswoche fehlte er jedoch zwei Tage unentschuldigt. Daraufhin bin ich zu meinem Chef um ihm zu erklären, dass ich keine zusätzlichen zwei Tage extra für den Studenten aufbringen will, es aber auch nicht einsehe, dass er mit zwei Fehltagen durch den Kurs kommt. Eine Lösung hatte ich auch gleich parat: Am letzten Tag des Praktikums erschien mein Student wieder, jedoch ohne ein Wort der Entschuldigung. Da ich nicht in der Bringschuld war fragte ich auch nicht nach dem Grund seines Fehlens und drückte ihm für jeden der zwei Fehltage einen wissenschaftlichen Artikel in die Hand. Diese sollte er bearbeiten und baldmöglichst vor der versammelten Arbeitsgruppe vortragen.


Was man mir dabei vorwerfen kann? Ich wusste, dass die Artikel für einen Studenten seines Semesters viel zu harte Kost sind. Und ich wusste, dass er den Schein für diesen Kurs dringend braucht, um rechtzeitig seinen Bachelor-Abschluss zu machen. Denn sollte er nach neun Semestern noch immer keinen Abschluss haben, wird er zurück nach Afrika geschickt bzw. abgeschoben. Ich beichte also, dass ich diesem Studenten absichtlich einen großen Stein in den Weg gelegt habe, er sich seitdem nicht blicken lassen hat und ihm mit seinen acht Semester nun langsam die Zeit davon läuft. Eventuell muss ich auch beichten, dass ich es immer wieder so tun würde, da ich es nicht einsehe, dass so viele Studenten denken man könne sich zum Abschluss durchbummeln. Ich habe mir mal sagen lassen, dass ich unter den Studenten als harter Dozent gelte. Ich denke das jedoch nicht. Vielmehr denke ich, dass es den Studenten hierzulande mit ihrer Noteninflation und sinnfreien Studentenprotesten noch viel zu gut geht und sie, anders als Gleichaltrige mit einem regulärem Ausbildungsberuf, keine Ahnung haben was arbeiten bedeutet.

Beichthaus.com Beichte #00030268 vom 16.09.2012 um 22:56:29 Uhr (43 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Rechnung von der Bibliothek

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Faulheit Peinlichkeit Lügen Studentenleben Stuttgart

Als Studentin habe ich einmal eine ganze Menge Bücher aus der Bibliothek daheim gehabt und war zu faul, um sie wieder zurückzubringen. Ich habe das immer wieder vor mir hergeschoben. Nachdem ich die Bücher ein ganzes Semester nicht abgegeben hatte, flatterte mir eine unglaublich Rechnung über 150 Euro ins Haus. Ich hob Geld von meinem Konto ab und fuhr zur Bücherei. Ich war so unheimlich peinlich berührt, als ich in der Schlange wartete und als ich dran war und die nette junge Dame den Code des ersten Buches eingescannt hatte und erschrocken in den Bildschirm ihres Rechners starrte, stammelte sie nur: Das kann doch jetzt gar nicht sein!


Ich wollte nicht, dass jeder um uns rum das ganze mitbekommt und meinte hastig: Doch, das kann leider sein! Sie schaute mich so böse an und ich merkte schon, wie ich rot wurde. Da erzählte ich einfach, dass ich die Bücher so lange nicht abgeben konnte, weil ich ein Semester im Ausland verbracht hätte. Das entsprach absolut gar nicht der Wahrheit, aber mir war das so rasend unangenehm und ich wollte einfach eine Erklärung liefern!! Sie wurde freundlicher und fragte, wo ich denn gewesen sei. Ich sagte: Finnland, warum, weiß ich bis heute nicht, es fiel mir eben spontan ein. Sie freute sich enorm und meinte, dass sie auch ein Semester in Finnland studiert hätte und wo genau ich denn gewesen sei. Panisch überlegte ich und sagte die einzige Stadt, die ich wenigstens namentlich kannte: Helsinki.


Daraufhin freute sie sich noch mehr und rief fröhlich: Ich auch! Mir brach der Schweiß aus, aber ich gab ebenfalls vor, mich enorm zu freuen. Da meinte sie, dass sie da was an der Rechnung drehen könne, das sei doch gar kein Problem! Ich lehnte ab und meinte, dass ich doch anderen Studenten, die Bücher doch vorenthalten hätte, aber sie meinte nur "Ach was!", tippte irgendwas ein und meinte strahlend, dass ich nur 50 Euro zahlen bräuchte. Ich zahlte, ging und schämte mich. Sie war ja so nett und freundlich gewesen und ich war so ein verlogenes Stück! Ich war so sinnlos feige und verlogen, es tut mir echt Leid! Ich habe nie mehr etwas aus der Landesbibliothek ausgeliehen.

Beichthaus.com Beichte #00030267 vom 16.09.2012 um 17:00:03 Uhr in 70173 Stuttgart (Konrad-Adenauer-Straße 8) (27 Kommentare).

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Experten-Hotline

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Faulheit Trägheit Arbeit Telefon

Ich möchte beichten: Ich arbeite bei einem großen Finanzdienstleister im Bereich Geschäftskunden. Es gibt eine Hotline für diese Kunden und noch mal Spezialisten, falls die Hotline-Mitarbeiter nicht mehr weiter wissen. Nur, weil wir unsere Prozesse nicht im Griff haben landen Anfragen per Kontaktformular auch mal bei mir. Ich möchte beichten, dass ich bei Antworten immer meine Telefonnummer aus der Signatur lösche, weil ich keinen Bock habe, dass mich diese Vollidioten (okay, nicht alle sind welche) anrufen und mit ihren Problemen nerven, wenn sie noch nicht mal Excel bedienen können. Eigentlich ist es falsch und nicht kundenorientiert.

Beichthaus.com Beichte #00030260 vom 12.09.2012 um 20:07:41 Uhr (18 Kommentare).

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Die unwichtige Prüfbehörde

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Faulheit Trägheit Arbeit

Ich arbeite in einer großen Prüfbehörde. Wir prüfen bestimmte Sachverhalte, schreiben Berichte darüber. Tatsächlich arbeite ich etwa fünf Prozent meiner Arbeitszeit. Das liegt an zwei Dingen. Zum einen haben wir eine grauenhafte Organisation mit untereinander verfeindeten Abteilungsleitern, was immer wieder zu wochenlangem Leerlauf führt. Einfach deswegen, weil die Berichte, die wir abgeben, bei unseren Chefs erst mal ewig liegen, bevor wir sie zurück bekommen. Wenn diese Berichte nicht ganz verschwinden, weil sie den Oberen politisch nicht in den Kram passen. Zum anderen deswegen, weil es vollkommen unwichtig ist, was wir tun. Wenn es uns nicht gäbe, würde es keiner bemerken. Aufwand und Nutzen stehen in überhaupt keinem Verhältnis. Also arbeite ich - wie alle hier - sehr langsam. Denn warum sich anstrengen, wenn es ohnehin keinen interessiert? Am Anfang war ich wesentlich aktiver, habe aber schnell gemerkt, dass man sich nur unbeliebt macht, wenn man schneller arbeitet als der Rest. Also habe ich mich angepasst. Lese Zeitung, surfe im Internet, erledige meine privaten Sachen. Ich bin über diese Situation nicht glücklich, aber irgendwo muss ja die Kohle herkommen. Und andere Stellen werden derzeit praktisch kaum ausgeschrieben.

Beichthaus.com Beichte #00030249 vom 06.09.2012 um 20:08:15 Uhr (22 Kommentare).

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