Ich bin eine Ja-Sagerin

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Ignoranz Dummheit Verzweiflung Tauberbischofsheim

Ich beichte, dass ich eine ganz fürchterliche Ja-Sagerin bin. Es ging los damit, dass ich in der Schule berühmt dafür war, irgendwelche unangenehmen Ämter und Aufgaben zu übernehmen die kein anderer wollte, weil ich nicht "nein" sagen konnte, wenn man mich darum bat, es zu machen. Auf diese Weise schaffte ich es immerhin bis zur stellvertretenden Schülersprecherin. Natürlich durfte ich immer alle Schulveranstaltungen im Alleingang organisieren, während sich die richtige Schülersprecherin im Ruhm sonnte, wenn alles glatt lief, oder es wahlweise auf mich schob, wenn etwas nicht funktionierte. Die Hausaufgaben der gesamten Klasse machte auch ich, da im Grunde genommen alle von mir abschrieben. Das selbe Verhalten legte ich beim Studium an den Tag, und so arbeitete ich bald mehr für meine Kommilitonen als für mich selbst. Blöderweise waren das aber nicht die einzigen Probleme, die ich wegen meiner ständigen Ja-Sagerei hatte. Jedes Wochenende machte sich ein anderer Typ an mich ran, auf Parties zu denen zu gehen ich keine Lust hatte. Meine Freundinnen, die mich einluden, wollte ich aber auch nicht enttäuschen. Natürlich landete ich mit vielen von den Typen die mich anmachten im Bett, weil ich eben nicht "nein" sagen konnte. Was da aber auch für ekelhafte Exemplare darunter waren.


Das Einzige, was positiv daran ist, ist die Tatsache, dass wenn der Ruf erst mal gründlich hin ist, man sich für Nichts mehr rechtfertigen muss. Jetzt, im Job geht es weiter damit, dass ich mir Arbeit ohne Ende aufhalse, weil alle schwierigen Projekte schön auf mich abgeschoben werden, und ich immer nur Ja und Amen zu allem Möglichen sage. Na gut, es hat auch wieder seine positiven Seiten. Ich arbeite locker zwölf bis dreizehn Stunden am Tag, da muss ich meinen Mann nicht so oft sehen. Ich hätte damals einfach "nein" sagen sollen, als er mir den Heiratsantrag gemacht hat. Eigentlich schon, als er mich das erste Mal küssen wollte. Ich wusste von Anfang an, dass er nicht der Richtige für mich ist. Er ist Monteur bei einer Heizungsfirma und hat rein intellektuell nicht gerade das Rad erfunden. Ich habe ihn auf einer Studentenparty kennengelernt, weil er der ältere Bruder einer Freundin ist. Älter heißt übrigens konkret zehn Jahre älter als ich. Er ist dick, hat ein nicht besonders hübsches Teddybärengesicht, sabbert beim Essen und beim Sex alles voll und hat einen Aussprachefehler. Allerdings hat er mir damals so lange und heftig den Hof gemacht, dass ich einfach nicht wiedermal nicht "nein" sagen konnte. Wenn er wüsste, dass ich ihm genau wegen dieser Schwäche schon zweimal mit einem meiner Kollegen fremdgegangen bin, der sich aber wiederum im Bett wesentlich besser und phantasievoller angestellt hat, würde er vermutlich die Welt nicht mehr verstehen. Meine Eltern liegen mir seit geraumer Zeit in den Ohren, wie es denn mit Enkelkindern aussieht. Ich habe auch dazu schon "ja" gesagt, aber bis jetzt hatte ich die super Ausrede, dass ich immer soviel arbeiten muss, damit mein Mann und ich unser Haus abbezahlen können. Er verdient nämlich bei weitem noch nicht einmal die Hälfte von dem, was ich im Monat nach Hause bringe. Das leuchtet meinen Eltern glücklicherweise ein. Ich sollte wegen meines Problems vielleicht wirklich mal zur Therapie, aber dafür hab ich wegen der vielen Arbeit keine Zeit.

Beichthaus.com Beichte #00029625 vom 16.12.2011 um 11:16:29 Uhr in Tauberbischofsheim (24 Kommentare).

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Die Sturmhauben-Männer

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Gewalt Rache Zürich

Ich (m/25) habe vor zwei Jahren etwas Ähnliches erlebt, wie der Beichter in Beichte 00029611. Meine Freundin, mit der ich bis heute zusammen bin und die charakterlich wirklich die menschliche Reinkarnation eines Engels und äußerlich die Schwester von Megan Fox sein […]
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Beichthaus.com Beichte #00029623 vom 16.12.2011 um 09:16:00 Uhr in Zürich (16 Kommentare).

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Der Mann aus Rumänien

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Morallosigkeit

Ich [m] muss etwas ziemlich bösartiges beichten. Mein sechzehntes Lebensjahr war eine sehr nervenaufreibende Zeit für mich. Ich hatte ständig Streitereien mit meinen Eltern und in meiner halbherzig ausgeführten Lehre als Bürokaufmann musste ich mich zusätzlich mit ätzenden Kollegen herumschlagen. Auch war ich damals ein verkappter Pubertärmisanthrop und dementsprechend gingen mir meine Mitmenschen, sowie die Gesellschaft tierisch auf den Geist. Dementsprechend war meine Laune, wenn mich irgendjemand auf der Straße ansprach.
Eines Tages saß ich, wie jeden Abend, nach einem anstrengenden Arbeitstag auf einer Bahnhofsbank und betete verzweifelt, dass der Zug endlich einfährt, damit ich endlich nach Hause darf. Da bemerkte mich ein ausländischer Bettler, der schon zu mir herüberschlürfte und mich um Geld anschwatzte. Ich kannte den Mann schon zu gut, da er mich fast jeden dritten Abend beharrlich ansprach, auch wenn er von mir meistens solange ignoriert wurde bis er aufgab und sich ein anderes Opfer suchte. Seine Masche war immer die selbe: Erst hielt er mir einen folierten Zettel vor die Nase auf dem stand, dass sein Haus in Rumänien von einem Sturm zerstört wurde und er jetzt hier in Deutschland betteln müsste um seine Familie zu ernähren. Nachdem ich den Zettel augenscheinlich gelesen hatte, ging er mir mit einem weinerlichen "Bitte, Bitte" minutenlang auf die Nerven. Mit Reden war nicht viel, da er keinen Brocken Deutsch konnte. Da ich damals einen verdammt schlechten Tag hatte, nahm ich dem Bettler den Zettel einfach mal aus der Hand. Ich schrieb mit meinem Edding ganz groß "Leck mich" darauf und gab ihm den Wisch wieder zurück. Er schaute mich zuerst verwirrt an, verstand aber anscheinend meine Botschaft und zog von dannen. Natürlich sprach er mich nie wieder an. Damals fühlte ich mich richtig gut deswegen. Heute allerdings tut mir diese kaltherzige und miese Aktion schon ziemlich Leid. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00029620 vom 15.12.2011 um 18:01:55 Uhr (21 Kommentare).

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Das Fliegengitter

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Lügen Trunksucht Vandalismus Ungerechtigkeit Tiere Berlin

Ich war vor mehreren Wochen mit einigen Freunden unterwegs und wie immer, gab es jede Menge Hochprozentiges. Alle waren gut drauf und der Abend neigte sich dem Ende entgegen. Als ich dann irgendwann nach Hause getorkelt bin, fiel ich auch direkt ins Bett. Alles war gut und ich schlief ein. Nach ein paar Minuten wachte ich plötzlich mit einem unguten Gefühl auf. Ich verspürte einen starken Reiz mich mal gepflegt zu übergeben. Ich merkte auch sofort, dass ich es nicht mehr bis ins Badezimmer im Erdgeschoss schaffen würde. Meine letzte Rettung um nicht mein Bett oder den Teppich vollzukübeln - das Fenster. Als ich das Fenster öffnete sah ich das Fliegengitter. Da mir die Brühe schon wortwörtlich im Halse stand, riss ich das Fliegengitter mit Gewalt auf und entleerte mich aus dem ersten Geschoss unseres Hauses direkt in unseren Garten. Danach ging es mir sehr viel besser und ich ging wieder schlafen.


Am nächsten Morgen entdeckte ich dann das Chaos. Ich habe zwar die meisten Kotzbrocken in den Garten befördert bekommen, allerdings landete einiges auch auf der Fensterbank und in der Heizung. Vom Geruch ganz zu schweigen. Erstmal machte ich mich daran, die Fensterbank und die Heizung zu säubern. Wie es roch, wenn man die Heizung an machte, kann sich wohl jeder vorstellen. Den Rest im Garten beseitigte der Regen. Ein paar Tage später entdeckte mein Vater jedoch das zerrissene Fliegengitter und ich wusste erst mal nicht, was ich sagen sollte. Doch dann kam mir die Idee! Unser Kater. Ich erzählte meinem Vater, dass der Kater das Fliegengitter mit seinen Krallen zerfetzte und mein Vater glaubte mir. Ich kam also super aus der Sache raus. Unser Kater dürfte jedoch ein paar Tage in kein Zimmer, in dem Gardinen oder ähnliches waren. Danke Miezi, dass du mich vor einer verdammt peinlichen Situation bewahrt hast.

Beichthaus.com Beichte #00029619 vom 15.12.2011 um 17:06:52 Uhr in Berlin (Bahnhofsplatz) (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ihr arbeitenden Maden

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Faulheit Trägheit Dummheit Arbeit Chef

Ich (m/22) absolviere gerade mein Praktikum in einer renommierten großen Firma, wo ich selbst als Praktikant eine beachtliche Vergütung beziehe. Das ist aber auch schon das einzig Positive an der ganzen Sache. Ich habe eigentlich gar nichts zu tun. Die Arbeiten die ich in den bisher drei Monaten geleistet habe sind an sich effektiv an einem, maximal zwei Tagen zu schaffen. Gelernt hab ich gleich gar Nichts, geschweige denn konnte ich das in meinem Studium gewonnene Wissen zeigen oder einsetzen. Ich sitze eigentlich den ganzen Tag in meinem Büro gegenüber von zwei Kollegen und surfe im Internet, vorzugsweise auf Beichthaus, was sich jedoch oft als nicht ganz risikofrei darstellt weil ich bei der einen oder anderen Beichte kurz vor lauten Lachausbrüchen stehe und mich arg zusammenreißen muss. Durch die Größe der Firma weiß der Eine nicht, was der Andere tut und so gehe ich bei fast allen unter dem Radar durch. Falls mich jemand fragt, was ich zur Zeit mache, nenne ich nur ein paar Oberbegriffe von Projekten mit denen derjenige nichts zu tun hat. Meist genügt dies der Person. Wenn jemand bei mir vorbei kommt tippe ich einfach sinnfreie und meist nicht ganz jugendfreie Sätze ins Word um beschäftigt und arbeitend zu wirken, wobei ich die Sätze nachher natürlich wieder lösche.
Neulich vergaß ich das aber und druckte für meinen Chef ein Protokoll aus ohne noch einmal einen Blick darauf zu werfen. Dieser kam etwas später mit verdutztem Blick zu mir und trug mit viel Betonung und Ausdruck vor:
"Sehet auf zu eurem Gebieter, Ihr arbeitenden Maden" und fragte was das für eine Bedeutung hätte. Ich musste mich kurz weghauen und habe mir dann aus den Fingern gesaugt, dass es ein Filmzitat wäre und ich es wohl aus Versehen rein kopiert habe. Er hat es tatsächlich geschluckt und mir zu meiner Fassungslosigkeit neulich sogar eine gut dotierte Festeinstellung nach dem Studium angeboten. Ich beichte hiermit, dass ich trotz Erleichterung das es keine schlimmeren Ausdrücke aus meinen kranken Hirn auf das Protokoll geschafft haben und die gab es zu genüge, es mir Leid tut das ich so faul und dreist war und ich mich die nächsten zwei Monate bemühe das ganze Praktikum zu einem guten Abschluss zu bringen.

Beichthaus.com Beichte #00029615 vom 14.12.2011 um 07:47:00 Uhr (11 Kommentare).

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