Ladendetektive kann ich riechen

62

anhören

Diebstahl Habgier Geiz Ungerechtigkeit Dresden

Ich habe eine Karriere als äußerst erfolgreicher Ladendieb hinter mir. Es ist jetzt schon ein paar mehr Jahre her, ich wohnte noch im Osten der Republik und ging zur Schule, bekam kein Taschengeld und war aufgrund der Klamotten die ich von meinen beiden älteren Cousinen (weiblich!) auftragen musste, ein ziemlicher Aussenseiter. Irgendwann ist es einfach zu fies, dass sich "alle anderen" alles leisten können und mit Markenklamotten zur Schule kommen und man selbst wird ausgelacht weil man einen Strickpullover aus den 80ern trägt. Jedenfalls musste ich Kohle machen und hab Kleinzeug geklaut (CD's etc.) und "draußen" für die hälfte vom Ladenpreis verkauft. Das war mit der Zeit so erfolgreich, (auch die Art des Diebesguts änderte sich, zum Schluß waren es Laptops) dass ich meinen Eltern irgendwie plausibel machen musste woher mein plötzlicher Reichtum kommt. Ich suchte mir also einen Job und verteilte kurz darauf Werbung in Briefkästen. Gleich bei meiner ersten Tour stieß ich ausgerechnet auf den Briefkasten des Detektivs der mich als erstes erwischt hatte. Kurzum, ich habe ihm seit dem jeden Mittwoch und Samstag über zwei Jahre die komplette Post geklaut und in den Papiercontainer geworfen. Selbst als ich schon länger nichtmehr als Ladendieb aktiv war, schaute ich regelmäßig dort vorbei um Ihn dafür zu strafen, dass er meinen Weg aus der Armut verhindern wollte. Ich war ja nicht auf den Kopf gefallen, ich hab mir vernünftige Sachen gekauft, bezahlte sogar selbst meine Nachhilfestunden um in der Schule besser zu werden. Ich machte schließlich Abi und bin heute im Südwesten Deutschlands Leiter einer recht großen Mahnabteilung. Für meine Begriffe habe ich es geschafft, aber ich bin immer noch sauer auf alle vier Detektive die mich damals erwischt haben. Ich hasse Detektive immer noch. Selbst wenn ich heute in Geschäfte gehe, rieche ich die noch zehn Meter gegen den Wind. Macht einen anderen Job. Es gibt Leute die müssen klauen, um ihr Leben auf die Reihe zu kriegen! Das ist ein opferloses Verbrechen!

Beichthaus.com Beichte #00027908 vom 15.06.2010 um 14:35:38 Uhr in Dresden (62 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Feuer auf der Asseburg

35

anhören

Trunksucht Ignoranz Hochmut Polizei Waghalsigkeit Last Night Wittmar

Ich (m) habe an Pfingsten zwei Polizisten wirklich übel mitgespielt. Ein paar Freunde waren bei mir, über drei Tage. Bierchen trinken, Boxen anschmeißen und Grillen. Erstmal recht harmlos, und so blieb es eigentlich auch. Am dritten Tag, als einfach perfektes Wetter war, sind wir aber in den Wald gegangen. Die Asse ist als Wald auch schon recht schön, aber das tollste daran ist die Burgruine der Asseburg. In der waren wir, genaugenommen auf den alten Wehrturm.


Dort haben wir auch nichts weiter gemacht, als mit Totholz ein kleines Lagerfeuer zu machen. Mitten auf einer Steinfläche, ca. 10 Meter vom nächsten Baum entfernt, windgeschützt. Perfekt also. Mit Würstchen und Bier ein herrliches Lagerfeuer. Nach ca. anderthalb Stunden kamen zwei Polizistinnen die Treppen hoch und baten uns absolut locker und freundlich, das Feuer auszumachen. Im Wald sei es nun mal verboten, sie würden auch lieber mitmachen, aber müssten uns eben bitten, das Feuer auszumachen und im Garten zu grillen. Eigentlich alles total freundlich und verständlich, nichtmal die Persos wollten sie sehen. Danach gingen sie wieder.
Wer die Asse kennt, weiß vielleicht, dass die Asseburg ziemlich hoch auf dem Berg liegt - der nächste Parkplatz ist ca. zwei Kilometer weg, der Weg ist steil und eng und noch dazu ziemlich zugewachsen. Wie übel das für die beiden gewesen sein muss, die beide nach grober Schätzung mindestens 110 Kilo gewogen haben, kann man sich vorstellen - an dem Tag waren es locker 30 Grad, sengende Sonne und sehr schwül.

Wir waren zwar nicht sauer wegen dem Feuer, aber betrunken genug, um gemeinerweise nach einer halben Stunde das Feuer wieder anzumachen und uns vom Acker zu machen. Keine Sorge, selbst bei Funkenflug konnte nichts passieren - aber die beiden Moppelchen vom Dienst mussten vermutlich den ganzen Weg nochmal laufen, in der Hitze, um dann nichts vorzufinden als einen hämischen Abschiedsbrief. Tut uns leid, ihr beiden.

Beichthaus.com Beichte #00027906 vom 14.06.2010 um 22:47:15 Uhr in 38329 Wittmar (Asseweg) (35 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Was passierte, als ich ein Stromkabel durchschnitt

63

anhören

Dummheit Peinlichkeit Waghalsigkeit Oldenburg

Ich (w/24) muss meine eigene Dummheit beichten. Ich persönlich würde mich nicht als dumm bezeichnen - ich habe ein sehr gutes Abi damals gemacht und mit 22 mein Diplom in der Tasche gehabt. Fachlich alles kein Problem (juristischer Schwerpunkt). Mit Männern habe ich auch sonst nicht großartig Probleme. Gestern allerdings habe ich mich mit meiner eigenen Dämlichkeit überrascht. Ich wollte ein Bild aufhängen. An sich kein Problem für mich, Nagel in die Wand, Bild draufsetzen, fertig. Also Werkzeugkasten her und los. Leider war in der Wand ein kleines Stromkabel, was wohl ursprünglich für eine Wandlampe gedacht war. Das Kabel für die Erdung war da irgendwie schon abgeschnitten und die anderen beiden Dinger waren noch an dem Plastikteil befestigt für die Lampe. Weil dieses Kabel genau unter dem Bild war und das scheiße ausgesehen hätte, wollte ich das Ding abschneiden. Ich Idiotin habe mir eine Haushaltsschere genommen und dachte noch so "no risk, no fun" und schneide das Kabel einfach ab.

Tja, was dann passiert ist, hätte ich mir ja auch vorher denken können. Ein großer Knall, die weiße Wand ist verkohlt, die Sicherung ist rausgeflogen und die Schere ist furchtbar entstellt. Ich selber habe zum Glück nicht wirklich was abbekommen (habe zumindest nichts gemerkt, lag vielleicht auch am Schock). Ich beichte hiermit also, dass ich durch meine Dummheit manchmal echt suizidgefährdet bin und mir schleunigst entweder einen Mann wieder anlache oder aber meinen Werkzeugkasten um einen Stromprüfer erweitere. Die Kosten-Nutzen-Rechnung wird es entscheiden - die Tendenz geht zum Stromprüfer.

Beichthaus.com Beichte #00027904 vom 13.06.2010 um 09:15:06 Uhr in Oldenburg (63 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Geizhals in Indien

52

anhören

Ignoranz Geiz Engherzigkeit India

Ich (m/24) bin zur Zeit in Indien um ein Praktikum zu machen. Da hier mehr Armut ist als in Deutschland gibt es hier viele sehr arme Menschen, die einen um Geld bitten. Viele würden sich schon sehr über 1 Rupie (ca. 2 Cent) freuen und bedanken. In Indien ist alles billiger und die Leute verdienen viel weniger. Mit 1 Euro beispielsweise würde man schon recht weit kommen. Ich beichte hiermit, dass ich niemanden auch nur eine Rupie schenke, auch wenn ich selbst ganz gutes Geld besitze und 2 Cent ja sowieso ein Witz sind und dass ich oft, wenn man mir mit "Sir" hinterheruft, einfach so tue, als ob ich sie nicht höre. Ich benötige das Geld eben für wichtigere Sachen wie z.B. CD's, Filme oder sonstige Luxusartikel.

Beichthaus.com Beichte #00027902 vom 12.06.2010 um 12:45:11 Uhr in India (Manipal) (52 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Vernachlässigtes Nachbarskind

58

anhören

Verrat Ungerechtigkeit Nachbarn Kinder Leipzig

Vernachlässigtes Nachbarskind
Die meisten von Euch werden es sicher nicht verstehen, warum ich ein schlechtes Gewissen habe. Aber es ist nun mal da und es quält mich schon seit einigen Jahren obwohl jeder andere in meiner Situation sicher genauso gehandelt hätte, weil mein Handeln einfach richtig war.

Vor einigen Jahren lebte eine Etage über mir eine junge Frau mit ihrem kleinen Jungen (circa 4-5). Sie schienen ansich ein gutes Verhältnis zu einander zu haben und sahen beide auch immer gepflegt und völlig normal aus. Irgendwann bekam ich mit wie sie sich nachts immer auf den Weg irgendwo hin machte. Sicher kam der Verdacht schon auf, dass sie ihr Kind vielleicht allein lässt. Aber wie es so ist, man denkt sich immer, dass man so etwas nur aus dem TV oder durch Erzählungen kennt und sowas keiner wirklich tun würde. Ich habe selbst einen Sohn der mittlerweile 5 (damals war er circa 1 Jahr) ist und ich würde ihn niemals allein lassen. Dann sah man mit der neuen Nachbarin auch andere neue Leute die sicher zu ihrem Bekanntenkreis gehörten und man dachte sich, dass dann sicher auch jemand bei ihrem Kind ist.

Eines Tages kam ich vom Einkaufen und hörte Geräusche ein Stockwerk über uns, als ich die Treppe hoch kam. Ich ging hoch um zu sehen was dort los ist da es sich nach einem Kind anhörte. Ich sah den Jungen mit nichts außer einem verdreckten Pullover bekleidet, wie er versuchte wieder in die Wohnung hineinzukommen - er hatte sich ausgesperrt. Ich hab mich erstmal auf die Treppe gesetzt und ihn nach dem Namen gefragt und was denn los sei. Er meinte er habe sich ausgesperrt und als ich fragte wo denn seine Mama sein meinte er, dass sie "übermorgen" wiederkommt. Als ich fragte seit wann sie denn weg ist, meinte er "seit gestern früh".
Ich habe dann die Wohnungstür aufgebrochen, damit er sich wenigstens was anziehen konnte und um in die Wohnung zu sehen ob nicht vielleicht was anderes passiert ist. Als ich die Tür aufgebrochen hatte, traf mich allerdings der nächste Schlag - die Wohnung war total verwüstet so daß ich die Tür gerademal soweit aufbekam um den Kleinen durch den Spalt durchschlüpfen zu lassen um sich Klamotten zu holen. Nach mehreren Versuchen gab ich es auf, ihn saubere Sachen suchen zu lassen - alles war verdreckt und stank schrecklich.
Meine damalige Freundin und ich riefen dann sofort die Polizei an als ich mit dem Kleinen in unsere Wohnung kam.
Die Polizisten hatten es dann doch irgendwie geschafft die Tür richtig zu öffnen. Es sah echt übel aus. Überall lagen Sachen herum und man sah den Fußboden nicht mehr wegen all dem Zeug.
Wenig später kam dann auch eine Frau vom Jugendamt und war echt sauer auf mich, weil wir eben die Polizei geholt hatten. Als der Polizist sie fragte ob das Jugendamt eine Anzeige macht, verneinte sie es mit der Begründung es sich mit der Mutter nicht "verscherzen" zu wollen. Daraufhin meinte der Polizist, daß er dann eine Anzeige schreibt - notfalls auch als Privatperson. Er war ebenfalls sehr schockiert über diese ganze Sache.
Das letzte was ich von dem Jungen gesehen hatte war, wie er im Polizeiwagen saß und weggefahren ist.

Seither habe ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen ihm und auch seiner Mutter gegenüber. Ich weiß, dass mein Handeln richtig war, aber für ihn war dieser Zustand "normal" und ich bin mir sicher, dass er seine Mutter geliebt hat. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass seine Mutter auch ihn geliebt hat, aber mit der Situation überfordert war. Ich habe Bilder im Kopf, wo ich den Jungen in dieser verwüsteten Wohnung sehe - allein - weder TV oder Radio - völlig allein - vor sich hin vegetierend.
Diese Bilder kommen immer öfter da jetzt mein Sohn etwa im Alter dieses Jungen von damals ist. Es macht mich fertig und es tut mir für beide wahnsinnig Leid. Trotzdem würde ich immer wieder so handeln!

Beichthaus.com Beichte #00027901 vom 11.06.2010 um 23:22:08 Uhr in Leipzig (58 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000