Benehmt euch wenigstens in der Kirche!

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Zorn Unglaube Maßlosigkeit

Ich bin bei uns in der evangelischen Kirche jetzt das zweite Mal Helferin bei den Konfirmanden. Es wird wohl das letzte Mal sein. Dieses Jahr ist es schlimmer als in jedem vorigen Jahr. Ich finde es nicht schlimm, sich nur wegen der Geschenke konfirmieren zu lassen - bei mir war es damals nicht anders. Zur Kirche gefunden habe ich erst mit etwa 20 Jahren. Aber dann kann man sich doch benehmen! Es wird so viel gestört, von Jungs wie von Mädchen gleichermaßen. Kichern oder sogar Lachen im Gottesdienst, lautes Reden, sich gegenseitig anstoßen. Beim letzten Mal sind zwei Jungs 13 Mal die Stifte heruntergefallen, wir haben mitgezählt. Unser Pfarrer ist nach letztem Gottesdienst kurz davor, ganze sechs Leute aus der Gruppe von der Konfirmation auszuschließen.


Ich beichte, dass ich die Konfirmation, in der Weise, wie sie praktiziert wird, für den größten Unsinn halte. Entweder früher, wie bei den Katholiken - Kinder sind oft interessierter und aufmerksamer - oder eben doch später. Wobei ich vermute, dass auch 17-Jährige ähnlich kindisch sein können, von daher lieber früher. Mit dreizehn oder vierzehn Jahren sind die Kinder oft noch unglaublich unreif. Die Konfirmandenfahrt wird heiter werden. Wenn ich da spontan krank werden sollte, wäre es nicht schlimm.

Beichthaus.com Beichte #00037648 vom 20.02.2016 um 07:21:48 Uhr (24 Kommentare).

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Wenn Flüchtlinge gegen Flüchtlinge sind

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Zwietracht Zorn Dummheit Vorurteile

Ich beichte hiermit, dass meine Eltern selbst einmal Flüchtlinge waren und sich jetzt vehement gegen die "asozialen Einwanderer" wehren. Das tut irgendwie weh.

Beichthaus.com Beichte #00037647 vom 19.02.2016 um 23:31:11 Uhr (15 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Abgelaufene Lebensmittel

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Diebstahl Verschwendung Arbeit

Ich hatte im Alter von 16 bis 18 einen Schülerjob in einem kleineren Supermarkt. Ich musste immer die Lebensmittel, die an dem Tag abgelaufen waren, in den großen Container entsorgen, ebenso das, das im zum Laden gehörenden Stehimbiss nicht verkauft wurde. Ich beichte, dass ich jeden Tag Unmengen von Sachen mitgenommen habe. Es kann ja nicht sein, dass man so viele gute Sachen wegwirft. Ich habe das Essen zum Teil Obdachlosen gegeben und zum Teil mit nach Hause genommen. Wir haben in dieser Zeit so viel Geld für Lebensmittel gespart, das kann man sich gar nicht vorstellen, und die Obdachlosen haben sich gefreut. Mittlerweile bin ich in einem Beruf weit fernab der Lebensmittelindustrie gelandet, doch ich würde es immer wieder tun. Der Betrug an meinem Arbeitgeber, der wahrscheinlich auch nur dämliche deutsche Gesetze einhalten musste, tun mir allerdings schon irgendwie leid, schließlich ist es ja doch ein Art Vertrauensbruch.

Beichthaus.com Beichte #00037646 vom 19.02.2016 um 22:10:45 Uhr (11 Kommentare).

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Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!

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Zorn Vorurteile Feigheit Ernährung

Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!
Ich bin momentan so knapp mit dem Geld, dass ich sehr stark drauf achten muss, was ich preismäßig an Essen überhaupt kaufen kann. An sich stört mich das nicht, es gibt viele Angebote, aber umso mehr fallen mir die ganzen Berichte in den Medien jetzt auf: Menschen beschweren sich über Essen oder den Speiseplan. In Kindergärten, in Asylunterkünften, im Flugzeug, in Schulen - ich frage mich gerade, ob das nicht alles Satire ist! Bei so etwas muss man ja Gewaltfantasien bekommen. Mutter hat doch nicht umsonst gesagt: "Es wird gegessen, was auf dem Tisch kommt." Wer in einem Land wie Deutschland mit dem Essen unzufrieden ist, wird nie zufrieden sein und die Zufriedenheit der anderen mit seinem negativen Rumgeheule nur schlecht beeinflussen. Über Essen, das man dazu noch kostenlos oder ohne eigenen Aufwand erhält, hat man sich nicht zu beschweren. Früher war es doch auch so: Wer nicht will, weil er nicht mag, bekommt eben gar nichts. So sollte es überall sein, mit Rücksicht auf körperliche Einschränkungen wie Allergien oder so. Ich verstehe die Welt nicht mehr, habe aber auch nicht die Eier, aktiv gegen so einen Unsinn vorzugehen.

Beichthaus.com Beichte #00037645 vom 19.02.2016 um 16:27:36 Uhr (7 Kommentare).

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“Beichte

Bruchrechnen per Kuchen

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Rache Dummheit Selbstsucht

Ich (m/30) hatte vor 10 Jahren in der Berufsschule eine ziemlich ätzende Mitschülerin. Sie bildete sich zu Unrecht etwas auf ihr Äußeres ein (sie war blond, groß, schlank, hatte aber schiefe Zähne) und auch nicht das hübscheste Gesicht. Viel schlimmer war aber ihre penetrante Art, alles besser zu wissen, weil sie ja Deutsch und Mathe LK auf dem Gymnasium hatte. Ja, das befugt einen natürlich selbst beim absurdesten Danebenliegen Fakten zu ignorieren oder mit weiterem Quatsch dagegen zu argumentieren.


Ja, sie hielt sich für etwas Besseres, was sie aber definitiv nicht war. Selbst mehrfaches Bloßstellen bewirkte keine Einsicht. Ein paar Beispiele waren die Vergangenheitsformen einiger Verben, die sie ja aufgrund ihres Leistungskurses ALLE auswendig kannte. Tja, oder halt auch nicht. Ein Blick in den Duden hatte genügt. Madame meinte aber, dass der Duden veraltet sei und dass ja falsch wäre, was da drin stände. Klar, 2006 war ein Buch von 2005 natürlich total veraltet. Beim Bruchrechnen hatte sie eine sehr seltsame Methode, diese zu lösen. Immerhin waren die Ergebnisse konstant, wenn auch konstant falsch. Die richtige Rechnung war aber in ihren Augen absolut falsch. Ein veranschaulichtes Beispiel mit einem Geburtstagskuchen, wo sie erklären wollte, dass acht Sechzehnte nicht den halben Kuchen ausgemacht haben, war eines der Highlights.


Nach bestandener Ausbildung (die ich mit einem deutlich besseren Schnitt abgeschlossen habe) sagte sie mir noch so etwas wie: "Man sieht sich immer zwei Mal im Leben." Ich habe sehr darauf gehofft, dass dem nicht so ist. Aber immerhin sollte sie einmal richtig liegen. Ich bin in meinem jetzigen Job unter anderem für Personaleinstellungen zuständig. Als ich die Bewerbung sah, wusste ich sofort, dass ich diese Person unbedingt einladen müsse. Zwar waren einige der Angaben in ihrem Lebenslauf bewusst falsch, aber ich konnte meinen Kollegen überzeugen, sie einzuladen - ich habe ihm auch erklärt, warum, und er war einverstanden. Ein paar der Geschichten habe ich ihm natürlich auch erzählt.


Sie hatte sich optisch kaum verändert. Ich hingegen schon, weswegen sie mich wohl nicht erkannt hat. Im Bewerbungsgespräch mit mir, meinem Kollegen und einer Dame aus der Buchhaltung haben wir ziemlich schnell festgestellt, warum sie es zu Nichts gebracht hat. Ihre Denkweise hat sich noch verschlimmert und die Sturheit ist mindestens genauso ausgeprägt wie vorher. Zum Abschluss habe ich ihr dann ein paar harmlose Fragen gestellt. Die letzte Frage war dann "Wie viele Sechzehntel hat ein halber Kuchen?" Sie dachte kurz nach und antwortete 10. Daraufhin sagte ich ihr, dass sie nach zehn Jahren wohl immer noch nicht wüsste, wie man Bruch rechnet, und man sich tatsächlich immer zwei Mal im Leben sieht. Sie wurde kreidebleich und stammelte nur unverständliches Zeug. Mein Kollege dankte ihr für die Zeit, sagte ihr, wir würden uns melden und begleitete sie nach draußen. Wir haben kurz darauf einen älteren Herrn eingestellt, dessen Erfahrung uns deutlich voranbringt. Ich beichte also, dass ich nach Jahren immer noch Rachegedanken hatte und diese in die Tat umgesetzt habe.

Beichthaus.com Beichte #00037644 vom 19.02.2016 um 15:21:09 Uhr (12 Kommentare).

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