Lehrerin im Rotlichtviertel

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Dummheit Zorn Boshaftigkeit Internet Schule Wörgl

Angefangen hat alles vor ungefähr acht oder neun Jahren, als ich eine Handelsakademie im Westen Österreichs besucht habe. Leider war mein Verhältnis zu meiner damaligen Deutsch-Professorin nicht sehr gut und ich entwickelte einen richtigen Hass auf sie. Mit ihrer Art, sowohl zu unterrichten, als auch im Umgang mit anderen, konnte ich einfach nicht warm werden. Dieser "Hass" auf ihre Person ging so weit, dass ich mich eines Nachmittags kurzerhand dazu entschlossen habe, in einem lokalen Partyportal, bei dem ich bereits seit Längerem registriert war, meinem Frust freien Lauf zu lassen. Glücklicherweise, wie ich damals fand, gab es im Forum einen Thread über meine Schule, in welchem man seine Meinung kundtun konnte. In jenem Thread bezeichnete ich meine Lehrerin beispielsweise als Schlampe, welche sich am besten auf dem "Südring" - einer bekannten Straße in unserer schönen Landeshauptstadt - rumtreiben und dort der Prostitution nachgehen sollte. Circa zwei Jahre später, ich hatte lange nicht mehr an diesen Forenbeitrag gedacht, war ich immer noch an derselben Schule und wurde plötzlich, sozusagen aus dem Nichts, zum Direktor beordert. Naja, da ich mir nichts dabei dachte und eigentlich nicht unglücklich über die Tatsache war, dass ich etwas weniger im Unterricht sitzen musste, machte ich mich auf den Weg ins Direktorat, wo besagter Herr auch schon auf mich wartete.


Unser Direktor fackelte nicht lange und drehte seinen Computerbildschirm in meine Richtung. Auf dem Bildschirm war mein Foreneintrag - inklusive Foto von meinem, mittlerweile schon lange inaktiven, Account - abgebildet. Ich wollte am Liebsten im Erdboden versinken. Der Direktor fackelte auch nicht lange und fing sofort an, zu schreien, wie ich noch nie jemand schreien gehört habe. Mich hätte es nicht gewundert, wenn sogar die benachbarte Schule noch mitbekommen hätte, was mein Direktor mir zu "sagen" hatte. Nach seinem Schreianfall, der mir wie eine gefühlte Ewigkeit vorgekommen war, und einer kurzen Entschuldigung meinerseits meinte er noch, ich hätte eine Woche Zeit, um mir etwas als Wiedergutmachung zu überlegen. Als lässiger 16-jähriger Schüler der ich damals war, kam die Antwort prompt: "Keine Ahnung, ich weiß nicht, was ich machen soll."


Sofort begann ein neuerlicher Schreianfall seitens des Direktors und er meinte, ich hätte genau eine Woche Zeit, um einen Aufsatz zu schreiben. Ich stimmte zu. Leider war seine Aussage nicht präzise genug, sodass ich ihn noch fragen musste, wie viele Wörter der Aufsatz beinhalten sollte. Postwendend erhielt ich als Antwort: "Ca. 50-70 Wörter". Ungelogen, ich habe wirklich versucht, mich zu beherrschen, konnte mir einen extrem starken Lachanfall aber nicht verkneifen - was mein Direktor wiederum nicht so super fand und die Schreierei begann erneut, bevor ich mich dann vom Acker machte, um exakt eine Woche später wieder zu ihm beordert zu werden, um meinen Aufsatz auszuhändigen. Nunja, ich war ein fauler Schüler. Den Aufsatz habe ich nicht geschrieben. Das Resultat war eine Verhaltensnote von "Nicht zufriedenstellend" - das Mieseste, das man überhaupt haben konnte. Meine Lehrerin hat übrigens niemals davon erfahren - dennoch möchte ich um Absolution für mein kindisches, idiotisches und nicht überlegtes Verhalten bitten. Mittlerweile weiß ich, wie dumm diese Aktion war.

Beichthaus.com Beichte #00033408 vom 06.06.2014 um 12:09:05 Uhr in 6300 Wörgl (10 Kommentare).

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Fisch ohne Kopf

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Faulheit Trägheit Lügen Engherzigkeit Tiere

Ich habe letztes Jahr die Fische meines Bruders verhungern lassen, weil ich keine Lust hatte, sie zu füttern. Als er sie dann nach seinem Urlaub betroffen vorgefunden hat - die Köpfe waren irgendwie bereits abgefallen, weil sie wohl in dem dreckigen Wasser eine Art Schuppenfäule bekommen haben - habe ich behauptet, dass ich alles versucht hätte, um die Tiere zu retten. Ich meinte außerdem, dass das Wasser wohl schon sehr lange nicht mehr gereinigt worden sei, und dass die Krankheit wohl bereits vor seinem Urlaub ausgebrochen wäre. Er hat mir das geglaubt, weil er selbst auch sehr oft vergisst, das Wasser rechtzeitig zu reinigen.

Beichthaus.com Beichte #00033404 vom 05.06.2014 um 22:24:53 Uhr (9 Kommentare).

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“Beichte

Sparen bei der Sprühkur

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Geiz Dummheit

Sparen bei der Sprühkur
Ich benutze Sprühkuren für die Haare, was ja nichts Ungewöhnliches ist. Allerdings möchte ich beichten, dass ich die Firma mit dem schwarzen Kopf betrüge. Ich habe nämlich herausgefunden, dass das Zeug auch gemischt noch klasse wirkt. Seitdem schüttele ich die Kur und kippe dann die Hälfte in eine andere Flasche um. Beides wird dann mit Leitungswasser aufgefüllt. Somit spare ich haufenweise Geld - und bereue es auch nicht wirklich, weil diese Pflegeprodukte generell viel zu teuer sind.

Beichthaus.com Beichte #00033402 vom 05.06.2014 um 17:18:15 Uhr (20 Kommentare).

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Die große Lüge meiner Kindheit

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Dummheit Morallosigkeit Feigheit Lügen Kinder

Als ich ungefähr acht Jahre alt war, habe ich etwas gemacht, wofür ich mich heute noch in Grund und Boden schäme. Damals lebte meine Großcousine mit ihrem einjährigen Sohn bei uns. Allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Großcousine und ihr Kind für mich wie Geschwister sind. Eines Tages zerstörte meine (richtige) Schwester dann ihren neuen Füller, und ich bekam mit, wie sie richtig Ärger von meiner Mutter bekam. Zwei Tage darauf machte ich meinen Füller aus Versehen auch kaputt, und hatte enorm Angst davor, auch Ärger zu bekommen oder meine Mutter traurig zu machen. Also holte ich das Kind meiner Großcousine in mein Zimmer, habe ihm den kaputten Füller in die Hand gedrückt und schrie los, warum er denn meinen Füller kaputtmachte. Der Kleine hat daraufhin richtig heftig geschimpft bekommen und auch den ein oder anderen Poklapser kassiert. Ich hatte dann so ein schlechtes Gewissen, dass ich am nächsten Tag mein ganzes Taschengeld für Süßigkeiten für den Kleinen ausgab. Ich verstehe einfach nicht, wie ich so etwas machen konnte, ich liebe ihn doch so sehr! Er war dann auch irgendwann ein Problemkind und heute, mit zwölf Jahren, hat sich das nur ein bisschen verbessert. Manchmal denke ich, er ist so nur geworden, weil er damals diese Ungerechtigkeit erfahren musste und traumatisiert ist. Ich weiß eigentlich schon, dass das nicht sein kann, aber ich habe so ein schlechtes Gewissen deswegen! Ich schäme mich so dafür, dass ich bis heute daran zu knabbern habe! Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00033400 vom 05.06.2014 um 00:02:13 Uhr (22 Kommentare).

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Sowjetischer Wirtschaftsspion

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Misstrauen Vorurteile Zwietracht Arbeit Raben

Ich arbeite in einem IT-Unternehmen und habe einen Kollegen mit osteuropäischer Herkunft, der diverse Webanwendungen entwickelt. Dieser Kollege war mir von Anfang an suspekt - unter anderem, weil er immer meine Kaffeepads geklaut hat, die ich inzwischen in meinem Rollcontainer aufbewahre. Die Programme, die er so verbricht, waren mir immer Anlass für großes Misstrauen: Wie kann man eine neue Funktion einbauen, indem man immer direkt drei Sinnlosigkeiten implementiert? Wie kann es sein, dass grundlegende Sicherheitsregeln aufs Gröbste missachtet werden? Wie kann man sich Entwickler nennen, wenn die einzigen Kommentare, die man setzt, den Code verbergen, der sowieso nicht funktioniert. Hier findet sich niemand drin zurecht! In letzter Zeit hat es besagter Kollege mehrfach geschafft, seinen Rechner außer Betrieb zu setzen. Da ging dann gar nichts mehr und man musste ihn für ihn komplett neu einrichten. Er ist derweil nach Hause gefahren. Immer gab es drei Umstände, die zutrafen, wenn sein Rechner wieder im Eimer war: Er war auf irgendwelchen Webseiten mit kyrillischen Zeichen unterwegs, er hatte Administratorrechte und hat seine private Festplatte angeschlossen, oder seine Kiste war Viren verseucht. Hin und wieder haben wir auch nichts gefunden, dann ging es plötzlich wieder. Das Ganze zog sich über mehrere Monate.


Uns ist dann irgendwann aufgefallen, dass die ganzen Fehler mit den politischen Unruhen in seinem Heimatland aufgekommen sind. Jetzt hat er aber den Vogel abgeschossen: Seine Tastatur ist auf russisch gestellt und bei ihm geht permanent die Seite vom russischen Geheimdienst auf! Ich möchte beichten, dass ich zwar nicht weiß, was ich über meinen Kollegen denken soll, aber beides ist ziemlich unkollegial: Entweder er ist ein vollkommener Naivling, der von einer Panne in die nächste schlittert, und jedes Mal problemlos davonkommt, oder er ist ein ausgezeichneter sowjetischer Wirtschaftsspion, der es durch seine auffällig unauffällige Weise schafft, unsere Software zu kompromittieren. Dafür spräche jedenfalls, dass er ganz dringend Urlaub genommen hat und nach St. Petersburg fliegen muss.

Beichthaus.com Beichte #00033399 vom 04.06.2014 um 23:29:31 Uhr in Raben (7 Kommentare).

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