Die Fahrausweise bitte...

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Geiz Betrug Lügen Bahn & Co. Urlaub Griechenland

Vor vielen Jahren habe ich in den Ferien meine Verwandten in Griechenland besucht. In der Mittagshitze, wenn alle schliefen, nahm ich gerne den Bus und fuhr aus der Stadt hinaus zu den Badestränden. Einmal hatte ich kein Busticket gelöst, so guckte ich vor jeder nahenden Station aus dem Fenster, um wartende Kontrolleure auszumachen, welche als solche recht gut zu erkennen waren. In einer solchen Situation kann man rasch und unauffällig noch den Bus verlassen. An besagtem Tag war ich nur noch eine Station vor meinem Ziel entfernt, als ich bei nahender Haltestelle tatsächlich so einen Wicht dort stehen sah und sofort auf den Knopf drückte, um rechtzeitig aus dem Bus zu kommen. Leider war ich die einzige Person, die hier aussteigen wollte und der Chauffeur hatte wohl rechtzeitig die Sachlage erkannt und ließ mich nicht raus, wohl aber den Kontrolleur beim Vordereingang rein. Als dieser sich zu mir durchgearbeitet hatte, konnte ich keine Erklärung abgeben, außer dass ich kein Geld habe und auch die Strafe von 70 Euro nicht bezahlen könne. Außer mir hatte er auch noch eine andere Frau erwischt. Uns beiden drohte er an, uns zur nächsten Polizeistation zu schleppen. Er bewachte uns wie ein Kerkermeister, bis der Bus die Endstation erreicht hatte, und dort musste der Fahrer sämtliche anderen Fahrgäste aussteigen lassen. Ich nahm da all meinen Mut zusammen und drängte zum Ausgang, der Kontrolleur riss mich an meiner Handtasche zurück, und ich rief so laut ich konnte: lasst mich sofort da raus, oder ich mache mir in die Hose! Die Leute waren entsetzt wegen des Aufruhrs und riefen dem Mann zu, er solle dieses Mädchen in Ruhe lassen. Es gelang mir mich loszureissen und ich lief was die Beine hergaben so weit wie möglich weg und versteckte mich bei den Felsen am Strand. Ich habe mir tatsächlich fast in die Hosen gemacht vor Angst, die Polizei würde mich suchen kommen und verhaften und ich habe noch ein paar Stunden dort gesessen. Nach Hause gefahren bin ich dann per Anhalter. Ich beichte, dass ich schwarz gefahren bin und mir das alles angetan habe, nur weil ich mir den Ticketpreis sparen wollte.

Beichthaus.com Beichte #00030148 vom 06.08.2012 um 17:32:18 Uhr in Griechenland (Athen) (13 Kommentare).

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Freundliches Tür öffnen

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Boshaftigkeit Dummheit Nachbarn

Ich (w/22) wohne in der 1. Etage, so dass ich die Eingangstür des Wohnhauses sehen kann. Unsere Wände sind sehr hellhörig und daher höre ich immer, wenn es beim Nachbarn klingelt. Wenn ich ein Paket erwarte, schaue ich durch den Spion, welcher Versandservice es ist. Ich drücke einfach auf den Türöffner und der Paketbote denkt, es ist der Empfänger des Pakets. Leider macht von denen dann aber niemand die Tür auf, so dass der Postbote mit Paket unvermittelt wieder Leine ziehen muss und ein bisschen verwirrt dreinschaut. Dies tat ich auch schon bei Verwandtenbesuch, die dann das halbe Wohnhaus zusammengeflucht haben, ob derjenige sie denn gerade nicht verarschen möchte. Es tut mir Leid, ich werde versuchen, es in Zukunft nicht mehr zu tun. Aber die Gesichter sehen wirklich unglaublich komisch aus.

Beichthaus.com Beichte #00030143 vom 04.08.2012 um 18:38:40 Uhr (21 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Jeder ist seines Glückes Schmied

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Ungerechtigkeit Zwietracht Schule

Als ich noch in der Grundschule war, war in unserer Klasse ein Junge ausländischer Herkunft. Er war wohl erst kürzlich nach Deutschland gezogen und konnte die Sprache so irgendwie reden. Er war jedoch sehr arm. Um mal ein Beispiel zu nennen, er trug ein T-Shirt etwa eine Woche, dann kam das andere. Ebenso hatten seine Klamotten die besten Tage hinter sich, sie waren verwaschen und ausgeleiert, jedoch immer sauber und anständig. Auch hat er sich nie bei Schulausflügen, welche extra Geld kosten beteiligt und nie irgend einen Luxus z.B. Essen in der Cafeteria oder Snacks am Automaten gegönnt, weil er es sich nicht leisten konnte. Hinzu kommt noch, dass er ziemlich pummelig war und zu allem Übel sehr schüchtern und dementsprechend keine Freunde hatte. Schlimmer noch, er wurde regelmäßig verarscht, seine Sachen (Schuhe, Turnsäckchen, Bücher, Stifte, Lineal) wurden von Mitschülern oft geklaut, versteckt, kaputt gemacht oder er wurde auch mal erpresst. Als Gruppenarbeiten in der Schule angesagt waren, wollte niemand mit ihm zusammenarbeiten.


Er saß alleine in der letzten Ecke des Raumes und alle anderen an Gruppentischen. In den Pausen durfte er bei keinem der Gesellschaftsspiele oder Sportspiele mitspielen. Alle Tage wieder stand er im Mittelpunkt des allseits beliebten Schubskreises. Wenn er denn mal krank war, hat natürlich niemand seine Arbeitsblätter mitgenommen ebenso wollte ihn auch kaum einer die Hefteinträge auch vor Ort abschreiben lassen. Kaum zu glauben, wie grausam Kinder sein können und das in der Grundschule in einer ländlichen bayerisch konservativen Provinz. Heute würde man sagen, er wurde gemobbt, doch es war viel mehr als nur das.
Als er dann irgendwann weggezogen ist, glaubten die meisten Leute, vor allen Dingen seine Peiniger und diejenigen, die nichts dagegen getan haben, ebenso wenig die Lehrer Belegschaft oder der Werte Herr Rektor, vermutlich, aus diesem kleinen Wicht würde nichts werden, er ist ein hoffnungsloser Fall. Irgendwie schien diese Passivität mancher Lehrer sogar dahingegend umzuschlagen, dass ein paar sadistische Lehrer den armen auch damit aufzogen, dass er einen unaussprechlichen Namen Osteuropäischer Herkunft hat, sowie aus einem Land kam, wo der Krieg herrschte. Zum Beispiel wurde er vor der Klasse von einer älteren Lehrerin gefragt, wo er denn herkomme. Jugoslawien war die Antwort. Die Frau entgegnete mit Spott, dass es dieses Land seit 1991 nicht mehr gäbe und, dass dort "unten" sowieso nur Proleten und Kriegsverbrecher wohnen, welche sich gegenseitig die Köpfe einschlügen. Die Lehrerin und auch andere Lehrer stellten ihn auch bloß, indem sie immer wieder vor der Klasse sich nach den Jobs seiner Eltern erkundigten, welche um es hier mal absichtlich abwertend auszudrücken minderwertig waren. Seine Mutter arbeitete als Altenpflegerin und sein Vater für so ziemlich alles was der Arbeitsmarkt hergab. Das Geld reichte so eben zum Leben, jedoch mit den oben genannten Abstrichen.


Diese Liste könnte sich noch länger so fortführen lassen, aber um es auf den Punkt zu bringen, ihm wurde absolut nichts geschenkt, es wurde vielmehr versucht ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zu nehmen. Heute, knapp 20 Jahre später hat er ein Master Diplom in Betriebswirtschaft/Management und ist mit knapp 30 Jahren ziemlich weit oben an der Karriereleiter, er ist einer der Geschäftsführer einer Maschinenbau GmbH mit fast 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten. In diesen vielen Jahren kämpfte er sich auch vom einfachen Büroarbeiter über den Posten des Abteilungsleiters und des Personalleiters hoch zu dem oben erwähnten. Natürlich war es eine Genugtuung als er mit dem Posten des Personalleiters, später als Geschäftsführer viele Bewerber persönlich interviewt und auch mal der eine oder andere bekannte "Kamerad" dabei war, diesen wurde dann auf der höchsten professionellen Ebene eine Absage erteilt. Er sprach die Bewerber nie darauf an, aber ihre Blicke verrieten, dass sie peinlich gerührt seien und obwohl sich ausnahmslos jeder absichtlich unwissend stellte, wussten doch beide, dass dies nicht so ist.
Nun wie kommt es dazu, dass ich die Geschichte mit all den Details so ausschweifend erzähle? Ganz einfach, ich bin dieser Mensch. Danke fürs Lesen und an alle Menschen da draußen in der weiten weiten Welt, egal wie schwer das Leben ist, oder egal wie aussichtslos manche Situationen erscheinen, man muss sich einen Weg durchs Leben bahnen. Das was mich angetrieben hat durch die Jahre, war der Wunsch nach einem besseren Leben und nichts desto trotz ausgleichender Gerechtigkeit durch, wenn ihr so wollt eine höhere Instanz wie des vielfach zitierten Schicksals. Kopf Hoch und ab ins kalte Wasser, jeder ist seines Glückes Schmied.

Beichthaus.com Beichte #00030138 vom 03.08.2012 um 10:02:36 Uhr (79 Kommentare).

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Lieblings-Hase Schnuffelchen

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Mord Tiere Familie

Mein Vater züchtet hobbymäßig zur privaten Fleischproduktion Stallhasen. Alle halbe Jahre in den Ferien ist es dann meine Aufgabe, die zur Schlachtung vorgesehenen Tiere zu meinen Großeltern zu bringen und ich darf dann auch beim Schlachten und Ausnehmen helfen. […]
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Beichthaus.com Beichte #00030131 vom 31.07.2012 um 22:02:05 Uhr (89 Kommentare).

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Opas ganzer Stolz

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Habgier Auto & Co. Geld Familie 50+

Ich (m/25) beichte, dass ich ein Versprechen gebrochen habe. Mein Opa hatte zu seinen Lebzeiten ein sehr teures und altes Auto, was er fast 50 Jahre lang gepflegt und in einem Top-Zustand gehalten hat. Er hatte nicht viel Geld, keine große Wohnung oder ähnliches, sein Auto war sein ganzer Stolz. Als er gestorben ist, hat er es mir vermacht. Einige Monate vor seinem Tod, wurde er schwer krank und wusste das er nur noch ein paar Monate hat. Es war für uns alle sehr schwer, vor allem für mich, da ich ein sehr gute Verhältnis zu ihm hatte. Er teilte mir da schon mit, dass er es mir vermachen würde und das ich mich gut darum kümmern soll.
Ich beichte, dass ich das Auto nach seinem Tod für 170.000 Euro verkauft habe. Für 15.000 Euro kaufte ich neue Möbel für mein WG-Zimmer, einen neuen Fernseher für unser Wohnzimmer und einen gebrauchten Golf für mich. Das übrige Geld habe ich angelegt und kann von den Zinsen monatlich bequem meine Miete zahlen und muss endlich keine Nachtdienste im Rettungsdienst mehr fahren um mir neben dem Studium genug Geld zu verdienen. Ich hoffe mein Opa würde das verstehen, ich habe ihn nie um Geld oder sonstiges gebeten und bin sicher er hätte auch das Auto zu seinen Lebzeiten noch selbst verkauft, wenn ich ihm geschildert hätte wie schwer ich es neben dem Studium teilweise hatte.

Beichthaus.com Beichte #00030129 vom 29.07.2012 um 20:51:52 Uhr (41 Kommentare).

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