Mein Zögern

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Feigheit Gewalt Boshaftigkeit Nachbarn Radeburg

Ich habe mit meinem Zögern einem Kind geschadet. Und zwar habe ich eine Weile als Zwischenlösung bei meiner Mutter gewohnt, bevor mein neuer Job in einer anderen Stadt anfing. Die Wohnung lag in einem Haus mit sechs Familien und das in einem leicht, naja, asozialen Viertel. Die Nachbarn waren ziemlich laut und kümmerten sich generell einen Dreck um Regeln. Über uns wohnte eigentlich nur ein Mann im mittleren Alter, der wohl Monteur ist und deshalb eigentlich die meiste Zeit nicht da war. Irgendwann blieb er aber immer öfter zu Hause. Zusätzlich liefen bei ihm mindestens zwanzig verschiedene Frauen und Kinder ein und aus, die Verwandtschaftsverhältnisse waren mir ziemlich unklar, geht mich ja auch nichts an. Irgendwann war dann aber auch öfter eine neue Frau - wohl seine Neue - mit ihrem kleinen Kind da.


Ein ganz süßes Mädchen, ungefähr vier Jahre alt, aber leider ziemlich hyperaktiv. Den ganzen Tag rannte und spielte dieses Kind in der Wohnung rum, was durch den mangelnden Trittschall schon etwas nervig war, aber Kindern muss man ja noch etwas mehr Rücksicht zugestehen, wobei die Eltern ruhig mal mit der Kleinen nach draußen hätten gehen können. Nun ja, jetzt, wo der Typ mit seiner Neuen oft da war, gab es eigentlich immer Streit. Die Beiden keiften sich nur gegenseitig an, von leicht genervten Kommentaren bis hin zu hysterischem Gekreische. Das Schlimmere war, dass das kleine Mädchen wohl meistens dabei war. Es kreischte und schrie aus höchsten Tönen, rief immer wieder "Mama, Mama" oder "Aua, Aua", minutenlang. Ich war schon kurz davor, die Polizei zu rufen, aber da traf ich die ganze Familie einmal auf der Straße und einmal in der Stadt, und beide Male schienen die Verhältnisse harmonisch und das Kind unverletzt und zufrieden. Ich dachte, ich hätte da etwas überinterpretiert - Streit kommt halt vor, oder das Kind verletzt sich mal beim Herumtoben. Außerdem kreischte das Kind auch während des Spielens tagsüber immer mal wieder vergnügt rum, also wohl einfach ein lautes Kind.


Eines Tages allerdings war ich gerade nach Hause gekommen und stellte mein Fahrrad weg, da kamen von oben wieder "Aua, Aua"-Rufe und zusätzlich hörte ich mehrere männliche Teenager lachen und die Geräusche des Kindes imitieren. Ich rief die Polizei an und erklärte alles. Erst klang man recht uninteressiert, aber ein paar Tage später war das Jugendamt dann mal zur Kontrolle da. Es stellte sich heraus, dass das Kind zwar nicht geschlagen wurde und wohl "nur" aus Angst schrie, wenn sich seine Eltern stritten. Aber es war auch manchmal mit den Söhnen des Mannes aus anderen Beziehungen alleine, die es dann in der Gruppe aus Spaß quälten und missbrauchten. Sie sollen das Mädchen absichtlich hungern und dursten lassen haben, haben sie immer wieder leicht gekniffen oder geschubst, sie ausgelacht und ihr Sachen erzählt, wie zum Beispiel, dass seine Eltern gestorben wären oder dass sie es kochen und essen würden (kein Scherz). Das Kind war wohl schon ziemlich gestört und sprach kaum noch. Es tut mir leid, dass ich nicht eher etwas unternommen habe. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Aber ich habe mir immer wieder eingeredet, dass sich das bestimmt anders anhört, als es ist. Ich kann nur jedem raten, eher etwas zu tun, als ich.

Beichthaus.com Beichte #00031810 vom 28.08.2013 um 14:15:21 Uhr in Radeburg (17 Kommentare).

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Meine Ekel-Füße

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Ekel Unreinlichkeit Intim

Ich (w/19) bin mit meinem Körper eigentlich zufrieden. Ich bin 1,77m groß, blond und habe schöne Brüste, natürlich könnte auch ich etwas abnehmen, aber darum geht es nicht, ich möchte nämlich beichten, dass ich meine Füße nicht pflege. Alles begann im Frühjahr, als es warm genug wurde, um wieder offene Schuhe zu tragen. Meine Füße waren aber irgendwie sehr trocken und schuppig, noch dazu waren die Zehennägel leicht gelblich und von der Hornhaut möchte ich gar nicht erst reden. Natürlich nahm ich mir vor, eine Creme zu besorgen und bis dahin wollte ich einfach weiterhin Sneaker tragen. Da ich das allerdings bis heute nicht getan habe, da es immer etwas Wichtigeres zu tun gibt, ekele ich mich inzwischen selbst vor meinen Füßen. Offenbar hat sich ein richtiger Pilz ausgebreitet, meine Füße sind wund und generell schränkt mich das Ganze extrem ein. Denn ich trage nur noch geschlossene Schuhe, war kein einziges Mal schwimmen und habe auch keine Kerle kennengelernt, weil ich Angst davor habe, meine Socken ausziehen zu müssen. Ansonsten bin ich aber sehr gepflegt!

Beichthaus.com Beichte #00031799 vom 25.08.2013 um 10:45:03 Uhr (24 Kommentare).

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“Beichte

Der Laptop für die Schwiegereltern

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Betrug Falschheit Lügen Engherzigkeit Familie

Meine Schwiegereltern sind sehr wohlhabend und altmodisch. Sie wohnen in einem alten Villenviertel, fahren nur dicke Mercedes und BMW und kaufen ihre Möbel ausnahmslos bei Designern, die dennoch aussehen wie aus einem schwedischen Möbelhaus, aber locker das Zwanzigfache kosten. Vor einer Weile haben sie mich beauftragt, einen Laptop für sie zu kaufen. Hier ist zu sagen, dass sie absolut keine Ahnung von Technik haben und daher mich beauftragt haben. Sie waren schon bei einem teuren Fachhändler, aber dieser bot keinen an, der sie "zufriedenstellt". Ich habe dann versucht, ihnen zu erklären, das ein 500 Euro Laptop fürs E-Mails abrufen mehr als genug ist, allerdings wollten sie sich nicht auf so billigen Schund einlassen. Meine Beichte ist, dass ich genau wusste, dass das Ding dort nur herumsteht, und habe deshalb zwei, äußerlich identische, Laptops gekauft. Einer kostete 1800 Euro und der andere kostete gerade mal 400 Euro. Welchen ich dann für mich behalten habe, dürft ihr raten. Meine Schwiegereltern sind immer noch von dem Laptop begeistert, aber mich plagt mein schlechtes Gewissen. Schließlich sind es meine Schwiegereltern und sie haben uns beim Hausbau auch finanziell kräftig unterstützt.

Beichthaus.com Beichte #00031758 vom 17.08.2013 um 09:03:55 Uhr (18 Kommentare).

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Das sind alles Nichtsnutze

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Trägheit Faulheit Zorn Verzweiflung Studentenleben

Ich fühle mich furchtbar, bin aber schlicht nicht konsequent genug, langfristig etwas an meiner Lage zu ändern. Es stehen wieder mal Prüfungen an, ziemlich viele sogar, damit ich nächstes Semester meine Abschlussarbeit schreiben kann. Ich war kein guter Schüler und im Studium wurde die Lage nicht einfacher. Ich habe tolle Eltern, eine wundervolle Partnerin und aktuell keine Geldsorgen. Die Randbedingungen sind also gut, wenn ich das hier vermassele, bin allein ich daran schuld. Aber ich verfalle wochenlang in Selbstmitleid, hege Groll gegen meine unfähigen Lernpartner, weil meine Freunde schneller vorangekommen sind als ich und jetzt andere Prüfungen haben. Die anfängliche Kennenlernphase ist vorbei, Cliquen gebildet und mir fällt es schwer, wieder Anschluss zu finden. Ich halte irgendwie alle für kleine Nichtsnutze, die vermutlich nicht einmal eine Waschmaschine bedienen können. Darum bin ich unzufrieden mit mir selbst, fühle mich allein und dumm und unfähig. Deshalb schaffe ich auch die Dinge nicht, die offensichtlich alle anderen um mich herum geregelt bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00031742 vom 14.08.2013 um 16:16:18 Uhr (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Besser als meine Peiniger

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Zwang Zorn Ungerechtigkeit Verzweiflung

Ich (w/25) möchte etwas loswerden, worüber ich mir erst in den letzten Wochen richtig klar geworden bin. Als Kind war ich eine unscheinbare Person - klein, bleich, schüchtern und ruhig. So wurde ich von niemandem wahrgenommen, ich durfte höchstens als Opfer hinhalten. Deshalb begann ich, auf meine Weise auffallen zu wollen. Dies erreichte ich mit schulischer Leistung. Ich kann mich erinnern, dass ich auf allen Schulen, die ich besuchte, Klassenbeste war. Aber ich habe immer wahnsinnig unter meinem selbst aufgezwungenen Druck gelitten. Nun, mit dem Alter kam der Freund und mit ihm ein wenig Selbstbewusstsein. Dennoch konnte ich mich von diesem Zwang nicht mehr befreien. Und es breitete sich auch noch auf alle Bereiche meines Lebens aus. Ich entwickelte eine Art Selbsthass, weil ich einfach nicht perfekt sein kann. Das wirkt sich auf viele Arten aus: Ich kann nicht ungeschminkt aus dem Haus, muss immer "schöne" Kleidung tragen und will immer dünner sein, als die Anderen. Komplimente kann ich nie annehmen und ich mache mich immer schlechter, als ich bin. Ich leide darunter, wenn jemand mich nicht mag, und will es immer allen recht machen. Ich habe vor einiger Zeit meine Beziehung durch meine krampfhafte Suche nach Fehlern beinahe zerstört. Dabei ist mein Freund einer der Wenigen, die hinter meine Fassade sehen.


Ich bin inzwischen recht beliebt, habe einen lieben Freund und sollte mich auf eine tolle Zukunft freuen, da ich nicht zufriedener sein könnte. Und das ist meine Beichte. Ich bin mir bewusst, wie dieser selbst auferlegte Zwang mein Leben beeinflusst, trotzdem schaffe ich es nicht, davon loszukommen. Ich trage nämlich eine unglaubliche Wut in mir - wegen all jener, die mich schlecht behandelten. Deshalb verfolge ich auch meine Ziele - ich will stärker und mächtiger sein als meine Peiniger, damit ich es ihnen heimzahlen kann. Krank, nicht?

Beichthaus.com Beichte #00031741 vom 14.08.2013 um 09:20:25 Uhr (16 Kommentare).

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