Breitbeinig in der Bahn

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Zorn Ungerechtigkeit Bahn & Co.

Ich (w) beichte, dass ich in der Straßenbahn einen Mann bloßgestellt habe. Ich fahre jeden Tag mit der Straßenbahn zur Arbeit und auch wieder zurück nach Hause und auf dem Rückweg ist mir in letzter Zeit oft ein Mann aufgefallen, der - obwohl die Bahn um diese Zeit ziemlich voll ist - immer mindestens zwei Sitze in Beschlag nimmt, weil er die Beine so weit spreizt, dass neben ihm keiner mehr Platz findet. Ich finde das ziemlich egoistisch. Ich bin aber eine von Natur aus eher schüchterne Person und würde wegen so etwas nie jemanden ansprechen, aber heute wurde es mir zu bunt mit diesem Typen. Ich bin eingestiegen und suchte einen Sitzplatz. Die Bahn war heute besonders voll. Und da sah ich den Mann auf einer Dreierbank in der Mitte sitzen und links und rechts von ihm die einzigen freien Sitzplätze. Viele Leute standen schon, aber ich wollte mich gerne setzen, weil ich seit meiner Knieoperation oft Schmerzen habe, wenn ich zu lange stehe und da habe ich mich einfach links neben diesen Typen gesetzt. Er hat zwar sein Bein ein kleines bisschen zur Seite genommen, aber kurz darauf berührten sich unsere Knie. Mir war das unangenehm und ich bin ein Stück zur Seite gerutscht und habe mich ganz eng an die Armlehne gepresst, aber kurz darauf war sein Knie schon wieder da. Da reichte es mir endgültig.

Ich habe ihn angefaucht, was das soll und ob er sich nicht vernünftig hinsetzen kann. Es schien ihn wenig zu beeindrucken. Er ist einfach nur ein Stück zur Seite gerutscht und hat sich mittig auf den beiden anderen Sitzen breitgemacht. Ich habe dann ziemlich laut gesagt, dass sich da doch auch noch jemand hinsetzen könnte und ich sein Verhalten egoistisch finde. Er ist dann einfach aufgestanden und weiter nach vorn gegangen, wo ich ihn nicht mehr sehen konnte - ohne ein Wort zu sagen. Das war von mir vielleicht doch ein bisschen zu hart, ich wollte ihn ja nicht bloßstellen, aber in dem Moment konnte ich gar nicht an mich halten. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00036656 vom 17.09.2015 um 20:11:46 Uhr (20 Kommentare).

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Kann Rassismus abfärben?

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Vorurteile Zorn Ungerechtigkeit Dummheit Gesellschaft

Ich beichte, dass ich mich sehr für die Ignoranz meiner Familie schäme. Letztens kam eine Doku über politisch verfolgte Flüchtlinge. Daraufhin meinte meine Mutter, dass sie alle selbst Schuld seien: "Sollen sie halt ihren Mund halten, dann passiert ihnen nichts." Genauso war es auch damals mit dem Blogger aus Saudi Arabien, der zu 1.000 Peitschenhieben und 10 Jahren Haft verurteilt wurde. Sie hat kein Mitleid für solche Leute übrig, nur Kopfschütteln. Mein Opa, der immer sehr nett war und sich bis heute immer für uns da ist, ist leider einer der größten Verschwörungstheoretiker. Er glaubt, die Medien fälschen die Geburtenrate, damit Deutschland mehr Ausländer aufnimmt und dass wir eigentlich auch in der Zukunft genug junge Leute hätten. Zudem würden in 20 Jahren keine Schwimmbäder, wie wir sie kennen, existieren und Frauen könnten keine Bikinis oder kurze Sachen tragen, wegen der Muslime. Außerdem leben laut ihm eigentlich mehrere Millionen Juden in Deutschland - die Medien hätten diese Zahl allerdings auf 50.000 runtergefälscht.


Eine Bekannte erzählte ihm, dass diese Leute, genau wie die Zigeuner, wegen des Krieges alles umsonst bekommen und null Steuern zahlen müssen. Er meinte ernsthaft: "Nur weil sie damals ein paar umgebracht haben." Die Krankenversicherung zahlt angeblich auch nur wegen den ganzen Asylanten so schlecht. Das sagte er vor etwa sieben Jahren! Als noch sehr wenige Flüchtlinge kamen. Gegen Schwule ist er auch, findet das aber nicht so schlimm wie die Tatsache, dass ich in 30 Jahren mal sehr wenig Geld haben werde und überall um mich herum "Lauter Asylanten sein werden, die nicht arbeiten". Zehn Minuten nachdem er so etwas rausgehauen hat, kommt dann aber plötzlich: "Ich akzeptiere jeden wie er ist, solange er mir nichts tut. Leben und leben lassen. Die Menschen sind heutzutage so gehässig. Man sollte die Unterschiede akzeptieren. Es ist doch egal, wie ein Mensch aussieht, woher er kommt oder was er sonst noch für Eigenheiten hat." Hört er sich überhaupt noch reden?! Und nein, er hat keine Demenz. So krass ist meine Mutter nicht, aber sie gibt ihm in vielem Recht. Irgendwas hat da abgefärbt.

Beichthaus.com Beichte #00036647 vom 17.09.2015 um 00:12:29 Uhr (10 Kommentare).

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Leben auf Staatskosten

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Zorn Ungerechtigkeit Faulheit Gesellschaft

Ich habe mich für die nächsten drei Wochen krankschreiben lassen und werde das so lange machen, bis ich gefeuert werde, und dann werde ich schön von Arbeitslosengeld leben - und nebenbei noch ein bisschen was schwarz machen. Und warum? Weil ich nicht mehr einsehe, dass ich als ehrlicher Arbeitnehmer und Steuerzahler die Sozialstation der Welt bin und mich nicht für Griechenland, Flüchtlinge, und Andere kaputtarbeiten werde, für eine spätere Rente, die nicht mal für die Miete reicht. Die halbe Welt kommt hierher, um sich kostenfrei durchfüttern zu lassen, also wird das jetzt auch von mir so gemacht. Geld ist ja scheinbar genug da. Für die Flüchtlinge wurden plötzlich über sechs Milliarden Euro aus dem Nichts hergezaubert. Komisch. Für die Schulen und Straßen ist nichts da. Ich mache mir jetzt ein schönes Leben auf Staatskosten, und sollen doch die Fachkräfte arbeiten, die brauchen wir hier ja so dringend. Mich dürft ihr übrigens als Schmarotzer bezeichnen, ich bin Deutscher. Ja, nicht die Kulturbereicherer, wenn ihr das macht, seid ihr rechts und gegen euch wird mit der vollen Härte des Rechtsstaates vorgegangen.

Beichthaus.com Beichte #00036633 vom 14.09.2015 um 17:46:41 Uhr (44 Kommentare).

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Wasser an der Kasse

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Engherzigkeit Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Shopping Kenia

In einem Supermarkt in Nairobi habe ich mir einen 5-Liter-Kanister Wasser genommen. An ihnen ist immer so ein Tragegriff dran, und mit dem Kanister bin ich noch etwas durch den Supermarkt geschlendert, und dann ist der Griff abgerissen. Einfach ein Materialfehler. Der Kanister ist auf den Boden geprallt und unten aufgeplatzt. Etwa ein halber Liter Wasser lief aus, und ich habe mich bemüht, den Kanister schnellstmöglich wieder aufzuheben und das Loch nach oben zu drehen. Eine Mitarbeiterin hat das Ganze gesehen und die Administration benachrichtigt. Der Vice Manager kam dann zu mir und meinte, ich solle das bezahlen. Ich antwortete natürlich, dass es nicht meine Schuld sei - was ihm allerdings egal war. Ebenso wie die Tatsache, dass ich in dem Markt noch für dreißig Euro einkaufen wollte. Ich habe ihm gesagt, dass ich einfach gehe, wenn er mir das Geld für den Kanister berechnet. Jeder denkende Geschäftsmann hätte auf die knapp zwei Euro verzichtet, da das Geld meinen 30 Euro Einkauf nicht wettgemacht hätte. Er begründete das übrigens damit, dass der Supermarkt Tragetaschen bereitstellen würde, damit so etwas nicht passiert.


Ich habe dann vorschriftsmäßig die 4,5 Liter Wasser in dem Kanister in den Korb gelegt und bin damit noch durch den Laden geschlendert. Nachdem sich dann fast der ganze Inhalt des Kanisters auf dem Boden befand, bin ich an die Kasse, habe den Korb auf das Band gestellt, mein Geld rausgesucht, den Kanister auf den Laser gestellt und die Scheine sortiert. Als der Kanister endgültig leer war und die Kasse nicht mehr ging, stand wieder der Vice Manager vor mir. Ich sagte ihm, wie leid es mir täte, aber ich hätte ja den Korb benutzt und habe ihm etwa 100 Schilling einfach vor die Füße geworfen und bin rausgegangen.

Beichthaus.com Beichte #00036623 vom 13.09.2015 um 15:38:35 Uhr in Kenia (Nakumatt, Nairobi) (12 Kommentare).

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Warum hilft Gott nicht?

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Ungerechtigkeit Ignoranz Unglaube

Ich (m) beichte, dass ich zwar nicht schlecht über Leute denke, die an Gott glauben, jedoch kann ich es nicht verstehen. Seit ich in meinem Beruf arbeite, sehe ich jeden Tag Menschen die Schmerzen erleiden, schlimme Krankheiten haben und sterben. Ich versuche ihnen, so gut es geht, zu helfen. Wenn es einen Gott gäbe, warum lässt er so etwas zu? Warum müssen diese Menschen das ertragen. Sie können teilweise nicht reden, hören oder richtig leben. Ich verstehe die Menschen nicht, die an Gott glauben, und provoziere und diskutiere gerne mit ihnen.

Beichthaus.com Beichte #00036558 vom 04.09.2015 um 16:38:59 Uhr (27 Kommentare).

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