Man konnte ihr nur den Tod wünschen

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Engherzigkeit Morallosigkeit Familie Tod Bad Homburg

Ich (w) beichte, dass ich es unterlassen habe, zur Beerdigung meiner Oma zu gehen und überhaupt kein Verständnis für die Trauer meiner Verwandten habe. Meine Oma war schon länger sehr schwer krank und konnte in letzter Zeit nur noch auf dem Bett liegen. Sie litt stark und hat schon immer gesagt, dass sie in einem Zustand, in dem sie nur noch von anderen abhängig ist und starke Schmerzen hat, nicht leben möchte. Als sie dann gestorben ist, war ich ehrlich gesagt froh, während alle anderen anfingen zu weinen und zu trauern, als hätten sie niemals damit gerechnet. Dabei war es zum einen klar, dass sie in den nächsten Tagen sterben wird. Zum anderen wollte sie so ohnehin nicht leben und daher konnte man ihr in ihrem Interesse nur den Tod wünschen. Nach der Beerdigung, zu der ich nicht hingegangen bin, weil ich meine letzten Worte zu ihr schon gesprochen hatte und mir nicht das sinnlose Trauern der anderen antun wollte, kam ihr Mann (mein Opa) für eine Woche zu uns.

Schon bevor er ankam, wies man mich mehrmals darauf hin, dass er sehr empfindlich sei und ich doch bitte Rücksicht nehmen solle - unerträglich. Als er dann ankam, weinte er immer sofort, wenn über sie gesprochen wurde. Meine Eltern gingen besser damit um, waren aber in der Anwesenheit des Opas immer still, was mich echt ankotzte! Er und wir alle konnten doch froh sein, dass die Oma nun nicht mehr leiden muss. Und jetzt kann man doch nichts an der Situation ändern und sollte an die Zukunft denken! Ich habe deshalb ganz unauffällig damit angefangen, in den unterschiedlichsten Situationen das aktuelle Gesprächsthema auf sie zu lenken. Anfangs musste mein Opa immer sofort weinen, doch mittlerweile reagiert er immer stumpfer darauf. Auch die Situation in der Familie hat sich verbessert. So sind meine Eltern nicht mehr "aus Rücksicht" die ganze Zeit still.

Ich fand dieses Verhalten meiner Familie total sinnlos. Was ich aber sehr bedenklich finde, ist, dass ich es irgendwie lustig fand, wie leicht man andere Menschen beeinflussen und zum Weinen bringen kann. In diesem Moment fühlt man sich so, als könnte man diese Menschen kontrollieren. Mir kam sogar schon der Gedanke, wie es wäre, wenn mein Opa stirbt und ich dasselbe mit meinen Eltern tue. Das finde ich fast schon beängstigend. Von meiner Familie ahnt keiner etwas, da ich es, wie gesagt, sehr unauffällig getan und die jeweilige Person sofort getröstet habe.

Beichthaus.com Beichte #00038565 vom 28.07.2016 um 18:50:44 Uhr in 61350 Bad Homburg (Lessingstraße) (24 Kommentare).

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Wenn Stiere Idioten töten

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Vorurteile Engherzigkeit Dummheit Tiere Tod

Wenn Stiere Idioten töten
Ich beichte, dass ich diese scheiß Stierkämpfer und Kampfarenen in Spanien verabscheue. Die sind doch alle selbst schuld, wenn sie die Stiere aufputschen, aggressiv machen und dann brutal mit Speeren traktieren, wenn sie blutüberströmt jemandem ins Herz stechen. Dann sind alle traurig und verlangen sogar, das Muttertier zu töten. Ich denke, es wäre gerecht, wenn der eh schon unterlegene Stier den Kämpfer getötet hat, diesen Stier zu feiern, da er einen weiteren Idioten getötet hat. Und für alle, die mir mit Tradition ankommen, fordere ich dann auch, die Hexenverfolgung wieder einzuführen, da das ja auch eine schöne Tradition war.

Beichthaus.com Beichte #00038490 vom 12.07.2016 um 00:28:34 Uhr (21 Kommentare).

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Warum sterben die guten Menschen?

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Ungerechtigkeit Zorn Tod Gesellschaft

Warum sterben die guten Menschen?
Letztes Jahr ist ein guter Freund und Kollege an Krebs gestorben. Er war ein toller Mensch, mit Frau und drei Kindern. Mir hat es bei der Beerdigung das Herz gebrochen. Er war engagiert, trainierte Kinder im Fußballverein und er war eine Seele von einem Menschen. Jeden Tag, wenn ich zur Arbeit fahre, sehe ich am Hauptbahnhof die ganzen Junkies und Alkoholiker. Jahrelang ballern die sich jeden Mist rein, unter anderem Heroin und Badesalz. Und sie scheinen ewig zu leben. Wenn mal wieder einer von ihnen auf der Bahnhofstoilette um sein Leben kämpft und er allen Ernstes noch reanimiert wird, um sich am nächsten Tag wieder vollzudröhnen, da frage ich mich, warum ist das Leben so ungerecht? Geliebte Menschen mit einem Wert für die Gesellschaft werden dahin gerafft und diese Junkies verrecken einfach nicht. Ich bitte um Vergebung für meinen Hass.

Beichthaus.com Beichte #00038482 vom 09.07.2016 um 23:48:36 Uhr (31 Kommentare).

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Hurra, mein Chef ist gestorben!

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Hass Selbstsucht Tod Chef

Ich möchte beichten, dass ich mich nahezu täglich über den Tod eines Menschen freue und deswegen ein schlechtes Gewissen habe. Aber von vorn: Ich (m) bin 35 Jahre alt und von Beruf Büchsenmachermeister. Seit ich denken kann ist das mein absoluter Traumberuf - auch mein Vater hat ihn ausgeübt. Meine Arbeit ist fast wie Erholung für mich und ich freue mich jeden Tag aufs Neue drauf. Das Problem an der ganzen Geschichte war nur mein damaliger Chef. Er hat mich ständig runtergemacht und auch vor anderen gedemütigt. Keine Gelegenheit wurde ausgelassen, um mich bloßzustellen und aussehen zu lassen wie einen Idioten. Lob für meine Arbeit gab es nie und damit meine ich auch nie. Selbst wenn mir etwas besonders gut gelungen war, fand es keine Erwähnung. Im Gegensatz dazu sind mir meine Fehler ständig aufs Neue unter die Nase gerieben worden und waren quasi nie erledigt.

Die Kunden in unserem Geschäft bestellen individuelle Jagdwaffen, die auch gerne mal über 25.000 Euro und mehr kosten, daher legen wir viel Wert auf Qualität und sorgfältige Arbeit. Einmal habe ich für einen Kunden einen besonders schönen Holzschaft zurechtgeschnitten. Als ich am nächsten Morgen mit dem Kunden zur Präsentation verabredet war, war dieser Schaft auf einmal verschwunden. Ich habe alles abgesucht, Panik bekommen und musste dem Kunden dann gestehen, den Schaft in unserer Werkstatt verlegt zu haben. Dieser war dementsprechend angesäuert und hat seinen nachvollziehbaren Frust an mir ausgelassen. Ich hatte schlaflose Nächte und konnte mir das Ganze einfach nicht erklären. Einige Wochen später stellte sich raus, dass mein Chef sich den Schaft für seine eigene Jagdwaffe unter den Nagel gerissen hatte, weil er ihm so gut gefiel. Das hat mir seine Tochter erzählt. Eine Frechheit!

Vor einigen Wochen ist mein Chef plötzlich mit 61 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Für die Familie ein echter Schock! Ich kann jedoch nicht richtig traurig sein. Meine Gedanken spielen immer noch verrückt. Ich habe ihm in Gedanken so oft den Tod gewünscht. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich innerlich freue und zufrieden und viel ruhiger zur Arbeit gehe. Die erste Zeit musste ich mir immer wieder vor mir selbst bestätigen, dass er wirklich tot ist und das alles echt ist. Ich möchte gestehen, dass ich meinen Chef nicht eine Sekunde vermisse und unendlich erleichtert bin, dass er tot ist.

Beichthaus.com Beichte #00038404 vom 23.06.2016 um 16:33:35 Uhr (16 Kommentare).

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Der Tod meines Mobbingopfers

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Gewalt Tod Schule

Mein Gewissen hat mich hergebracht und nun möchte ich euch meine Sünde erzählen. Damals, in der Grundschule, habe ich immer wieder ein Kind geärgert. Er war ein kleiner, pummeliger Junge, der auch sonst nichts zu lachen in der Klasse hatte. So wie ich es damals mitbekommen hatte, war die Mutter Alkoholikerin und der Vater ein stadtbekannter Fremdgeher, der wohl schon die halbe Gegend durchgehämmert hatte und dabei auch die eine oder andere Krankheit bekam, die er dann auch wieder fleißig weitergab. Der Junge selbst war genau die Sorte Opfer, welche man sich unter dem Begriff Mobbing vorstellen kann und ich war einer der Haupttäter. Ich habe ihm sein Brot weggenommen, seinen Ranzen ins Waschbecken gelegt und nass gemacht, ihn mit Papierkugeln beschossen, ihn angespuckt und ihn gepiesackt, wo es nur ging - und das war noch lange nicht alles. Für mich war das einfach nur ein netter Zeitvertreib und ich habe mir nie Gedanken über die Gefühle oder die Lage dieses Jungen gemacht. Dadurch bekam ich von der Klasse die nötige Aufmerksamkeit und Applaus, die sich wohl jedes Kind wünscht.

Aber jeder Mensch hat seine Grenzen und diese waren auch bei ihm erreicht. In unserer Schule gab es damals einen großen Dachgarten, der für die Bepflanzung von Gemüse, Obst und Blumen den einzelnen Klassen zur Verfügung standen. Normalerweise durfte man nur in Begleitung eines Lehrer dort hinauf, aber es gab einen Blumendienst, dem es auch so erlaubt war. Die mussten da immer gießen und mal drüber gucken, ob alles in Ordnung war. Dieser Job war ziemlich unbeliebt, gerade auch, weil das in den Pausenzeiten geschehen musste. Also wurde natürlich das Klassenopfer dazu ausgewählt. In der Pause geschah es dann! Das Erste, was ich hörte, war ein fürchterliches Gekreische. Dann erschrockene Rufe und rennende Füße. Es scharrte sich eine Menge zusammen und ich drückte mich durch, bis ganz nach vorne und da sah ich ihn. Ein kleiner dicker Körper, der deformiert und blutig auf dem Schulhof lag. Seine Augen waren noch offen und seine Beine lagen in einem unheimlichen Winkel.

Ich war so geschockt in dem Moment, dass ich gar nicht reagieren konnte. Ich starrte ihn einfach an. Die Lehrer kamen und befahlen uns in die Klassen zu gehen. Die ganze Schule wurde daraufhin beendet und die Kinder nach Hause geschickt. Wir bekamen sogar zwei Wochen frei. Später sagte man uns, dass er einen Unfall hatte und niemand mehr alleine da oben hochgehen durfte. Aber ich wusste es besser. Ich habe es in seinen Augen gesehen, denn auch wenn in diesem Moment nichts mehr in ihm war, konnte ich immer noch diese unendliche Traurigkeit wahrnehmen. Ich hasse mich dafür, dass ich einen erheblichen Teil dazu beigetragen habe, dass sich ein kleiner Junge das Leben nahm. Mittlerweile bin ich erwachsen und kläre in diversen Einrichtungen darüber auf, was Mobbing anrichten kann. Ich engagiere mich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche die Opfer wurden und jetzt sich wieder ins Leben zurückkämpfen. Auch meinen Kindern sage ich immer wieder, wie sie sich richtig verhalten und dass sie jeden Menschen respektieren müssen. Mein Sohn trägt sogar den Namen des Jungen, den ich in den Tod getrieben habe. All das ist zwar gut, aber trotzdem wird mein Gewissen niemals beruhigt sein und das ist auch gut so. Niemals will ich vergessen, was ich getan habe.

Beichthaus.com Beichte #00038231 vom 13.05.2016 um 20:09:06 Uhr (24 Kommentare).

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