Der Tod ist endgültig

39

anhören

Engherzigkeit Unglaube Kinder Tod

Ich bin Atheistin. Ich akzeptiere zwar, dass es Menschen gibt, die an Gott oder Götter glauben, aber ich gehöre nicht dazu. Mein Sohn wird auch atheistisch erzogen. Später kann er selbst entscheiden. Er ist jetzt vier Jahre alt. Kleine Kinder und Tod, das ist immer ein schwieriges Thema. Meine Mutter ist vor zwei Monaten an Lungenkrebs verstorben. Ich habe immer noch sehr mit meiner Trauer zu kämpfen, muss aber natürlich versuchen, das meinem Sohn zu erklären, der an seiner Oma sehr gehangen hat. Ich beichte, dass ich mich dazu entschieden habe, nichts zu beschönigen. Ich mag es nicht, wenn man versucht, Kindern einzureden, die Oma sei im Himmel oder sei jetzt ein Stern. Ich mag es ebenfalls nicht, wenn es heißt: "Die Oma lebt in deiner Erinnerung weiter", oder: "Wenn du fest an sie denkst, dann spürst du die Oma oder ihre Wärme."

Der Mensch ist tot. Er ist weg aus dieser und jeder anderen erdenklichen Welt. Er kommt nie wieder, man sieht ihn nie wieder. Man wird ihn nie wieder spüren, weder in einem Windzug noch in einem Sonnenstrahl. Auch er selbst spürt nichts mehr, er lebt nirgendwo weiter, weder seine Seele noch irgendetwas anderes von ihm. Das alles habe ich meinem Sohn erklärt. Er ist natürlich traurig, aber mir ist es lieber, er weiß es und denkt nicht, dass sie jetzt im Himmel ist, wie viele andere Kinder.

Beichthaus.com Beichte #00038077 vom 17.04.2016 um 05:38:37 Uhr (39 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Der letzte Wunsch meines Vaters

19

anhören

Selbstsucht Verzweiflung Tod Arbeit

Ich (m/34) möchte hiermit beichten, dass ich den letzten Wunsch meines vor knapp sechs Wochen verstorbenen Vaters nicht erfüllen werde. Und zwar war mein Vater Landwirt in der mindestens siebten Generation auf unserem Hof. Da meine Mutter schon starb, als ich fünf Jahre alt war, er nie mehr geheiratet hat und auch mit meiner Mutter keine weiteren Kinder hatte, bin ich Alleinerbe. Es geht um einen Haupt- und drei Nebenhöfe und sehr viel gutes Ackerland. Der Wert ist immens. Ich selbst habe aber gesehen, wie sich mein Vater für den Hof zu Tode geschuftet hat und nicht einmal das Rentenalter erreichte. Ich selbst bin zwar auch als Landwirt ausgebildet, aber habe einfach kein Interesse daran. Dennoch habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, denn mein Vater war trotz seiner zur Schau gestellten Bärbeißigkeit ein extrem gutmütiger Mensch.


Als ich beispielsweise 15 wurde, war mein Wunsch ein Mofa, wie für jeden, der auf dem Land lebt. Er tat die ganze Zeit so, als wollte er davon nichts wissen. Als ich an dem Tag nach Hause kam, meinte er nur, wir würden später Kuchen essen, aber ich soll vorher die Stallgasse ausfegen. Dort stand eine alte, aber blitzsaubere und extrem gepflegte Puch, ein Mofa, das damals schon ein Oldtimer war und außerdem dafür berühmt ist, sehr schnell zu sein. Auf dem Sattel lag ein Umschlag mit 300 Mark darin, für den Führerschein. Und er stand wie ein Honigkuchenpferd grinsend hinter mir. Oder aber man sah ihn eine seiner geliebten Milchkühe minutenlang streicheln und leise und liebevoll mit ihr reden. Er fehlt mir auch immer noch sehr...


Trotzdem habe ich mich entschlossen, bis auf den Kernhof alles abzustoßen. Die Kühe schicke ich in Rente, sprich, ich melke sie ab, sorge also dafür, dass sie keine Milch mehr geben müssen, aber behalte sie. Bis sie sterben, was noch dauern kann, da einige noch recht jung sind. Die Weide liegt ja zum Glück nahe und der Stall ist eh ein großer Freilaufstall, sie haben es also echt gut. Sogar eine Streichelrolle haben sie da drin. Aber das Land verkaufe ich. Für zwei große Stücke Ackerland, die direkt an der Straße und am Ortseingang liegen, gibt es bereits erste Angebote und die sind in zweistelliger Millionenhöhe. Dort soll wohl eine Art Lagerhallenpark entstehen. Und da wir in unmittelbarer Nähe des Münchner Flughafens liegen, werde ich auch den Rest teuer los. Ich weiß, mein Vater würde im Grab rotieren, aber ich will mich nicht kaputtschuften.

Beichthaus.com Beichte #00037853 vom 16.03.2016 um 19:44:16 Uhr (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Warum musste mein Held aus Star Wars sterben?!

23

anhören

Verzweiflung Medien Tod

Ich (m/37) beichte hiermit, dass ich im neuen Star Wars, bei der Szene auf der Brücke, als Han Solo stirbt, im Kino aufgeschrien und danach hemmungslos geweint habe. Und da war ich bei Weitem nicht der Einzige im Saal. Überall war Schluchzen, Aufschreie und "Nein! NEIN!" zu hören. Der Premierenabend war danach für mich gelaufen, zum gemeinsamen Umtrunk bin ich nicht mehr mitgegangen und habe mich zu Hause in den Schlaf geweint. Selbst jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen, werden meine Augen noch feucht. Und das, obwohl ich den Film trotzdem schon mehr als einmal sah und auch die Presse-DVD habe. Ich gehöre aber auch wohl zu den krassesten SW-Nerds, die es gibt. Ich hatte eine beschissene Kindheit und Jugend, und die Flucht in andere Welten hat mir wahrscheinlich das Leben mehr als nur einmal gerettet.


Star Wars hatte und hat einen besonderen Stellenwert für mich, da in diesen Filmen bisher am Ende immer das Gute gewann oder es in den Prequels am Ende zumindest noch Hoffnung gab. Aber auch die Zerstörung der Starkiller-Base war diesmal kein Ausgleich für den Tod meines größten Helden. Ich hoffe zwar, dass die neuen Helden, die ich durchaus mag, es am Ende wieder richten, aber Han wird mir trotzdem schrecklich fehlen. Ich weiß, dass H. Ford diese Rolle nicht mehr ewig spielen kann, weil er auf die 80 zugeht, aber zuzusehen, wie der Held meiner Kindheit von seinem eigenen Sohn ermordet wird, war für mich, wie ein Familienmitglied und auch fast eine Vaterfigur zu verlieren. Ich hasse auch Ben Solo dafür, als wäre er eine lebende Person. Der Anblick von Luke Skywalker am Ende war da nur ein schwacher Trost, aber immerhin wird wenigstens er noch weiter dabei sein.

Beichthaus.com Beichte #00037789 vom 10.03.2016 um 15:19:30 Uhr (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Lieber Peter Lustig, ein letztes Mal abschalten

29

anhören

Verzweiflung Tod Medien

Ich (m/22) möchte beichten, dass ich bitterlich geweint habe, als ich erfahren habe, dass Peter Lustig gestorben ist. Sein Tod hat mich an die Zeit meiner wundervollen und unbeschwerten Kindheit erinnert, bevor sich meine Eltern getrennt haben. Die vielen Sendungen, die wir gemeinsam lachend und staunend vor dem Fernseher verbracht haben, nur um das gerade Gesehene gleich im Freien auszuprobieren. Peter Lustig war und ist ein fester Bestandteil meiner Kindheit und ich denke, dass er einen unglaublich positiven Einfluss auf die Entwicklung vieler Kinder über mehrere Generationen hinweg gehabt hat. Mit seinem Tod wurde mir wieder bewusst, wie schön meine Kindheit war und wie sehr ich sie doch vermissen kann. Also lieber Peter: Abschalten, ein letztes Mal. Ich danke dir.

Beichthaus.com Beichte #00037697 vom 25.02.2016 um 02:21:56 Uhr (29 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“Folge

Ich habe alles erreicht, jetzt kann ich sterben

24

Verzweiflung Drogen Selbstverletzung Tod

Ich (w/35) habe einiges in meinem Leben erlebt. Ich habe in meiner Jugend Drogen ausprobiert, und das nicht zu kurz. Ich habe das Abitur gemacht und erfolgreich studiert. Ich habe einen Teilzeitjob, mit dem ich trotz geringen Aufwands gut verdiene. Ich brauche nur zwei […]
Diese Beichte kann nur von Beichthaus Bewohnern gelesen werden. Jetzt schnell anmelden!

Beichthaus.com Beichte #00037695 vom 25.02.2016 um 11:23:55 Uhr (24 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge