Kindheit hinter Gittern

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Verzweiflung Engherzigkeit Rache

Ich (m/27) schtze mal, dass ich eine nicht so normale Kindheit hatte. Seit ich mich erinnern kann, hat mich mein Vater wirklich mies behandelt. Es fing damit an, dass ich als kleiner Zwerg bei ihm um Erlaubnis bitten musste, wenn ich mit meinen Freunden auf einen Fuballplatz gehen wollte. Hinzu kam, dass mein &quot;Ausgang&quot; immer auf eine halbe Stunde limitiert wurde, und dies auch streng berwacht wurde. Spter, als ich auf dem Gymnasium war, war es dann noch schwieriger, irgendwie die Erlaubnis fr eine spaige Freizeitgestaltung zu bekommen. Entweder wurden mir gar keine Grnde fr mein &quot;Ausgehverbot&quot; genannt, oder mein alter Herr war der Meinung, dass ich noch nicht genug fr die Schule gelernt habe, und mir deswegen keine Freizeit verdient habe. Auch hat er mir schon in der fnften Klasse von seiner glorreichen Zeit auf dem Gymnasium erzhlt, und dass er damals ein richtiger &quot;Mathe-Crack&quot; war. Er hat sein Mathe-Abi brigens mit einer 1.9 abgeschlossen. (Jemand mit einer Zwei in Mathe ist bei mir beim besten Willen kein Crack...).<br /> <br /> Ebenso hatte er wohl damals keine Freunde, denn er lebte nach seinem tollen Spruch &quot;Bis Zwei dabei!&quot;, und damit meinte er nicht 14 Uhr nachmittags... Selbstverstndlich musste ich auch Samstag und Sonntag lernen; aber da durfte ich ja grozgigerweise bis 8 Uhr ausschlafen, mir dann ein schnelles Frhstck machen, und dann erst gegen 8:30 Uhr anfangen zu lernen. In seinen Augen hatte ich also sobald ich von der Schule heimkam, bis nachts um zwei Uhr zu lernen, vllig egal ob eine Klausur anstand oder nicht. Schlielich hat er es ja auch so gemacht. Da er angeblich als Unternehmensberater arbeitet und so tolle Arbeitszeiten hat (Mo - Fr 9 Uhr - 12 Uhr im Bro, sonst &quot;Homeoffice&quot;), muss ich wohl nicht extra erwhnen, dass meine Ttigkeiten fr die Schule streng und penibel berwacht wurde. Ach ja, natrlich hat er ein Arbeitszimmer zu Hause, in welches ich aber noch nie in meinem ganzen Leben ein Fu setzen durfte. War er mal nicht in diesem Zimmer, war es verschlossen, und den Schlssel trug er immer bei sich. Also eigentlich habe ich keine Ahnung, wie er sein Geld verdient. Aber Arbeitszeiten von 9-12 halte ich eigentlich fr unrealistisch. Vielleicht ist er die ganzen Jahre ja auch arbeitslos gewesen - keine Ahnung.<br /> <br /> Sobald ich mal irgendwelche Widerworte hatte, gab es gleich drastische Strafen, wie beispielsweise Fernseh- oder Computerverbot. Jedoch nicht in den Maen, wie man es sich denken kann. Solche Verbote gab es nicht in Stunden oder Tagen, nein &quot;Monate&quot; war die kleinste Zeiteinheit. Und das waren nicht nur leere Worte, er hat diese Sanktionen wirklich knallhart durchgezogen und kontrolliert. Ich hatte also keine Freizeit, durfte mich nicht mit Freunden treffen, nicht fern schauen, oder an den Computer. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin abgehauen. Ich hatte damals einen Schulfreund, den ich aber leider immer wieder anlgen musste, schlielich kann man so ein Leben keinem erzhlen. Ich habe ihm etwas vorgelogen, dass ich Stress zu Hause hatte, und einfach gegangen bin, und jetzt nicht mehr zurckknne. Seine Eltern sind wirklich warmherzig, hilfsbereit und wirklich nett. Zu meinem Glck haben sie mich zu diesem Thema nie viel gefragt, ich denke, sie haben es irgendwie verstanden, oder sogar geahnt.<br /> <br /> So durfte ich bei seinen Eltern und ihm eine Zeit lang wohnen (2-3 Monate, mein Vater fragte sich in dieser Zeit nur, was wohl die Leute von uns denken wrden, und gab ihnen nach dieser Zeit mehr als genug Geld als &quot;Entschdigung&quot;). Dass das nicht fr immer ist, war mir vollkommen klar, und irgendwann rieten sie mir auch zum Jugendamt zu gehen, und dort meine Situation zu schildern. Also ging ich zum Jugendamt. Um es kurz zu machen: Solange mich mein Vater versorgt und nicht schlgt, knnen sie wohl nicht viel dagegen machen. Sie machten zwar einen Termin mit ihm aus, aber dass dies absolut nichts gebracht hat, kann sich wohl jeder denken. Also musste ich wohl oder bel wieder zurck. Und es kam, wie es kommen musste: Es wurde schlimmer. Ich hatte ab da nicht nur immer Fernseh- und Computerverbot (die Strafen fr Widerworte wurden selbstverstndlich summiert), ich wurde auch fr jede Kleinigkeit verantwortlich gemacht. <br /> <br /> Wirklich jede Kleinigkeit, selbst die, mit denen ich absolut nichts zu tun hatte. Gab es einen tropfenden Wasserhahn im Haus, war ich schuld, weil ich den Hahn immer zu fest zugedreht hatte. Natrlich gab es dafr eine Strafe. Habe ich ihn sonntags nicht pnktlich zum Presseclub (er fngt um 12 Uhr an) aus dem Bett bekommen, war ich schuld und es gab eine Strafe. Ist mal das Netzwerkkabel kaputtgegangen, war ich schuld, weil ich zu oft auf das Kabel getreten bin. Richtig, auch hier gab es Sanktionen. Hat das Mittagessen mal nicht gereicht, war ich schuld, da ich zu viel gegessen hatte. Hat es mal in ein offenes Dachfenster reingeregnet, war ich schuld, schlielich war es meine Aufgabe darauf zu achten, und das Fenster zu schlieen. Das sind zwar nur ein paar wenige Ausschnitte aus meiner Kindheit und Jugend, und ich knnte noch viel mehr erzhlen, aber dann wrde ich wirklich den Rahmen sprengen.<br /> <br /> Inzwischen rede ich wirklich nur noch das Ntigste mit ihm, habe nach der Schule eine Ausbildung angefangen (nicht studiert) und verdiene inzwischen circa 3.500 Brutto. Jedoch bin ich felsenfest davon berzeugt, dass ich das nicht ihm zu verdanken habe, denn er wollte, dass ich studiere, am besten noch so ein Fach wie er damals (BWL). Ich bin berzeugt, dass ich mindestens genau das Gleiche geschafft htte, wenn ich eine normale und glckliche Kindheit gehabt htte. Inzwischen habe ich so viel Freizeit wie ich mchte und kann tun und lassen, was ich mchte, jedoch habe ich wirklich einige Probleme damit, soziale Kontakte zu knpfen. Ich kann Menschen nicht vertrauen, habe keine Ahnung, wie man andere Leute kennenlernt, bin mir nicht mal sicher, ob man das berhaupt muss. Von Frauen will ich erst gar nicht anfangen. Ich bin natrlich keine Jungfrau mehr, aber Beziehungen bekomme ich beim besten Willen auch nicht auf die Reihe. Wie denn auch? Ich war ja fast mein ganzes Leben lang von allem und jedem isoliert.<br /> <br /> Ich kann es mir auch nicht vorstellen irgendwann mal zu heiraten oder Kinder zu bekommen. Was ist, wenn ich genauso werde wie er? Bei dem Gedanken ekelt es mich und mir wird einfach nur schlecht. Und jetzt zu meiner Beichte: Wenn mein Vater mal in dem Alter ist, in dem er sich nicht mehr selbst versorgen kann, und ich fr seine Pflege aufkommen muss, werde ich ihn in die billigste Absteige von Heim stecken, die ich im Umkreis von 200 km finden kann. Dabei gibt es selbstverstndlich nur das Ntigste, unter anderem keinen TV im Zimmer, und selbstverstndlich kein Internet. Dann hat er genug Zeit zum Nachdenken. Unter anderem darber, was er denn gemacht hat, damit er sich so einen Lebensabend verdient hat. Ebenso darf er dann ganz alleine auf seinen Tod warten. Wenn er dann endlich mal verreckt ist (ich hoffe wirklich, dass das Sterben lange dauert und mglichst schmerzhaft ist), werde ich alles mir Mgliche unternehmen, um kein teures Grab (inklusive Beerdigung) auf dem Friedhof arrangieren zu mssen. Ich werde ihn einschern lassen, und dann in irgendeinen Gully oder WC streuen. Dann muss er sich damit abfinden, dass er fr sehr lange Zeit bei den rtlichen Klrwerken in irgendeinem Filtersystem steckt. Ich berlege aber noch, ob ich ihm das beim Sterben ins Ohr flstern soll, oder erst gar nicht dabei sein soll, wenn er stirbt.

Beichthaus.com Beichte #00039961 vom 29.06.2017 um 09:51:55 Uhr (9 Kommentare).

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Mein versauter Urlaub

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Faulheit Trägheit Urlaub Hamburg

Ich habe mich so sehr auf meinen zweiwchigen Urlaub gefreut, endlich den Hobbys nachgehen, die man sonst immer vernachlssigt. Endlich wieder ausschlafen und den Sommer genieen. So die Theorie. Seit fast einer Woche liege ich faul herum, hre Musik und vegetiere vor mich hin. Nicht einmal ausschlafen klappt, jeden Morgen wache ich gegen 9:00 Uhr auf. Selbst essen nervt mich, weshalb ich mich von zwei pfeln pro Tag ernhre. Hunger habe ich sowieso nicht. Auf ein Treffen mit Freunden habe ich auch keinen Bock. Ich beichte, dass ich mir meinen Urlaub versaue und es bereuen werde.

Beichthaus.com Beichte #00039960 vom 28.06.2017 um 23:12:29 Uhr in Hamburg (11 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein steriler Albtraum

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Falschheit Lügen Verzweiflung Zwang Partnerschaft

Ich habe ein groes Problem, auf der einen Seite bin ich glcklich verheiratet und liebe meine Frau. Wir machen tolle Reisen zusammen, haben die gleichen Interessen und Hobbys und ich mchte keine Sekunde meines Lebens ohne sie sein. Auf der anderen Seite wei ich nicht, wie ich weiterhin mit ihr zusammen leben soll. Das Problem ist, meine Frau hat ber die Jahre eine psychische Strung entwickelt. Sie muss unsere Wohnung zwanghaft desinfizieren um sie vor Keimen und Schmutz der &quot;Auenwelt&quot; zu schtzen. In unserer Wohnung fhle ich mich eigentlich nur wohl, wenn ich alleine bin. Wenn wir zusammen nach Hause kommen, luft es folgendermaen: Erst mal noch vor der Haustre die Socken ausziehen, dann schnell in die Kche und dort alle kontaminierten Kleidungsstcke ausziehen. Anschlieend Hnde waschen. Dann in die Dusche. Nach dem Haare kmmen - Hnde waschen, nach dem Haare fhnen - Hnde waschen, nach ffnen einer Schublade - Hnde waschen. Whrend ich dem Reinigungsritual Folge leiste, desinfiziert sie wie wild alle Lichtschalter, Trklinken usw (auch wenn diese berhaupt nicht von irgendwem berhrt wurden). Sobald ich meinen Schlafanzug anhabe, darf ich keine Gegenstnde der Wohnung mehr berhren auer Bett und Sofa. Bei allen anderen berhrten Dingen - Hnde waschen. Sollte mein Krper etwas berhrt haben - den Krper waschen, Kleider wechseln etc.. <br /> <br /> Schon lange drfen weder Freunde noch Familie zu Besuch kommen, da der Reinigungsprozess viel zu aufwendig wre, um ihn zu bewltigen. Schade fr mich, da ich gerne Besuch habe und immer fadenscheinige Ausreden erfinden muss, um Besuche abzublocken. Ich habe schon oft, vllig verzweifelt, versucht mit ihr zu reden. Sie wei, dass es nicht normal ist, will aber unter keinen Umstnden etwas an ihrem Verhalten ndern. Ich knnte hier noch tausend Dinge aus meinem sterilen Alltag berichten, aber Fakt ist: ich wei nicht mehr weiter. Ohne sie will ich nicht sein, mit ihr halte ich es nicht mehr aus. Was ist die Lsung? In letzter Zeit frage ich mich immer fter, ob ich diesen Albtraum von Leben nicht einfach beenden sollte. Meine Beichte ist: Obwohl der Leidensdruck so hoch ist, erzhle ich keiner Menschenseele von meinem Problem und tue nach auen immer so, als ob alles prima wre.

Beichthaus.com Beichte #00039959 vom 28.06.2017 um 22:07:22 Uhr (21 Kommentare).

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Meine beste Freundin depressiv

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Verzweiflung München

Meine beste Freundin ist depressiv. Ich lernte sie kennen, als es ihr eigentlich gut ging. Aufgrund eines Schulwechsels verlor sich unser Kontakt und zu jener Zeit entwickelte sich ihre Depression. Als ich von ihrem Klinikaufenthalt erfuhr, meldete ich mich wieder und versuchte einfach, fr sie da zu sein, falls sie wen brauchte. Sie sagte mir, sie schtze an mir, dass ich sie an die Zeit vor ihrer Depressionen erinnere und darum mchte sie mit mir nicht oder mglichst wenig ber ihre Probleme reden. Ihre psychische Instabilitt belastet mich jedoch sehr. Sie ruft mich um vier Uhr nachts an und erzhlt, dass sie sich jetzt vor den Zug wirft, ohne mir zu verraten, wo sie sich befindet. Sie zeigt mir ihre Wunden, obwohl sie wei, dass ich das nicht sehen kann. Sie wei von meiner essgestrten Vergangenheit und dennoch erzhlt sie mir, wie viele Kalorien mein Essen hat oder wie lange sie nun gefastet htte. Ich hre ihr wirklich gerne zu und ich mchte, dass es ihr besser geht. Aber je lnger ich ihr zuhre, desto mehr glaube ich nicht mehr daran, dass sie eines Tages glcklich wird. Und mir gehen echt die Worte aus, wenn ich sie trsten muss, da ich selber den Sinn des Lebens nicht mehr verstehe. <br /> <br /> Ich habe langsam das Gefhl, selber die Freude am Leben zu verlieren und ihr von meinen Zweifel nichts erzhlen zu knnen, da ich ja die Starke bin, die ihr immer Selbstmord ausredet. Aber langsam weiss ich selber nicht mehr weiter. Und jetzt fhle mich irgendwie scheisse, da Suizid pltzlich eine Alternative ist und ich Angst davor habe, ihr das nicht ausreden zu knnen. Jeden Abend muss ich mir Sorgen machen, ob sie sich jetzt nicht umbringt und wenn ja, dann muss ich mir die Schuld dafr geben. Gleichzeitig wre die Angst weg, dass ihr jeden Augenblick etwas geschehen knnte und das Schlimmste ist, dass mit diese Gedanke sogar gefllt.

Beichthaus.com Beichte #00039958 vom 28.06.2017 um 19:58:18 Uhr in München (29 Kommentare).

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Wir erziehen eine Generation Daumenlutscher!

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Aggression Schule Regensburg

Ich (w/38) verliere langsam den Glauben an die Jugend. Meine Nichte (14, Realschlerin) hat mir gerade erzhlt, sie schreiben in den ersten zwei Schulstunden keine Schulaufgaben mehr, weil da das Gehirn der Schler noch nicht leistungsfhig ist. Auerdem hat Ihr Rektor bestimmt, dass Mathe-Schulaufgaben daheim nachgeschrieben werden drfen, wenn sich einer mit dem Prfungsstress schwer tut. Ja, genau! Was erziehen wir uns den fr eine Generation von Daumenlutscher heran? Wie soll man den spter in der freien Wirtschaft zu etwas kommen, wenn einem alles abgenommen wird? Das hat doch zu meiner Schulzeit auch keinen Interessiert, ob man Bammel vor einer Schulaufgabe hatte oder nicht.

Beichthaus.com Beichte #00039956 vom 28.06.2017 um 13:31:15 Uhr in Regensburg (36 Kommentare).

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