Das Wochenend-Ritual

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Trunksucht Last Night

Damals habe ich noch in einem Kinderdorf gewohnt. In diesem Kinderdorf war es schon fast eine Art Ritual, jedes Wochenende in den Heimatort zu laufen, weil da viele Freunde von uns waren, die auch immer gut Alkohol im Haus hatten. Es war mal wieder Ritualzeit und so zogen wir gen Nachbarort, um uns ein wenig dem feuchtfröhlichen Vergnügen hinzugeben. Nach einigen Stunden hat sich dann gezeigt, dass unsere Mission Erfolg hatte, und so zogen wir Gefährten zurück ins Kinderdorf. Wir waren natürlich alle gut dabei, haben unglaublich hirnlosen Müll geredet und derlei Sachen, wie es ja jeder kennt. Auch ich war sehr sehr gut dabei, sogar so gut, dass ich die ganze Zeit meinen Mageninhalt zurückhalten musste. Nun ja, nach einigen Strapazen auf unserer Reise kamen wir dann irgendwann an. Vor der Tür, bevor wir klingelten, haben wir eine kurze Strategie ausgemacht, die vorsah, dass die Nüchternsten ganz vorne sind und der Rest hintenrum durchschlüpft, während die Nüchternen die Betreuer ablenken. Alles lief perfekt, der Betreuer war perfekt in ein Gespräch vertieft, als ich auf einmal spürte, wie sich mein Mageninhalt seinen Weg nach oben bahnte. Direkt auf den Flur. Der Betreuer hat mich angeguckt, ich habe versucht, zurückzugucken, und bin dann irgendwie umgekippt. Am nächsten Morgen habe ich dann erfahren, dass mein Kumpel, der eigentlich einen Ekel gegen Schmutz, also erst recht gegen Magensäure und diverse andere Mageninhalte hat, meine körperlichen Nebenprodukte aufwischen musste. Dafür möchte ich mich wirklich aufrichtig, auch online, entschuldigen, persönlich habe ich es natürlich schon lange getan und wir lachen auch heute noch. Man dankt fürs Lesen!

Beichthaus.com Beichte #00027948 vom 30.06.2010 um 23:11:58 Uhr (18 Kommentare).

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Super-Universalfernbedienung

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Dummheit Hochmut Manie

Super-Universalfernbedienung
Als mein damaliger Schulfreund und ich so 15 waren, haben wir uns bei einem Elektronikhändler kleine Universalfernbedienungen gekauft und diese auf die Codes einer bekannten deutschen Fernsehmarke programmiert. Anschließend sind wir ins Einkaufszentrum gefahren und haben aus sicherer Entfernung Fernseher, welche im Schaufenster eines Fernsehfachgeschäft standen, auf einen bekannten englischen Musiksender eingestellt. Durch das Schaufenster konnten wir sehen, wie der Verkäufer gerade in einem Verkaufsgespräch war, als wir mit unseren Universalfernbedienungen die Fernseher auf volle Lautstärke drehten. Es dröhnte in einer unglaublichen Lautstärke. Das war wirklich laut, sodass die ganze Aufmerksamkeit des Einkaufszentrums auf das Fernsehgeschäft gelenkt war. Der Verkäufer war so erschrocken, dass er gar nicht wusste, wie ihm geschah. Ein Kollege hechtete schnell zu den Steckern der Fernseher und zog diese hastig. Dieses Spiel haben wir so einige Male wiederholt und ich kann heute noch darüber lachen. Niemand wäre im Traum darauf gekommen, wer für das Desaster zuständig war, wir wurden nie erwischt. Es sind jetzt einige Jahre seitdem vergangen und inzwischen habe ich aus Amerika eine Super-Universalfernbedienung im Schlüsselanhängerformat die alle Aus-Codes von allen Fernsehgeräten sendet. Mit dieser schalte ich heute alle Fernseher, die mir über den Weg laufen, einfach aus. Ob im Fitnessstudio, Backshop, Flughafen, Elektronikmarkt, man wird ja heutzutage überall beschallt. Das ist kindisch und ich sollte in diesem Punkt echt erwachsen sein, aber es macht mir so viel Spaß wie früher, die verdutzten und hilflosen Gesichter der Leute zu sehen, wenn die Glotze unerwartet ausgeht.

Beichthaus.com Beichte #00027935 vom 27.06.2010 um 00:01:01 Uhr (38 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Bildschirmschoner des Kollegen

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Rache Boshaftigkeit Kollegen Waldorf

Der Bildschirmschoner des Kollegen
Ich arbeite in einer etwas größeren Firma in der IT-Abteilung und habe vor ein paar Wochen von einem Kollegen aus einer anderen Abteilung einen Notebook zur Wartung bekommen. Er hat sich ziemlich schnell aufgeregt, warum das so lange dauert und hat sich sogar bei meinem Abteilungsleiter beschwert. Natürlich war die Beschwerde unangebracht, aber ich war so wütend auf den Kerl, dass ich seinen Bildschirmschoner modifizierte: Ich aktivierte eine Diashow seines Ordners "Eigene Bilder", weil ich wusste das der Typ öfters seinen PC im Büro stehen lässt und der Bildschirmschoner dann läuft und ich von einigen gehört habe, dass der öfters mit "einschlägigen Bildern prahlt!".
Leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass besagter Kollege 3 Tage später für unsere Abteilung eine Präsentation hielt und in etwa der Mitte der Präsentation (während einer Fragerunde) ging sein Bildschirmschoner an. Er sah es selbst nicht, weil er ja mit dem Rücken zur Wand stand. Die ersten 3 Bilder gingen ja noch, doch danach kam schon das erste Pornobild. Erst dann räusperte sich ein Kollege und der Typ drehte sich um und zog wie von Sinnen das Kabel des Beamers aus dem PC. Ich musste schon bei dem ersten Bild so lachen, dass ich mich umdrehte, mir auf die Zunge biss und einen extremem Hustenanfall vortäuschen musste.
Ich hatte danach richtig Angst das er sofort auf mich zukommt weil ich mich so auffällig verhalten habe, aber ich habe bisher nichts bekommen. Das Notebook musste er aber abgeben und es liegt seit heute wieder in meinem Büro.

Beichthaus.com Beichte #00027923 vom 22.06.2010 um 18:57:37 Uhr in Waldorf (30 Kommentare).

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Das Stein-in-die-Luft-werf-Spiel

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Dummheit Waghalsigkeit Selbstverletzung Kinder Feigheit Schule

Das Stein-in-die-Luft-werf-Spiel
Als ich (m) etwa 7 Jahre alt war, ging ich mittags auf den Schulhof meiner Grundschule, um dort zu spielen. Mein Spiel bestand darin einen Stein in die Luft zu werfen, sich darunter zu stellen, zu gucken wie er fliegt und im letzten Moment zur Seite zu gehen. Irgendwann kam ein anderer Junge und fragte was ich da mache. Er wollte es natürlich auch gleich mal ausprobieren. Und so nahm er ein großes kantiges Stück Beton was im Sand lag und warf es nach oben, stellte sich darunter und sah dem Stein zu wie er in seinem Gesicht landete. Er brach nach dem Aufschlag direkt zusammen. Ich bin vor Schreck und Angst gleich weggelaufen, zum Glück hat eine Frau alles gesehen und ist sofort zu ihm. Ich habe mir jahrelang Vorwürfe gemacht.

Beichthaus.com Beichte #00027920 vom 21.06.2010 um 17:14:11 Uhr (36 Kommentare).

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“Beichte

Schizophrene Psychose

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Engherzigkeit Falschheit Ungerechtigkeit Gesundheit Liebe

Ich (m/29) habe etwas getan, was ich sehr bereue. Es ist mittlerweile lange her - 11 Jahre. Ich komme darüber nicht hinweg. Ich kann es zeitweise vergessen, aber es kommt immer wieder hoch. Es war so, dass ich mit meiner großen Liebe zusammen war. Es war wohl für uns beide, etwas wirklich großes, wenn nicht das größte, denn für uns beide war es die erste Beziehung. Das erste mal Sex. Ich habe sie geliebt, als wenn es kein morgen mehr gibt. Ich wusste, und fühlte, dass es Liebe war!

Es war dann so, dass ich im Jahre 2000 in etwas reingerutscht bin. Ich wusste damals nicht, was es ist. Irgendetwas veränderte mich, mein fühlen, mein denken. Erst später habe ich, durch Krankenhausaufenthalte und Therapie mit Medikamenten (Antidepressiva, Antipsychotika), herausgefunden, dass ich eine "schizophrene Psychose" hatte und wohl genetisch dafür empfänglich bin. Das heißt, Mitte/Ende 2000 veränderte sich mein Fühlen und Denken durch die Psychose. Ich dachte, ich liebe sie nicht mehr. Ich dachte, und fühlte, sie liebte mich nicht mehr. Das war aber alles quatsch. Wir waren circa 11 Monate zusammen, es waren die schönsten Monate meines bisherigen Lebens.
Ich machte dann einfach mit ihr Schluss. Per E-Mail. Wie grausam, wie dumm kann man sein. Damals, war es mir egal, ich fühlte mich so stark, so selbstsicher, ich bräuchte sie nicht, ich fühle nichts mehr für sie, ich müsste mich "frei" machen, die Abhängigkeit auflösen. Ich wusste ja nicht, dass die Veränderung in mir selbst liegt. Alle Gefühle waren ausgeblendet und weg. Ihre Reaktion auf meine E-Mail war extrem, was für ein gefühlsloser Arsch ich sei, sie hasste mich, sie war todunglücklich, die nächsten Wochen waren sehr schwer für sie. Ich fühlte nichts. Ich fühlte mich "so stark." Es war falsche Stärke.


Wir trafen uns in der nächsten Zeit noch, sie weinte in meinen Armen, ich fühlte nichts. Die Psychose, die mittlerweile mit Halluzinationen und Denkveränderungen gepaart war, ließ nichts zu meinem Innern durch. Wir hatten noch ein paar mal Sex. Ich fühlte zwar die Lust, aber keinerlei Gefühle mehr zu ihr. Ich orientierte mich neuen Freundinnen entgegen, das war aber mehr ein weglaufen vor mir selbst. Ich konnte immer weniger zur Ruhe kommen, wurde immer hektischer und unsensibler. Wollte mir das natürlich nicht eingestehen. Erst ein halbes Jahr, nachdem ich mit ihr Schluss gemacht hatte, wurde mir bewusst, was ich getan hatte. Nachdem mein gesundheitlicher Zustand auch immer schlechter wurde, ich Depressionen, Wahnvorstellungen, Panikattacken hatte und nicht mehr arbeiten konnte. Ich habe höllische seelische Schmerzen erlebt, weil ich nun FÜHLTE, was ich getan hatte.

Es dauerte 3-4 Jahre, bis ich - mit Medikamenten - wieder auf der Höhe war, und wieder arbeiten konnte. Werde für mein Leben lang Medikamenten nehmen müssen, das ist aber nicht weiter schlimm, vertrage sie sehr gut. Ich habe es bis heute nicht verwunden, dass mich "etwas in mir" seelisch abgetötet hat, ich das aller schönste in meinem bisherigen Leben weggeworfen habe, nichts dabei gefühlt habe, ihr so weh getan habe.


Wie sehr wünschte ich mir, eine zweite Chance zu erhalten, noch einmal die Zeit mit ihr, ohne die Krankheit zu erleben, und wahrhaft frei entscheiden zu können, ohne durch innere "Monster" gezwungen zu werden. Ich war diesbezüglich auch in psychotherapeutischer Behandlung, es half etwas, aber es ist nicht weg. Meine Ärztin sagte, dass ich das nicht verwunden kann, angesichts der Historie der Dinge, sei nur verständlich. Es tut mir Leid. Ich wollte es nicht. Ich weiß, das ganze ist bescheuert, da es so lange zurück liegt. Aber die Zeit mit ihr war "Geborgenheit im Geborgensein", es war Liebe und es war Leben. Ich weiß nicht, wie ich das ganze verwinden soll. Vermute, es wird mir nie gelingen. Ich war diesbezüglich auch schon in psychotherapeutischer Behandlung, meine Ärztin sagte mir, es sei absolut verständlich, dass ich so fühle, angesichts der Abläufe.

Manchmal wünschte ich mir, diese Erinnerungen aus meinem Gehirn reißen zu können. Ich weiß natürlich nicht, ob wir noch zusammen wären. Höchstwahrscheinlich sogar nein. Aber wer weiß es. In jedem Fall wäre der Ablauf der Trennung emotional EHRLICH gewesen. Ich hätte niemals so Schluss gemacht. Ich hätte gleich Schmerzen gefühlt. Ich hätte es verarbeiten können, und es wäre nicht unterdrückt und weg gewesen. Es tut mir so Leid. Ich habe mittlerweile ein neues Leben, aber das alte kriecht hinter mir her und verfolgt mich und tränkt mich in Schmerzen und Reue. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Beichthaus.com Beichte #00027918 vom 21.06.2010 um 15:00:10 Uhr (29 Kommentare).

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