Der Koffer

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Habgier Manie Geld Kassel

Der Koffer
Es ist schon rund 25 Jahre her. Ich (m/38) war so circa 14, als ich mit zwei Freunden wieder durch benachbarte Wälder zog. Wir haben dort immer Krieg gespielt und uns versteckt, mit Erbsenpistolen beschossen und einfach eine gute Zeit gehabt.
Einer von uns kam dann mal auf die Idee, einen richtig tiefen Graben auszuheben, in den man sich dann reinknien kann und nur noch der Kopf rausguckte - die perfekte Tarnung. Dabei wollten wir uns Gestrüpp auf dem Kopf befestigen und uns so perfekt tarnen. Was wir dann beim Graben gefunden haben, beschäftigt mich noch heute. In circa 20 cm Tiefe haben wir einen Koffer entdeckt, der durch den feuchten Waldboden schon ziemlich angegammelt war. Wir haben ihn kurz wieder versteckt und sind mit Werkzeug angerückt um zu sehen, was in dem Koffer ist. Als wir ihn dann relativ leicht aufgebrochen haben, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Der Koffer war bis auf den letzten Platz mit DM-Noten (Hunderter, Fünfziger und Zwanziger) gefüllt. Natürlich freuten wir uns, aber schon nach wenigen Sekunden hatten wir Angst, dass uns jemand Umbringen oder zumindest verletzen könnte, wenn er sieht, dass wir seinen Koffer gefunden hatten. Wir nahmen uns jeder 50 DM raus - das war für uns damals sehr viel Geld - und vergruben den Koffer wieder. Nach ein paar Tagen haben wir nochmal darüber gesprochen und wir wollten vielleicht nochmal Geld dort rausholen, haben uns dann aber nicht mehr getraut.

Wir sprachen dann nicht mehr darüber, weil wir immer noch Angst hatten, dass das Geld aus einer bösen Sache stammt. Noch heute beschäftigt mich dieser Koffer noch fast jeden Tag. Mittlerweile ist einer der Freunde bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, mit dem anderen habe ich seit fast 20 Jahren keinen Kontakt mehr. Manchmal denke ich, ich sollte versuchen, diesen Ort nochmal zu finden um nach dem Koffer zu sehen.

Beichthaus.com Beichte #00031002 vom 10.04.2013 um 08:30:39 Uhr in Kassel (24 Kommentare).

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Seelentröster Schnuller

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Manie Verzweiflung Partnerschaft

Seelentröster Schnuller
Als ich sieben Jahre alt war, starb meine Mutter und mein Vater erlaubte mir zum Trost, meinen Schnuller wieder zu benutzen, den man mir zuvor mühsam abgewöhnt hatte. Es half mir, mit meiner Trauer besser fertig zu werden und so ließ mich mein Vater weiter nuckeln. Später dann tat ich es heimlich. Ich liebte meinen Schnuller und es wurde für mich zur normalsten Sache der Welt, jede Nacht damit zu schlafen. Da ich nie viele Freunde und auch keine Freundin hatte, brauchte ich mich vor niemandem zu schämen und wurde nicht verspottet. Erst als ich mit 20 zum Bund musste, merkte ich, wie schwer es mir fiel, oft und lange auf meinen Nuckel zu verzichten. Doch dann traf ich die Frau fürs Leben und erfuhr, was mir all die Jahre gefehlt hatte. Ich tauschte meinen Schnuller gegen Liebe und Geborgenheit und fühlte mich endlich erwachsen. Doch irgendwann holte uns der Alltag ein und heute führen wir eine mäßige und zerbrechliche Wochenendehe. Da ich im Außendienst arbeite, schlafe ich fünf Nächte pro Woche im Hotel. Und natürlich längst wieder nur mit Schnuller. Natürlich weiß meine Frau nichts davon, denn wahrscheinlich würde genau das unserer Beziehung den Rest geben. Und da liegt das Problem. Einerseits habe ich den Wunsch, unsere Ehe zu retten, doch je mehr mich die Verlustangst quält, umso dringender brauche ich meinen Seelentröster und wüsste nicht, wie ich nach so langer Zeit und unter diesen Umständen davon loskommen sollte. Was soll ich nur tun?

Beichthaus.com Beichte #00030953 vom 31.03.2013 um 12:54:40 Uhr (12 Kommentare).

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Husten in der Bibliothek

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Boshaftigkeit Manie Studentenleben

Husten in der Bibliothek
Manchmal, wenn ich in unserer Uni-Bibliothek sitze, huste ich nur, um eine Kettenreaktion von Husten zu verursachen. Mein Rekord ist 12.

Beichthaus.com Beichte #00030908 vom 20.03.2013 um 20:19:13 Uhr (12 Kommentare).

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Heimlich stricken

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Manie Feigheit Partnerschaft

Heimlich stricken
Jetzt muss ich mal was ziemlich Kindisches beichten. Mir (m) hat damals schon im Kindergarten und in der Grundschule der Kunst- und Bastelunterricht sehr gefallen. Vor einigen Wochen hat meine Freundin angefangen, zu stricken. Einfach so, zum Stressabbau und aus Spaß an der Freude. Dies weckte Erinnerungen an meine Kindheit und wie wir das in der Schule auch gemacht haben. Als ich dann mal alleine zu Hause war, habe ich mir das Strickzeug meiner Freundin geschnappt und habe geschaut, ob ich es noch auf die Reihe bekomme. Sah allerdings nicht so toll aus und ich habe es wieder aufgetrennt. Aber da man ja bei YouTube allerlei HowTo-Videos findet, hatte ich bald wieder den Dreh raus. Seitdem stricke ich heimlich bei meiner Freundin mit. Bei einem einfarbigen Schal war das gar kein Thema, wenn dieser am nächsten Tag zehn Zentimeter länger war. Im Moment macht sie jedoch so einen mehrfarbigen Ringelschal und wechselt alle paar Zentimeter die Farbe. Das macht es natürlich bedeutend schwieriger, ihr Werk unertappt zu vervollständigen. Irgendwann saß sie letztens auf der Couch und meinte nur "was habe ich denn da wieder verzapft?!" Ich hatte wohl eine andere Farbreihenfolge gewählt, als sie es vorher hatte. Irgendwie finde ich es total spannend, ihre Sachen heimlich zu vervollständigen und es macht mir auch einfach Spaß, zu stricken. Ich würde allerdings nie auf die Idee kommen, ihr zu sagen, dass ich auch gerne stricke. Stattdessen belächele ich sie währenddessen, um ihr das Gefühl zu geben, dass mich das überhaupt nicht anspricht. Das heißt, ich werde wohl weiter im Untergrund stricken müssen.

Beichthaus.com Beichte #00030873 vom 12.03.2013 um 15:55:56 Uhr (40 Kommentare).

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“35.000

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Ein Zentimeter für alles

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Aggression Manie Chef Frankfurt am Main

Ich (w/21) arbeite in einer mittelgroßen Anwaltskanzlei als Sekretärin in Frankfurt am Main. Der Job hat mir eigentlich immer sehr gut gefallen, allerdings hat mein Chef seit Kurzem einen komischen Spleen; er bezeichnet alles, was auch nur im Entferntesten mit einer Mengenangabe zu tun hat, als Zentimeter, was mich wirklich unglaublich aufregt. Angefangen hat es damit, dass er mich bat, ihm einen Zentimeter Couverts in sein Büro zu bringen. Ich wusste da, was er meinte, und fand es zu Beginn auch ziemlich lustig. Mäppchen, Papier, ja sogar Bücher wurden von ihm nach Zentimeter gemessen. Mit der Zeit wurde sein Gebrauch dieses Wortes immer inflationärer und zum Teil auch komplett sinnlos; kürzlich bat er mich, aus einer Rechtsschrift einen halben Zentimeter raus zu kopieren. Ich kopierte ihm die ganze, da ich keine Ahnung hatte, was er mit diesem ungenauen Begriff meinte. Da rastete er komplett aus, nannte mich (!) unfähig und machte mich vor einem Klienten (!) zur Schnecke. Als ich ihn auf die merkwürdige Mengenangabe hinwies, erwiderte er, dass dieser Begriff genauer gar nicht sein könnte, und die anderen Sekretärinnen ja auch wüssten, was er meine. Nach Rücksprache mit ihnen erfuhr ich, dass das nicht stimmt. Niemand weiß weder, was er jeweils genau meint, noch warum um alles in der Welt er diesen Begriff so benutzt.
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hatte allerdings ein Vorkommnis von letzter Woche. Er bat mich, einem Stammklienten das üppige Honorar um einen Zentimeter Zehn-Euro-Noten zu kürzen. Und das, obwohl wir überhaupt nicht mit Bargeld arbeiten! Ich musste selbst herausfinden, dass das etwa 1000 Euro waren. Meine Beichte ist nun, dass ich mich nach diesem Zeugnis von Unseriosität entschlossen habe, zu kündigen. Vor diesem Spleen war mein Chef ein sehr umgänglicher Mann, aber seit er mit der Benutzung dieses Wortes begonnen hatte, wandte sich alles zum schlechten.

Beichthaus.com Beichte #00030861 vom 08.03.2013 um 22:04:06 Uhr in Frankfurt am Main (13 Kommentare).

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