Premium Bier ohne Happy End

26

anhören

Diebstahl Dummheit Auto & Co. Polizei Bochum

Ich war in einem großen Supermarkt und wollte Bier kaufen. Dafür habe ich mir einen Einkaufswagen geholt und habe zwei Kästen günstiges Bier zu 5 Euro pro Kasten in den Wagen gestellt. Ich wollte nicht viel Geld ausgeben. Die Beiden Kisten füllten den oberen Teil des Einkaufswagens perfekt aus. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bekam ich Lust auf ein gutes Weizenbier eines Premiumbrauers. 14,99 für einen Kasten wollte ich aber nicht bezahlen, habe die Kiste aber trotzdem auf die untere Fläche des Einkaufswagens, gestellt. Ich ließ es auf einen Versuch ankommen und ging nun mit den drei Kisten Bier zu Kasse, ließ dort aber alle drei Kisten im Wagen, da sie ja zu groß für das Band waren. Als ich dran kam sagte die Verkäuferin "2 Kästen XY-Bier". Sie sagte das in einem etwas fragenden Ton, ich überhörte das und deutete nur ganz leicht ein Nicken an. Die Kiste die unten stand konnte man aus ihrer Position auch unmöglich sehen. Also bezahlte ich, inklusive Pfand knapp 17 Euro und ging sehr zufrieden mit meinen drei Kisten zum Auto.


Da es ein großer Supermarkt ist, wird das ganze sicher erst spät auffallen und auch nicht auf einen Fehler dieser bestimmten Verkäuferin zurück zu führen sein, da war ich mir sicher. Die beiden Kisten mit dem Billigbier stellte ich nun nebeneinander in den Kofferraum des Autos meiner Eltern. Die dritte Kiste mit dem teuren Bier passte nicht mehr daneben, deshalb stellte ich sie auf die beiden anderen drauf. Ich fuhr los, und war total euphorisch, holte mein Handy raus und rief meine Freunde an, um ihnen von dieser genialen Aktion zu berichten und verabredete mich direkt für den Abend, um das Freibier zu trinken. Abgelenkt durch das Telefonat übersah ich dann plötzlich ein Rechts-vor-Links, wo gerade ein anderes Auto raus kam. Um einen Unfall zu verhindern trat ich schlagartig auf die Bremse, der Wagen stand auch fast sofort. Unfall verhindert, schön und Gut. Aber das Bier! der gute Kasten der oben stand flog durch die Vollbremsung über die Rücksitzlehnen, wurde dann in schräger Position von den Vordersitzen gestoppt. Leider zeigte die Öffnung des Kastens auch nach vorne. Daher wurden die Bierflaschen nicht gebremst, sondern flogen weiter, bis aufs Armaturenbrett, in das neue Radio, ja sogar bis vor die Windschutzscheibe. Ich stieg sofort aus um die teilweise aufgegangenen Flaschen daran zu hindern, komplett auszulaufen. Aber 4 Flaschen waren sogar zerbrochen, und nochmal 3 haben sich durch die Wucht geöffnet. Auto war nun voller Bier und Scherben, und ich hatte nicht mal Taschentücher dabei, um jedenfalls das Lenkrad oder mein Gesicht zu trocknen, das Bier schoss nämlich wirklich Fontänenartig durchs Auto. Also fuhr ich so weiter nach Hause, es gab nun mal kaum eine andere Möglichkeit, meine Eltern würden es sowieso merken, der Biergeruch würde sich nie komplett entfernen lassen. Damit sollte ich auch nach gründlicher Reinigung recht behalten.


Meine Eltern begutachteten nun beide ihr Auto und waren total entsetzt. Dass der Kasten umsonst war, erzählte ich nicht. 7 Flaschen waren ja sowieso schon kaputt und ausgelaufen. Stattdessen erzählte ich, dass mir die Vorfahrt genommen wurde, also ein anderer Schuld an dem Schaden war, und nicht ich selbst weil ich durchs Handy abgelenkt war. Ich wurde gefragt ob ich mir Kennzeichen des "Schuldigen" gemerkt hatte, ich dachte mit schnell ein paar Kennzeichenfragmente aus und sagte dazu, dass es ein roter Kombi war. Ohne das Auto zu reinigen, wir legen nur Handtücher auf die Sitze, fuhr mein Vater mit mir zur Polizei, um den Fahrer des imaginären roten Kombis anzuzeigen. Der Polizist nahm alles auf, erzählte mir noch etwas von Ladungssicherung und Gepäcknetz und sagte, man werde sich bemühen den Halter ausfindig zu machen. Das Auto haben wir dann zu einer professionellen Reinigungsfirma gebracht. Zuhause habe ich dann meine Verabredung abgesagt und bin ins Bett gegangen. Es sollte mir wohl eine Lehre sein, nie wieder etwas ohne es zu bezahlen mitzunehmen, denn das konnte doch alles wirklich kein Zufall sein. Es tut mir Leid für den Supermarkt, dem Bier fehlt, meine Eltern, dessen Auto auch nach der Reinigung wie die letzte Kneipe stinkt, und natürlich für den Polizisten, der nun umsonst nach einem Auto fahndet, was es so gar nicht gibt.

Beichthaus.com Beichte #00030204 vom 25.08.2012 um 14:36:03 Uhr in Bochum (26 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Jeder ist seines Glückes Schmied

79

anhören

Ungerechtigkeit Zwietracht Schule

Als ich noch in der Grundschule war, war in unserer Klasse ein Junge ausländischer Herkunft. Er war wohl erst kürzlich nach Deutschland gezogen und konnte die Sprache so irgendwie reden. Er war jedoch sehr arm. Um mal ein Beispiel zu nennen, er trug ein T-Shirt etwa eine Woche, dann kam das andere. Ebenso hatten seine Klamotten die besten Tage hinter sich, sie waren verwaschen und ausgeleiert, jedoch immer sauber und anständig. Auch hat er sich nie bei Schulausflügen, welche extra Geld kosten beteiligt und nie irgend einen Luxus z.B. Essen in der Cafeteria oder Snacks am Automaten gegönnt, weil er es sich nicht leisten konnte. Hinzu kommt noch, dass er ziemlich pummelig war und zu allem Übel sehr schüchtern und dementsprechend keine Freunde hatte. Schlimmer noch, er wurde regelmäßig verarscht, seine Sachen (Schuhe, Turnsäckchen, Bücher, Stifte, Lineal) wurden von Mitschülern oft geklaut, versteckt, kaputt gemacht oder er wurde auch mal erpresst. Als Gruppenarbeiten in der Schule angesagt waren, wollte niemand mit ihm zusammenarbeiten.


Er saß alleine in der letzten Ecke des Raumes und alle anderen an Gruppentischen. In den Pausen durfte er bei keinem der Gesellschaftsspiele oder Sportspiele mitspielen. Alle Tage wieder stand er im Mittelpunkt des allseits beliebten Schubskreises. Wenn er denn mal krank war, hat natürlich niemand seine Arbeitsblätter mitgenommen ebenso wollte ihn auch kaum einer die Hefteinträge auch vor Ort abschreiben lassen. Kaum zu glauben, wie grausam Kinder sein können und das in der Grundschule in einer ländlichen bayerisch konservativen Provinz. Heute würde man sagen, er wurde gemobbt, doch es war viel mehr als nur das.
Als er dann irgendwann weggezogen ist, glaubten die meisten Leute, vor allen Dingen seine Peiniger und diejenigen, die nichts dagegen getan haben, ebenso wenig die Lehrer Belegschaft oder der Werte Herr Rektor, vermutlich, aus diesem kleinen Wicht würde nichts werden, er ist ein hoffnungsloser Fall. Irgendwie schien diese Passivität mancher Lehrer sogar dahingegend umzuschlagen, dass ein paar sadistische Lehrer den armen auch damit aufzogen, dass er einen unaussprechlichen Namen Osteuropäischer Herkunft hat, sowie aus einem Land kam, wo der Krieg herrschte. Zum Beispiel wurde er vor der Klasse von einer älteren Lehrerin gefragt, wo er denn herkomme. Jugoslawien war die Antwort. Die Frau entgegnete mit Spott, dass es dieses Land seit 1991 nicht mehr gäbe und, dass dort "unten" sowieso nur Proleten und Kriegsverbrecher wohnen, welche sich gegenseitig die Köpfe einschlügen. Die Lehrerin und auch andere Lehrer stellten ihn auch bloß, indem sie immer wieder vor der Klasse sich nach den Jobs seiner Eltern erkundigten, welche um es hier mal absichtlich abwertend auszudrücken minderwertig waren. Seine Mutter arbeitete als Altenpflegerin und sein Vater für so ziemlich alles was der Arbeitsmarkt hergab. Das Geld reichte so eben zum Leben, jedoch mit den oben genannten Abstrichen.


Diese Liste könnte sich noch länger so fortführen lassen, aber um es auf den Punkt zu bringen, ihm wurde absolut nichts geschenkt, es wurde vielmehr versucht ihm auch noch das letzte Fünkchen Hoffnung zu nehmen. Heute, knapp 20 Jahre später hat er ein Master Diplom in Betriebswirtschaft/Management und ist mit knapp 30 Jahren ziemlich weit oben an der Karriereleiter, er ist einer der Geschäftsführer einer Maschinenbau GmbH mit fast 700 Mitarbeitern und mehreren Standorten. In diesen vielen Jahren kämpfte er sich auch vom einfachen Büroarbeiter über den Posten des Abteilungsleiters und des Personalleiters hoch zu dem oben erwähnten. Natürlich war es eine Genugtuung als er mit dem Posten des Personalleiters, später als Geschäftsführer viele Bewerber persönlich interviewt und auch mal der eine oder andere bekannte "Kamerad" dabei war, diesen wurde dann auf der höchsten professionellen Ebene eine Absage erteilt. Er sprach die Bewerber nie darauf an, aber ihre Blicke verrieten, dass sie peinlich gerührt seien und obwohl sich ausnahmslos jeder absichtlich unwissend stellte, wussten doch beide, dass dies nicht so ist.
Nun wie kommt es dazu, dass ich die Geschichte mit all den Details so ausschweifend erzähle? Ganz einfach, ich bin dieser Mensch. Danke fürs Lesen und an alle Menschen da draußen in der weiten weiten Welt, egal wie schwer das Leben ist, oder egal wie aussichtslos manche Situationen erscheinen, man muss sich einen Weg durchs Leben bahnen. Das was mich angetrieben hat durch die Jahre, war der Wunsch nach einem besseren Leben und nichts desto trotz ausgleichender Gerechtigkeit durch, wenn ihr so wollt eine höhere Instanz wie des vielfach zitierten Schicksals. Kopf Hoch und ab ins kalte Wasser, jeder ist seines Glückes Schmied.

Beichthaus.com Beichte #00030138 vom 03.08.2012 um 10:02:36 Uhr (79 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Der rote Kugelschreiber

27

anhören

Unreinlichkeit Ekel Urlaub Jüterbog

Ich (w/23) möchte hier folgendes Erlebnis beichten. Im Sommer vor ein paar Jahren habe ich gemeinsam mit einigen Freunden ein Festival besucht. Wie das so üblich ist hatten wir feuchtfröhlich unseren Spaß und dementsprechend war ich am späten Abend des ersten Tages total betrunken. Als ich in dem Zustand vom Campingplatz wieder auf das Festivalgelände laufen wollte überkam mich der unweigerliche Drang ein großes Geschäft zu verrichten. Da ich zu faul war quer über das ganze Gelände zu den Dixi-Klos zu laufen (die dann auch nicht besonders einladend sind) und im Umkreis von 300m niemand zu sehen war, zögerte ich nicht lange und hockte mich einfach zwischen zwei Zelte. Nachdem ich fertig war, fiel mir jedoch trotz hohem Alkoholisierungsgrad auf das ich ungewollt direkt neben das Zelt meines besten Freundes gekackt hatte. Da ich nun wirklich nicht wollte, dass er nachts oder am nächsten Morgen reintritt überlegte ich mir was zu tun war. Die Sauerei wegmachen wollte und konnte ich nicht, da ich keine Taschentücher dabei hatte. Gott weiß wie ich auf die Idee gekommen bin schlussendlich einen roten Kugelschreiber, den ich in meiner Hosentasche gefunden habe in die Wurst zu stecken. Ich dachte in dem Moment das sie so durch den roten Kuli besser sichtbar ist und keiner reintritt. Ich beichte hiermit, dass ich in dem Augenblick zu dumm war um zu bemerken, dass es a) schon dunkel war und b) es immer noch ekelhaft ist so etwas auf dem Campingplatz zu hinterlassen. Es ist, wie sich am nächsten Morgen rausstellte niemand reingetreten und meine Kumpels hatten einiges zu lachen.

Beichthaus.com Beichte #00030042 vom 14.06.2012 um 19:49:19 Uhr in Jüterbog (27 Kommentare).

Gebeichtet von fun3333
In WhatsApp teilen

Das 6-Tage-Shirt

34

anhören

Unreinlichkeit Ekel Trägheit Gießen

Das 6-Tage-Shirt
Ich (m/24) habe 6 Tage das gleiche T-Shirt getragen. Normalerweise wechsele ich alle drei Tage, ist schonmal vorgekommen, dass ich es vier Tage anhatte, aber diesmal sind es hat sechs geworden und das kam so: Am Dienstag habe ich das T-Shirt frisch angezogen und hätte es eigentlich nur bis Donnerstag getragen, aber Freitag früh habe ich verschlafen, bin dann aufgestanden und hab mich nur schnell angezogen, ohne mir Gedanken darüber zu machen. Abends bin ich dann mit einem Kollegen noch einen Trinken gegangen und war dann am Ende nicht mehr fahrtauglich, also habe ich dann bei meinem Kumpel gepennt. Da das nicht geplant war und ich folglich keine Sachen zum Wechseln dabei hatte, habe ich das Shirt, so wie alles andere auch, am Samstag wieder angezogen. Als ich dann am Samstag Nachmittag heimgegangen bin, musste ich mich noch ein paar Stunden an den Schreibtisch setzen. Ich wollte abends duschen und dann auch das Shirt in die Wäsche tun. Als ich dann endlich mit allem fertig war, habe ich mich nicht mehr zum Duschen aufraffen können. Ich habe mir dann vorgenommen, am Sonntagmorgen (heute) zu duschen. Als ich dann heute früh aufwachte, klingelte es an der Tür. Es war mein bester Kumpel, der gerade umzieht und mich fragte, ob ich beim Möbelschleppen helfen könnte. Ich sagte ja, zog einfach meine Sachen von den Vortagen wieder an (duschen vor dem Möbelschleppen wäre sowieso sinnlos gewesen) und ging mit. Wir haben den ganzen Tag geschleppt und uns dann Pizza bestellt und noch über Gott und die Welt gequatscht. Als ich vor einer Stunde heim kam, beschloss ich, dass ich heute endlich duschen muss. Das habe ich jetzt auch getan und das Shirt ist endlich in die Wäsche gewandert.

Beichthaus.com Beichte #00029871 vom 19.03.2012 um 00:02:51 Uhr in Gießen (34 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Zeitung austeilen

25

anhören

Verschwendung Betrug Arbeit

Ich trage seit fast 3 Jahren jeden Samstag (bzw. Sonntagmorgen) Zeitungen aus. Ich bekomme 520 Exemplare geliefert und normalerweise mindestens eine Werbung, die ich noch in die Zeitung einsortieren muss. Wenn ich mich beeile, schaffe ich das (für 420 Stück) in etwa einer Stunde, da es aber unglaublich langweilig ist fällt es mir schwer mich zu konzentrieren, wodurch ich normalerweise 2-3 Stunden brauche. In die restlichen 100 Zeitungen tu ich keine Werbung. Darin besteht der erste Teil meiner Beichte: ich stelle für gewöhnlich nur etwa 450 Zeitungen zu. Circa 30 Haushalte möchten keine Werbung, weswegen sie nur die Zeitung bekommen. Die restlichen entsorgt meine Mutter auf ihrer Arbeit, damit es nicht auffällt. Allerdings stelle ich nur in Kaufhäusern, Bäckereien und anderen Geschäften nicht zu, die Privathaushalte werden dagegen alle beliefert. Beichten möchte ich heute, dass ich vergangenen Sonntagmorgen bei eisigen Temperaturen nur die erste Hälfte meiner Tour ordnungsgemäß beliefert habe. Als ich danach wieder zu Hause war, um die restlichen Zeitungen einzuladen, habe ich fast geheult und hatte einfach keine Lust mehr, ich wollte ins Bett. Daraufhin habe ich fast eine Stunde damit verbracht, so zu tun als ob ich die Zeitungen richtig zustellen würde, in Wirklichkeit habe ich jedoch nur nach unbeobachteten Mülltonnen Ausschau gehalten und in etwa 10 davon jeweils einen kleinen Stapel meiner Zeitungen entsorgt. Die Haushalte, die ich beliefert habe, haben jeweils etwa die doppelte Menge an Zeitungen bekommen wie sonst.

Ich bekomme für diese insgesamt 4-6 Stunden Arbeit nur 15-18 Euro, bin 18 Jahre alt und Schülerin. Ich fühle mich momentan einfach völlig überfordert und habe aus Verzweiflung so gehandelt, obwohl mir die Aktion zeittechnisch kaum was gebracht hat und ich mir seitdem Vorwürfe mache. Ich werde die nächsten Wochen um eine Vertretung bitten, damit sowas nicht nochmal passiert.

Beichthaus.com Beichte #00029760 vom 31.01.2012 um 15:50:50 Uhr (25 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht