Unser Nachbar und das Kamasutra

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Aggression Gewalt Schamlosigkeit Nachbarn

Ich habe eine sehr hübsche Frau. Wir lieben und respektieren uns, es handelt sich um eine wirklich sehr gute Partnerschaft. Wir sind beide Anfang 30 und wohnen in einer großen Stadt in einer Penthouse-Wohnung. Wenn wir nach oben wollen, müssen wir den Lift nehmen. Das Hochhaus hat auch einen Wach- und Portierservice, der unten am Eingang zu finden ist. Um hier zu wohnen, benötigt man schon ein bisschen Kleingeld. Die Wohnung unter uns ist eine Maisonette-Wohnung mit über 300 Quadratmetern und hier kam es unlängst zu einem Verkauf. Der neue Eigentümer bezog die Wohnung selbst - ich habe den Herrn (ca. 60) erst nach einigen Wochen kennengelernt. Meine Frau bereits bei seinem Einzug. Sie arbeitet von zu Hause aus, was sie dem Typ auch erzählt hat. Dieser Nachbar ist anscheinend zu Hause rausgeflogen und hat deshalb diese Wohnung erstanden. Er hat eine Flugschule und ist ziemlich wohlhabend. Meine Frau berichtete mir, dass sie ihn vor dem Haus beim Einzug kennengelernt hatte und sie sich lange unterhielten. Bereits am nächsten Tag brachte der Portier einen Strauß Rosen zu uns. Der Absender war besagter Nachbar. Dann kamen feinste Pralinen, Einladungen fürs Theater, zum Weihnachtszirkus und so weiter. Es hing immer eine Karte dran, dass er sich freuen würde, wenn er eine Begleitung zu diesen Veranstaltungen hätte.


Meine Frau muss ja zwingend mit dem Aufzug fahren, wenn sie nicht die Feuertreppe nehmen will, daher fährt sie natürlich mehrmals täglich hoch und runter. An der Wohnung des Nachbarn stoppt er meist und er steigt scheinbar zufällig zu. Dann beginnt er sofort eine Unterhaltung und fragt, wie die Pralinen waren und so weiter. Meine Frau hatte ihm bereits nach dem zweiten Geschenk klar gesagt, dass sie mit ihrem Mann zusammenwohnt und sie kein Interesse daran habe, mit ihm auszugehen oder Geschenke anzunehmen. Sie wirft ihm daher in letzter Zeit alles zurück in den Briefkasten. Aber er hat wohl nie mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. Als ich nach einer zweiwöchigen Geschäftsreise wieder nach Hause kam, habe ich ihn angetroffen und zur Rede gestellt. Er meinte, dass er sich nur einsam fühlt und jemandem eine Freude bereiten möchte. Ich habe es dabei belassen. Heute war ich bereits auf der Autobahn, als meine Frau anrief. Sie berichtete mir, dass sie heute im Aufzug stand, als dieser vor der Wohnung unter uns anhielt und sich die Türen öffneten. Der gute Mann stand vor der Tür, splitternackt mit einer Erektion und entschuldigte sich, das sei ein Versehen gewesen. Als sie wieder zurückkam, erhielt sie vom Portier ein nett verpacktes Päckchen. Darin befand sich ein überdimensional großes Buch: "Die Lehre des Kamasutra". Es hatte einen teuren, geprägten Ledereinband und kostete bestimmt einen Batzen Geld. Auf dem angehängten Kärtchen von meinem Nachbarn stand: "Ganz neue Inspirationen - das ist wirklich hochinteressant - bitte schnell lesen."


Während mir meine Frau dies berichtete, hatte ich bereits die Autobahn verlassen und machte mich auf dem Weg nach Hause. Dort habe ich mir das Buch geschnappt und bin runtergefahren - auf mein Klingeln öffnete er mir sogar. Ohne Vorwort knallte ich ihm das Buch ins Gesicht, sodass seine Nase hörbar brach und er wie vom Blitz getroffen umkippte. Dort lag er dann und war noch ziemlich benommen. Ich habe ihm gesagt, dass er bei jeder weiteren Belästigung noch mehr Prügel von mir bekommt. Das war vor einer Stunde. Meine Frau lehnt jegliche Gewalt ab und ist daher ziemlich enttäuscht von mir. Sie meinte, wir hätten nach den heutigen Vorfällen die Polizei einschalten sollen. Ich beichte, dass es mich drängt, ihm nochmals Gewalt anzutun.

Beichthaus.com Beichte #00034521 vom 06.12.2014 um 13:22:46 Uhr (10 Kommentare).

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Die mündliche Prüfung

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Zorn Engherzigkeit Ungerechtigkeit Schule Langenhennersdorf

Ich muss beichten, dass ich auch ewig nach dem Abitur noch einen Groll gegen einen ehemaligen Lehrer hege, obwohl es mir leidtut, dass ich immer so nachtragend bin. Es war damals so, dass er uns vor den Abschlussklausuren versicherte, er leite uns in den mündlichen Abiprüfungen insofern auf den richtigen Weg - durch gezielte Fragen und Anmerkungen - dass zumindest keiner mit seiner Note unterm Strich liegen sollte. Wir verstanden uns in dem recht kleinen Kurs sehr gut, von daher kam dann wahrscheinlich auch diese Aussage. Wenn einer also auf dem Holzweg war, sollte das geändert werden. Am Tag der Prüfung kam zwischendurch immer ein Nicken, ein "Okay" oder "Richtig", sodass ich letztendlich mit einem ganz guten Gefühl aus der Prüfung ging. Dass das keine super Note werden würde, war mir klar, ich rechnete aber mit etwas im mittleren Bereich.


Dann, ein paar Stunden später der Schock: Ich lag als Einzige des Kurses mit dem Ergebnis unter dem Strich! Ich habe zwar am Ende das Abitur geschafft, und das gar nicht schlecht, aber von der angepriesenen Hilfe des Lehrers konnte ja nun wirklich überhaupt nicht die Rede sein. Das hat mich nachhaltig sehr enttäuscht, weil ich glaube, dass da auch eine Portion persönliche Sympathie bzw. Aversion bei den Ergebnissen dabei war, da sich das bei den normalen Klausurnoten teils genauso abspielte. Ich bin dann nicht zu dem Abschlusstreffen des Kurses gegangen, weil ich so wütend und traurig war. Das bereue ich heute, der vielen lieben Leute wegen, die mit mir die Kursbank gedrückt haben. Für den Lehrer hoffe ich, dass es solche Versprechen gar nicht mehr oder aber nur für alle gibt.

Beichthaus.com Beichte #00034518 vom 06.12.2014 um 10:55:23 Uhr in Langenhennersdorf (1 Kommentare).

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Die Aufgaben der kommenden Klausur

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Betrug Ungerechtigkeit Falschheit Studentenleben

Ich habe ein überlaufenes naturwissenschaftliches Fach studiert. In den ersten Semestern wurden besonders schwierige Fächer behandelt, um gnadenlos auszusieben. Ich kam zwar über die Runden, aber leicht fiel es mir nicht. Kurz vor einer Klausur ging ich mit ein paar Kommilitonen zu unserer Fachschaft, um einige Altklausuren mit den Aufgaben der Vorjahre zu kopieren. Beim Institutskopierer erschien aber eine Fehlermeldung: kein Papier mehr. Wir besorgten welches und der Kopierer fing sofort nach dem Einlegen mit dem Druck irgendwelcher Zettel an. In diesem Moment standen nur ich und eine befreundete Kommilitonin neben mir, der Rest war ein paar Meter entfernt mit den Altklausuren zugange. Ich nahm die frisch bedruckten Zettel aus dem Kopierer und mir rutschte das Herz in die Hose: Es handelte sich um ein paar Exemplare der Klausur, die wir in wenigen Tagen schreiben würden! Meine Freundin und ich schauten uns mit riesigen Augen an, da ertönte von hinten schon die Frage unserer Kommilitonen, was das denn für Zettel seien.


Ich schaltete blitzschnell. Zwar war ich auch eher ein Streber, die anwesenden Kommilitonen waren aber von der unvorhersehbaren Sorte. Ich hätte ihnen durchaus zugetraut, damit zum Professor zu rennen. Ich beschwichtigte sie also, das seien nur irgendwelche Blätter, versteckte die Klausur und teilte sie danach nur mit meiner Freundin. Ich möchte also beichten, dass ich die Klausur daraufhin mit Bravour bestand, weil ich vorher die Aufgaben kannte und meinen Kommilitonen, bis auf einer, diese Möglichkeit vorenthielt. Die Sache war mir aber zu heiß, um zu viele Mitwisser hineinzuziehen. Den Rest des Studiums absolvierte ich aber ehrlich und ich habe mittlerweile auch in dem Fach promoviert.

Beichthaus.com Beichte #00034516 vom 05.12.2014 um 20:44:46 Uhr (2 Kommentare).

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Kein Mitleid mit den Patienten

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Engherzigkeit Ignoranz Ungerechtigkeit Gesundheit Arbeit Hamburg

Ich (m/29) arbeite schon seit einigen Jahren in einem Gesundheitsberuf. Ich hatte noch nie ein zartes Gemüt und Blut oder abstehende Gliedmaßen, Tote etc. machen mir nichts aus. In meiner Ausbildungszeit hatte ich "Kontakt" zu einem 18-jährigen Patienten. Da ich immer recht neugierig bin und immer alles wissen möchte, fragte ich so gleich die Stationsschwester, warum der Junge sich wie ein 1-jähriges Kind benimmt, das nur brabbelt und sabbert. Entgegen meiner Erwartung, dass dieser eine Behinderung hat, antwortete sie, dass er mit Drogen gedealt hatte. Dabei wurde er von der Polizei erwischt und sollte vor Gericht gestellt werden. Dazu kam es nur nie, da sich der junge Mann vorher mittels einer Insulinüberdosis das Leben nehmen wollte. Er hatte es wohl falsch dosiert und sich "nur" das Gehirn zerschossen, seitdem sei er so, wie er ist.


Zu meiner Beichte: Ich hatte damals schon zum Ausdruck gebracht, dass ich mit solchen Leuten kein Mitleid habe, egal wie alt sie sind. Das heißt jetzt nicht, dass ich kein Mitleid mit deren Angehörigen, Freunden etc. habe, nur ist meine Schmerzgrenze sowieso schon sehr hoch, bevor mir ein fremdes Schicksal an die Nieren geht. Außerdem zeige ich nicht jedem x-Beliebigen, wie sehr mir die Sache manchmal am Arsch vorbeigeht, wenn es selbst verschuldete Sachen sind. Viele empfinden es als krank oder gestört von mir, dass ich solche Ansichten habe wie im eben genannten Beispiel aus meinem Leben. Ich schäme mich sehr dafür, aber kann es irgendwie auch nicht ändern. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Mensch, der wenig Emotionen zeigt.


PS: Ich erledige meine Arbeit immer professionell, egal wer da "liegt." Also es braucht keiner Angst zu haben, dass Patienten zu schaden kommen oder schlecht behandelt werden, nur weil ich kein Mitleid empfinde.

Beichthaus.com Beichte #00034510 vom 05.12.2014 um 12:42:14 Uhr in 22765 Hamburg (Goetheallee) (18 Kommentare).

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Das Leben als Vertreter

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Lügen Falschheit Geld Arbeit

Ich (m/36) bin Vertreter für Schrauben und verdiene damit nicht sehr viel Geld, dafür habe ich aber lange Arbeitszeiten. Ich muss, wenn ich auf meiner größten Tour bin, einmal im Monat übernachten. Ich gehe dann immer in einen kleinen und nicht zu teuren Gasthof. Dort bin ich mit einem Vertreter eines großen Unternehmens ins Gespräch gekommen. Dieser meinte, dass es ihm finanziell bestens gehe und er sich ganz bestimmt nicht überarbeitet. Ich berichtete von meiner Seite, dass ich ein tolles Leben führe und meine teuren Hobbys, wie Golf spielen und Cabrio fahren auch locker durch meinen Beruf finanzieren könne. Doch nichts davon hat gestimmt, ich kann meiner Familie leider nicht viel bieten. Ich habe Mist erzählt und das möchte ich beichten.

Beichthaus.com Beichte #00034509 vom 05.12.2014 um 11:36:50 Uhr (13 Kommentare).

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