Herr Hauptkommissar

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Dummheit Falschheit Telefon Kinder Polizei Chemnitz

Als Kind habe ich gerne mit Freunden Telefonstreiche gemacht. Dabei waren wir immer ziemlich kreativ und haben den Leuten ganze Märchen aufgetischt. Mit 14 oder 15 habe ich dann ein Telefonat geführt, welches ich bis heute bereue und danach habe ich auch nie wieder Telefonscherze gemacht. Wie folgt lief das Telefonat ab: Ich habe wie immer zufällig eine Telefonnummer aus dem Telefonbuch gewählt und eine Männerstimme (schätzungsweise zwischen 30 und 40 Jahre) war am Apparat. Ich gab mich als Polizeibeamter aus und konfrontierte den Mann mit der Tatsache, er hätte zuvor angerufen und einen Überfall gemeldet, aber vergessen den Ort des Geschehens mitzuteilen. Der Mann bestritt das Ganze natürlich und ich wies ihn darauf hin, dass Falschaussagen eine Straftat sind. Auf die Frage wie ich denn auf seine Nummer käme, erzählte ich ihm das alle Anrufe in der Zentrale aufgezeichnet werden inkl. Telefonnummer, so dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Nach einigen weiteren Wortgefechten, bei denen der Mann mehrmals nachfragte ob ich ihn verarschen will, geriet dieser vollkommen in Rage und fing an zu beleidigen bis er plötzlich den Hörer auflegte. Ich hatte mich mittlerweile so in meine Rolle hineingesteigert, dass ich das Ende des Gespräches so nicht akzeptieren konnte.


Ich rief den Mann erneut an und bezichtigte ihn der Beamtenbeleidigung, was zu hohen Geldstrafen führt. Mittlerweile hat ich das Gespräch vollkommen unter meiner Kontrolle und konnte dem Mann sogar einreden, dass ich über 40 wäre und ich es nicht nachvollziehen kann, wie der Gutste darauf käme, dass es sich um einen Jungenstreich handelte. Ich wies nochmals auf alles hin für was sich der Herr jetzt zu verantworten hätte und plötzlich wurde er immer kleinlauter. Er fing an sich mehrmalig zu entschuldigen. Er duzte mich sogar einmal und entschuldigte sich sofort reumütig mit dem Satzende "Herr Hauptkommissar". Seine Stimmung schlug auch allmählich in ein leichtes verzweifeltes Winseln um. Ich hatte ihn vollkommen gebrochen. Was mir im ersten Moment ein unglaubliches Gefühl von Stärke gab, sollte alsbald ins komplette Gegenteil umschlagen. Den im Laufe des Gespräches stellte sich heraus, dass der Mann im Nebenzimmer ein schwerkrankes Kind liegen hatte und er sich trotz des Weinen des Kleinkindes erst nach einigen Minuten getraut hatte bei mir nachzufragen, ob er mal kurz nach seinem kranken Kind schauen dürfte. Ich hab das Ganze natürlich sofort bejaht und ab dem Moment war mir ganz anders zumute. Das Gefühl der Stärke wandelte sich schnell in ein sehr schlechtes Gewissen. Nachdem der Mann wieder am Hörer war, versicherte ich ihm, dass der Fall noch einmal im Detail geprüft wird und man sich in der nächsten Woche nochmal melden würde, falls der Fall nicht geklärt werden kann. Es gab natürlich kein zweiten Anruf mehr, aber das Wissen, dass Dinge die als Spaß beginnen schnell ernste Konsequenzen entwickeln können.

Beichthaus.com Beichte #00029374 vom 19.09.2011 um 18:40:49 Uhr in 09127 Chemnitz (Ernst-Enge-Straße) (15 Kommentare).

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3 jahre arbeitslos

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Faulheit Trägheit Habgier Betrug Arbeit Wien

Ich weiß nicht wieso, aber ich sollte unbedingt beichten, dass ich ein paar Jahre perfekt vom Arbeitslosengeld gelebt habe. Meine Ausbildung mit Reife- und Diplomprüfung in einer technischen Lehranstalt wurde von mir 2002 absolviert (guter Erfolg). Ich habe in einem sehr großen österreichischem Rechenprogrammhersteller zuerst ein Jahr im technischen Helpdesk gearbeitet und wurde dann befördert zum Teamleiter, als welcher ich auch mehr als 3 Jahre tätig war. Nachdem diese Firma Ende 2006 dann aufgekauft und Implementiert wurde, gab es eienn riesen Belegschaftswechsel. Mitunter wurde der Leiter der IT Abteilung desintegriert und durch eine Witzfigur ausgetauscht, eine Witzfigur die mir die Chance auf eine weitere Beförderung versaut hat.

Die Witzfigur war faul, desorientiert, unfähig (die Teamleader unter mir werdens schon richten) und der Sohn des Bekannten der Freunden des Hundes des Haustiers oder irgendwie so. Ein richtiger unemanzipierter Depp eben. Nur dass er was zu sagen hatte und um die 600 Euro mehr als ich verdiente. Er kam und ging auch wann er wollte. Aber das brauche ich ja nicht erläutern. Nunja, jedenfalls wurde mir so richtig die Lust auf meinen Job versaut und ich ging. Alles war gut - perfektes Dienstzeugnis und ich hatte meine 60m2 Wohnung für mich allein, da mich meine Freundin (die Beziehung war eh schon länger ein Griff ins Braune) verlassen hat.
Was jetzt? Ich nahm mir vor, sofort einen Job zu suchen, aber erst, wenn ich mal deftig einen drauf gemacht habe! ich bekamm exakt 1.170 Euro Arbeitslose und hatte schon über 6.000 Euro auf der hohen Kante. Also war ich mit einem Kumpel über 7 Wochen in Amsterdam unterwegs, wo wir uns bei seiner Großmutter einquartiert hatten und uns nebenher als Straßenmusiker (ich Spiele Saxophon und er beherrscht die 12-saitigen Gitarren perfekt). Es war saugeil! Pilze, Rauch und Frauen wie nie!


Nach diesen 7 Wochen und 3.000 Euro ärmer bzw. ein Keilwerth SX90 Tenorsaxophon und einige echt coole Klamotten reicher sind wir zurückgekommen und waren mit der Jobsuche beschäftigt. Ich fand auch recht schnell einen in einer Computerfirma (er ging aufs Schiff als Kellner - er wollte die Welt sehen und blieb dann mehr als ein Jahr weg). Nur bockte mich das Arbeiten überhaupt nicht ud ich ging noch in der Probezeit.
Dann war ich erstmal ein paar Monate damit beschäftigt, mir die neuesten technischen Apfelerrungenschaften zu besorgen und meine Kenntnisse zu erweitern. Als ich dann aber in die Notstandshilfe kam und nur noch 690 Euro frei zur Verfügung hatte (ich musste sonst mein letztes Erspartes anzapfen), musste ich handeln - ich kannte da noch einen alten Kerl der in Wien 12 Restaurants besitzt und immer wieder Probleme mit der EDV hatte. Ich bot natürlich sofort an als "freier Mitarbeiter" dort tätig zu sein und sowohl seine "Computerprobleme" zu lösen als auch bei der Neuanschaffung behilflich zu sein. Nunja, jetzt wartete ich sein System in Wien und fuhr des Backups wegen hin und wieder zu seinen Restaurants und er überwies mit pünktlich jeden 28. satte 1.100 Euro! Für eine Milchbubenarbeit!


Ich hatte also im Monat einen Haufen Geld zusammen und lebte wie Sonnenkönig Ludwig XIV! Es war super! keine Verantwortung, massenhaft Zocken, hin und wieder Verreisen (ein zweimal im Jahr), meine Wohnung ist nun zu einem Apfelturm mutiert mit allen erforderlichen Synthesizern und Keys die mir ermöglicht haben, mit meinen Saxophonen und Bassklarinetten wahre Meisteraufnahmen zu produzieren! Nebenher gab ich auch für 20 Euro die Stunde Unterricht, aber das stellte ich aber schnell wieder ab da mir die kleinen Gören gewaltig auf den Senkel gingen. Ich habe mich auch weitergebildet und war kurz an der Uni und bin seit zwei Jahren im Fitnesscenter.


Kurzum: Die Kündigung und die Arbeitslose hat mich aufgeweckt und ich bin ein total glücklicher Mensch geworden! Meine Familie hat natürlich geglaubt dass ich Arbeitstätig bin, klar wie könnte ich mir auch sonst das alles leisten? Aber wie sagt Nick Cave in einem seiner Lieder? "Al things move toward their end". Irgendwie merkte ich dann doch, dass ich bald das dreißigste Jahr erreichen werde und es so (so toll es auch war) nicht weitergehen kann. Seit März bin ich wieder als Informatiker tätig und habe netto 1.500 auf der Kralle. Am Anfang war es extrem wenig Geld für mich, aber ich habe wieder Verantwortung und mir macht der Job extrem viel Spaß, durch meine Hobbys bin ich vielen anderen Kollegen weit überlegen und ich warte auf meine Beförderung. Bei den Restaurants helfe ich natürlich nicht mehr aus.
RIP 3 Jahre Arbeitslose. Aber das Leben geht weiter! Danke fürs lesen und seid mir nicht böse!

Beichthaus.com Beichte #00029373 vom 19.09.2011 um 13:23:39 Uhr in Wien (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Türsteher in Berlin

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Aggression Gewalt Zorn Arbeit Last Night Berlin

Ich (m/28) arbeite seit knapp 5 Jahren nebenbei als Türsteher. Der Nebenverdienst ist ganz gut, ich lerne dadurch viele Menschen kennen und arbeite sehr oft mit guten Kollegen zusammen. Stress gibt es so gut wie immer, meist mit alkoholisierten Leuten und denjenigen mit Migrationshintergrund. Da wir uns physisch, wie auch psychisch in guter Konstitution befinden, können wir immer Schaden von uns und dem Partyvolk abwenden. Hiermit möchte ich beichten, dass ich in den Sommermonaten am liebsten auf Dorffesten und Open Airs arbeite, da dort die Möglichkeit besteht, das betrunkene Dorfvolk am Rande der Parks bzw. Waldstücke besonders eindringlich auf unseren Arbeitsauftrag hinzuweisen. Innerhalb der Räumlichkeiten einer Diskothek führen Handgreiflichkeiten, wenn sich diese nicht vermeiden lassen, schnell zu einer Anzeige. Auf einem großen und offenen Gelände bleibt man jedoch meist unerkannt, bzw. können einzelne Aktionen nicht einwandfrei zugeordnet werden und es steht dann Aussage gegen Aussage, wenn bestimmte Personen es wirklich ganz genau wissen wollen und sich nicht durch Worte bzw. Festhaltetechniken bremsen lassen. Im Endeffekt sitzen wir am längeren Hebel, da wir nur in Notwehr handeln und stehen meist in enger Verbindung mit der ortsansässigen Polizei, so dass wir auf solchen Events noch nie Probleme mit Anzeigen hatten, und die Störenfriede dann sowieso mitgenommen wurden. Sicherlich gibt es viele schwarze Schafe, die nur an der Tür stehen um ihren Frust unterhalb der Woche zu kompensieren. Ich nehme diesen Nebenjob jedoch sehr ernst, da ich für die Sicherheit der mir anvertrauten Party verantwortlich bin und es somit auch nicht dulden kann diese zu gefährden. Die Hemmschwelle ist bei mir besonders hoch, körperlich gegen andere vorzugehen. Aber es gibt wie gesagt immer wieder welche, die es förmlich nur drauf anlegen und der Meinung sind, dass Türsteher die letzten Affen sind. Diese Leute sollten sich beim nächsten Openair bzw. Dorffest genau überlegen, wie weit sie bereit sind zu gehen, denn in 99,99 % aller Fälle, die ich in den 5 Jahren erlebt habe, endete es immer mit Blessuren, Krankenhaus und einem lustigen, folgenlosen Abend für uns.

Beichthaus.com Beichte #00029364 vom 13.09.2011 um 15:21:11 Uhr in Berlin (27 Kommentare).

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Family Trouble

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Zwietracht Aggression Zorn Hass Familie

Ich (m/22) möchte beichten, dass ich heute mittag komplett ausgerastet bin und beinahe gegen meinen Opa handgreiflich geworden wäre. Kurz zur Vorgeschichte: Vor etwa 2 Jahren wurde offensichtlich, dass die beiden nicht mehr alleine leben können. Meine Eltern arbeiteten deshalb drei Optionen aus: Altersheim, häusliche Pflege oder ein Umzug von ihrem Heimatort in unseren (circa 100 km entfernt), damit wir uns um sie kümmern. Sie entschieden sich gemeinsam für letzteres.

Seit sie hergezogen sind, helfen wir ihnen, wo es nur geht. Wir gehen mit ihnen Einkaufen, regeln Arzttermine und ihren Schriftverkehr, kochen jeden Tag für sie und so weiter. Dank oder Anerkennung gibt es dafür nicht, im Gegenteil, sie sind unkooperativ und sehen nicht ein, dass sie Pflege benötigen. Die Atmosphäre ist also ziemlich schlecht und mit schöner Regelmäßigkeit kommt es zu lautstarken Auseinandersetzungen. Ich bin davon eigentlich am wenigsten betroffen, da ich wegen meines Studiums nur in den Semesterferien für längere Zeit zu Hause bin. - Trotzdem regt mich das Ganze auf, weil ich sehe, wie schlecht es meinen Eltern deswegen geht und ich Angst habe, dass sie irgendwann gesundheitliche Folgen davon tragen, immerhin sind sie auch nicht mehr die Jüngsten.
Heute war es wieder so weit. Anlass: Die Dame der Diakonie, die einmal in der Woche kommt und beim Putzen hilft (damit es meine Eltern nicht tun müssen), durfte nicht putzen. - Meine Oma hatte es ihr verboten. Die Situation ist zunehmend eskaliert, meine Eltern waren schon sehr aufgebracht und meine Großeltern haben den Streit immer weiter dadurch befeuert, indem sie sich keiner Schuld bewusst waren und immer behaupteten, das sei alles nicht ihr Fehler, ihnen hätte das ja niemand erklärt.

Irgendwann war es mir zu viel und ich habe sie angebrüllt wie ein Irrer, was ihnen denn einfällt, ihre Tochter bzw ihren Schwiegersohn die ganze Zeit so fertig zu machen, obwohl die nur helfen wollten. Ich sagte beiden, dass ich ihr Verhalten ekelhaft und feige finde, woraufhin mir durch meinen Opa Gewalt angedroht wurde und ich mich vollends vergessen habe. Gerade der, der Konflikte totschweigt, nie seinen Willen äußert, aber immer meckert und vor seiner Frau kuscht, droht mir Gewalt an? In meinem ganzen Leben war ich noch nie so wütend und so versucht, einen anderen Menschen zu schlagen. Es tut mir Leid, dass ich so ausgerastet bin, ich halte nichts von Streit und Gewalt und bin froh, dass nicht mehr passiert ist. Ich hoffe, dass es nie wieder zu einer derartigen Eskalation kommt und falls doch, ich mich dann wieder beherrschen kann, denn bei Drohungen bzw. Angriffen (egal ob körperlich oder verbal) gegen mich oder mir nahe stehende Personen verstehe ich keinen Spaß.

Beichthaus.com Beichte #00029349 vom 07.09.2011 um 15:21:21 Uhr (34 Kommentare).

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Frau Mief

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Boshaftigkeit Zwietracht Ekel Unreinlichkeit Gesundheit Köln

Ich (w) bin Frauenärztin aus Leidenschaft. Ich liebe meinen Beruf, wenn es darum geht, werdende Eltern zu beraten, Teenager auf ihre kommenden Pubertätsjahre vorzubereiten und sogar den 16-jährigen Mädchen Mut zuzusprechen, wenn ich ihnen sagen muss, dass sie schwanger sind. Mein Beruf hat nur einen einzigen Hacken: Manche Frauen haben von Hygiene absolut keine Ahnung. Ich bekomme (fast wörtlich) das Kotzen, wenn sich gewisse Patientinnen auf den Stuhl setzen sollen. Ich meine mal ganz ehrlich, ist es denn wirklich zu viel verlangt, den sprießenden Urwald mal ein wenig zu stutzen? Oder sich ordentlich zu duschen?
Nun zu meiner Beichte: In meiner Praxis haben wir den Patientinnen Spitznamen gegeben, mit denen wir sie auch in die Terminbücher eintragen. Je nachdem wie sie untenrum aussehen und "duften" haben wir Ihnen einen passenden Namen zugeordnet. Am Donnerstag beispielsweise wird uns wieder mal Frau Mief beehren, am Freitag Frau Samtig-Glatt. Ich weiß, dass dieses Verhalten respektlos ist und ich hoffe, dass so schnell niemand in die Terminbücher schauen möchte, ansonsten haben wir viel auszuradieren (ist ja zum Glück alles nur mit Bleistift eingetragen). Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00029339 vom 05.09.2011 um 18:33:57 Uhr in Köln (65 Kommentare).

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