Der erfrischende Durstlöscher

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Rache Boshaftigkeit Ekel Schule Zürich

Vor etwa 2 Jahren regte ich (damals 17) mich eine Zeit lang über einen Klassenkameraden auf. Eigentlich konnte ich ihn immer ziemlich gut leiden und wir sind immer noch Kumpels, wahrscheinlich aber nur, weil er nicht weiß, was ich getan habe. Er ist ein wirklich netter Typ, würde keiner Fliege was zu Leide tun und er hätte es absolut nicht verdient.
Es war an einem heißen Sommertag und entsprechend der tropischen Hitze war auch die Stimmung in der Klasse. Selbständiges Arbeiten war angesagt. Alle bis auf diesen Typen hatten natürlich etwas zu Trinken dabei und so machte er ständig Runden im Zimmer, bei jedem um ein paar Schluck bettelnd. Irgendwie störte mich seine Bettelei, denn er war schon immer ein kleiner Schmarotzer und Wasser hätte es im Überfluss gehabt. Wie auch immer, das, was meine Banknachbarin und ich dann taten, war keinesfalls angemessen. An diesem Tag hatte meine Banknachbarin einen gelb-durchsichtigen Eistee dabei und schon beim Anblick des Getränks kam uns beiden die gleiche Idee: Ich nahm die halbvolle Flasche mit aufs Klo und erleichterte mich in sie hinein. Farblich passte es perfekt. Zurück im Schulzimmer warteten wir nur noch darauf, dass er meine Kollegin nach ein bisschen Tee fragte.
Und das tat er auch. Nach ein paar gierigen Schluck und einem lauten Würgegeräusch fragte er mit großen Augen, was zur Hölle wir mit diesem Tee gemacht hätten. Darauf meinte meine Kollegin nur: "Wieso denn? Stand die Flasche zu lange an der Sonne rum?" Es war unglaublich schwer sich zusammenzureißen und nicht im selben Moment laut loszuprusten.
Danach war ich oft kurz davor es ihm zu beichten, auch Monate danach noch. Aber jetzt denken meine Komplizin und ich, dass es für alle am besten ist, wenn er nicht weiß, was er da wirklich gesoffen hat. Es tut mir wirklich Leid.

Beichthaus.com Beichte #00028874 vom 28.04.2011 um 21:13:54 Uhr in 8090 Zürich (Technische Berufsschule Zürich, Ausstellungsstrasse 70) (13 Kommentare).

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Kleiner Teufel

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Vandalismus Boshaftigkeit Morallosigkeit Kinder Tiere Salzburg

Wenn ich an mein Kindheitsalter zurückdenke so überschattet mich (m/26) so manch grauenvolles Schamgefühl. Ich war wohl einer von den besonders schlimmen, boshaften und albernen Jungs. An unserer Wohnsiedlung führte damals eine kleine Eisenbahn-Strecke vorbei, welche oft Schauplatz unserer Gräueltaten wurde. Wenn es darum ging irgendwelche Feuerspiele zu veranstalten war ich der erste dem sowas einfiel. Eines Tages kamen wir (mein Kindheitsfreund und ich) auf die Idee mitten auf den Schienen (welche nur selten befahren wurden) ein Lagerfeuer zu machen. Grill bzw. Rost haben wir uns aus dem Backofen zu Hause besorgt. Alufolie und sonstiges hatten wir ebenso dabei. Gut, ich entschied mal ein paar Brötchen darauf zu rösten. Aber es wäre doch zu langweilig gewesen einfach nur Brötchen zu toasten, so blickte ich um und prompt sah ich einen Igel der mein Beutetier werden sollte. Nun gut, aufgehoben, angeguckt und auf den Rost zu den Brötchen dazugelegt und festgehalten. Das Quieken und Jammern des kleinen armen Igels höre ich heute noch.


Das war aber nur ein Beispiel der Gräueltaten, aber ein besonderes Ereignis lässt mich heute noch erschaudern: Wieder an den Schienen ein paar hundert Meter weiter fanden wir einige "Bahnbögen", sahen aus wie kleine Höhlen, in denen vermutlich ursprünglich Bahnteile oder sonstiges Zwischengelagert wurde. Jedenfalls gab es einen solchen Bogen, der ein Unterschlupf eines Obdachlosen war. Nach gründlicher Inspektion seiner Gebrauchsgegenstände und sonstigem Unrat den er bei sich hatte, fiel uns auch schon gleich die nächste Tat ein!

Wir durchwühlten alle Dinge, nahmen uns ein altes Radio, wir konnten es ja vielleicht noch gebrauchen, und packten es in unsere mitgebrachte Tasche. Den Schlafplatz, eine ausgediente alte Matratze, haben wir mit unserem Urin förmlich getränkt, indem wir drauf gepinkelt haben, Müll und Erde und sonstiges Zeugs haben wir da hineingerieben um dem noch den Rest zu geben, seine alten Lumpen, die er zum Wechseln hatte, haben wir auch gleich vollgedreckt und mit Dreckschlamm eingerieben. Wir haben seine Behausung derart auseinandergenommen, dass es nur noch nach ein bisschen Gerümpel aussah. All sein Hab und Gut haben wir im entweder genommen oder zerstört.


Ein paar Tage später wollten wir uns nochmal vergewissern was aus dem Ganzen geworden ist und sahen nochmal nach.
Zu unserer Überraschung war alles so wie es war, einige Dinge vielleicht weg allerdings dürfte der Obdachlose irgendwas hinterlassen haben was mich persönlich sehr reumütig werden ließ. Seit diesem Zeitpunkt an dachte ich immer wieder an den armen Mann, der seine einzige Wohnstätte verlassen musste, weil es derart zerstört wurde sodass er weiter ziehen musste. Wie grausam diese und andere Dinge doch waren und wie sehr ich mir wünschte in manchen Situationen die Zeit zurückdrehen zu können, echt schlimm manchmal. Würde ich ihn wiedersehen würde ich mich gern aufrichtig für diese Tat entschuldigen. Wie froh ich bin, mittlerweile ein anständiges Leben zu führen, was nicht selbstverständlich ist bei einigen meiner damaligen Art.

Beichthaus.com Beichte #00028864 vom 25.04.2011 um 23:05:14 Uhr in Salzburg (59 Kommentare).

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“Beichte

Mein Schulpraktikum

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Aggression Zorn Ungerechtigkeit Arbeit Rissen

Ich (m/18) habe vor zwei Jahren im Rahmen der Schule ein zweiwöchiges Praktikum bei einer Firma für Werbefilme gemacht, die europaweit vertreten ist und in meiner Stadt ihren Hauptsitz hat. Das Praktikum lief super, ich hatte sehr viel Spaß, durfte auch in die hohen Etagen, sogar bei einem Dreh dabei sein, und mir wurde letztendlich sogar eine Ausbildung angeboten.
Ich habe mich mit der Personalchefin angefreundet, ihrem Sohn Schlagzeugunterricht gegeben und für sie auch privat gearbeitet (Filme für die Klasse ihrer Tochter geschnitten, CDs gebrannt etc.). Dummerweise war ich damals in einer Phase, wo man seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat und schnell mal austickt. Als ich für einen von den Jobs, die sie mir privat angeboten hat, den Zeitaufwand gegen die Bezahlung gerechnet habe, kam ich auf 2 Euro pro Stunde, was mich total ausrasten ließ. Obwohl mir die Arbeit Spaß gemacht hatte. Ich schrieb einen total abgedrehten Hassbrief, in dem ich sie, ihren Sohn, ihr dickes Auto und die Firma aufs übelste beschimpfte und verdammte, ihrer Mutter mein Mitleid bekundete und ihre Menschenverachtung misspries. Sie hat sich vorerst nicht wieder gemeldet, bis ich nach 6 Monaten(!) eine Entschuldigungsmail geschrieben habe. Die Antwort kam prompt mit dem Vorschlag, sich mal zu treffen und das Geschehene mal zu besprechen. Ich habe es nie in die Tat umgesetzt, letztendlich bin ich meinen sicheren Ausbildungsplatz los, verdiene kein Geld mehr mit Schlagzeugunterricht und habe, wie ich kürzlich erfuhr, allen weiteren Schülerpraktikumsbewerbern den Weg zu dieser Firma verbaut. Naja, im Nachhinein habe ich damals wenigstens gelernt, mich innerlich zu zügeln.

Beichthaus.com Beichte #00028861 vom 24.04.2011 um 20:25:44 Uhr in Rissen (27 Kommentare).

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Zwietracht unter Schwestern

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Zwietracht Rache Boshaftigkeit Familie Wuppertal

Ich verstand mich früher als Teenager nie wirklich mit meiner älteren Schwester, die immerzu Streit suchte, mich bei den Eltern anschwärzte etc. Ein echter Konkurrenzkampf war das, der vorrangig von ihr ausging. Unter anderem nervte es mich sehr, dass sie mir, wenn ich was aß, jeden Bissen in den Mund starrte und fast jedes Mal, wenn ich in die Küche kam, ihre Beine unter der Kühlschranktür zu sehen waren. Oder sie lümmelte sich faul im Sessel, öffnete den Mund mit den schokoladenbraunen Zähnen und ging mir wieder mit irgendeinem Spruch auf den Geist. Zum Beispiel, ob ich auch Schokolade wollte. Sagte ich ja, teilte sie mir mit, ich würde aber nichts kriegen, sagte ich nein, höhnte sie, ich (damals sehr schlank im Gegensatz zu ihr) hätte Angst, ein Milligramm zuzunehmen, oder sie sagte, ich hätte sowieso nichts bekommen.
Ich möchte beichten, dass ich eine Zeit lang damit zurück schlug, dass ich immer, wenn sie etwas aß, einen Kommentar dazu abgab. Bist du schon wieder am fressen? Kriegst wohl den Hals nicht voll, was? Du bist einfach nur gierig! Platzt du nicht bald? Sie war dann immer tödlich beleidigt und ließ mich erst mal in Ruhe. Heute tut es mir allerdings Leid, weil meine Schwester mir erst vor ein paar Jahren eröffnete, dass sie zu dieser Zeit an Bulimie gelitten hatte.

Beichthaus.com Beichte #00028851 vom 20.04.2011 um 13:32:17 Uhr in Wuppertal (18 Kommentare).

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“Folge

Der Bonbetrüger

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Betrug Habgier Studentenleben Shopping

Ich (m/21) bringe immer unsere Pfandflaschen weg, meistens im ortsansässigen REWE. Da ich mir damit meistens recht viel Zeit lasse, sammelt sich auch immer eine ganz schöne Menge an, sodass ich auch öfters mal mit mehreren Pfandbons an der Kasse stehe. Die Beichte: einmal hat eine Kassiererin aus versehen einen Pfandbon doppelt über den Scanner gezogen, das waren so ungefähr 12 Euro wenn ich mich recht erinnere. Ich hab mich gefreut und nichts gesagt. Im Nachhinein tut es mir etwas Leid, dass die Frau das wahrscheinlich vom Gehalt abgezogen bekommen hat, aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Als Student freut man sich doch immer über den ein oder anderen Euro.

Beichthaus.com Beichte #00028848 vom 19.04.2011 um 22:44:34 Uhr (15 Kommentare).

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