Mit dem Besen in die Urne

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Verzweiflung Engherzigkeit Tod Kinder Marktheidenfeld

Ich (w) beichte, dass ich etwas Schreckliches zu meinem Kind gesagt habe. Vor einigen Jahren starb mein Mann nach einem harten und langen Kampf gegen den Krebs. Mein Sohn war damals 15 Jahre alt und meine Tochter sechs. Mein Mann und ich diskutierten lange darüber, wie er beerdigt werden sollte. Ich konnte ihm die Verstreuung, um unserer Kinder willen, gerade noch ausreden, aber er wollte unbedingt verbrannt werden. Dann starb er und der Tag der Beerdigung kam. Meine kleine Tochter schwieg und starrte unentwegt auf die kleine Urne, in der sich die Asche befand. Ich war nach vier Tagen voller Trauer ganz ausgebrannt und abgestumpft. Nach einer Weile zupfte die Kleine an meinem Ärmel und fragte ganz leise: "Wo ist denn Papa?" Meine Antwort, dass Papa in der Urne sei, schien sie zu verwundern, denn sie fragte mich, wie er denn dort hineinpassen würde. Aus der Sicht des Kindes vermutlich eine logische Frage, immerhin war er ja knapp 1.90 m groß. Ich weiß nicht, was mich zu der Antwort "Mit einem Besen und einer Schaufel" getrieben hat, aber es tut mir inzwischen unendlich leid, so etwas zu meiner Tochter gesagt zu habe. Sie hat mich ganz komisch und verwirrt angeschaut, hat aber den Rest des Tages kaum ein Wort gesagt. Heute meint sie, dass sie sich nicht daran erinnern kann, was damals passiert ist, aber das macht es leider nicht ungeschehen.

Beichthaus.com Beichte #00031731 vom 12.08.2013 um 11:36:18 Uhr in Marktheidenfeld (16 Kommentare).

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Mein Leben vor dem PC

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Faulheit Trägheit Sucht Verzweiflung

Ich beichte, dass ich glaube, dass ich allmählich Computer- bzw. Internetsüchtig geworden bin. Ich war schon seit meiner Kindheit viel im Internet unterwegs und habe auch gerne gespielt. Aber im Moment tue ich eigentlich nichts anderes mehr, als vor dem Computer zu sitzen, und auf ungefähr zehn Internetseiten rumzusurfen. Ich spiele fast nur noch Facebook-Spiele, besonders eines hat es mir angetan. Ich gebe zwar kein echtes Geld dafür aus, aber ich bin jeden Tag bestimmt fünf Stunden damit beschäftigt. Wenn ich mal nicht am Computer sein kann, weiß ich kaum, wie ich mich beschäftigen soll. Ich habe im Moment keine Freunde und generell kaum sozialen Kontakt. Ich lese zwar noch ein bisschen und spiele Keyboard, aber ohne Computer geht die Zeit so elend langsam vorbei und der Tag kommt mir leer vor. Auch wichtigere Aufgaben vernachlässige ich und schiebe fast alles so lange auf, wie es irgendwie geht und teilweise noch länger. Weil ich mich nicht vom Bildschirm losreißen kann. Ich würde gern unabhängiger vom Computer werden, aber ich weiß nicht, wie ich mir sonst die Zeit vertreiben soll.

Beichthaus.com Beichte #00031715 vom 08.08.2013 um 14:11:31 Uhr (27 Kommentare).

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Ihr schreckliches Geheimnis

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Morallosigkeit Verzweiflung Lügen Verrat Innsbruck

Vor einigen Monaten hat mir meine Ex-Freundin anvertraut, dass sie keine schöne Kindheit hatte. Sie redete gut zwei Stunden und musste immer wieder pausieren. Da es Nacht war und wir beim Spazieren waren, habe ich erst später gemerkt, wie sehr ihr dies zusetzte und wie ihr die Tränen die Wangen runterliefen. Sie sagte mir von Anfang an, dass ich (w/23) es keinem erzählen darf und nach dem Gespräch war mir auch klar, warum. Natürlich versuchte ich, ihr schreckliches Geheimnis für mich zu behalten. Doch da ich mit der Situation total überfordert war und am nächsten Tag sogar einen Nervenzusammenbruch deswegen bekam, beschloss ich, mich einer Person anzuvertrauen: meiner Therapeutin, die ich ursprünglich wegen gesundheitlicher Probleme aufsuchte. Ich musste für die erste Zeit sogar Beruhigungstropfen nehmen, weil ich das Gesagte nicht aus meinem Kopf bekam. Es beschäftigte mich noch wochenlang und auch heute noch. Da ich immer und immer wieder von den schrecklichen Bildern heimgesucht wurde, und meine Therapeutin nicht erreichbar war, habe ich Rat bei meiner Mutter gesucht - und ihr einiges von dem Gehörten erzählt. Doch auch nach diesem Gespräch ging es mir nicht besser.


Ich bin nicht stolz drauf und es tut mir auch wahnsinnig leid, aber ich wusste mir nicht zu helfen. Es fraß mich auf, ich war fertig und hatte furchtbare Bilder im Kopf, also redete ich noch mit meiner besten Freundin darüber. Keinen der drei erwähnten Personen erzählte ich alles, sondern nur die Grundrisse, damit sie mich verstehen und mir eventuell helfen konnten. Meine Beichte ist also, dass ich meiner damaligen Freundin und jetzt guten Kollegin versprochen habe, ihr Geheimnis für mich zu behalten und es dennoch drei Personen erzählt habe. Auch wenn es unter diesen Umständen vielleicht nachvollziehbar ist. Es tut mir wirklich leid und ich kann ihr manchmal nicht in die Augen sehen, weil es wirklich ihre Geschichte war und sie mir sie im größten Vertrauen erzählt hat. Aber ich habe es auch nur weitererzählt, weil ich damit nicht umgehen konnte. Ich bitte um Absolution, dass ich in meiner verzwickten Lage gelogen, Vertrauen missbraucht und geredet habe.

Beichthaus.com Beichte #00031713 vom 08.08.2013 um 12:21:57 Uhr in 6020 Innsbruck (Bruneckner Straße) (31 Kommentare).

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Meine perfekte Mutter

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Hass Zorn Verzweiflung Familie Backnang

Ich möchte hier beichten, dass ich meine Mutter hasse. Sie ist jemand, der sich nach außen hin immer weltoffen und tolerant gibt, aber in Wirklichkeit eine Heuchlerin ist. Zum Beispiel wurde ich als kleines Kind als hochbegabt diagnostiziert und habe ein paar Schulklassen […]
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Beichthaus.com Beichte #00031709 vom 06.08.2013 um 13:38:22 Uhr in Backnang (35 Kommentare).

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“Beichte

Ist der Tod die Lösung?

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Verzweiflung Unglaube Gesundheit Familie

Mein Cousin ist zwölf Jahre alt und leidet unter Multipler Sklerose (MS). In letzter Zeit merke ich, wie sein Körper immer langsamer wird und ihm alltägliche und belanglose Sachen Schwierigkeiten bereiten, er ist auch täglich unter Medikamenteneinfluss. Es tut mir weh, ihn so zu sehen und ich gestehe, dass ich den Tod für ihn als Lösung ansehe. Gewiss wird sein Verlust schmerzhaft sein, aber ist es nicht schmerzhafter einen Menschen, den man liebt, täglich leiden zu sehen? Wäre es nicht wünschenswert, dass sein Leid aufhört? Wäre sein Tod nicht die Lösung? Bevor ich (w) hier als herzlose, eiskalte H*re abgestempelt werde, möchte ich kurz die Familienverhältnisse meines Cousins erklären.

Mein Onkel gehört zu der Sorte Mann, die ich am liebsten auf offener Straße anspucken möchte. Seine Aufgabe liegt, seiner Meinung nach, darin, das Geld zu verdienen und das war es dann. Nach Feierabend wird jedes Mal der Laptop angeschmissen, das Handy liegt natürlich immer griffbereit, könnte ja sein, dass man etwas verpasst. Und nebenbei läuft irgendein Fußballspiel gepaart mit Bier. Meiner berufstätigen Tante im Haushalt helfen? Fehlanzeige! Der Tagesablauf meiner Tante sieht etwas anders aus: Morgens muss sie meinen Cousin und meine 17 jährige Cousine zur Schule fahren, dann geht sie zur Arbeit, die Kinder abholen, einkaufen, kochen und putzen. Da bleibt ihr kaum Luft zum Atmen und ich bewundere sie für jeden überstandenen Tag. Die Ehe der Beiden ist seit der Diagnose der Krankheit kaputt, beide haben sich auseinander gelebt und eine Besserung ist nach so vielen Jahren auch nicht mehr in Sicht. Da mein Cousin zusätzlich zu seiner Krankheit nicht noch als Scheidungskind enden sollte, kam und wird eine Trennung nicht infrage kommen. Des Weiteren ist mein Onkel ein sehr jähzorniger und aggressiver Mann. In seinen wöchentlichen Wutanfällen wirft er ab und an mal allen vor, dass er mit einem behinderten Kind gestraft sie und sich fragt, warum er mit so einem Krüppel rumlaufen müsse. Schließlich ist er das Beste dieser Welt.

Und da frage ich mich: Ist es falsch, von mir zu denken, dass es für meinen Cousin das Beste wäre, wenn er von uns geht? Ist es richtig, dass er in solchen Familienverhältnissen aufwachsen muss? Ich versuche, so oft es geht, Zeit mit ihm zu verbringen und tue alles, um ihn von seinen Schmerzen abzulenken. Aber jedes Mal, wenn er sich an mich kuschelt, es sich auf meinem Schoß gemütlich macht und meine Hand nimmt, damit ich seinen Kopf streichele, könnte ich vor lauter Hilflosigkeit und Trauer anfangen zu weinen. Ich bitte um Vergebung und Verständnis dafür, dass ich den Tod als Lösung für meinen Cousin sehe. Ich schäme mich dafür, mit meinem Onkel verwandt zu sein und hoffe, dass er irgendwann alleine dasteht. Ohne Frau und Kinder. Ich einfach bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00031692 vom 03.08.2013 um 22:25:24 Uhr (39 Kommentare).

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