Die Wahrheit übers Jobcenter

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Zorn Ungerechtigkeit Vorurteile Arbeit

Die Wahrheit übers Jobcenter
Ich arbeite in einem Jobcenter. Das allein ist für viele Leser bestimmt schon ein Beichtgrund und in den Kommentaren wird dann wieder um die Wette gehetzt. Und ich möchte beichten, dass mich genau das ankotzt. Egal wo in den Medien ein Bericht zum Thema Agentur für Arbeit oder Jobcenter auftaucht - die Texte sind voller Fehler, da wird ein Arbeitsvermittler innerhalb eines Textes plötzlich zu einem Sachbearbeiter, was zwei völlig unterschiedliche Arbeitsbereiche sind. In den Kommentaren finden sich die übelsten Beschimpfungen, Hetze und Gutmenschen, die alles besser machen würden. Beim Lesen könnte ich regelmäßig ausrasten und bekomme regelrecht Aggressionen. Wir arbeiten täglich nur von 8-12 Uhr, verdienen dabei einen Haufen Geld, verhängen liebend gerne 500 Sanktionen an kranke Menschen, sind alles nur Kaffeetrinkende Beamten ohne Ahnung. Nur einen Tag lang möchte ich mal mit einem dieser Leute tauschen, die die jeden Tag Zeit hätten, ihre Unterlagen rechtzeitig einzureichen, dann aber an einem Freitag, zwei Minuten vor Ende der Öffnungszeit, im Jogginganzug, nach Zigarette stinkend und mit einem verknitterten Zettel vom Stromanbieter ankommen, auf dem Kaffeeflecken und Popel kleben. Nur um dann auf umgehende Bearbeitung zu bestehen, da am selben Tag sonst noch der Strom abgestellt wird. Dann aber ausrasten, wenn man auf Bearbeitungszeiten hinweist und sofort zum Anwalt rennen, weil dieser mit Beratungsschein ja kostenlos ist.

Zu gerne würde ich diese Leute einen Tag ins Jobcenter stecken, wo die meisten Kollegen schon um sechs Uhr zum Sortieren der Post am Schreibtisch sitzen, mit zu wenig Personal nur zur Hälfte ausgefüllte Anträge und Anliegen von Tausenden Kunden möglichst sofort fehlerfrei bearbeiten sollen, dabei Kundengespräche in 18 verschiedenen Sprachen führen und gleichzeitig telefonisch erreichbar sein sollen. Sich dabei anschreien lassen müssen, Gerüche wie Alkoholfahnen, kalten Qualm, Schweiß und Fäkalien regelmäßig im Büro ertragen sollen, Druck von Vorgesetzten bekommen, auf die Mittagspause verzichten und jede neue Vorschrift und Gesetzesänderung kennen müssen. Und dabei selbst einen befristeten Arbeitsvertrag haben - ich könnte noch ewig so weiter schreiben. Liebe Leute, wir sind auch nur Menschen, wir haben Familien, sind auch mal gestresst und machen Fehler, die meisten Leistungsempfänger sind durch ihre schlecht geführten Unterlagen, Umgang mit Geld, Suchtproblematiken und schlicht chronischer Faulheit jedoch selbst schuld daran, wie es bei uns läuft, wir sind eben keine Maschinen!

Vor allem bei Fällen, wo eine wichtige Kontodatenänderung auf einem Stück Kaugummipapier geschrieben eingereicht wird, und man sich hinterher beschwert, dass der Zettel verloren gegangen sei! Es kotzt mich an! Und dann immer dieses Gejaule über Maßnahmen, die unnütz sind! Leute, wenn ihr so überqualifiziert seid, warum bezieht ihr dann Arbeitslosengeld? Diese Maßnahmen werden eingekauft und müssen voll werden, damit sie für die Leute, denen es etwas bringt, überhaupt stattfinden können. Klar sind auch mal ehemalige IT-Fachleute im Kurs "Windows für Einsteiger" aber das ist eben das, was passt, oder wollt ihr lieber den Gabelstaplerschein machen? Mit mehr Eigeninitiative blieben euch solche Maßnahmen erspart - ich könnte schon wieder kotzen!

Beichthaus.com Beichte #00033238 vom 09.05.2014 um 20:19:34 Uhr (70 Kommentare).

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Einbruch bei der Geheimgesellschaft

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Morallosigkeit Diebstahl Falschheit Nachbarn

Ich (m/33) wohne seit Jahren in einer sehr ruhigen und guten Wohngegend, und lege auch sehr viel Wert darauf, denn ich habe keine Lust, mir wie in meiner alten Wohnung ständig die Streitereien irgendwelcher Nachbarn anhören zu müssen, oder wilde Partys unter der Woche zu ertragen. Mein Job als Berufsschullehrer ist anstrengend genug. Eines Tages zog im Haus neben mir ein junger Mann ein, er schrie schon beim Einzug ständig herum, hing die ganze Zeit wahlweise an einer Zigarette oder an einer Bierflasche. Kurz darauf fingen bei einer alten Frau, die im Erdgeschoss wohnte, kleine Bagatelldiebstähle an. Zuerst nur Balkonpflanzen, dann auch mal ein Windlicht. Die Pflanzen standen anschließend bei ihm in der Wohnung am Fenster. Die alte Frau traute sich aber nicht, etwas dagegen zu unternehmen, was den Typen immer dreister werden ließ. Bald waren Kellertüren aufgebrochen und es fehlte Kleinkram, Teile von Fahrrädern kamen abhanden, manchmal auch gleich das ganze Fahrrad. Alle Anzeigen verliefen im Sand, und die Polizei schien auch kein sonderlich großes Interesse daran zu haben, die Sache aufzuklären. Wir äußerten mehrmals den Verdacht, dass es sich bei dem Täter um den jungen Mann handelte, der auch sonst ziemlich viel Unruhe in die Siedlung brachte, nachts auf der Straße herumgrölte, und immer so tat, als könnte er tun und lassen, was er wollte. Irgendwann waren ihm die Keller nicht mehr gut genug, und er begann, dilettantische Einbruchsversuche in die Wohnungen der Umgebung zu unternehmen.


Natürlich war auch das der Polizei wieder relativ egal, obwohl unsere Wohnungstüren eindeutige Spuren aufwiesen. Er hingegen stellte sich bei der Auswahl der Wohnungen gar nicht so dumm an. Er fand heraus, wessen Auto zu welcher Wohnung gehörte und versuchte es dann jeweils dort, wenn das Auto nachts weg war. Erfolgreich war er dabei zwar nie wirklich, aber immerhin hartnäckig genug, um in unsere Falle zu tappen. Ich parkte einfach eines Nachts mein Auto ein paar Straßen weiter, und lud ein paar Kumpels ein, um ihn zu überraschen und vielleicht sogar so lange festhalten zu können, bis die Polizei eintraf. Beim Warten auf ihn, und dem einen oder anderen Bier legten wir uns bestimmte Szenarien zurecht, was man mit ihm anstellen könnte. Natürlich kam er dann nicht genau in dieser Nacht, aber wir wiederholten die Aktion ein paar Wochen lang, und schließlich klappte es. Mitten in der Nacht hörten wir Türgeräusche. Er versuchte, mit einem langen Schraubenzieher die Tür aufzuhebeln. Ich riss die Tür auf, und er sah mich überrascht an, als einer meiner Kumpels ihm auch schon eine volle Ladung Pfefferspray ins Gesicht sprühte. Er wich instinktiv zurück, laut aufheulend, stolperte dabei, und prallte dummerweise mit dem Kopf direkt auf das Treppengeländer.


Dann blieb er benommen liegen. Einer der anwesenden Kumpels war glücklicherweise Rettungssanitäter und sah sofort nach, ob der Typ ernsthafte Verletzungen hatte. Es schien allerdings nicht so, er war einfach nur weggetreten. Wir beratschlagten, was zu tun war, dann beschlossen wir, ihm mal einen ordentlichen Schrecken einzujagen, einem Szenario entsprechend, das wir uns beim Bier ausgeklügelt hatten. Wir fesselten ihn also in meinem Flur an einen Stuhl, dann stülpten wir ihm einen Kissenüberzug mit Luftlöchern über den Kopf, knebelten ihn mit einer Socke, und hielten ihm Riechsalz unter die Nase. Er wurde wach und begann sofort an seinen Fesseln zu zerren. Ich tat in der Zwischenzeit so, als würde ich mit jemandem telefonieren. Einer meiner Kumpels schritt immer auf und ab, und die anderen tuschelten leise im Wohnzimmer. Der Typ wurde indessen immer unruhiger, als er mir beim Telefonieren zuhörte. Ich sprach unter anderem davon, dass ich nicht wüsste, was und wie viel er gesehen hatte, und dass wir ihn erst noch befragen müssten. Außerdem müssten wir ja herausfinden, ob er für die Gegenseite arbeitete, allerdings sagte ich auch, dass ich das angesichts des Dilettantismus seines Versuches nicht glaubte. Es stelle sich also die angebliche Frage, ob wir ihn verschwinden ließen, oder erst einmal unserer Organisation übergaben. Er bäumte sich auf, kippte fast mit dem Stuhl um, sackte aber dann irgendwann zusammen und begann erstickt zu schluchzen, was mir doch etwas leidtat. Vom Knebel befreit bettelte er uns an, ihm nichts zu tun, er würde auch bestimmt nichts sagen. Ich erklärte ihm, dass er ab jetzt rund um die Uhr beobachtet werden würde, und wir ihn, wenn er ein Sicherheitsrisiko für unsere Organisation darstellen würde, direkt aus dem Verkehr ziehen würden. Quasi noch in derselben Sekunde. Dann jammerte ich noch kurz mit meinen Kumpels herum, was das wieder für ein sinnloser Aufwand mit den Satelliten sei, und ob man ihn nicht einfach beiseite hätte schaffen können, aber schließlich entließen wir scheinbar zerknirscht das jammernde Häufchen Elend nach Hause. Zwei Wochen später war er mit Sack und Pack weg. Nur die gestohlenen Pflanzen vertrockneten langsam im Fenster vor sich hin.

Beichthaus.com Beichte #00033225 vom 08.05.2014 um 15:09:11 Uhr (11 Kommentare).

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Ein wahnsinniger Seitensprung

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Fremdgehen Trunksucht Morallosigkeit Lügen Last Night

Ich (w/24) bin seit etwas über fünf Jahren mit meinem Freund bzw. Verlobten zusammen. Wir wollen nächsten Monat heiraten. Ich bin zufrieden mit der Beziehung. Er ist ein lieber Kerl, mit dem man ab und an gut lachen kann. Wir verreisen viel und der Sex ist unglaublich gut. Er ist nur seltener als früher. Das Problem, das ich habe, ist, dass ich trotz allem ständig daran denke, mit anderen Sex zu haben. Es gibt einige, die sich für mich interessieren und mit manchen schreibe ich durchaus Dinge, die ich in meinen Gedanken und Fantasien zu gern machen würde. Ich habe allerdings nie daran gedacht, das tatsächlich in die Tat umzusetzen. Erst einmal, weil ich ihm nicht wehtun will, ich bin auch kein Mensch der Freude am Fremdgehen hat und dennoch kam es dazu. Es war Wochenende und mein Freund war das ganze Wochenende auf Dienstreise. Ich bin am Abend mit einem Freund ausgegangen, und wir waren auf einer Schwulen und Lesben-Party, da er schwul ist. Das ist nicht allzu relevant, da ich nur ihm zuliebe mitging. Ich trank allerdings an dem Abend einiges, und da ich sonst nie Alkohol trinke, bin ich natürlich schon von 3-4 Gläsern ziemlich dicht gewesen. Zumal wir auch noch vorgetrunken hatten, jeder eine Flasche Sekt. Wie dem auch sei. Ich bin an sich schon ein Mensch, der sexuell sehr aktiv und experimentierfreudig ist. Alkohol verursacht bei mir ein wirklich heftiges Verlangen nach Sex. Ich kann nichts dagegen machen, mein Freund war nicht da und ich war, entschuldigt die Ausdrucksweise, aber so etwas von geil auf einen Schwanz.


Ein Typ (19), den ich zufällig im Internet kennenlernte, und mit dem ich oft und sehr lange schrieb und von dem ich wusste, dass er in der Nähe wohnt, schrieb ich also gegen ein Uhr nachts eine SMS, ob er vorbeikommen würde, um mir das zu geben, was er mir des Öfteren schrieb. Er antwortete ziemlich schnell und es dauerte keine zehn Minuten, bis er vor der Tür stand. Ich war so betrunken nach Hause gekommen, dass ich einfach nur ins Bett fiel, mit Schuhen und Jacke. Ich zog sie aus, bevor ich die Tür öffnete. Ich schaute auch nicht nach, wer dort stand, ich öffnete und drehte mich sofort wieder um und ging Richtung Küche. Es war unglaublich - ich wollte eigentlich etwas trinken, dazu kam ich aber nicht, weil er mich an den Haaren packte, mich herumriss und nach unten drückte, sodass ich vor ihm kniete. Ich wusste von unseren Gesprächen, dass er extrem dominant ist, und ich fand es geil. Er nahm mich hart und brutal, er schlug mich dabei und wir haben so ziemlich jeden Raum in unserem Haus, in jeder möglichen Stellung entweiht. Es war einfach unfassbar geil. Es gibt kaum ein Wort, das beschreiben könnte, wie unglaublich diese Nacht war. Nachdem er wieder gefahren war und ich nach etwas Schlaf wieder nüchtern wurde, überkamen mich zwei völlig kontroverse Gefühle. Es verwirrt mich. Auf der einen Seite habe ich so unfassbare Schuldgefühle und will es meinem Freund erzählen. Wir sagen uns alles, und auch solche Dinge verschweigen wir eigentlich nicht. Allerdings habe ich Angst, wie er reagiert und dann ist da noch, dass ich trotz der Schuldgefühle an diesen wahnsinnigen Sex denken muss und immer wieder kommt das Verlangen hoch, es noch einmal zu tun. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich tun soll.

Beichthaus.com Beichte #00033211 vom 06.05.2014 um 13:21:59 Uhr (52 Kommentare).

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Konsum ohne Gewissen

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Verschwendung Feigheit Ignoranz Ernährung Hindelang

Ich engagiere mich seit einiger Zeit ehrenamtlich für eine Hilfsorganisation. Dort sind viele Leute, die auch sehr bewusst einkaufen, unter anderem auch Veganer. Ich würde es ja auch tun, aber ich kann mich einfach nicht überwinden, ich liebe viele Lebensmittel einfach zu sehr. Deswegen kaufe ich auch viele Lebensmitteln ein, bei denen ich weiß, dass man mit dem Kauf nichts Gutes tut - billiges Fleisch, abgepackte Wurst und Käse etc. In der Hilfsorganisation weiß niemand, dass ich ein solcher Konsument bin. Ich lüge und heuchle da natürlich auch nicht, sondern erwähne es einfach nicht. Aber letztens hatten wir eine Veranstaltung mit einer anderen Organisation und eine Dame von dieser Organisation sagte: "So, jetzt gehen wir noch in eine Saftbar zum Abschluss, ich weiß ja nicht, wie fair die Säfte dort sind, aber heute machen wir mal eine Ausnahme". Nach solchen Aussagen weiß ich, dass ich lieber nicht ehrlich bin. Aber es hat mich bisher auch noch niemand nach meinem Konsum gefragt. Aber wie gesagt, ich heuchle auch nicht - machen ja viele Leute, die nicht darauf Achten, was sie kaufen und im nächsten Moment die Menschen in Armut beklagen. Ich beteilige mich dann einfach nicht an solchen Gesprächen. Aber irgendwie komme ich mir manchmal schon falsch vor, weil ich ja in einer Organisation ehrenamtlich tätig bin, die sich für Armutsländer einsetzt und an vielem sind ja wir mit unserem Konsum mitschuldig.

Beichthaus.com Beichte #00033207 vom 05.05.2014 um 20:49:55 Uhr in Hindelang (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Rattengift im Tee

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Gewalt Missbrauch Ungerechtigkeit Verzweiflung Familie

Ich (w/39) wurde in eine Familie geboren, in der ich von vornherein nicht erwünscht war, dies spiegelt auch die Aussage von meiner Mutter wieder, die mir mit 12 Jahren wortwörtlich ins Gesicht sagte: "Du warst nicht erwünscht, ich hätte dich am Liebsten in der Badewanne […]
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Beichthaus.com Beichte #00033206 vom 05.05.2014 um 15:14:43 Uhr (27 Kommentare).

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