Der Alltag eines 22-Jänrigen

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Faulheit Engherzigkeit Selbstsucht Lügen

Ich bin 22 und männlich und will euch mal so meinen Alltag erzählen. Ich mache seit 1,5 Jahren meine Lehre als technischer Zeichner. Komme morgens in die Arbeit mache mein Zeichenprogramm auf und surfe dann die ganze Zeit bis um 5 Uhr auf einem kleinen Fenster im Internet. Ich wohne bei meiner Freundin und zahle keine Miete, das Essen kauft auch so gut wie immer sie. Ich mache nichts in der Wohnung von wegen aufräumen, rege mich aber immer tierisch auf, wenn es unordentlich ist. Am Wochenende gammele ich immer nur irgendwo rum und zocke, saufe, glotze fern oder stelle mir irgendwelche lustigen Drogen auf. Mein Handy ist gesperrt, weil ich meine Rechnungen seit einem halben Jahr nicht zahle.

Beichthaus.com Beichte #00023940 vom 03.06.2008 um 21:00:07 Uhr (22 Kommentare).

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Pingelige Studenten

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Hass Zorn Maßlosigkeit Studentenleben WG

Ich hasse die meisten meiner Mitbewohner hier im Studentenwohnheim. Jedes Mal, wenn irgendeiner von denen wieder seine Lache durch den Gang plärrt, oder wenn stundenlang Bagatellen auf dem Gang diskutiert werden, würde ich am Liebsten die Bude in die Luft sprengen […]
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Beichthaus.com Beichte #00023937 vom 03.06.2008 um 19:04:24 Uhr (15 Kommentare).

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“Beichte

Mein nerviger Nachbar

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Hass Boshaftigkeit

Mein Nachbar geht mir (m/38) so auf die Nerven, er fährt jeden Morgen meine Mülltonnen um und meint Abends immer, wenn ich ihn darauf anspreche: "Ja, ja, die Kinder in der Gegend hier." Außerdem arbeitet er seit vier Monaten in der Firma, in der ich ebenfalls arbeite. […]
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Beichthaus.com Beichte #00023932 vom 03.06.2008 um 14:32:57 Uhr (12 Kommentare).

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Ein Klümpchen zwischen Pilzen

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Rache Ekel Ernährung Schule

Also ich will ehrlich sein: Ich würde keine 5-Min****-T******* von M**** mehr essen. Wir waren vor zwei Jahren mal von der Schule aus in deren Werken, wo man uns den Betrieb gezeigt hat. Die Führung war fast so langweilig wie die Busfahrt, und um 14:00 Uhr habe ich mich noch mehr geärgert, weil ich um diese Zeit normalerweise zu Hause gewesen wäre, aber immer noch in dieser doofen Fabrik rumgurken musste. Jedenfalls erzählte unser Führer da gerade irgendwas von wegen Kontrolle und Hygiene und ich stand in einer der hinteren Reihen und hätte nicht einmal zuhören können, wenn ich gewollt hätte. und neben mir stand so ein Bottich mit Pilzen, also gefriergetrocknete Pilze oder so. Jedenfalls bekam ich irgendwann eine Stinkwut und habe einen richtig schönen Gelben aus meiner Raucherlunge in den Pilzbottich gesetzt. Anschließend ging es mir schon besser. Auch wenn der Rest der Führung scheiße war, ich fand es lustig, weil ich die ganze Zeit an die Klümpchen zwischen den Pilzen denken musste.

Beichthaus.com Beichte #00023929 vom 03.06.2008 um 11:15:09 Uhr (3 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Hilfe, ich gehöre zur Generation Doof!

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Ich muss beichten, dass ich (m/18) meine Generation hasse. Nicht, dass ich keine Freunde habe - ich bin sogar gerne mit diesen zusammen, aber im tiefsten Innern verachte ich sie alle für etwas, was ich nicht genau in einem Wort beschreiben kann. Ich nenne es jetzt einfach mal Dummheit, aber es ist nicht Dummheit in Bezug auf Intelligenz. Ich glaube, ich bin zwar auch nicht gerade auf den Kopf gefallen, aber in meiner Stufe (12. Klasse, Gymnasium) gibt es doch einige, die Zusammenhänge schneller erfassen und besser lernen als ich. Diese Dummheit zeigt sich vielmehr in einem scheinbar kollektiven Desinteresse, aus dem Unwissenheit und somit Manipulierbarkeit entstehen. Diese Leute scheinen sich für kaum etwas zu interessieren, aus dem sie nicht einen direkten und offensichtlichen Vorteil gewinnen. Am Deutlichsten zeigt sich das in extrem mangelhafter Allgemeinbildung: Wenn man in der gymnasialen Oberstufe nicht mal Berlin auf einer mit vorgezeichneten Ländergrenzen versehenden Deutschlandkarte anzeichnen kann oder noch nie etwas vom Attentat von Sarajewo gehört, frage ich mich echt, ob manchen Menschen gar nichts an Bildung liegt. Offenbar nicht, denn die oberste Maxime scheint wohl "So viel Spaß wie möglich!" zu lauten. Das ist zwar nicht direkt zu verurteilen, aber trotzdem extrem kurzfristig gedacht.

Aufgrund dieser Unwissenheit finde ich es oft anstrengend und geradezu langweilig, Gespräche mit Leuten im meinem Alter zu führen. Was ist das erste Gesprächsthema? Lästern über Menschen in ihrem Umfeld! Ich lästere zwar auch gerne mal, aber das kann doch nicht das dominierende und fast einzige Gesprächsthema sein!? Ab und zu wird auch mal über Autos, Sport oder PC-Spiele gesprochen - Dinge, die mich alle mehr oder minder interessieren, aber doch nichts essenzielles sind! An Geschichte, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft oder Religion/Philosophie etc. ist niemand interessiert. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin kein Streber, der meint, alle Leute müssten den ganzen Tag lernen. Ich mache selber nie Hausaufgaben und versuche stets mit minimalem Einsatz die bestmöglichen Noten rauszuholen, aber mich bringt es zur Weißglut, wenn jemand noch nie etwas von der aktuell laufenden Mindestlohndebatte gehört hat, dafür aber genau weiß, wer bei "Germanys Next Topmodel" im Halbfinale steht! Ich frage mich, wie man sich in diesem Fall fühlt, wenn man zufällig doch mal eine Zeitung in der Hand hält und keine Ahnung hat, von was da eigentlich die Rede ist - wahrscheinlich trotzdem ziemlich gleichgültig.

Dieses Widerstreben gegen alles, was in irgendeiner Weise anspruchsvoll zu verarbeiten sein könnte, zeigt sich auch in der Musik, die gehört wird: House. Langweiliges Computergedudel, das mit dem immer gleichen 4-to-the-floor-beat unterlegt ist und sich gegen jede Kreativität und Abwechslung wehrt, für grenzdebile Intelligenzallergiker - sollte man meinen! Aber von wegen: Das ist der Sound der deutschen Elite von morgen. Auch diejenigen, die jahrelang ein Instrument gespielt haben oder immer noch spielen und somit auch Ahnung von Harmonielehre etc. haben, sind davon nicht ausgenommen. Alles, bei dem eine etwas stärker verzerrte Gitarre zu hören ist und nicht von Linkin Park oder den Ärzten stammt, wird als Metal deklariert und ist somit verabscheungswürdig. Dass mindestens die Hälfte davon gar kein Metal ist, sondern allerhöchstens Metalcore (Ja, da besteht ein Unterschied!), und dass Metal sowohl für Musiker als auch für Zuhörer deutlich höhere Ansprüche stellt als diese akustische Vergewaltigung (lange nicht so hoch wie Klassik oder Jazz, aber deutlich höher als das normale radiotaugliche Zeug), stört die allerwenigsten. Auch mit Punk-Rock (kein musikalischer Anspruch, aber Texte mit Aussage!) kann kaum jemand etwas anfangen; zumindest nur so viel, dass das Geständnis, Punk zu hören, in etwa damit gleichkommt, seinen Wohnsitz als unter der Brücke anzugeben.

Den Charakter und Stellenwert, den Musik früher einmal hatte und in einigen Subkulturen immer noch hat, nämlich etwas Revolutionäres zu sein, mit dem man sich abgrenzen will, kennt überhaupt niemand mehr. Was das Besondere an Live-Musik oder einem virtuosen Instrumentalisten ist, scheint niemand zu verstehen. Und falls ihr es noch nicht wusstet: Instrumentalstücke, die nicht ausschließlich zum Tanzen gedacht sind, sind selbstverständlich langweilig. Natürlich ist mir klar, dass House-Musik im Prinzip nur eine Variable ist und von allem ersetzt werden könnte, schließlich suchen sich die Leute ja nicht aktiv aus, was sie hören wollen, sondern finden vielmehr gut, was sie zu hören kriegen. So ist es in vielen Bereichen: Solange es einfacher ist, sich damit anzufreunden, wird nichts hinterfragt. Ich könnte solche Beispiele noch länger fortführen, doch will ich es jetzt mal dabei belassen. Es ist für mich einfach nur eine scheiß Situation, immer so zu tun, als wäre ich einer von ihnen, obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes denke. Mit niemandem kann ich darüber reden, schließlich kommt das ja mega eingebildet und arrogant rüber. Und ich muss aufpassen, dass solche Gefühle, die ich tatsächlich von Zeit zu Zeit habe, nicht überhand nehmen. Ich hoffe nur, falls jemand überhaupt bis hier gelesen hat, dass man etwas Verständnis für mich entwickeln kann.

Manchmal wünsche ich mir, Ende der sechziger Jahre zu leben, als die Leute noch The Who und Jimi Hendrix gehört haben. Damals haben sich junge Menschen zwar scharenweise von ostasiatischen Demagogen und indischen Gurus fehlleiten lassen, aber sie hatten Ideale und wollten die Welt verbessern. Dieses Streben danach, etwas Neues zu schaffen, was besser ist als das, was die eigenen Vorfahren getan haben, fehlt mir bei meinen Mitschülern und Freunden, sodass ich jedem, der die heutige Jugend als "Generation Doof" bezeichnet, nur beipflichten kann und mich schäme, zu dieser dazuzugehören.

Beichthaus.com Beichte #00023928 vom 03.06.2008 um 08:35:43 Uhr (56 Kommentare).

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