Alles läuft falsch...

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Verzweiflung Trägheit Dummheit Gesundheit Schule

Ich, eine Frau von 23 Jahren, habe in meinem Leben bisher beeindruckend wenig auf die Beine gestellt. Ich habe einen mittelmäßigen Realschulabschluss, eine mittelmäßige Ausbildung an einer mittelmäßigen Schule mit mittelmäßigem Ruf mittelmäßig abgeschlossen und seitdem keinerlei Ziele mehr erreicht. Keine Firma stellte mich ein, weder um dort zu arbeiten, noch um mich dort neu ausbilden zu lassen - nur kostenlose Praktikanten waren willkommen. So lebte ich nach meiner Ausbildung drei Jahre lang bei meinen Eltern, meine Begeisterung, Bewerbungen zu schreiben, nahm zusehends ab, bis ich irgendwann gar nichts mehr machte, so wie schon immer. Schon in der Schule machte ich nichts, oder zumindest weit weniger als ich hätte tun müssen und können. Ich wurde gehänselt, nicht extrem, aber mehr als ausreichend, um mich regelmäßig krank zu stellen und mich nachmittags lieber in virtuellen Welten und Büchern zu verlieren als in der realen zu leben. Das hat sich nie geändert.

Vor ein paar Jahren lernte ich einen Mann kennen, der sein Leben ebenfalls etwas holprig begonnen hatte und nun gerade dabei war, es wieder aufzubauen, indem er sein Abitur nachholte. Er empfahl mir, das Gleiche zu tun, um meine Chancen zu verbessern und ich fand Gefallen an der Idee. Mein Leben änderte sich schlagartig. Meine Eltern waren dagegen, dass ich das tat. Sie meinten, dass die drei Jahre Schule, die dafür nötig wären, pure Zeitverschwendung seien. Also musste ich mich zum ersten Mal völlig alleine um alles kümmern - die Schule, die Wohnung, das BAföG - und ich habe es geschafft. Mittlerweile lebe ich seit eineinhalb Jahren in dieser Wohnung, aber so viel mehr hat sich dann doch nicht geändert. Nach knapp zweieinhalb Monaten stellte sich bei mir erneut die mich immer begleitende Lustlosigkeit, Trägheit, Müdigkeit, Prokrastination und das Desinteresse an den meisten Dingen, die mich umgeben, ein. Obendrein reagierte mein Körper darauf, dass ich dennoch versuchte, mich in die Schule zu schleppen, und nagelte mich morgens an die Toilette - Durchfall, immer dann, wenn ich gerade los gehen wollte. Anfänglich ging ich hinterher immer noch zum Arzt, um ein Attest zu holen, und ließ mich auch untersuchen, nur um herauszufinden, dass alles okay ist, doch irgendwann hörte ich auch damit auf, fehlte unentschuldigt und schottete mich noch mehr ab.

Ich machte regelrechte Großeinkäufe von Getränken, Dosennahrung und Unmengen an Süßkram, um die Wohnung nicht allzu häufig verlassen zu müssen, die sich nach und nach in eine Müllhalde verwandelte. Als dann Briefe von der Schule und vom Amt von Ausbildungsförderung folgten, wurde mir klar, dass ich etwas tun musste. Ich ging zur Schulleitung, um meine Situation zu erklären, um Entschuldigung zu bitten, mich für das laufende Schuljahr ab- und für das kommende neu anzumelden und um zu erklären, dass ich vorhatte, die Zeit dazwischen zu nutzen, um meine Probleme in den Griff zu bekommen, so wie ich es auch dem Amt für Ausbildungsförderung schrieb. Ich wollte zu einem Psychologen und ihm all das erzählen, konnte mich aber nie dazu aufraffen. Doch irgendwie regelte sich alles in der Zeit von selbst, oder jedenfalls fühlte ich mich besser und begann alles in den Griff zu bekommen. Ich begann, mich regelrecht auf das neue Schuljahr zu freuen, auf die neuen Menschen, die neue Chance, die ich dieses Mal ganz bestimmt nicht vergeigen wollte.

Und doch tat ich es, erneut und schneller als zuvor. Die Menschen, mit denen ich zusammen war, waren fabelhaft, vor allem die in der Klasse, die ich derzeit besuchen sollte, die Lehrer waren ebenso. Alles war gut, sogar das BAföG wurde mir noch einmal genehmigt. Und doch überfiel mich nach kurzer Zeit wieder diese Welle an Ungefühlen, die mich an meine Wohnung fesselten, bis ich irgendwann wieder unentschuldigt zu Hause blieb. Zwischenzeitlich konnte ich mich an einem besseren Tag einmal dazu aufraffen, endlich etwas zu tun. Ich ging zum Arzt, erklärte meine Situation, ließ mir endlich eine Überweisung zum Psychologen schreiben und einen Krankenschein ausstellen, den ich gleich in der Schule abgeben wollte. Die Sekretärin verlor das Verständnis allerdings langsam, was mich betraf. Als ich ihr den Krankenschein gab, fragte sie mich, wo denn die anderen seien. Die hatte ich natürlich nicht, und so sagte sie mir, dass das so nicht mehr lange weitergehen könne. Aus Frust kaufte ich eine ganze Menge Zeug, das ich mir eigentlich nicht leisten konnte.

Ich habe seitdem nicht mehr mit der Schule kommuniziert, habe nicht auf die Kontaktversuche reagiert. Derzeit drücke ich mich davor, mich schriftlich abzumelden, obwohl das unabdingbar ist, um Arbeitslosengeld II zu beziehen, da ich seit Beginn des Jahres aus nachvollziehbaren Gründen erneut kein BAföG mehr bekomme. Ich brauche Hilfe, das weiß ich. Im Internet meinte jemand, ich hätte Depressionen. Innerlich zeigte ich ihm einen Vogel. Wie kommt ein Fremder auf die Idee, mir Depressionen zu unterstellen? Aus Interesse habe ich allerdings einmal die Symptome gegoogelt und erkannte dabei unheimlich viele Parallelen. Definitionen und mehrere Tests halfen mir, mich in diesem Gedanken zu bestärken, was gut war, da ich nun etwas Handfestes hatte, das ich dem Psychologen erzählen könnte, wenn ich um einen Termin bitten würde.

Mittlerweile hatte ich auch einen ersten Termin. Der Psychologe gab mir weitere Tests mit, deren Auswertung auffällig war, woraufhin mir ein Schein für einen Bluttest mitgegeben wurde, um eine Unterfunktion der Schilddrüse auszuschließen. Der Termin wäre im Dezember letzten Jahres gewesen. Ich hätte schon lange einen neuen Test machen müssen, aber wie auch jetzt, da ich lieber einen ellenlangen Text ins Internet stelle. Warum weiß ich nicht. Ich will Klarheit, ich will wissen, was mit mir los ist, und ich will etwas dagegen tun, bevor es mein Leben vollends kaputt macht. Vor allem aber will ich dem Psychologen ein Ergebnis vorlegen können, denn solange er nicht weiß, dass mit meiner Schilddrüse alles in Ordnung ist, kann es gut sein, dass wir völlig umsonst miteinander reden. Aber bis dahin wird noch eine gewisse Zeit vergehen, denn so wie es aussieht, wird er die nächsten zwei Monate keine Zeit für mich haben. Noch bin ich ja kein fester Patient mit festen Zeiten.

Was beichte ich nun? Ich beichte all das. Dass ich mein Leben verkorkse, es nicht mal schaffe, das auf Kosten des Steuerzahlers zu tun, sondern derzeit von dem Geld lebe, das es zu Weihnachten gab. Vor allem aber, dass niemand in meinem Familien- Freundes- oder Bekanntenkreis etwas davon weiß, außer ein paar Fremden aus dem Internet, denen ich mich mehr oder weniger vollständig anvertraut habe, weil es dann kein Bild von mir gibt, das ich zerstören kann und ich mir keine Gedanken darum machen muss, was nun aus der zwischenmenschlichen Beziehung wird. Menschen, die danach noch eine wollen, kennen mich dann schon so, wie ich wirklich bin. Ich beichte, dass ich fremde Menschen und eine Plattform wie diese einem offenen Gespräch mit meinen Liebsten vorziehe, dass ich meine Eltern belüge, die außer dem Verdacht auf eine Depression nichts von all dem wissen, und durch eine wachsende Distanz in dem, was ich noch immer Beziehung nennen will, selbst zu dem Mann, den ich liebe, das Vertrauen nicht groß genug ist, um zu wissen, dass ich ihm all das ruhigen Gewissens erzählen kann.

Beichthaus.com Beichte #00037381 vom 12.01.2016 um 09:34:38 Uhr (24 Kommentare).

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Ein Drogendealer packt aus

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Drogen Habgier Waghalsigkeit Gewalt

Ich (m/50) möchte heute beichten, dass ich Mitte der 80er eine ganze Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern fast alleine mit Cannabis versorgt habe, beinahe umgebracht wurde und auch ins Gefängnis ging. Es fing alles an, weil ein Freund von mir, mit dem ich ab und zu einen Joint geraucht habe, eines Tages ankam, und mich fragte, ob ich nicht als Gärtner - den Beruf habe ich gelernt, da meine Eltern eine eigene Gärtnerei mit Baumschule hatten - in der Lage wäre, große, kräftige Pflanzen zu züchten. Er selbst stellte dafür einen Keller und die Samen zur Verfügung. Mit 20 Samen fingen wir an.

Und alles war recht professionell, Tageslicht- und Wärmelampen und eine Bewässerungsanlage wurden installiert. Drei der Pflanzen stellten sich als männlich heraus, aber die anderen 17 waren weiblich und wuchsen zu einer Größe von gut zwei Metern heran. Die erste Ernte belief sich auf fast zwei Kilo. Zur Info, 50 Gramm pro Pflanze sind eigentlich Durchschnitt, aber durch gute Düngung und lange Lichtzeiten erzielten wir durchschnittlich 110 Gramm pro Pflanze. Wir froren einen großen Teil ein und beschlossen, den Rest selbst zu rauchen. Doch dann bekam mein Freund ein Angebot von seinem Dealer, der sich wunderte, warum mein Kumpel nichts mehr kaufte, und beschloss, seinen Anteil auf einmal zu einem viel zu niedrigen Preis zu verkaufen. Man muss dazu sagen, dass die Hauptarbeit an mir hing, und er sich ohne Absprache einfach die Hälfte aus der Kühltruhe rausnahm. Und gegenüber seinem Dealer die Klappe nicht halten konnte.

Es kam zu einem schlimmen Streit, da ich wusste, dass der Dealer keine kleine Nummer war - und daher auch nicht ungefährlich. Daraufhin beschloss ich, das Projekt zukünftig alleine durchzuziehen. Auch mein ehemaliger Freund versuchte weiterzumachen, gab aber nach zwei Missernten auf. Ich dagegen vergrößerte die Anzahl der Pflanzen. Ich fing an, selbst zu verkaufen und gab gute Preise: Ich verlangte für das Gramm damals 5 Mark, für "nen Fuffi" gab es 12 Gramm. Der andere Dealer dagegen verlangte 7-9 Mark und gab nie Rabatt, außerdem war mein Gras qualitativ um Längen besser. Kurz gesagt gingen bald nur noch wenige zu ihm, und das auch nur, weil er auch nachts Leute belieferte, während ich nach 20 Uhr meine Ruhe wollte, und Leute, die danach anriefen oder klingelten, auch konsequent nicht mehr belieferte, die gingen halt dann auch zu ihm.

Aber er verlor trotzdem viele Kunden, während ich in einer kleinen, angemieteten Lagerhalle mittlerweile, fast zwei Jahre waren vergangen, um die 100 Pflanzen zog und so monatlich einmal ernten konnte, da ich versetzt aufzog. Ich zog in eine schöne Wohnung um, und sagte, da ich ja regulär im Betrieb meiner Eltern arbeitete, ich hätte mir einiges gespart. Niemand schöpfte Verdacht, selbst meine Freundin, der ich einen Antrag machte, als das Geld regelmäßig einlief, wusste nichts. Außer, dass ich abends gerne, ein oder zwei Joints zur Entspannung und für guten Sex rauchte. Denn Gras wirkte bei mir in etwa so, wie die kleinen blauen Pillen, die etwa 10 Jahre später auf den Markt kommen sollten.

Ich verkaufte auch nie in meiner Wohnung, sondern alle paar Tage in einem Stundenhotel in der Innenstadt. Immer zur selben Zeit, wer nicht rechtzeitig kam oder nicht vorbestellt hatte, hatte eben Pech. Der Besitzer des Hotels war taub, blind und stumm, solange er sein Geld bekam und in den anderen Zimmern gingen eh Nutten ihren Geschäften nach. Also fiel niemandem auf, wenn das Haus von vielen Leuten betreten und verlassen wurde. Ich dachte, ich könnte ewig so weitermachen und mir meine Rente sichern. Welch ein Irrtum. Es kam, wie es kommen musste, irgendwann stand der Dealer mit zwei Schlägern und meinem ehemaligen Kumpel vor der Tür und verlangte, dass ich in Zukunft zu einem geradezu lächerlichen Preis an ihn zu liefern hätte, sonst würde er mir das Geschäft zerstören und mich vernichten. Ich weigerte mich. Ich wurde daraufhin von den Schlägern bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und bekam noch einen Schlagstock oder so etwas auf den Schädel. Als ich wieder aufwachte, war meine Wohnungseinrichtung zertrümmert und mein - zum Glück nicht großer - Vorrat gestohlen. Da ich mein Geld woanders versteckte, haben sie wenigstens das nicht gefunden gehabt.

Mir selbst fehlten drei Vorderzähne, der Kiefer war angebrochen und ich hatte eine Gehirnerschütterung und ein Brillenhämatom. Also beide Augen blau und zugeschwollen. Man hatte wohl, obwohl ich schon bewusstlos war, weiter auf mich eingeschlagen. Außerdem war mir jemand auf die Hand getreten. Ich rief die Polizei und einen Krankenwagen, obwohl ich kaum verständlich sprechen konnte und irre Schmerzen hatte. Zum Glück kamen die schnell. Ich meldete einen Einbruch, ich erwähnte, ich wäre im Dunkeln angegriffen, gewürgt und geschlagen worden, was ja auch zum Teil stimmte. Irgendwas musste ich denen ja sagen. Noch vom Krankenhaus aus organisierte ich eine sichere, neue Tür und sorgte dafür, dass die Halle abgeerntet wurde. Da ich mittlerweile selbst Kontakte hatte, die auch mal ein halbes Kilo auf einmal kauften, setzte ich alles, was ich noch hatte, zu einem guten Preis ab und beschloss, mich mit einem hohen Betrag aus dem Geschäft zurückzuziehen.

Kurz darauf wurde jedoch ein Fenster meiner Wohnung eingeworfen, und ein Brandsatz durch das Loch geworfen, vermutlich ein Molotov-Cocktail. Ich schaffte es mit leichten Verbrennungen aus der Wohnung, da ich durch das brennende Wohnzimmer musste, und wurde unten, noch bevor Polizei und Feuerwehr da waren, von hinten und ohne Vorwarnung niedergeschlagen und wachte im Krankenhaus wieder auf. Ich habe nie rausgefunden, wer das genau war. Doch ich stellte entsetzt fest, dass ich fixiert und mit Handschellen ans Bett gefesselt war. Kurz darauf kam ein Polizist und teilte mir mit, dass ich wegen Drogenhandels im großen Stil festgenommen sei und, sobald ich transportfähig wäre, ins Gefängnis verlegt würde. Der Haftrichter hatte den Haftbefehl bereits ausgestellt. Gegen mich war ausgesagt worden! Wie sich herausstellte, hatte mein ehemaliger Freund für das Versprechen von Straffreiheit ausgesagt, mein Zwischenhändler gewesen zu sein und für mich mehr als insgesamt 30 Kilo verkauft zu haben. Was, siehe oben, ja nicht stimmte.

Dafür wurde er wohl von meinem Konkurrenten bezahlt. Obwohl ich alles abstritt, was nicht der Wahrheit entsprach, aber Anbau und Verkauf gestand und den Konkurrenten ebenfalls belastete, bekam ich fast sechs Jahre Haft und wurde von meinen Eltern enterbt, bis auf den Pflichtteil bekam ich nichts vom Erlös des Verkaufes der Gärtnerei, die ich eigentlich hätte erben sollen. Meine Verlobte, die sagte, sie würde warten, hatte drei Monate nach meiner Verurteilung einen neuen Freund. Mein Konkurrent wurde zwar vorgeladen und seine Wohnung durchsucht, aber nichts gefunden und niemand, außer mir, traute sich auszusagen. Mir wurde daher Belastungseifer unterstellt und gegen den Konkurrenten wurde nicht einmal Anklage erhoben.

Im Knast machte ich eine Weiterbildung nach der anderen und wurde danach, ich saß vier Jahre ab, von der Stadt, in der ich lebe, als Landschaftsgärtner eingestellt. Zum Mindestlohn von 12 Mark die Stunde. Mehrere Jahre lebte ich in einer zugigen 1,5 Zimmerwohnung, in der es schimmelte, und wurde durch den Schimmel lungenkrank. Ich hatte kaum Freunde und nur kurze Beziehungen. Ich vereinsamte und verwahrloste zusehends. Und fing an zu trinken, was ich aber bald wieder ließ, da ich Alkohol nie vertragen habe und mein ganzer Körper extreme Abwehrerscheinungen zeigte. Das Geld aus dem Erbe war trotz einer monatlichen Auszahlung von 800 Mark für die Miete der Bruchbude bald weg. Zum Glück fand ich nach sechs Jahren des Lebens am Existenzminimum und einer teilstationären Therapie einen neuen Job, der besser bezahlt wurde, und dort bin ich bis heute.

Und mit etwas Glück bleibe ich bis zur Rente dort. Aber trotzdem waren drei fette Jahre es nicht wert, fast die ganze Zeit danach dafür zu zahlen. Ich hätte beim Eigenanbau bleiben sollen, aber wer zu gierig wird, der wird ausgeschaltet und bestraft. Heute rauche ich nur alle paar Wochen noch was, wenn mir eine alte Freundin, die immer zu mir hielt, mal zwei Joints zusteckt. Ich kann nur jedem Kiffer raten, es dabei zu belassen. Heute ist eh alles noch viel gefährlicher als vor fast 30 Jahren. Wirklich, lasst es.

Beichthaus.com Beichte #00037308 vom 30.12.2015 um 01:27:48 Uhr (38 Kommentare).

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“Beichte

Meine Ex hat mein Vertrauen zerstört

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Fremdgehen Verzweiflung Ex

Es ist nun mittlerweile zwei Jahre her, dass mich meine Ex nach einer sehr langen Beziehung betrogen hat. Dabei war sie immer der eifersüchtige Kontrollfreak, der mir nie vertraut hat - und das völlig grundlos. Seit 1,5 Jahren habe ich eine neue Beziehung, die in jeder erdenklichen Weise besser ist als die vorherige. Wir verstehen uns unglaublich gut, führen eine sehr vertraute und harmonische Beziehung. Außer ein paar kleinen Zickereien stand noch nie etwas zwischen uns. Ich liebe sie von ganzem Herzen. Noch nie hatte ich so sehr dieses "Sie ist die Richtige"-Gefühl!


Und dennoch ertappe ich mich jeden Tag dabei, wie ich an meine Ex denke. Jeden Tag aufs Neue frage ich mich, wie ein Mensch jemanden nur so verletzen kann? Ich hatte ihr damals blind vertraut. Jeden Tag aufs Neue plagt mich nun die Angst, dass diese wundervolle Frau, die jetzt an meiner Seite ist, mir dasselbe antut. Jeden Tag, wenn ich unterwegs bin, fürchte ich, meiner Ex zufällig in der Stadt zu begegnen. Dann ist der Schmerz wieder wie neu, nur dass ich mir vorstelle, meine neue Freundin tut mir das an. Ich hasse meine Ex so sehr dafür. Sie hat in mir etwas zerstört, das wohl nie wieder heil wird.


Ich kann mit niemandem darüber reden. Keiner versteht es, dass ich jeden Tag noch daran zehre, nach all der Zeit. Meine Ex war ohnehin kein guter Mensch. Sie hat mich schlecht behandelt in sehr vielen Dingen. Meine gesamte Familie ist froh darüber, dass sie nicht mehr Teil meines Lebens ist und ich endlich eine ehrliche gute Frau gefunden habe. Ich bin heilfroh, dass ich sie los bin - nur irgendwie bin ich es nicht. Mein Leben ist seit damals in persönlicher, beruflicher, finanzieller und familiärer Sicht um Welten besser geworden. Ich habe sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen und dennoch sehe ich jeden einzelnen beschissenen Tag ihr Gesicht vor meinen Augen und ich weiß nicht, warum das nicht endlich aufhört.

Beichthaus.com Beichte #00037180 vom 08.12.2015 um 00:56:39 Uhr (10 Kommentare).

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Meine braunen Zaubertüten

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Rache Ekel Unreinlichkeit Zorn

Ich bin seit meiner Kindheit mit einem Typen aus meiner Nachbarschaft befreundet, nennen wir ihn Sven. Wir gingen gemeinsam in die Grund- und Realschule, ich später noch aufs Gymnasium, während er eine Ausbildung machte. Trotzdem haben wir uns nie aus den Augen verloren, sondern regelmäßig Zeit miteinander verbracht. Allerdings ist unsere Freundschaft vor zwei Jahren, zumindest auf meiner Seite, zerbrochen. Er fing etwas mit meiner Freundin an - wir waren zwar getrennt, aber gerade einmal ein halbes Jahr, sodass ich es einfach nur absolut asozial finden musste. Für ihn und meine Ex war es jedoch offenkundig kein Problem, sie beide suchten noch regelmäßig den Kontakt zu mir.


Nun ja, nach dem letzten Wochenende wird damit wohl Schluss sein, denn ich habe endlich eine von mir über Wochen vorbereitete Aktion durchgeführt. Sie soll deshalb hier gebeichtet werden. Ich muss jedoch noch ein wenig weiter ausholen: Die Familie eines Kumpels von mir hat einen Kleingarten, in dem wir uns (auch Sven) regelmäßig getroffen und die Abende verbracht haben. Es gab allerdings keine Toilette, sondern nur einen 12-Liter-Eimer, der unsere Exkremente, und was noch so nach stundenlangen Saufgelagen unseren Körper verließ, auffangen musste. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, stand dieser Eimer über JAHRE, wirklich über JAHRE in diesem Garten und wurde, so weit ich mich erinnern kann, nur ein oder zwei Mal ausgeleert.


Als ich vor zwei Wochen via Facebook zum Geburtstag von Sven eingeladen wurde, kam mir eine Idee. Ich fuhr noch in derselben Nacht zum Garten meines Kumpels und holte den Eimer ab. Obwohl ich mit offenen Fenstern gefahren bin und das Ganze mit Frischhaltefolie abgedeckt hatte, war ich schon die gesamte Fahrt über kurz vorm Kotzen. Zu Hause angekommen, ging es aber erst so richtig los: Die braune Pampe musste, um mein Vorhaben zu verwirklichen, in herkömmliche Tiefkühlbeutel umgefüllt werden. Ich habe das auch (mit Suppenkelle, Gummihandschuhen und Mundschutz) hinbekommen. Der gesamte Inhalt passte zwar leider nicht in die Tüten, aber kein Problem. Das braune Gold kam dann in den Tiefkühler, wo es eine Woche eiskalten Schlaf hielt.


Letzte Woche war es dann endlich so weit. Die Party begann um 21 Uhr, ich kam allerdings extra ein paar Stunden später, weil ich wusste, dass da die meisten schon ziemlich einen im Tee haben würden. Das kalte Wetter spielte mir in die Hände, so konnte ich meine Zaubertüten im Auto lassen, ohne dass sie direkt auftauten. Ich ging dann erst mal hinein, trank und feierte ein wenig mit den anwesenden Gästen, wobei ich sagen muss, dass Svens Wohnung wirklich unfassbar riesig und kostspielig ausgestattet ist. Als es sich alle auf den Sofas gemütlich gemacht hatten und Sven begann, mit den anderen Videos zu schauen, war meine Zeit gekommen. Ich verließ die Wohnung und holte die Tüten aus dem Auto.


Danach begann ein minutenlanger Streifzug durch die Wohnung, während dem der gefrorene Inhalt meiner Tüten verteilt wurde: Es wanderte ein Brocken in den Spülkasten, die Taschen all seiner Anzüge und Mäntel im Schlafzimmer erhielten ebenfalls eine Ladung - ebenso seine Schuhe und das Computergehäuse. Seine kostbare Briefmarkensammlung und die Hängelampen blieben auch nicht verschont. Zum krönenden Abschluss veredelte ich auch das Kopfkissen und den Schlüsselkasten - und noch ein paar andere Sachen.


Alles in allem ein voller Erfolg, der seine volle Pracht erst am nächsten Morgen entfalten sollte. Noch heute stelle ich mir vor, wie er morgens in seinem kacke-besudelten Bett aufwacht, vom eigenen Gestank geweckt und sich dann hektisch ins Klo übergibt, wo die nächste Ladung direkt nachfließt. Mit der Zeit kommen wohl immer mehr meiner braunen Geschenke zu Tage, sodass er sich am Ende wohl gezwungenermaßen fragen muss, welcher Mensch während einer Party in die entlegensten Winkel und Orte seiner Wohnung gekackt haben könnte.

Beichthaus.com Beichte #00037079 vom 21.11.2015 um 17:48:10 Uhr (31 Kommentare).

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Ein Satansbraten ohne Anstand

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Hass Zorn Zorn Kinder Schwangerschaft

Ich hasse das Patenkind meines Mannes. Der Kleine wird demnächst vier Jahre alt und seine Eltern haben einen langen Weg hinter sich, um ihn zu bekommen, da er durch eine Sterilitätsbehandlung entstanden ist. Nun ist es so, dass er quasi keine Grenzen kennt. Ihm wird zwar immer gedroht, wenn er Mist macht, was aber keinerlei Konsequenzen nach sich zieht und dementsprechend juckt ihn das nicht. Er soll sein Spielzeug zusammenräumen, das er gerade im Garten verteilt hat? Nach ewigen Hinweisen durch die Eltern räumt irgendwann der Vater alles weg. Es wird gegrillt und der Kleine soll einen Sicherheitsabstand zum Grill halten? Natürlich scheißt er darauf und hängt in einem unbeobachteten Moment quasi mit der Nase in der Grillkohle und fängt sich irgendwann einen Funken ein, was dazu führt, dass er laut losplärrt - und dann keift gerne die Mutter herum, dass der Vater oder auch die Großeltern von dem Kleinen nicht richtig aufgepasst haben.


Dann beim Weihnachtsessen letztes Jahr: Der Kleine möchte etwas zu trinken haben, will aber unbedingt den Becher hochhalten, während ihm Wasser eingeschüttet wird. Das soll er nicht wegen der Gefahr des Verschüttens, woraufhin er so laut losplärrt, wie er nur kann, dann noch losrennt und aus Wut Sachen auf den Boden schmeißt, die ihm gerade in den Weg kommen. Das Ende vom Lied? Er wird getröstet. Dann wird ihm etwas zu trinken in seinen Becher geschüttet, den er beim Einschütten hochhält, dann aber nicht halten kann und sich das Getränk doch noch über den gedeckten Tisch ergießt. Aber das kann man ja alles waschen. Auch beim Essen sitzen zu bleiben ist nicht möglich. Ich meine jetzt nur für die reine Nahrungsaufnahme. Ich würde von einem 3-Jährigen auch nicht verlangen, bei einem 3-Gänge-Essen die ganze Zeit still sitzen zu bleiben - auch wenn ich hier jetzt vielleicht als der letzte Kinderhasser dastehe. Aber nein, er klettert bei seinen Eltern herum, oder auch bei den Großeltern, will sein Essen nicht essen, sondern lieber etwas anderes und macht nur Chaos. Auch wird gerne damit gedroht, dass er kein Vanilleeis zum Nachtisch bekommt, wenn er nicht etwas Vernünftiges isst. Er isst sein Mittag dann aber doch nicht und bekommt zum Nachtisch sein Vanilleeis.


Wenn seine Eltern mit Konsequenzen drohen, dass er auf sein Zimmer muss, wenn er nicht langsam herunterfährt, juckt ihn das nicht - es passiert ja auch nichts. Vor knapp einem Jahr hatte er eine ziemliche Beißphase. So ist es dann gekommen, dass wir dort zu Besuch waren, der Kleine auf mich zustürmte und mir volles Pfund in den Oberschenkel gebissen hat. Ich war auf den Moment so perplex und auch schon gleich wieder genervt von dem Balg, dass ich ihn weggeschubst habe, was dazu führte, dass er hingefallen ist. Es ist nichts dabei passiert, aber er hat mich angeguckt wie ein Auto und fing gleich wieder lauthals an zu plärren. Worauf er von seiner Mutter getröstet wurde. Auch sind von meinem Mann und der Großmutter des Kindes schon vier bis fünf Brillen kaputtgegangen, die dann über die Haftpflichtversicherung der Eltern repariert wurden. Nun kam neulich ein Brief, dass der letzte Brillenschaden übernommen wird, die Versicherung danach jedoch gekündigt wird.


Das ist nur ein kleines Sammelsurium an Geschichten über dieses Drecksbalg. Ich mag Kinder, aber der geht mir nur noch auf den Sack. Nun haben mein Mann und ich auch eine Sterilitätsbehandlung hinter uns und wir hoffen nun, dass ich schwanger bin. Ich schwöre, bei allem, was mir lieb und teuer ist, dass unser Kind nicht so eine verzogene Göre wird, wie das oben erwähnte Kind. Ich habe meinem Mann auch durchaus schon gesagt, dass wir Grenzen aufzeigen werden, was bei uns schon zu einer Meinungsverschiedenheit geführt hat, weil ich sein Patenkind einfach nur schrecklich finde - denn mein Mann hält ihn nur für aufgeweckt. Nun hat die Mutter des Patenkindes mitbekommen, dass wir bei unserem Kinderwunsch ärztlich unterstützt werden. Sie befindet sich mit ihrem Mann auch wieder in ärztlicher Behandlung - für ein Geschwisterchen zu ihrem Terrorbalg und freut sich auf die gemeinsame Schwangerschaft. Ich beichte hiermit, dass ich hoffe, dass sie nicht schwanger wird, weil ich keinen Wert auf einen zweiten Satansbraten von ihr lege.

Beichthaus.com Beichte #00036956 vom 02.11.2015 um 08:55:59 Uhr (20 Kommentare).

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