Die unfreundliche Menschheit

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Zorn Engherzigkeit Ignoranz Gesellschaft

Ich bin eigentlich immer ein freundlicher, offener Typ gewesen, aber so langsam reicht es mir. Als der Sturm Xaver am Donnerstag bei uns wütete, wurde ein Baum umgeknickt, der dann halb auf der Straße hing. Man sah ihn kaum und ich wäre fast reingefahren. Also habe ich die Feuerwehr und die Polizei verständigt und habe mit allem, was ich hatte, die Unfallstelle abgesichert, damit niemandem etwas passiert. Ich wollte so lange warten, bis die Einsatzkräfte eintreffen. Nun stand ich dort fast zwei Stunden lang und habe den Verkehr geregelt und die Leute gewarnt, bis endlich die Polizei kam. Anstatt in irgendeiner Weise "Danke" zu sagen, bekam ich einen Rüffel, weil ich auf der Straße stand und eine Verwarnung, weil ich falsch geparkt hatte. Nett, oder? Nach dieser Aktion bin ich stinksauer und klitschnass nach Hause gegurkt. Heute bin ich in meine Schrauberhalle gefahren, um etwas am Auto zu machen. Im Kreuzungsbereich wollte ein Radfahrer die Straße überqueren, aber da ich Vorfahrt hatte, bin ich auch durchgefahren. Der nette Herr reagierte darauf mit wüsten Beschimpfungen und wollte mir aufs Auto spucken. Ich wusste gar nicht, wo oben und unten ist, denn ich hatte eh Vorfahrt und er hätte warten müssen. Zehn Meter weiter habe ich ihn dann überholt und der alte Sack zeigte mir ganz dreist den Mittelfinger! Da war es vorbei. Ich habe die Geschwindigkeit gehalten, habe ihm eine Schimpfwortsalve an den Kopf geknallt und ihm gedroht, ihm in die Fresse zu schlagen. Bin dann aber weiter gefahren. Und nun beichte ich, dass ich mich weiter so verhalten werde, da die Menschheit mich mit ihrer Unfreundlichkeit nur noch ankotzt. Wer nett zu mir ist, zu dem bin ich auch nett. Aber so etwas lasse ich mir nicht mehr bieten!

Beichthaus.com Beichte #00032364 vom 07.12.2013 um 14:40:15 Uhr (19 Kommentare).

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Mein langsamer Ehemann

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Aggression Zorn Engherzigkeit Partnerschaft

Ich (w/27) beichte, dass ich extrem ungeduldig bin und dann Aggressionen bekomme. Gerade ist es schon wieder so. Ich arbeite von Zuhause aus und sitze gerade an meinem Schreibtisch. Mein Mann ist vor einer Stunde von der Arbeit nach Hause gekommen und soll jetzt unseren Sohn von der Kita abholen. Meiner Meinung nach sollte der Kleine dort nicht länger als bis 15:30 Uhr bleiben, weil acht Stunden in der Kita einfach zu viel für einen Zweijährigen sind. Und jetzt ist es schon 15:50 Uhr und mein Mann streunt hier immer noch herum und tut gar nichts. Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und knirsche vor Aggression mit den Zähnen. Er braucht - ohne Witz - mindestens eine Stunde um aufzubrechen. Wenn er also sagt, dass er den Kleinen abholen geht oder etwas anderes machen will, geht er erst eine Stunde später aus dem Haus. Und das Schlimmste ist, dass er allem Anschein nach nichts Bestimmtes tut. Er kommt einfach nicht zu Potte, tigert durch die Wohnung, tut dies und das. Jetzt steht er gerade am Schreibtisch und macht irgendwas mit seinen Unterlagen. Eben hat er in seinem Rucksack rumgekramt. Er läuft von Zimmer zu Zimmer und ich werde verrückt. In der Zeit kann ich mich auch nicht konzentrieren und arbeiten, weil ich ständig seine Schritte und Geräusche höre und mich frage, wann er endlich abhaut. Ich glaube, meine Aggressionen sind nicht normal. Ich weiß auch nicht, warum es mich so aufregt. Inzwischen glaube ich, dass es mich nicht einmal so stört, dass unser Sohn so lange in der Kita warten muss, sondern einfach, dass mein Mann sagt, dass er jetzt geht und dann trotzdem eine Stunde lang rastlos und scheinbar geschäftig in der Wohnung bleibt.

Beichthaus.com Beichte #00032345 vom 04.12.2013 um 16:00:25 Uhr (35 Kommentare).

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“Beichte

Sehnsucht nach einer Erbschaft

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Verzweiflung Zorn Boshaftigkeit Familie

Ich bin eine alleinerziehende Mutter von fünf Kindern zwischen 12 und 21 Jahren. Sie sind alle sehr lieb und rücksichtsvoll. Ich habe sie gar nicht verdient. Seit 12 Jahren bin ich alleinerziehend und arbeite sehr viel. Letztes Jahr war ich arbeitslos, und dadurch, dass ich zuerst die halbe Stelle und erst nachher die Ganze verlor, bekam ich von der Arbeitslosenversicherung nur 80 Prozent der halben Stelle. Das reichte für nichts. Da alle meine Kinder entweder das Gymnasium besuchen, oder schon studieren, sind die Kosten hoch und ich habe mich während dieses Jahres verschuldet. Nun arbeite ich seit August wieder Vollzeit und habe ein gutes Einkommen. Aber da ich so viel arbeite, brauche ich eine Haushaltshilfe, die mich auch viel kostet und trotzdem nicht viel taugt. Ich versuche, Schulden abzubauen, wo es nur geht. Ich bin abends allerdings so müde, dass ich keine Kraft mehr für meine Kinder habe. Oft werfe ich eine Schlaftablette ein, sobald ich zu Hause bin, damit ich die ganzen Geldsorgen vergessen kann. Ich bin eine schreckliche Mutter. Das habe ich wohl von meinen Eltern - die sind nämlich richtig reich, sehen es aber nicht ein, mir zu helfen. Für sie bin ich die Sünderin, weil ich mich von meinem Mann getrennt habe. Nach Bekanntgabe unserer Trennung schickte mir mein Vater einen Brief, gespickt mit Bibelzitaten. Darin stand unter anderem, dass, wenn ich mich für diesen sündhaften Weg entscheiden würde, ich für immer auf die Unterstützung meiner Familie verzichten müsse. Dabei hatten sie mir vorher auch nie geholfen. Ich möchte beichten, dass ich mir manchmal wünsche, dass sie einen Unfall haben und ich ein paar Millionen erbe. Das Leben wäre so viel einfacher. Ich schäme mich so und fühle mich deswegen sehr schuldig.

Beichthaus.com Beichte #00032328 vom 01.12.2013 um 22:23:09 Uhr (40 Kommentare).

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Für eine tolerante Gesellschaft

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Vorurteile Zorn Internet Gesellschaft

Mir gehen diese ewig-gestrigen Braunköpfe, die neuerdings überall im Netz ihre überholten und gleichen Tiraden verbreiten, so was von auf den Senkel. Diese Leute sollten nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist es nämlich, was sie zum Überleben brauchen. Sobald sich auch im Internet - wie im realen Leben - keiner mehr um sie kümmert und sie nicht mehr ernst genommen werden, wird ihnen hoffentlich auch hier langweilig und sie verziehen sich wieder. Ich beichte, dass ich diese Sorte Mensch zutiefst verachte und mir wünsche, sie würden endlich aussterben oder alle nach Neuschwabenland auswandern. Ich beichte, dass ich voller Überzeugung ein sogenannter "Gutmensch" bin! Und ich bin stolz darauf!


Ich beichte außerdem, dass mich Feste wie Weihnachten, Ostern und andere einen feuchten Kehricht interessieren, dass ich den Weihnachtsbaum nicht als deutsches Kulturgut anerkenne und es mir herzlich egal ist, ob er öffentlich aufgestellt werden soll. Ebenso ist es mir völlig egal, ob ich über einen Weihnachtsmarkt oder einen Jahresendmarkt flaniere, und ob es dort statt Glühwein und Bratwurst eben Döner mit Buttermilch gibt. Ich beichte, dass mir Schaumküsse mit Schokoladenüberzug und Schnitzel mit Balkangemüse immer noch genauso gut schmecken wie Negerküsse und Zigeunerschnitzel, und dass ich diesen Begriffen nicht hinterhertrauere. Ich beichte also, dass mir eine weltoffene und liberale, tolerante Gesellschaft wichtiger ist, als nationale Identität und ähnliche veraltete Denkweisen.

Beichthaus.com Beichte #00032326 vom 01.12.2013 um 17:43:33 Uhr (47 Kommentare).

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Der asoziale Schmarotzer

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Feigheit Neid Zorn Ignoranz

Seit einem halben Jahr habe ich (w/21) einen Freund, der einfach der größte Schmarotzer ist. Trotzdem beneide ich ihn irgendwie, weil es ihm einfach so gut geht. Ich mache zurzeit eine Ausbildung und studiere nebenbei - deshalb muss ich auf jeden Cent achten, während der Monsieur mit einem Minijob und seinem Arbeitslosengeld auf knapp 2.000 Euro monatlich kommt. Wir zoffen uns deshalb nahezu täglich - mir geht sein verschwenderisches und faules Verhalten einfach auf die Nerven. Er arbeitet nur drei Tage in der Woche, während ich jeden Tag Überstunden schiebe und danach noch den Haushalt schmeiße und seinen Dreck wegmache, obwohl ich eigentlich lernen sollte. Noch dazu zahle ich das Essen alleine und er wohnt generell quasi auf meine Kosten - er denkt nicht darüber nach, was passiert, wenn er jeden Tag eine halbe Stunde lang duschen geht oder die Fenster aufreißt, während die Heizung hochgedreht ist. Ich habe auch noch nie einen Cent von ihm gesehen. Wenn ich ihn bitte, etwas für mich zu erledigen, zettelt er einen Streit an, haut dann ab und gibt sein Geld für Alkohol und Marihuana aus, anstatt damit mal Lebensmittel kaufen zu gehen.


Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und musste schon immer auf mein Geld achten. Ich habe ständig Angst, pleitezugehen, weil ich von niemandem finanzielle Unterstützung bekommen würde, wenn etwas passiert. Ich bin auf mich alleine gestellt - aber mein Freund versteht nicht, warum ich an jeder Ecke spare. Aber das aller Schlimmste ist, dass er meine Arbeit überhaupt nicht schätzt. Er meckert jeden Tag rum, dass die Wäsche nicht gewaschen ist, warum kein Fleisch auf dem Teller liegt und beschwert sich auch, dass ich nicht oft genug die Beine breitmache. Ich hingegen erledige seinen Papierkram für die ganzen Ämter und die Polizei - was ziemlich oft nötig ist, da er so viel Scheiße baut. Ich habe ihm sogar mein ehemaliges WG-Zimmer überlassen, nur, damit er den Mietvertrag nicht unterschreibt und unter meinem Namen dort wohnt. Ich möchte beichten, dass ich total neidisch auf sein einfaches Leben bin, obwohl ich weiß, dass er ein asozialer Schmarotzer ist. Außerdem, dass ich nicht den Mut habe, ihn endlich rauszuschmeißen.

Beichthaus.com Beichte #00032323 vom 30.11.2013 um 17:26:21 Uhr (27 Kommentare).

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