Das Mädchen aus dem Zug

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Engherzigkeit Ungerechtigkeit Liebe Begehrlichkeit

Früher musste ich immer mit dem Zug ans Gymnasium fahren, da ich damals aber erst elf Jahre alt war, waren meine sowieso etwas zu übervorsichtigen Eltern besorgt und baten ein älteres Mädchen aus dem Ort, das eine Klassenstufe über mir war, doch etwas auf mich achtzugeben, wenn ich mit dem Zug fahre. Auch wenn das meine Eltern wohl nicht beabsichtigt hatten, entwickelte sich daraus eine blühende Zug-Freundschaft. Was ich damals wohl nicht kapiert hatte, war, dass sie sich wohl etwas in mich verguckt hatte - was aber jeder außer mir, vor allem meine ältere Schwester, die auch an der Schule war, bemerkte. Jedenfalls unterhielten wir uns immer viel und leider machte ich den Fehler, meinen Eltern zu erzählen, dass sie mir öfters Horrorgeschichten erzählte, die sie sich ausdachte. Kommentar meiner Eltern in etwa: "Pass lieber auf, halt eher etwas Abstand, die ist irgendwie seltsam." Ich Idiot musste das natürlich so umsetzen, dass ich sie, als sie sich im Zug das nächste Mal zu mir setzen wollte und mir deshalb folgte, anraunzte: "Rennst du mir etwa nach!?" Sie schaute mich nur verdutzte an und setzte sich hin, während ich in ein anderes Abteil ging. Ein paar Tage später kam ein Mädchen aus meiner Klasse in der Pause zu mir und gab mir ein Bild, das besagtes Mädchen aus dem Zug für mich gemalt hatte. Da ich damals unheimlich auf einen bestimmten Anime stand, hatte sie mir eine Figur daraus gezeichnet, und zwar wirklich gut. Und was habe ich Schwachmat getan? Ich habe sie quer über den ganzen Schulhof angeschaut und das Bild zerknäult. Ich konnte förmlich sehen, wie in diesem Moment etwas in ihr zerbrach. Seitdem habe ich nie mehr etwas von ihr gesehen oder gehört, soweit ich es mitbekommen habe, hat sie die Schule gewechselt und ist auch irgendwann weggezogen.

Obwohl das Ganze schon bestimmt acht Jahre zurückliegt, erinnere ich mich daran, als wäre es gestern gewesen. Und erst jetzt werden mir manche Sachen klar. Zum Beispiel glaube ich, dass diese "Warnung" meiner Eltern wahrscheinlich eher daher rührte, dass meine Schwester ihnen erzählt hatte, dass dieses Mädchen wohl in mich verschossen war und sie mich ganz einfach zu jung dafür fanden, irgendwelche Liebschaften zu entwickeln, gerade mit älteren Mädchen. Genauso ist mir jetzt klar, dass sie mir wohl mehr bedeutet hat, als ich damals gedacht habe. Besagtes Bild zum Beispiel, das sie für mich gemalt hatte, habe ich zwar zerknäult, aber ich habe es nicht weggeschmissen. Kaum war ich außerhalb ihrer Sichtweite, hatte ich es wieder entknäult und eingepackt. Ich könnte mich heute unglaublich dafür in den Arsch beißen, wie ich mich damals verhalten habe. Noch seltsamer ist, was jetzt passiert ist. Vor wenigen Tagen war ich mal wieder bei einem bekannten Internet-Portal unterwegs und sah die Bekanntenliste meines besten Freundes durch, als mir ein Name auffiel: Es war ihr Nachname. Ich dachte "Moment mal, du kennst doch auch jemanden, der so heißt. Wie heißt die noch mal mit Vornamen." Und urplötzlich schoss mir ihr Name durch den Kopf, den ich schon vor Jahren vergessen und verdrängt hatte. Ich gab ihren Namen in das Suchfenster ein und Bingo, da war sie. Ich sah mir ihr Profil und ihre Bilder an, aus ihr ist eine richtig schöne junge Frau geworden. Und wieder hätte ich mir am liebsten selbst den Arsch aufgerissen. Anscheinend wohnte sie sogar wieder hier im Ort, ich konnte es kaum glauben. Sofort schickte ich ihr eine Anfrage, meiner Bekanntenliste hinzugefügt zu werden, und kaum hatte sie das angenommen, schrieb ich sie an. Ich fragte sie nur kühl, ob sie mal an dem Gymnasium gewesen sei, an dem ich früher war und vor wenigen Monaten Abitur gemacht habe. Mein Gott, selbstverständlich wusste ich, wer sie war, aber würde sie sich überhaupt noch an mich erinnern? Ich konnte ja schlecht ankommen und einen auf alten Bekannten machen. Sie antwortete mir und erkannte mich sofort wieder, seitdem schreiben wir und sie macht den Eindruck, als wäre sie echt froh darüber. Auf meine Anregung hin wollen wir uns demnächst sogar mal treffen, normalerweise hätte ich sie das nie fragen können, aber ich will sie einfach nur wiedersehen. Ich weiß, dass ich sie lange nicht gesehen habe und seitdem viel passiert ist, aber irgendwas in mir spielt ihretwegen total verrückt. Ich hoffe nur, dass sie mir das von damals verzeihen kann.

Ein Problem gibt es jedoch auch noch. Auf ihrem Profil ist auch ein Link zu einer anderen Seite und da gibt es einen kleinen Makel: "Status: Vergeben". Ich weiß nicht, ob die Seite noch aktuell ist, ihr letzter Eintrag ist schon mehrere Monate alt, aber laut dem Ding war sie erst einen Tag, bevor ich sie gefunden habe, noch dort eingeloggt. Aber das ist mir egal. Früher mal hatte ich einen "Ehrenkodex": "Du spannst keinem anderen Kerl die Freundin aus." Aber hey, das hat auch schon einmal einer bei mir gemacht. Und wenn ich einem Anderen das Herz brechen muss, damit ich mit ihr zusammen sein kann, dann ist mir das verdammt noch einmal egal. Und wenn ich es ihm selbst mit bloßen Händen brechen muss, bei keiner meiner Ex-Freundinnen hatte ich so starke Gefühle, und das, obwohl ich sie seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich kann es mir selbst nicht erklären warum, wieso, weshalb, wie, wann und wo, aber: Ich liebe sie. Ich hoffe nur, dass sie das hier nicht liest, sonst sind meine Chancen im Arsch.

Beichthaus.com Beichte #00026721 vom 22.07.2009 um 18:43:29 Uhr (53 Kommentare).

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Das Luftgewehr in Kinderhand

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Vandalismus Waghalsigkeit Kinder Dummheit Morallosigkeit Nachbarn

Das Luftgewehr in Kinderhand
Als ich noch ein Kind war, habe ich aus Langeweile mit einem Luftgewehr meine Nachbarschaft unsicher gemacht. Vorzugsweise zu den Abendstunden habe ich beispielsweise Hausklingeln, Fensterscheiben von unbewohnten Gebäuden, Straßenlaternen, Verkehrsschilder und vieles mehr zerschossen. In den Ferien habe ich am helllichten Tage Jagd auf einen Typen von der GEZ gemacht, der gerade die Nachbarschaft ablief und an den Häusern klingelte. Daraufhin kam sogar die Polizei. Zu meinem Glück, wie ich im Nachhinein vermute, hat mich der Lärm der nahe gelegenen Hauptstraße und meine Stellung auf dem Dach so gut gedeckt, dass die Polizei ohne Erfolg wieder davon zog. Es tut mir leid, dass ich meiner Nachbarschaft so viel Schaden zugefügt habe, sie wissen bis heute nicht, wer das war. Es tut mir jedoch gar nicht leid, dass ich den Herrn von der GEZ verschreckt habe. Seitdem habe ich ihn bei uns nicht mehr gesehen. Immerhin eine gute Sache!

Beichthaus.com Beichte #00026713 vom 21.07.2009 um 22:06:41 Uhr (21 Kommentare).

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Herr Nachbar und die Gerüchte

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Falschheit Neugier Zwietracht Nachbarn Lüneburg

Meine Eltern haben einen Nachbarn, den man wohl als etwas eigenartig und übertrieben neugierig bezeichnen kann. Er ist Frührentner und hat anscheinend nichts Besseres zu tun, als den ganzen Tag lang im Garten hinter seiner Hecke zu stehen. Wenn jemand an seinem Grundstück vorbeikommt, kommt er blitzartig hinter seiner Hecke hervor und sagt seinen Einleitungssatz "Schönes Wetter heute!" Wer darauf eingeht, wird dann schonungslos von ihm vollgelabert. Dabei versucht der Herr Nachbar, Informationen aus demjenigen herauszuquetschen. Aus diesen Informationen bastelt er dann gerne die abenteuerlichsten Gerüchte über die entsprechende Person plus Familie, die er dann jedem erzählt, der sich darauf einlässt. Wenn ich mich früher besonders gelangweilt habe, habe ich vom Fenster aus beobachtet, wie die meisten Fußgänger kurz vor dem Haus dieses Nachbarn die Straßenseite wechseln und ihren Gang beschleunigen. So passiert es manchmal, dass jemand nicht rechtzeitig daran denkt, die Straßenseite zu wechseln und dann natürlich besagtem Nachbarn zum Opfer fällt. Einmal ist mein Partner an dem Haus dieses Nachbarn vorbeigegangen, wohlgemerkt auf der anderen Straßenseite. Weil der Nachbar ihn zu spät sah, rannte er meinem Partner durch seinen Garten hinterher.

Herr Nachbar hat auch schon einmal wegen eines ohnehin schon kaputten Besens, den ihm angeblich der Nachbar von gegenüber geklaut hatte, einen Nachbarschaftsstreit angefangen. Die Nachbarn von gegenüber haben zu dieser Zeit anonyme Anrufe erhalten, bei denen der Anrufer immer auflegte. Natürlich wusste jeder in der Nachbarschaft, um wen es sich bei dem Anrufer handelte. Letztendlich musste wegen der ewigen Streitigkeiten sogar ein Schiedsmann eingeschaltet werden. Vor Kurzem hat der Herr Nachbar Briefe von einer gewissen Bettina erhalten, in denen diese ihm vorschlug, sich im Stehcafé der Bäckerei zu treffen. Natürlich hat "Bettina" auch erwähnt, wie attraktiv sie seinen Bierbauch findet, den er im Sommer gerne präsentiert. Sie hat dem Nachbarn gegenüber natürlich auch erwähnt, dass sie verheiratet ist. Ob der Nachbar wirklich zu dem Treffen erschienen ist, habe ich leider nie erfahren. Ich bezweifle es aber eher. Seit den Briefen wurde er nämlich kaum noch in seinem geliebten Garten gesichtet. Anscheinend will er sich so vor "Bettina" verstecken. Die Passanten und Radfahrer, die er nun in Ruhe lässt, werden es mir sicher danken.

Beichthaus.com Beichte #00026707 vom 21.07.2009 um 06:36:04 Uhr in Lüneburg (16 Kommentare).

Gebeichtet von rosenkranz
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Medizin gegen das Mobbing

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Boshaftigkeit Rache Freizeit Kanada

Medizin gegen das Mobbing
Ich möchte folgendes aus meiner Jugend berichten. Ich war mit 14 also vor 8 Jahren in einem Christencamp in Kanada.
Das Camp war sehr strikt und man konnte sich nichts erlauben. Es gab da einen Jungen, der mich und meinen Freund dauernd mobbte aufgrund unserer deutschen Herkunft. Es war unerträglich mit diesem Jungen, da er und seine Jungs uns das Leben zur Hölle machten. Eines Tages bestand die Möglichkeit das Camp für einen Tag mit der Familie oder sonstigen Verwandten zu verlassen um Einkäufe zu tätigen. Wir stellten uns also beide krank und sagten, dass wir auf jeden Fall ein Apotheke besuchen müssten, da wir extreme Verstopfungen hatten und seit Tagen nicht mehr auf dem Topf waren. Wir gingen also in diese Apotheke und holten Abführmittel. Des weiteren schmuggelten wir eine Coca Cola hinein, was streng verboten war und hielten diese versteckt. Einige Tage später war dann der Tag der Abrechnung gekommen. Es stand ein Outdoor Trip in die kanadische Wildnis an. Kurz vor dem Losfahren baten wir den Junge doch mal mit uns mitzukommen. Wir sagten, dass wir ihm eine Cola geben würden wenn er uns dann besser behandeln würde. Er willigte getrieben durch die Geilheit auf die Cola ein und trank die 0,75 Liter in Rekordgeschwindigkeit aus. Wir konnten uns das Lachen kaum verkneifen. Als wir dann in unseren 2-Mann-Kanus saßen war es offensichtlich dass es bei ihm ganz schön heiß herging. Die nächsten 3 Tage hat er glaube ich sämtliche Seen und Wälder Kanadas zugeschissen und ihm war kotzübel. mein Freund und ich haben uns köstlich amüsiert und uns 3 Tage den Arsch abgelacht. Der Junge hat danach nie wieder ein Wort mit uns geredet.

Beichthaus.com Beichte #00026702 vom 20.07.2009 um 14:53:49 Uhr in Kanada (Cowichan Valley) (55 Kommentare).

Gebeichtet von ölpenis
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Zufallsbeichte
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Rache an der Stalkerin

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Falschheit Lügen Telefon Wien

Rache an der Stalkerin
Vor einem oder zwei Jahren wurde ich (m/18) regelrecht gestalkt, und zwar von einer Schulkollegin des Mädchens, auf das ich damals stand. Da dieses Mädchen keinen Handy-Tarif mit Frei-SMS hatte, sendete sie mir immer mit dem Handy ihrer Schulkollegin Nachrichten. Nach einiger Zeit kamen aber immer seltsamere SMS - zum Beispiel, dass sie sich gleich umbringt oder mich "ficken" will. Es stellte sich dann heraus, dass diese SMS nicht von dem Mädchen kamen, in das ich verknallt war, sondern von ihrer Kollegin. Sie ging mir schon ziemlich auf die Nerven, rief mich an und schickte mir täglich SMS, worauf ich immer nur mit "du nervst" antwortete.
Ich bat meinen Schwarm darum, dass sie doch meine Nummer und alle SMS von ihrem Handy löschen solle, doch zu diesem Zeitpunkt kannte die Stalkerin meine Nummer schon auswendig.

So ging das dann einige Wochen lang. Meine Stalkerin erzählte in der Schule Lügengeschichten, was sie alles mit mir macht oder gemacht hat, obwohl ich sie noch nie wirklich gesehen habe. Wochenlang antwortete ich nicht mehr auf ihre SMS oder Anrufe, sie hatte dann schon einen richtigen Hass auf mich entwickelt, weil ich ihre anscheinende Liebe nicht erwiderte. Eines Tages lief das Fass wohl über, sie schickte mir Droh-Nachrichten und überfüllte meine Mobilbox mit Beschimpfungen, wobei es sich auf drei Wörter beschränkte, die sie immer wiederholte: Arschloch, Hure und Misstgeburt. Dass es eine "Misstgeburt" nicht gibt und sie wahrscheinlich Missgeburt meinte, interessierte sie nicht, als ich sie darauf hinwies. Zu guter Letzt kam eine Morddrohung, jetzt dachte ich, es ist Zeit, um ihr eins auszuwischen. Ich zeichnete die Morddrohung also auf dem Anrufbeantworter auf. Am nächsten Morgen rief ich, mit verstellter Stimme und versteckter Handynummer, bei ihr an. Und meldete mich als "Michael Schober, Polizeiposten Wien-Favoriten". Etwas panisch fragte sie dann, was wohl los sei. Also erklärte ich ihr, dass eine Anzeige wegen Morddrohung gegen sie vorliegt, und spielte ihr die Aufnahme vor. Sie meinte, sie wüsste von nichts und erkundigte sich, wer sie angezeigt hätte. Ich antwortete nur, dass diese Person anonym bleiben möchte und fragte, ob ihre Eltern zu Sprechen sind. Jetzt war sie echt panisch, und stotterte "Nein, die sind arbeiten!" Bei der Frage nach ihrem Arbeitsplatz wurde sie noch hysterischer und meinte, dass sie es nicht wüsste. Jetzt tat ich einen auf sauer, schlug auf den Tisch und brüllte sie an, dass sie nicht lügen solle. Sie wimmerte und sagte, es täte ihr alles so leid, ob man das auch ohne ihre Eltern klären könnte. Darauf meinte ich, dass sich diese Person vielleicht mit einer Entschuldigung zufriedengeben würde. Sie willigte ein, und so verabschiedete ich mich und wartete auf eine Nachricht von ihr. Wenige Sekunden darauf klingelte mein Handy, Sie war dran und offenbar am Heulen, sie flehte um Verzeihung und versprach mir, mich nicht mehr zu nerven. Von da an war Ruhe.

Beichthaus.com Beichte #00026687 vom 17.07.2009 um 08:12:02 Uhr in Wien (Favoriten) (54 Kommentare).

Gebeichtet von ölpenis
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