Der Schrank

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Boshaftigkeit Ignoranz Stolz Engherzigkeit

Ich habe gestern meinen Schrank verkauft, da ich umziehen werde. Ihm fehlte absolut nichts und ich bot ihn deshalb für die Hälfte des Originalpreises an. Natürlich fand sich auch ein Käufer, diese schickten jedoch nur ihren Schwiegersohn, um das Möbelstück abzuholen. Und der jammerte schon am Telefon, verlangte eine Terminänderung und war generell nicht sehr freundlich. Ich fing dann trotzdem schon damit an, die Schranktüren abzuschrauben. Als der Schwiegersohn dann da war, war er weiterhin sehr unfreundlich und machte auch noch den Schrank schlecht. Nachdem er zu allem Überfluss noch fragte, ob ich Werkzeug hätte, bot ich ihm meinen Schraubenzieher an. Natürlich reicht ein Schraubenzieher nicht, um einen Schrank abzubauen, als er jedoch noch nach einem passenden Schlüssel fragte, verneinte ich. Ich wollte einfach keine große Suchaktion starten - aber ihm fiel dann sowieso ein, dass er wohl doch noch Werkzeug im Auto hätte.


Als er wieder da war, jammerte er, wie schwer der Transport des Schrankes doch sei, und involvierte mich auch in den restlichen Schrankabbau. Ich hatte dafür allerdings absolut kein Verständnis, da ich mich auch immer darum kümmere, wie ich etwas abtransportiere, ehe ich es kaufe. Und dann lasse ich mich nicht von den Vorbesitzern mit Werkzeug ausstatten, um zusätzlich noch unfreundlich zu sein und Hilfe zu beanspruchen. Wäre er wenigstens freundlich gewesen, wäre das mit Sicherheit anders abgelaufen - so habe ich nur noch die Schrankteile in den Flur gestellt und rasch die Tür verschlossen. Ich war echt verärgert über das Verhalten dieses Kerls, vor allem da er sich für meine Hilfe noch nicht einmal bedankt hatte. Ich habe es dann echt genossen, wie er sich mit den Schrankteilen abplagte, und beschimpfte ihn in Gedanken. Als Krönung des Ganzen habe ich festgestellt, dass er beim Einladen eines der Teile hier vergessen hat. Ich kann es sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und natürlich werde ich nicht anrufen, um ihm zu sagen, dass hier noch ein Teil steht.

Beichthaus.com Beichte #00032611 vom 23.01.2014 um 07:00:34 Uhr (13 Kommentare).

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Tatortreiniger der Mafia

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Faulheit Trägheit Stolz Öhringen

Tatortreiniger der Mafia
Ich hasse Aufräumen. Und Putzen sowieso. Deshalb stelle ich mir immer vor, ich wäre ein Beauftragter der Mafia, der einen Tatort von jeglicher DNA und anderen Spuren befreien muss, damit kein Forensiker auch nur den Hauch einer Spur findet. Ich steigere mich dann immer dermaßen hinein, dass ich anfange, Fugen mit Zahnbürsten zu reinigen und nach dem Reinigen im Bad die Kacheln zusätzlich mit Putzalkohol durchwische. Ich stelle mir dabei dann vor, es handle sich um eine Enzymlösung, die DNA abbaut. Blutspritzer vom Zersägen einer Leiche sind schließlich ein gefundenes Fressen für Tatortermittler. Ich habe sogar Mundschutz und Latexhandschuhe gekauft, um es realistischer zu gestalten. Man will sein Handwerk ja gewissenhaft ausüben. Ich weiß, das ist krank. Aber es nützt.

Beichthaus.com Beichte #00032608 vom 22.01.2014 um 22:57:15 Uhr in Öhringen (21 Kommentare).

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Unsere zweite Kindheit

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Peinlichkeit Maßlosigkeit Partnerschaft Wien

Unsere zweite Kindheit
Ich (w/21) möchte etwas beichten, das vielleicht etwas komisch klingt. Aber es ist mir vor anderen Leuten irgendwie total peinlich, da man ja so oft Dinge wie: "In einer Beziehung braucht man trotzdem Zeit für sich" oder "Man sollte trotz Beziehung allein und unabhängig sein können" hört. Bei mir und meinem Freund (23) ist aber das absolute Gegenteil der Fall! Wir kleben 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche aneinander und fühlen uns beide komplett unvollständig, wenn wir nicht zusammen sein können. Ich muss auch beichten, dass ich mich oft richtig kindisch verhalte. Wenn ich zum Beispiel gruselige Filme gesehen habe, traue ich mich alleine nicht mehr aufs Klo und er muss mitkommen. Er verhält sich aber ähnlich und hat mir schon gestanden, dass er, wenn ich eine Nacht weg bin, nur mit Licht und einem T-Shirt von mir im Arm schlafen kann. Gemeinsam verhalten wir uns aber auch oft wie durchgedrehte Kleinkinder, da wir uns alle drei Minuten versichern, wie gern wir uns haben, uns die dämlichsten Spitznamen geben und auch des Öfteren in einer selbst erfundenen Fantasiesprache miteinander reden. Oder mit Stofftieren spielen, oder wie Kinder irgendwelche Höhlen aus Decken bauen, um "Bärenfamilie" zu spielen und uns verrückte Geschichten ausdenken.

Es ist wie eine zweite Kindheit für uns, da wir beide keine schöne Kindheit hatten. Ich glaube, wir würden sofort eingeliefert werden, wenn jemand zufälligerweise mitbekommen würde, wie wir miteinander umgehen. Vor allem, da wir von außen wirklich erwachsen wirken und auch unser Stil nicht darauf hindeutet, wie überemotional wir sind. Das Verrückte ist, dass es uns beide gar nicht stört, dass wir so abhängig voneinander und so furchtbar kindisch sind. Andere Leute finden das aber bescheuert und schieben oft dämliche Kommentare, obwohl sie nicht einmal alles wissen. Also ist meine Beichte, dass ich mich oft komplett unreif und durchgeknallt verhalte und andere Leute innerlich auslache, wenn sie sich mal wieder über uns lustig machen!

Beichthaus.com Beichte #00032586 vom 18.01.2014 um 01:34:48 Uhr in 1150 Wien (Schweglerstrasse) (47 Kommentare).

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Beziehung mit dem Schläger

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Gewalt Aggression Missbrauch Verzweiflung Partnerschaft Gräfinau-Angstedt

Ich (w/21) möchte nach Jahren etwas beichten, das mir sehr leidtut. Aber fangen wir mal am Anfang an. Ich hatte immer einen guten Draht zu älteren Schülern und nahm oft eine Freundin mit zu ihnen. Sie war immer sehr still und schüchtern, aber eines Tages berichtete sie mir, dass sie einen der Jungs echt nett fände. Also dachte ich mir, dass ich da bestimmt etwas tun könne, und fragte ihren Schwarm, ob er mit uns ins Kino gehen wollte. Er sagte zu und ich fühlte mich im Kino komplett fehl am Platz. Den ganzen Film über sahen sich die beiden an und flirteten unbeholfen. Einen Monat später waren sie zusammen. Ich freute mich echt für die beiden und musste jedes Mal lächeln, wenn ich sie zusammen sah. Aber dann fing das Ganze an. Meine Freundin wurde immer stiller, redete nicht mehr mit mir und irgendwann rief ihre Mutter an, weil sie furchtbar verzweifelt war und sich Sorgen um ihre Tochter machte. Zwei Stunden später war ich dort und sah, dass sie alle Poster und Plakate in ihrem Zimmer abgehängt hatte - es war furchtbar kahl und trist. Ich fragte sie, was ich falsch gemacht hätte, und ob ich ihr helfen könne, aber wir saßen einfach nur zwei Stunden schweigend nebeneinander. Dann verschlechterten sich ihre Noten, sie stand auch auf dem Schulhof nur noch alleine herum und färbte sich die Haare dunkel. Sie fand für alle möglichen Sachen Ausreden - vor allem beim Sportunterricht machte sie nie mit. Eines Tages sah ich dann zufällig, dass ihre Arme voller blauer Flecke waren. Und obwohl ich wusste, dass sie nicht mit mir reden wollte, sprach ich sie darauf an und entdeckte dann auch die Schnitte an ihren Handgelenken und die riesigen Flecken an ihren Beinen.


Ich staunte nicht schlecht, und sie erzählte mir, dass er sie immer schlug, wenn sie sich weigerte, mit ihm zu schlafen. Sie hatte einen erstaunlich fremden Blick drauf und erzählte mir, dass sie zu viel Angst hätte, um sich zu wehren. Ab da trafen wir uns heimlich und schmiedeten einen Plan. Eines Tages folgte ich den beiden dann und sah, wie er sie rabiat am Hals packte, um sie zu küssen. Ich ging dann dazwischen und kassierte eine heftige Ohrfeige inklusive Nasenbluten. Das war es aber wert. Denn die beiden trennten sich und langsam wurde sie wieder zu der Person, die sie früher war. Trotzdem hatte sie stets Angst davor, wieder eine neue Beziehung einzugehen. Jetzt sind fünf Jahre vergangen, und sie hat endlich einen Jungen kennengelernt, der sie auch verdient hat. Er ist unglaublich fürsorglich und es ist ihm auch egal, dass sie ihn kaum küssen kann. Ich freue mich wirklich sehr für sie, aber ich habe auch unglaubliche Schuldgefühle. Ich möchte beichten, dass meine beste Freundin wegen mir ein Jahr lang furchtbare Angst und Schmerzen hatte. Und dass sie immer noch nicht die Alte ist. Es tut mir unglaublich leid, dass ich die beiden zusammengebracht habe - denn sonst wäre das vermutlich niemals passiert.

Beichthaus.com Beichte #00032581 vom 17.01.2014 um 09:44:00 Uhr in Gräfinau-Angstedt (23 Kommentare).

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“Beichte

Die Hausaufgabe der Streberin

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Diebstahl Faulheit Betrug Selbstsucht Schule Berlin

Ich (w/19) war schon immer sehr faul, wenn es um die Schule ging. Dementsprechend war ich auch nicht gut in der Schule. Vor ein paar Jahren hatten wir dann eine ziemlich große Hausaufgabe in Politik auf, die meine Note gerettet hätte. Wir hatten ein halbes Jahr lang Zeit, um alles über die damaligen Bundestagswahlen zu sammeln, was wir finden konnten. Dazu gehörten unter anderen die Ergebnisse, diverse Zeitungsartikel etc. Da ich aber kein bisschen an Politik interessiert bin, und sehr faul war, schob ich diese Aufgabe immer wieder vor mir her, bis ich es irgendwann vergaß. Als unser Lehrer uns drei Tage vor den Abgabetermin daran erinnerte, dass die Hausaufgabe bald fällig war, geriet ich in Panik und tat etwas, das mir heute sehr leidtut. Ich saß damals neben einem Mädchen, das gemeinhin als Klassenstreberin bekannt war. Und wie Streber nun mal sind, hatte sie ihre Hausaufgabe bereits vor dem vereinbarten Abgabetermin fertig und brachte sie auch schon etwas früher mit zur Schule, um bei dem Lehrer einen guten Eindruck zu schaffen. Doch bevor dieses Mädchen ihre Hausaufgaben abgeben konnte, steckte ich mir die ganze Mappe heimlich in die Tasche. Zu Hause schrieb ich dann den gesamten, allerdings leicht veränderten Inhalt ab, und besorgte mir eine neue Mappe, damit niemand Verdacht schöpfte. Am nächsten Tag gaben wir alle unsere Mappen ab - ich bekam sogar eine Eins. Das Mädchen neben mir, das verzweifelt ihre Hausaufgabe gesucht hatte, allerdings eine Sechs wegen der nicht erbrachten Leistung. Im Nachhinein tut es mir wirklich sehr leid, und ich bin heilfroh, dass man nie herausgefunden hat, was wirklich mit der Mappe des Mädchens passiert ist.

Beichthaus.com Beichte #00032567 vom 13.01.2014 um 15:27:01 Uhr in 12159 Berlin (Perelsplatz) (21 Kommentare).

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