Alles für die Fußballsticker

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Betrug Falschheit Dummheit Habgier Kinder

Meine Tat fand im Frühling 2002 statt, damals war ich acht Jahre alt. Es war die Zeit, in der man eifrig die Panini-Fußballsticker der WM 2002 in Korea sammelte. Ich hatte mit zwei Freunden ein gemeinsames Album und uns fehlten nur noch wenige Sticker. Dann hätten wir das Album voll gehabt und einen Fußball als Preis gewonnen. An einem Tag wollten wir wieder einige Stickertüten kaufen, doch dann fiel uns ein, dass wir pleite waren. Natürlich hatten wir auch keine Tauschsticker mehr. Wir mussten uns deshalb etwas einfallen lassen, um an Geld zu kommen. Und uns fiel auch etwas ein. Die wohl dümmste Idee der Welt. Wir beschlossen, die armen Waisen zu spielen. Wir gingen zu einem meiner Kumpels, zogen unsere T-Shirts aus und verpassten ihnen ein paar Einschnitte, sodass die Kleider wie Kartoffelsäcke aussahen. Draußen schmierten wir uns ein wenig Erde auf die Kleider und liefen ein paar Straßen weiter, bis uns die Leute nicht mehr kannten. Als wir an der ersten Tür klingelten, kam ein älterer Herr, so um die 80 oder 90, heraus, er hatte eine weiße Katze bei sich. Gekonnt spielte mein jüngster Freund das Waisenkind und fragte mit einem gespielten Akzent nach ein wenig Kleingeld. Tatsächlich überreichte uns der Mann zwei Euro.

Nachher machten wir weiter, jedoch mit weniger Erfolg. Erst als ich nach Hause kam, begann ich zu zweifeln. Ich wusste, dass wir etwas falsch gemacht hatten. Einen alten, einsamen Herren einfach so zu bestehlen, wenn es auch nur zwei Euro waren. Glaubt mir, damals hatte ich sogar für eine kurze Zeit Hass auf das Altern selbst. Ich war wütend, weil Menschen älter wurden und dann so wehrlos gegen jegliche Tricks und Fallen waren. Das war vielleicht eine dumme Aktion. Unsere Eltern haben uns dann ordentlich die Leviten gelesen und uns den längsten Hausarrest auf Erden verpasst. Verständlich, wenn man bedenkt, was wir mit unseren Kleidern gemacht haben. Von dem alten Mann habe ich nie etwas erzählt und kann heute nur darüber schmunzeln. Allerdings mit einigen Gewissensbissen wegen des unschuldigen Mannes. Das Fußballalbum der WM 2002 haben wir übrigens nicht voll bekommen.

Beichthaus.com Beichte #00031628 vom 21.07.2013 um 01:00:41 Uhr (8 Kommentare).

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Das unpassende Geschenk

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Peinlichkeit Trunksucht Familie

Ich muss euch eine ziemlich peinliche Sache beichten, aber um es vorwegzunehmen, euch erwartet nichts Ekelhaftes oder Sexuelles. Nun zum peinlichsten Augenblick meines kurzen Lebens: Ich bin 18 Jahre alt und habe eine sehr große Familie. Wir leben in einem Dorf und hier ist es üblich, dass man Probleme nicht nach Außen dringen lässt. Jedenfalls stand ein Geburtstag an. Ich weiß den Verwandtschaftsgrad nicht genau, jedenfalls der Bruder meiner Oma. Diesen Mann konnte ich schon immer sehr gut leiden, da er sehr herzlich und lebenslustig ist. Er wurde 70 Jahre alt und man plante eine riesige Feier. Die gesamte Sippe wurde eingeladen. Er hatte vor vielleicht drei bis vier Jahren einen schweren Schlaganfall und daher freute sich jeder auf die Feier, denn er hatte die letzten Jahre mühsam gelernt, wieder gehen zu können und relativ verständlich zu sprechen. Nun, kurz vor seiner Feier war ich eine Woche in Italien und dachte mir, ich könne ihm eine Flasche Wein zum Geburtstag schenken. Natürlich ist das relativ unpersönlich und nichts Besonderes, aber ich dachte, etwas Alkohol kommt immer gut. Vor allem weil er, wie erwähnt, so lebenslustig ist. Ich kam aus dem Urlaub zurück und einige Tage darauf gingen wir zu seiner Party. Ich freute mich total über seine gute Laune und dann kam der Zeitpunkt, an dem wir die Geschenke überreichten. Als ich dran war, umarmte ich ihn und drückte ihm die, mit Geschenkpapier eingepackte, Flasche in die Hand, mit den Worten:" Lass es krachen!!" und lachte.

Er freute sich, riss das Papier ab und schmunzelte. In diesem Augenblick wurde es im Saal plötzlich totenstill und ich war völlig verdutzt. Seine Frau begutachtete die Flasche und ich wusste nicht, was los war. Ich schaute mich um und jeder starrte mich fassungslos an. Der Bruder meiner Oma lächelte mich an und sagte: "Och Schätzchen, vielen Dank, aber ich bin trocken!" Da wurde mir schlagartig bewusst, dass er trockener Alkoholiker war. Ich lief total rot an und wusste nicht, was ich sagen sollte. Er stellte die Flasche auf einen Tisch und sagte, dass er seit 30 Jahren trocken sei. Mir war das so unglaublich peinlich, dass ich immer noch stumm war. Aber dann nahm er mich in den Arm und sagte laut, dass es ihm nichts ausmachte, und woher ich denn auch wissen sollte, dass er trocken sei, denn in dieser Familie würde doch alles immer totgeschwiegen. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen und ich entschuldigte mich hundertmal, bevor ich rausging, um eine zu rauchen. Die restliche Feier verlief wie gewohnt, als wäre nichts geschehen. Seine Frau nahm die Weinflasche an sich und damit war die Sache aus der Welt. Mir tut es immer noch so schrecklich leid, aber ich bin unendlich froh, dass er so locker reagiert hat.

Beichthaus.com Beichte #00031564 vom 06.07.2013 um 12:26:04 Uhr (15 Kommentare).

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“35.000

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Meine unerträglichen Mitbewohnerinnen

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Rache Engherzigkeit WG

Meine unerträglichen Mitbewohnerinnen
Ich (m/27) bin derzeit als Doktorand an einer größeren deutschen Uni tätig. Natürlich in einer Stadt mit vollkommen überteuerten Mietpreisen. Deswegen wohne ich zurzeit auch in einer WG mit zwei Frauen Anfang 20. Es ist die Hölle.
Die Eine hat einen kapitalen Putzfimmel und macht ständig Stress, wenn ihrer Meinung nach irgendetwas schmutzig ist. Dann dürfen wir anderen uns anhören, wir wären viel zu doof zum Putzen und daher absolut lebensunfähig. Mit Putzfimmel meine ich übrigens, dass eine Fläche, die nicht glänzt und klinisch steril ist, als dreckig angesehen wird. Vor allem im Bad. Wehe, irgendwo liegt auch nur eine Wimper, dann bekommt sie halbe Ekel- und Kreischanfälle. Das ist leider kein Witz. Die Andere ist eine verzogene Göre, deren Launen so schnell umschlagen, wie das Wetter. Ständig bringt sie irgendwelche Typen mit in die WG, die aussehen, als könnten sie nicht bis drei zählen. Dann geht sie meistens mit ihnen ins Bett und klingt dabei wie ein durchgeknallter Feuermelder. Die ganze Nacht geht das dann so.

Mindestens einmal pro Woche befriedigt sie sich auch selber, ohne dass ein Typ da ist. Dabei hat sie zwar ihr Organ ein wenig mehr unter Kontrolle, aber man hört es immer noch. Logischerweise ist es sehr ablenkend, wenn man etwas zu tun hat. Am Anfang fand ich es ja, zugegebenermaßen, ziemlich geil, wenn sie es sich besorgt hat, aber mittlerweile nervt es. Wenn man sie darauf anspricht, ob das auch leiser geht, bekommt man eine pampige Antwort, die immer in die Richtung abzielt, dass man ja zu verklemmt für diese Welt sei. Und dass man am besten direkt ins Kloster gehen sollte, wenn man noch nie etwas von Selbstbefriedigung gehört hat. Am Schlimmsten ist es, wenn sich die beiden Weiber in der Wolle haben. Da werden dann keine Gefangenen gemacht, was die Lautstärke oder die Beleidigungen angeht. Wenn man dann beruhigend eingreifen will, zieht man sich selbst den Hass der Beiden zu. Zwei Tage später tun sie dann aber wieder so, als wären sie die besten Freundinnen.

Um das Ganze für mich etwas erträglicher zu gestalten, bin ich dazu übergegangen, ihnen harmlose kleine Streiche zu spielen. Wenn Madame Feuermelder zum Beispiel wieder einmal die ganze Nacht lang rücksichtslos durch die Wohnung geschrien hat, wirkt manchmal etwas Chilisaft in einem ihrer Tangas Wunder. Hagebuttenextrakt geht übrigens auch. Danach befürchtet sie immer direkt Geschlechtskrankheiten. Gegen den Putzfimmel hilft etwas Aluminiumoxid auf dem Mikrofasertuch und den Staubsaugerbürsten. Das gibt richtig schöne graue Schlieren, vor allem auf glatten Oberflächen. Je mehr man versucht, das Ganze wegzuputzen, desto schlimmer wird es. Wenn die Beiden dann jeweils auf ihrem Zimmer sind, und mit sich und der Welt hadern, herrscht die schönste, angenehme Ruhe in der WG.

Beichthaus.com Beichte #00031559 vom 05.07.2013 um 10:44:33 Uhr (35 Kommentare).

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Ich hasse meinen Bruder

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Hass Faulheit Verzweiflung Zorn Familie

Ich möchte beichten, dass ich im Moment meinen eigenen Bruder (m/24) hasse. Er ist eigentlich ein recht schlaues Köpfchen und hat wirklich was drauf. Er hat nur einen Hauptschulabschluss, weil er einfach zu faul war zum Lernen. Obwohl er locker die mittlere Reife […]
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Beichthaus.com Beichte #00031541 vom 01.07.2013 um 15:19:23 Uhr (20 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mit Gefühlen spielt man nicht!

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Fremdgehen Dummheit Falschheit Selbstsucht Ex Remagen

Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt, und weiblich. Ich habe, weiß Gott, viel Unsinn gemacht in meinem bisherigen Leben, aber eine Story ist wirklich absolut beichtenswert. Mit 18 lernte ich einen absoluten Traum von einem Mann kennen, nämlich unseren örtlichen Kleinstadt-Superstar. Bis heute begreife ich nicht, warum er es nicht zu mehr gebracht hat, denn das Potenzial hat er. Wie man mit 18 halt so drauf ist, habe ich in meinem Bauch direkt die Schmetterlinge im Takt seiner Musik flattern fühlen. Ich dachte eigentlich, dass dieser Typ für mich unerreichbar war, immerhin war er schon reife 27, alle Mädels, die ich kannte, zogen eine Sabberspur bei seinem Anblick, und machten ihm schöne Augen. Warum sollte er sich also mit mir Zahnspangen- und Brillenmonster abgeben? Nachdem ich ihn zwei Wochen lang kannte, landeten wir vollkommen wider Erwarten im Bett, und dieses wahnsinnig gut aussehende, sixpackbestückte Paradies auf zwei Beinen verliebte sich in mich. Ich war eine Zeit lang echt glücklich. Der Neid schlich mir überallhin nach, und ich freute mir ein Loch in den Schmetterling verseuchten Bauch. Leider nutzten die Schmetterlinge binnen eines Jahres das Loch nach und nach zur Flucht, um es mal poetisch auszudrücken. Bald schon nervte mich seine Unordnung, sein entspannter Blick auf die Welt und seine Einstellung zum Arbeiten. Er verdiente als Musiker, mit vielleicht 20 Stunden Arbeit in der Woche so viel wie meine Eltern zusammen, und machte keinen Hehl daraus, dass er gewöhnliche Jobs überhaupt gar nicht mochte. Ich fühlte mich davon irgendwie abgestoßen, und so kam es, dass ich ständig an ihm herumnörgelte, und ihn zu erziehen versuchte. Mir war nicht klar, was ich damit anrichtete, ich war definitiv zu jung und zu unerfahren, um einschätzen zu können, wie er sich dabei fühlen musste.


Nachdem es, aufgrund meiner Unzufriedenheit eine Weile schlecht gelaufen war, verliebte ich mich in einen meiner Unidozenten, der schon Anfang 40 war, und ging meinem Freund mit ihm fremd. Ich schob ein wahnsinnig schlechtes Gewissen deswegen, wurde übellaunig und zickig und trennte mich schließlich. Mein Freund rannte mir sogar eine Weile lang noch hinterher und schrieb mir Lieder und eine süße Geschichte, doch ich wollte ihn einfach nicht mehr. Naiv, wie ich mit gerade 19 Jahren war, dachte ich, dass der Unidozent und ich eine gemeinsame Zukunft hätten. Falsch gedacht. Er wollte einfach nur ein verblendetes junges Ding zum Pimpern. Ich hörte auch nicht auf meine beste Freundin, die von der ganzen Nummer ziemlich entsetzt war. Eines schlechten Tages erfuhr ich von einer Kommilitonin, dass ich wohl nicht wirklich die Einzige aus dem Kurs war, die mit dem Dozenten geschlafen hatte. Ich stellte ihn daraufhin stinkwütend zur Rede und drohte ihm, die Sache auffliegen zu lassen. Doch er blieb ganz ruhig, und fragte mich, ob ich den Kurs bestehen wollte. Zähneknirschend nahm ich es hin, meine eigene Blödheit verfluchend. Ich fasste den, aus meiner heutigen Sicht, total bescheuerten und dummdreisten Plan, ihn mithilfe meines Ex eifersüchtig zu machen, immerhin war mein Ex ja wohl eine echt stattliche Erscheinung. Ich fing also wieder an, mit meinem Ex zu texten, und mich mit ihm sehen zu lassen. Mir entging jedoch nicht die gewisse Reserviertheit und Gefühlskälte seinerseits. Ich schmiss mich an ihn ran, was das Zeug hielt, und postete das so offensichtlich auf Social Media Networks, dass ich sichergehen konnte, dass mein Dozent es mitbekam. Meinen Dozenten guckte ich indessen nicht einmal mehr mit dem Hintern an. Er mich allerdings auch nicht. Ich entdeckte ihn dafür eines Tages mit einer meiner Kommilitoninnen, die beiden betatschten sich ziemlich offensichtlich auf dem Gang.


Aus Wut darüber rief ich meinen Ex an, und fragte, ob er abends Zeit hätte. Hatte er zwar nicht, er wäre auf einem Konzert, ich könne mich aber gerne dazugesellen. Natürlich tat ich es, schon alleine wegen der Fotos mit ihm, die dann ja auch mein Dozent sehen würde. Auf dem Konzert kündigte er dann ein Lied für seine Ex an. Das war dann wohl ich, was er auch süffisant grinsend dem Publikum mitteilte. Mitte der ersten Strophe schwante mir das kommende Unheil schon ziemlich gründlich, und siehe da, im Refrain besang er ziemlich launisch meine Affäre. Bloßgestellt rannte ich raus, und brach den Kontakt ab. Ich habe bis heute keine Ahnung, woher er das wusste, ich habe aber meine beste Freundin im Verdacht. Zu allem Überfluss bestand ich dann auch noch den Uni-Kurs nicht. Diese äußerst blöde Nummer hat mich jedoch eindrucksvoll gelehrt, nicht mit den Gefühlen anderer Menschen zu spielen.
Das entstandene Drama-Dreieck verfolgt mich bis heute, denn mein Ex spielt das Lied nach wie vor, und das Verhältnis zu meiner besten Freundin ist sehr abgekühlt. Mein Ex sieht auch mittlerweile besser aus denn je, beinahe wie eine junge Version von Robert Downey JR. Er ist eloquent, intelligent, humorvoll und ein lieber Mensch. Er hat einen Haufen Geld für die Opfer der jüngsten Flut gespendet, und unterstützt das örtliche Tierheim ab und an. Ich frage mich wirklich, was mich damals geritten hat, ihn so mies zu behandeln, und für jemanden zu verlassen, der nichts als ein mittelmäßiges Charakterschwein ist.

Beichthaus.com Beichte #00031540 vom 01.07.2013 um 11:21:57 Uhr in Remagen (31 Kommentare).

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