Die perfekte, ausgenutzte Hausfrau

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Dummheit Hass Misstrauen Verzweiflung Ex Berlin

Meine Mutter hat mich zur typischen altmodischen und selbst aufopfernden Hausfrau erzogen. Ich backe und koche für mein Leben gerne, putzen macht mir mit lauter Musik viel Spaß und die Bedürfnisse anderer gingen immer vor. Ich war vier Jahre liiert und tat alles, um meinem Schatz ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich war glücklich, wenn er es war - und er nutzte es nach Strich und Faden aus. Ich hatte immer drunter gelitten, dass meine beste Freundin sich gar nicht mehr bei mir meldete, nachdem sie in eine feste Beziehung kam. Ich hatte also immer darauf geachtet, dass mein Freund seine Kumpels nicht vernachlässigt und mit ihnen etwas unternimmt. Wenn er mit seiner Clique zu mir kam, kochte ich sofort 3-Gänge-Menüs und kaufte Bier für alle ein. Ich hirnlose Kuh habe mir das gefallen lassen, es freute mich sehr, wie wohl er sich bei mir fühlte.

Das war aber alles totaler Unsinn, ich hatte einfach viel zu viel falsch rein interpretiert. Er ging mir jedes Wochenende fremd und kam nur zum Essen. Obwohl ich im Bett sehr vieles mitmachte und mir Mühe gab, schien er nie satt zu werden. Ich hasse mich selbst dafür, mit 25 Jahren immer noch so dermaßen naiv und dumm zu sein. Ich wollte für ihn die perfekte Hausfrau sein und hatte seine Worte nie hinterfragt. Ich habe ihm jedes Wort geglaubt und ihm niemals hinterher geschnüffelt. Ich hatte nicht ein einziges Mal in sein Handy geguckt oder bin an seinen Laptop gegangen. Ich wollte eben eine ehrliche Beziehung, in der wir uns vertrauen können. Ich hatte wegen ihm extreme Selbstzweifel und Komplexe, ich dachte lange, ich wäre die Schuldige und er wäre perfekt. Ich habe ihn zwar längst abserviert, aber mein Selbsthass ist geblieben und ich schäme mich noch immer für meine extreme Dummheit. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder jemanden so sehr lieben und vertrauen kann.

Beichthaus.com Beichte #00038849 vom 24.10.2016 um 15:45:41 Uhr in 10783 Berlin (Kleistpark) (22 Kommentare).

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Ein unnötiges Studium

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Hochmut Ignoranz Stolz Studentenleben

Ich (m/26) habe nach dem Abitur eine sogenannte Geisteswissenschaft studiert. Das Studium fiel mir leicht, aber leider bekam ich viele dumme Kommentare, von wegen ich studiere mich arbeitslos. Ich stempelte diese Leute als neidisch ab und sagte ihnen, dass sie noch blöd gucken werden, und zitierte aus der Liste der Studienbroschüre, was ich danach alles so machen kann und meinte, ich hätte einen Vorteil, weil ich nach dem Abitur ein Jahr Backpacking in Neuseeland gemacht habe. Viele meinten, dass ich dadurch arrogant geworden bin - und leider hatten sie recht. Ich habe nach dem Studium keine Arbeit gefunden.

Jetzt mache ich eine Ausbildung. Ich schäme mich so, dass ich mit dem Studium nichts erreicht habe. Ich lebe jetzt in einem anderen Bundesland und habe die Kontakte in der Heimat abgebrochen. Ich vermisse einige der Leute sehr, aber schaffe es nicht, zuzugeben, dass sie recht hatten. Es tut mir so leid, dass ich so arrogant war, aber ich kann es einfach nicht zugeben. Außerdem trauere ich der vergeudeten Zeit hinterher. Ich hätte schon vor ein paar Jahren anfangen können, Vollzeit zu arbeiten. Stattdessen muss ich sogar noch ein paar Schulden abbezahlen.

Beichthaus.com Beichte #00038846 vom 23.10.2016 um 20:33:28 Uhr (34 Kommentare).

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“Beichte

Nach sieben Jahren ist die Luft raus

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Fremdgehen Selbstsucht Begehrlichkeit Partnerschaft München

Ich betrüge meine Freundin regelmäßig. Ich bin mit ihr seit fast sieben Jahren zusammen und wir haben auch eine gemeinsame Wohnung. Alles in allem kann ich mich nicht beschweren, da wir sehr viele gleiche Interessen haben und unser Leben dadurch sehr harmonisch abläuft. Bis auf den Sex. Irgendwie ist hier schon seit Längerem die Luft raus und der Reiz weg und ich spüre nicht wirklich eine Befriedigung dabei. Daher habe ich angefangen, auch Sex mit anderen Frauen zu haben. Derzeit habe ich ein Verhältnis mit einer Arbeitskollegin, von der ich einfach nicht genug bekomme. Ich finde sie sehr attraktiv und der Sex mit ihr ist um vieles besser als der mit meiner Freundin. Ich will meine Freundin nicht verlieren, aber ich will auch nicht auf Sex mit anderen Frauen verzichten. Manchmal habe ich zwar ein schlechtes Gewissen, aber ich kann nicht anders...

Beichthaus.com Beichte #00038842 vom 22.10.2016 um 18:14:55 Uhr in 81673 München (Neumarkter Str) (18 Kommentare).

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Überdosis im Krankenhaus

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Feigheit Falschheit Arbeit Gesundheit

In der 10. Klasse muss man am Gymnasium pflichtmäßig zwei Wochen ein Praktikum absolvieren. Als es bei mir (w) vor einigen Jahren so weit war, bewarb ich mich im städtischen Krankenhaus, wurde aber von den Ärzten in meiner gewählten Abteilung nach wenigen Tagen auf die Station in die Pflege abgeschoben und musste dann dort mit anpacken. Irgendwann sollte ich einer Patientin ihre Medikamente für den Abend bringen, darunter waren auch einige ziemlich heftige. Allerdings waren in der Tablettenbox im Kästchen für den Abend schon ein paar Tabletten drin. (Das waren wohl die, die sie sich von zu Hause mitgebracht hatte, weil sie die täglich nehmen musste. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht.) Sie wies mich darauf hin, dass sie nun einige der Medikamente doppelt hätte, ob mir das aufgefallen sei und ob sie das wirklich alles nehmen müsse.

Ich hatte schon mehrmals gesehen, dass Patienten von einem Medikament gleich zwei Tabletten bekamen, damit die Dosierung stimmt, also dachte ich mir nichts dabei. Ich ging davon aus, dass einer der Pfleger ihr die Medikamente schon vorher gegeben hatte und ich ihr die jetzt noch fehlenden geben sollte. Ich bejahte ihre Frage, ob sie das tatsächlich alles nehmen muss, und erklärte ihr, dass es ganz normal sei, dass man mal zwei Tabletten von einem Medikament nehmen muss, da das bei vielen Patienten so sei.

Etwa eine Stunde nach dem Abendessen nahm das Unglück dann seinen Lauf: Die Klingel für ihr Zimmer läutete und eine Krankenschwester ging nach ein paar Minuten hinein. Plötzlich ging der Alarm für das besagte Zimmer los, sodass alle Pfleger und ich hinzugestürmt kamen. Die arme Frau lag in ihrem eigenen Erbrochenen und fast nicht mehr ansprechbar im Bett. Ich dachte mir immer noch nichts dabei und ging, nachdem alle Maßnahmen getroffen waren, nach Hause. Als ich am nächsten Morgen zur Frühschicht erschien, war die Frau bei der Übergabe natürlich das Thema Nummer Eins. Sie war im Laufe der Nacht wieder ansprechbar geworden und es ging ihr so weit gut. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie eine Überdosis an Tabletten genommen hatte. Sie hatte sie auch noch alle gleichzeitig genommen, weshalb das so reingehauen hatte - dafür konnte ich aber wirklich nichts.

Als in der Nacht herauskam, dass sie die Tabletten des Krankenhauses und auch noch ihre eigenen gefuttert hatte, glaubte jeder an seinen Selbstmordversuch, da die Patientin in den Tagen zuvor ziemlich jammerig und depressiv gewesen war. Sie erzählte, dass eine Krankenschwester zu ihr gesagt hätte, sie solle alle Tabletten nehmen, aber das hielten alle für eine billige Ausrede - welche Krankenschwester würde denn schon so etwas tun? Mir dämmerte in diesen Momenten natürlich, was geschehen war, doch ich hielt die Klappe, weil ich Angst hatte. Die Frau wurde als psychisch labil abgestempelt, die Ärzte der Station forderten noch am selben Tag ein psychologisches Konsil an. Leider weiß ich nicht genau, was aus der Frau geworden ist, denn mein Praktikum war dann kurz darauf zu Ende. Überlebt hat sie es auf jeden Fall ohne Folgeschäden. Aber ich schäme mich noch heute für meine Unachtsamkeit und vor allem dafür, dass ich nicht zu meinem Fehler gestanden habe.

Beichthaus.com Beichte #00038839 vom 20.10.2016 um 16:29:42 Uhr (23 Kommentare).

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Ja, das schmeckt nach Zuckerwatte!

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Lügen Falschheit Ekel Engherzigkeit Kinder

Die Geschichte liegt schon einige Jahre zurück, um genau zu sein, fand das Ganze vor 12 Jahren statt. Meine Eltern luden ca. ein Mal im Jahr ihre alten Schulfreunde ein, welche ebenfalls ein Kind hatten, einen Sohn, der nicht nur sozial unfähig, sondern auch strohdoof war. Allerdings war dieser auch zwei Jahre jünger als ich (m/21). So kam es, da unsere Eltern einen guten Kontakt zu ihren Freunden pflegen wollten, dass es uns (mir und meiner jüngeren Schwester) aufgezwungen wurde, mit diesem Kind zu spielen. Meistens haben wir uns über ihn lustig gemacht, was aber relativ harmlos war, im Gegensatz zu dem besagten Jahr.

Ich habe ihm erzählt - wie ich darauf gekommen bin, weiß ich nicht mehr - dass mein Arschloch nach Zuckerwatte schmecken würde. Nach einer langen Diskussion über den Wahrheitsinhalt dieser Aussage haben wir dem Jungen gesagt, er könne ja mal probieren. Er weigerte sich zuerst, doch als ich meinte, dass das bei meiner Schwester eben den gleichen Geschmack hat, haben wir ihn überzeugt, eine Kostprobe zu nehmen. Ja, er hat es tatsächlich gemacht, zuerst bei meiner Schwester. Zu unserer Verwunderung und wahrscheinlich auch zu seiner, war der Geschmack von Zuckerwatte zu verwechseln ähnlich. Nach diesem Erfolg hat er es auch bei mir gewagt. Seinen Gesichtsausdruck danach werde ich wohl niemals vergessen. Es muss geschmeckt haben wie eine verweste Ratte. Nach einigen Jahren habe ich ihn dann in einem sozialen Netzwerk gefunden und gefragt, ob wir mal zusammen Zuckerwatte essen gehen wollen. Inzwischen tut es mir wirklich leid, was wir diesem Kind angetan haben.

Beichthaus.com Beichte #00038836 vom 19.10.2016 um 14:32:23 Uhr (18 Kommentare).

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